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W SeflÜZelzucht. MDß

Kalkbeine beim Huhn nnb weißer Kamm stehen sehr oft in Zusammenhang. Ein Mittel, den so­genannten weißen Kamm zu heilen, besteht in folgendem: Waschen Sie den Grind mit warmem Wasser, in welches etwas Lauge zu tun ist und verabreichen Sie dem Patienten gleichzeitig (hom.) Sulphur und Staphirgari 6. Verb. 12 Körnchen. Für reinen luftigen Aufenthalt, gute Pflege und passende Nahrung ist Sorge zu tragen. Her- vorgerufen wird die garstige Krankheit durch den sogen. Favuspilz. Durch seine zersetzende Tätigkeit wird die Oberhaut der Kammes in Form weißlicher Schuppen ab- gestoßen. Ein allophathischer Mittel besteht in einer wöchentlich zweimaligen Einreibung der Kammer mit zwei- prozentiger Sublimatsalbe. Dadurch wird nämlich ver­hindert, daß der Pilz weiter greift, auch auf die Hautteile hinüber, die befedert sind. Aber wie schon gesagt stehen weißer Kamm und Kalkbeine oftmals in engem Zusammen­hang. Zunächst machen sich auf dem Kopfe, Kamme und den Läufen kleine weißlich-graue Flecke bemerkbar, die nach und nach größer werden und sich mit Borken von meist hellbrauner Färbung bedecken, unter denen man die betreffenden Milben findet. Die Borken werden, namentlich an den Beinen, immer größer und dicker, erhalten ein höckeriges, rissiges Aussehen und gewähren an bett Läufen den Anblick, als ob die Hühner in Lehm, Mörtel oder Kalk getreten, weshalb dieses Leiden auch mit dem Namen Kalkbeine oder Elefantiasis bezeichnet wird. Die Patienten zeigen ein heftiges Juckgefühl, welches sich während der Nacht im warmen Stalle noch steigert und die nächtliche Ruhe bedeutend stört. Die Uebertragung der Milben auf gesunde Tiere geht am häufigsten während der Nacht, wenn die Tiere dicht gedrängt sitzen und die Borken durch den Bauch (die Beine werden beim Sitzen eingezogen) erwärmt werden, vor sich. Die Uebertragung von den Läufen, wo sich das Leiden gewöhnlich zuerst, zuweilen ausschließlich ausbildet, auf Kopf, Kamm und Schnabel geschieht durch das Reiben, Hacken mit Kopf und Schnabel an den juckenden Fußteilen. Infolge der Erkrankung der Haut, der Ruhestörung und der Entziehung von Nahrung durch die Milben werden die Hühner matt, stellen die Produktion von Eiern nach und nach gänzlich ein und gehen endlich an Abzehrung zugrunde.

Molches ist die deste Gr«Lhr«ttg»Wekse der Hühner?

Als bestes Futter ist unbedingt das Körnerfutter an- zusehen. Allein je nach der Art und Weise, wie man das Huhn wirtschaftlich zu verwerten gedenkt, muß auch unter dem Körnerfutter ein Unterschied gemacht werden. Für Legehühner sind Gerste und Hafer in erster Linie zu empfehlen, für den Ansatz von Fleisch Weizen und Mais. Ein Wechsel in der Kost ist stets zuträglich; jede Ein­seitigkeit verringert den Appetit und schwächt somit den Zweck, welchen man im Auge hat. Allein Körnerfutter, ohne andere Zutat verabreicht, würde dem Huhn keines­wegs zuträglich sein; vor allem stellt sich fast durchgehends Verstopfung ein, als gutes Mittel dagegen hat nun Gemüse sich bewährt. Gekochte Kartoffeln, doch nicht zu warm verabreicht, sind bei starkem Frost sehr dienlich: sie ver- anlassen Fettansatz und erhöhen die Blutwärme. Für eingesperrt gehaltene Hühner ist frisches Grün, in nicht zu großer Menge gereicht, unerläßlich, um die Verdauung zu regeln. Aus demselben Grunde bewährt es sich bei den Legehühnern, weil diese zu fett werden, wenn sie nur Körnerfutter erhalten, und dann die Eierproduktion nach- läßt. Am besten eignet sich immer der Abfall von der Küche des Menschen, die ja stets mehr oder minder einen Zusatz von Gemüse enthält. Jegliches Grünfutter, als Salat, Rübenblätter, Kohl, Spinat und selbst Gras ist sehr zu empfehlen. Wenn es grob ist, werde es zer­kleinert, was im rohen Zustande nicht genossen werden mag, erweist sich im gekochten oftmals als Leckerbissen. Auch klein geschnittene Zucker- und Mohrrüben bekommen unseren gefiederten Hosbewohnern durchaus und werden stets gern von ihnen entgegengenommen.

