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Bei linder Witterung kommen die älteren Karpfen- jahrgänge schon aus den Winterungen in die Zuchtleiche. Man hüte sich vor Uebersetzen der Teiche. Größere Teiche sind schon zu bespannen. Man kalke vorher, zum mindesten alljährlich, sämtliche Brutteiche und Winterungen. Die Eihäute sind täglich aus den Bruttrögen abzulasien, tote Fischchen auSzusuchen. Die jungen Forellen setze man aus, wenn sie noch den letzten Rest der Dotterblase haben. Im Hälterteich empfiehlt sich als Ersatzfutter Kalbshirn und desgleichen Leber und Rindermilz, die durch Siebe gedrückt werden. Mehrmals täglich kleine Gaben. Die Forellen- fetzlinge trenne nach Größe. Die Regenbogenforellen sind jetzt wohl sämtlich abstreichbar. Man nehme hierzu größere, ungemästete Rogner und jüngere, etwa dreijährige Milchner. Die gewonnenen und befruchteten Eier lasse man zunächst auf dem Siebboden möglichst ruhig liegen, doch kontrolliere man täglich auf Abgänge. Fischreiher und Eisvögel machen sich jetzt" vermehrt bemerkbar; ihnen ist mit Fangeisen und Büchse jetzt besonders nachzustellen. Einsendung der Fang­beweise an die Provinzial- usw. Fischereivereine zum Empfang der Prämien.

On gutes Konservierungsmittel für Treib­riemen

erhält man auf folgende Weise: 10 kg in kleine Stücke zerschnittener Kautschuk wird in einen eisernen Kessel mit Dampfheizung oder Wafserbad gebracht, 8 kg Terpentinöl hinzugegeben und wenn sich der Kautschuk gelöst hat, fügt man nach und nach 8 kg helles Harz bei fortwährendem Rühren hinzu, bis auch diese« geschmolzen ist. In einem anderen Kessel, beziehungsweis eisernen Gefäß werden 30 kg Fischtran mit 10 kg Talg so lange unter Um- rühren erwärmt, bis der Talg geschmolzen ist. Diese Masse wird der ersten Masse hinzugegeben und dabei ge­rührt. Das Rühren wird so lange fortgesetzt, bis die Masse erkaltet. Mit dieser Schmiere werden die Treib­riemen, während sie sich in Gebrauch befinden, von Zeit zu Zeit auf der Innenseite eingerieben, wodurch sie eine große Dauerhaftigkeit erhalten und dabei leicht auf den Riemenscheiben laufen, ohne abzugleiten. Harte, stark ge­brauchte, alte Riemen werden durch Schmieren mit diesem Schmiermittel verbessert, namentlich, wenn man sie auf beiden Seiten einreibt. Diese Operation geschieht am besten an einem warmen Orte, damit die Schmiere in die Poren des Leders einziehen kann; wenn nötig, überzieht man die Riemen nochmals mit diesem Schmiermittel.

Sitznetz für Kahnfahrten. D. R. G. M.

Bekanntlich verursacht eine längere Bahnfahrt sehr bald großes Unbehagen und Ermüdung, weil die auf­tretenden Stöße und Erschütterungen des Wagens nach­teilig auf den Körper des Fahrenden einwirken.

Um den Reifenden Gelegenheit zu geben, sich selbst einen bequemen Sitz zu verschaffen, hat Herr H. Franke ein leicht im Wagen anzubringendes Sitznetz erfunden.

Dieses in unserer Abbildung gezeigtes Sitznetz besteht aus einem hängemattenartigen Netz, das zu beiden Seiten Gurte trägt, die in Schnallen und Haken auslausen. Mittels der letzteren wird das Netz unter der Sitzbank eingehängt, während die oberen Gurte über die Gepäck­netzstange oder sonst vorhandenen Querpfosten geschlungen und straffsitzend festgeschnallt werden.

Durch diese Befestigung wird dem Netz eine eigen­artige Gestalt gegeben und dem Reisenden ein bequemer Sitz geboten. Das Sitznetz bietet außerdem nicht nur eine angenehme Rückenlehne, sondern es ist in seinem oberen Teil auch noch derartig gestaltet, daß für den Kopf ein angenehmes Ruhelager gebildet wird, wodurch die Er­schütterungen und Stöße vom Kopfe des Reisenden abge­halten werden. Zum Ausstützen der Ellenbogen bez. Arme dienen seitlich angebrachte, beutelartige Vertiefungen, die sich je nach Erfordernis verschieden einstellen lassen.