Für die Ermittelung des Geschlechts der Fandgänse

existieren eine Anzahl Erkennungszeichen. Im Herbst, wenn die Gänse nahezu ausgewachsen find, ist der Ganter von der Gans durch die Stimme zu unterscheiden. Der Ganter hat eine tiefe, harte, schnarrende, die Gans da­gegen eine hellere, weichere Stimme, was schon bei dem gewöhnlichen Geschnatter, noch deutlicher aber bei lautem Schreien hervortritt. Ein ebenso untrügliches Unter­scheidungsmerkmal wie die Stimme bildet der Hals. Dieser ist beim Ganter erheblich länger und etwas dünner als bei der Gans. Im Herbst zeigt sich bei der Gans auch schon der Hängebauch, welcher beim Ganter nicht vorhanden ist. Ueberhaupt ist die ganze Körperform des Ganters länger und schlanker als die der Gans, welche einen kürzeren, gedrungenen Körper hat. Bei Tieren derselben Abstammung ist auch der Ganter größer als die Gans. Für ein gen ieß Auge ist die ganze Erscheinung beider Geschlechter so wesentlich verschieden, daß ein Zweifel in keinem Falle bestehen kann. Um dar Auge zu üben, empfiehlt es sich, eine Schar Gänse von klein auf in bezug

auf die Verschiedenheit in der Körperform, der Länge des Halses, der Größe usw. zu beobachten. Man wird dann lernen, unter einer Anzahl junger Gänse schon einige Tiere mit Sicherheit als Ganter oder Gänse zu erkennen.

Krim Krütr« der Gänse muß man darauf sehen, daß die Brutganr die Eier zu gewiffen Zeiten verläßt, nicht allein deshalb, um Nahrung auszunehmen, sondern weil die Eier eine Lüftung tu be­stimmten Pausen dringend benötigen. Es ist daher voll­kommen falsch, wenn manche Züchter Futter und Wasser gleich neben das Brutnest stellen. Durch fortwährender Sitzen auf dem Ei erstickt das Leben in diesem. Die Brutgans muß das Ei einmal des Tages verlassen, mindestens jeden zweiten Tag, tut sie das nicht, so muß man das Tier vom Nest abnehmen und zum Futterplatz, sowie zur Badegelegenheit bringen. Eine dem Gefieder noch anhaftende Feuchtigkeit wirkt fördend auf das Brut- resultat ein.

Durch die Post erhaltene Kr«teier können erst untergelegt werden, nachdem fie 2 Tage lang an einem kühlen Orte in horizontaler Lage ruhig liegen gelassen wurden. Die Befruchtung kann erst nach einer 57 tägigen Bebrütung und darauffolgendem Durchleuchten mittelst Eierprüfer festgestellt werden. Es empfiehst sich übrigens, auch die zur Bebrütung unterzulegenden Eier vorher zu durchleuchten, weil dadurch faule oder unge­eignete Eier rechtzeitig ausgeschieden werden können; z. B. ist ein Ei, welches beim Durchleuchten. einen dunklen Schatten zeigt, in Schwarzfäule übergegangen und zur Brut untauglich, desgleichen ist ein solches ebenfalls in Zersetzung begriffen, welches außer der Luftblase am stumpfen Ende auch noch Luftblasen im Innern aufweist. Zu alt ist in der Regel ein Ei zur Brut, dessen Luftblase mehr als V-o des Ei-Inhaltes einnimmt. Beim Durch­leuchten vor dem Unterlegen müssen brauchbare Bruteier völlig klar erscheinen, auch dürfen sie nicht beschmutzt sein.

Otzstspaliere an Mauer« und Haus wände«.

In Villen und Hausgärten, sowohl auf dem Lande wie in den Vorgärten der Städte, werden an geeigneten Stellen, zur Bedeckung kahler Wände und Mauern, mit Vorliebe Spalierbäume angepflanzt. Für Anlagen dieser Art können die örtlichen wie klimatischen Verhältnisse gar nicht günstig genug sein, vor allen Dingen muß aber für Schutz gegen Wind und Kälte gesorgt werden.

Die Erfahrung hat gelehrt, daß an Spalierwänden ausschließlich nur die schönsten und auch vollkommensten Früchte gezogen werden, vorausgesetzt, daß wir auch eine richtige Sortenauswahl getroffen haben, die es erm^ltcht, Schaufrüchte und Tafelfrüchte jeden Ranges zu ernten. Es sollen nun in nachstehenden Zeilen diejenigen Obst­sorten besonders bekannt gegeben werden, die sich zur An­pflanzung am Spalier bisher stets gut bewährt haben und von denen wir in unserem norddeutschen Klima recht lohnende Resultate erwarten dürfen. Gerade von her Wahl der richtigen Sorten hängt ohne Zweifel die Ein­träglichkeit der Spalierzucht in erster Linie ab. Vom Standpunkte der Verwendung der einzelnen Obstsorten aus betrachtet, steht obenan der Birnbaum als die weit­aus für diese Zwecke am häufigsten angepflanzte Obstart. Sie dient je nach den Sorten zur Bepflanzung aller Mauerwände und nicht minder für freistehende hohe und niedrige Gestelle. Der Birnbaum verträgt den Schnitt am besten und fügt sich am leichtesten in den Zwang der Form. Die Anpflanzung selbst kann im Frühjahr oder auch im Herbst geschehen in lockeren, guten, kräftigen Boden; ist solcher nicht vorhanden, so muß man mit K«h- und Pferdedung, der mit der Pflanzenerde vermischt wird, zu Hilfe kommen. Hinsichtlich der So^tenwahl find zu­nächst nachstehende Birnenarten besonders zu empfehlen, die durch vorzüglichen Geschmack sich besonders auazeichnen und am Spalier gepflanzt, sich stets gut bewährt habe«. Die dabei verzeichneten Monate bedeute» die Reifezeit der Frucht. Gute Luise von Avranches, September bis Oktober, Herzogin von Angoulßme, Oktober bis November, Clairgeaus Butterbirne, Oktober bis November, Triumph von Vienne, Ende September bis Oktober, Andenken an den Kongreß, August bis September, Klapps Liebling (für kleine Spaliere geeignet), August bis September, Napoleon- Butterbirne, Oktober bis November, Neue Poiteau, Oktober bis November, Williams Christbirne, Ende August bis Sep­tember, Diel« Butterbirne, November bis Weihnachten.

Der Apfelbaum eignet sich wohl für alle andern Formen, und find es nur eine beschränkte Anzahl von Sorten, bei denen als Spalierform günstige Resultate erzielt werden. In den meisten Fällen ist es dem Apfel­baum, an der Mauer gezogen, etwas zu warm, und er neigt in solchen Verhältnissen leicht zu Krankheiten aller Art, weshalb wir ihn lieber am freistehenden Spalier ziehen. Es sei hierbei nochmals darauf hingewiesen, daß sich der Apselbaum der strengen Regel des Schnittes viel weniger leicht fügt, als dies bei dem Birnbaum der Fall ist. Von Apfelsorten sind für obige Zwecke geeignet: Weißer Winter-Kalvill, November bis Februar, gedeiht gut an Mauern und Hauswänden, aber nur in warmen,

geschützten Lagen. Winlecgoldparmäne, Oktober bis Dezember, Baummns Reinette, Dez mber bis April, Große Kasseler Reinette, Reifezeit Dezember, haltbar bis August. Von Kirschenforten eignen sich zur Spalierzucht an Mauern und zwar an solchen, die nördlich gelegen find, die bekannte Schattenmorelle, große, lange Loikirsche, oder auch Nordkirsche, wie sie in den verschiedenen Ge­genden genannt wird. Tiefe Sorte gilt als die beste aller Einmachekirschen; Reifezeit Ende Juli bis August. Als eine für genannte Zwecke geeignete Obstart kennen wir ganz besonders noch die Pfirsich, die wir als Lecker­bissen jederzeit zu schätzen und zu würdigen wissen.

Pfirfichspaliere verlangen, wenn sie gut gedeihen sollen, eine südliche, südwestliche und südöstliche Lage. Der scharfen Ostwinde wegen sind südwestliche Mauern den südöstlich gelegenen vorzuziehen; für gänzlich frei­stehende Spaliere eignet sich die Pfirsich nicht. Als be­sonders frühe Sorten gelten folgende: Schlossers Früh- pfirsich, Ende Juli, Anfang August. Amsden, Ende Juli, Frühe Beatrix, Ende Juli bis August, Frühe Silber- psirsich, Mitte August, Hales Frühpfirsich, Mitte August. Später reifende Sorten: Präsident Griepenkerl, Anfang September, Königin der Obstgärten, Ende September, Venusbrust, Ende September bis Oktober, Willermoz, Ende September. Man kann natürlich nicht jede beliebige Obstsorte zur Spalierzucht verwenden und kultiviere daher nur durchaus bewährte, reichtragende und leicht zu ziehende Sorten, die in der betreffenden Lage ihre guten Eigen­schaften erlangen, ohne allzuviel Mühe zu verursachen.