Das Sitznetz hat ein geringes Gewicht und nimmt zufammengelegt wenig Raum ein, fodaß die Mitnahme eines solchen besondere Umständlichketten nicht verursacht.

Das Sitznetz kann auch als gewöhnliche Hängematte Ver­wendung finden.

Das Schutzrecht ist verkäuflich. Auskünfte erteilt die Derwertungsabteilung des Patentanwaltsbureau Sack, Leipzig. __________

Aufgearvettete Kutter erkennt man nach dem Verfahren von Albert E. Leach, mitgeteilt in der Zeitschrift für Untersuchung der Nahrungs­und Genußmittel, auf folgende Weise:

In einem großen Löffel wird eine etwa haselnußgroße Probe über einer kleinen Bunsen-Flamme unter Umrühren geschmolzen; natürliche Butter kocht dabei ruhig unter be­trächtlicher Schaumbildung und ergiebt nach dem Erhitzen ein verhältnismäßig klares Fett, während ausgearbeitete Butter und Margarine dabei stark spritzen, ohne Schaum­bildung und nach der Entfernung vom Feuer sich gewöhn­lich Kaseinmassen in dem geschmolzenen Fett zeigen. Beim Schmelzen im Becherglas auf dem Wasserbade setzt sich bei Naturbutter das Kasein in wenigen Minuten zu Boden und das überstehende Fett ist klar, während bei aufge­arbeiteter Butter die Probe nach einer halben Stunde noch durch Kasein wolkig trübe ist. Auch da» Polarisations­mikroskop kann zur Untersuchung dienen, indem Naturbutter ohne krystallinische Struktur ist.

Ein Verwachse« der Fugen von Drainröhre» sißt sich verhindern, indem die Enden der Röhren vor dem Verlegen in Karbolineum getaucht werden. Dieses auch sonst sehr nützliche Fabrikat besitzt die Eigenschaft, die mit ihm in Berührung kommenden Pflanzenwurzeln zu zerstören.

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Znr Kehandinng von Frostbeule«.

Nach gemachten Erfahrungen empfiehlt sich das Resorcin als ein besonders wirksames Mittel gegen derartige über­aus lästige Leiden. Das Resorcin ist eine organische Verbindung aus der Benzol-Reihe, das zunächst auf chemischem Wege aus gewissen Gummiharzen, später auch durch Zusammensetzung im Laboratorium hergestellt und zur Bereitung künstlicher Farbe vielfach verwendet worden st. Unter den aus Resorcin gewonnenen Farben sind das Fluorescin und das Eosin die bekanntesten. Als Heilmittel gegen Frostbeulen verwendet Professor Boeck das Resorcin in Mischungen von gleichen Teilen von Ichthyol und Tannin mit Wasser. Wenn die Flüssigkeit auf die betreffende Hautstelle gebracht wird, so bildet sich in wenigen Minuten eine ttockene, firnisartige Schicht, unter deren Schutz sich die Haut allmählich erneuert. Immerhin ist Vorsicht bei der Anwendung des Mittels notwendig, da die Lösung von Leuten mit sehr empfindlicher gaut zuweilen schlecht ertragen wird und zur Bildung von tiefen Rissen Veranlassung gibt.

Einige Ratschlage zur Verhütung von Hals- entzündnnge« und Diphterie.

Außer der 'allgemeinen Gesundheitspflege, zu der pein- iche Reinlichkeit, regelmäßiges warmes Baden, fleißiges Lustbaden, sorgfältige Händereinigung vor jeder Mahlzeit, einer Vorsicht gegen nasse kalte Füße, die zu Schnupfen deponieren, einfachste Diät (Obst, Butterbrot, nahrhafte Suppen, Gemüse), Vorsicht gegen Leckereien (Kuchen, Zuckerwaren), die leicht zu Verdauungsstörungen führen, gehören, gilt es besonders, vier wichtige Dinge zu be­achten:

1. Wohn- und Schlafzimmer, sowie Betten sind auf »as sorgfältigste dauernd zu sonnen und zu lüften; feuchte, lunkle, muffige oder überfüllte Räume (Wohnungen und Keller) sind zu meiden. Man hüte besonders empfindliche Kinder vor rauchiger und staubiger Lust (Zigarren und Tabaksdunst und Restaurants). Die Abort- und Gruben­gase find peinlich von den Wohnungen fernzuhalten. Sie nüssen, ebenso wie Dungstätten durch Torfmull, Aetzkalk, Streugips, Kalkmilch unschädlich gemacht werden.