Braunschw. Landcsztg."

Spritze« der Gbstbäume.

Im Frühjahr ist das Spritzen der Obstbäume mit Kupferkalkbrühe von doppeltem Nutzen Zunächst dient die frisch hergestellte Brühe zur Bekämpfung der Schorf­krankheit oder des Fusiktadiums. Zu diesem Zweck werden zunächst im Herbst die abgefallenen Blätter, am besten im November, ehe sie moderig und brüchig sind, spätestens aber im März zusammengerecht und in die Erde gegraben oder auf dem Komposthaufen Handhoch mit Erbe überdeckt. Ferner werden alle grindigen Triebe, soweit sie entbehrlich sind, über Winter entfernt und verbrannt. Das Spritzen mit Kupferkalkbrühe findet sodann dreimal statt: 1. Vor der Blüte beim Beginne des Triebes mit 2°/«iger Brühe;

2. unmittelbar nach vollendeter Blüte mit l%iger Brühe;

3. 14 Tage bis drei Wochen nach der zweiten Bespritzung mit l%iger Brühe. Die erste Bespritzung soll haupt­sächlich die Ueberwinterungszustände an den Zweigen un­schädlich machen, die zweite und dritte die von noch nicht entfernten Blattresten oder nicht getroffenen Zweigstellen her doch noch mögliche Ansteckung und weiterschreitende Verseuchung der Blätter und jungen Früchte verhüten. In regnerischen Frühjahren kann eine vierte und selbst fünfte Bespritzung noch lohnen; im allgemeinen werden aber jene drei ausreichen. Einen weiteren Nutzen gewährt die Anwendung der Kupferkalkbrühe, indem sie die Knospen der Bäume vor der Zerstörungswut der Spatzen und sonstigen Vögel schützt. Wie berichtet wird, bespritzte ein Obstzüchter bei Knospenaufbruch zufällig einen seiner Birn­bäume mit Kupferkalkbrühe gegen den Rostpilz, und dieser weißbespritzte Baum war der einzige, dessen Blütenknosven die Vögel unberührt ließen. Seitdem ist dieses Vertrei- bungrmittel mehrfach mit Erfolg angewendet worden.

Aeltere, «icht über 40 Jahre alte Glistbäume die keine oder nur kleine Früchte mehr ansetzen, verjüngt man, indem man im Winter die Krone bis zur Hälfte abwirst, d. i. sämtliche Kronenäste entsprechend zurück- schneidet und aus den entstehenden jungen Zweigen eine neue Krone zieht. Das Zarückschneiden nimmt man so vor, daß der Schnitt über einen möglichst nach außen stehenden Seitenast (Zugast) geführt werde. Auch bei vom Hagelschlag arg und vielfach in der Krone ver­wundeten Bäumen tut man am besten, wenn man sie verjüngt. Mit dieser Operation muß eine ausgiebige Düngung (mii Abtrittsdünger oder rerdünnter Jauche) verbunden werden. Der Kalkanstrich der Obstbäume muß im Januar oder Februar wiederholt werden.

Die Anlage her Spargelkeete wird mit Vorteil im August vorgenommen, doch kann man die Beete auch im Frühjahr anlegen. Das Land für den Spargel muß sehr tief gegraben, ja am besten rigolt werden. Auch muß es recht gut gedüngt werden. Man kann auf ein Beet entweder bloß eine Reihe Pflanzen oder mehrere derselben bringen. Man bezieht am besten ein- oder zweijährige Pflanzen aus einer guten Handels­gärtnerei und pflanzt sie sofort 12 cm tief in die Erde. Jede Pflanze muß von der andern 80 cm weit entfernt sein. Man tut gut, in das Pflanzloch Mistbeeterde und Knochenmehl zu tun und muß streng darauf halten, daß die Pflanze auch wieder 12 cm hoch mit Erde bedeckt wird. Diese Erddecke muß bei trockenem Wetter im ersten Jahre durch Gießen etwas feucht gehalten werden. Schon während des Sommers sorgt man für leichte, kräftige Erde, mit der man im November, vor Eintritt des Frostes, die Beete 20 cm hoch überziehen muß. Straßenkehricht, der aber durch ein Sieb geworfen werden muß, eignet sich gut hierzu. Bevor dies auf die Beete kommt, fchneidet man die Stengel des Spargels ab, die sich während der Sommers entwickelt haben werden. Man kann nach dem Abschneiden wieder Knochenmehl zur Düngung darüber