2. Zähne, Mund, Gaumen, Nase früh, mittags und abends gründlich putzen und mit Wasser gurgeln, um sie zu reinigen und abzuhärten; Zahnfäule und Schleim­hautentzündungen (Schnupfen, Katarrh) find dadurch leicht zu verhüten. Sie bilden oft den Nährboden für die Ent­stehung der Diphterie.

3. Bei behinderter Nasenatmung (Geschwülste, Polypen) für Beseitigung sorgen; ebenso geschwollene Mandeln, beachten und behandeln.

4. Man lasse keinen Tag vergehen, ohne einen ein- bis zweistündigen Spaziergang in frischer Lust, der im Winter am besten in der Mittagszeit erfolgt.

Küche und Keller.

Rinderbraten mit Champignon«, ß Pers. 3 Stunden. Ein schönes Stück Rindfleisch von l1/« Kilo wird stark geklopft, gesalzen, gepfeffert, in die Bratpfanne in 100 Gramm gebräunte Butter gelegt und bei öfterem Begießen 1IV» Stunde gebraten. Unterdessen hat man 250 Gramm geputzte und in Scheiben oder Stücke ge­schnittene Champignon» nebst IV» Eßlöffel gehackter Petersilie in ein wenig zerlassener Butter durchgedünstet, gibt sie nun zu dem Fleisch und läßt weich dünsten. Dann

nimmt man da« Fleisch heraus und schneidet es in nette Stücke, die man auf eine tiefe erwärmte Schüssel legt. Die Champignons nebst der Brühe, die nicht lang sein darf, werden mit etwas Mehl bestreut, nochmals aufge­kocht, abgeschmeckt, mit 10 Tropfen Maggi's Würze voll­endet und über die Fleischscheiben gefüllt.

Ungarischer Rindsbraten. Ein mürbes, saftiges und mageres Stück Fleisch wird geklopft, reichlich gespickt, gesalzen, mit etwas Paprika und gestoßenen Nelken ein­gerieben, oben dick mit Mehl bestreut und in einer Pfanne mit reichlicher Butter auf beiden Seilen schön braun ge­braten. Dann nimmt man das Fleisch aus der Pfanne, tut es in einKasserol, schüttet kochendes Wasser und etwas Zitronenschale bei und dünstet es recht weich. Man giebt den Braten mit der kurz eingekochten Sauce zu Tisch.

Kalbfleisch mit Hirse. 6 Personen. 2-3 Std. V» Kilo derbes Kalbfleisch wird in Salzwasser nebst wenig zerschnittenem Suppengrün weichgekocht, herausgenommen, mit etwas Brühe begossen und warmgehalten. Die Brühe gießt man durch ein Sieb. Unterdessen hat man 250 Gramm Hirse abgeschwemmt, zweimal mit kochendem Wasser gebrüht und abg-gossen, gibt sie nun in die Kalbsbrühe, läßt sie darin garquellen, schmeckt nach Salz ab, würzt mit 1 Teelöffel Maggi's Würze und schichtet ihn um das in Scheiben oder große Würfel geschnittene Kalbfleisch.

. Gauseleberpastetchen. Die Gänselebern werden einen Tag in Milch gelegt, dann mit Trüffeln gespickt und nachdem Salz und Pfeffer hinzugetan, in Butter weich gedünstet. Dann läßt man sie erkalten, wiegt sie fein und vermischt sie mit der Butter und einem Glas Madeira. Diese Masse füllt man heiß in die gewärmten (am besten vom Konditor gekauften) kleinen Pasteten.

Hecht i« Weinsäure. 6 Pers. 2 Stdn. Ein möglichst großer Hecht wird gehäutet und gut zurechtge- macht, dann auf der Oberseite abwechselnd reihenweise mit Luftspeck- und Mohrrüben-Streifchen gespickt und gesalzen. Unterdessen läßt man eine Zwiebel, 2 zerschnittene Mohr­rüben, etwas zerschnittene Sellerieknolle und ein Sträußchen Petersilie mit einer Obertasse Weißwein kochen, bis Sellerie- und Mohrrübenstücke weich sind, und rührt alles durch ein Sieb. Diese breiige Masse wird dann mit einer knappen Flasche leichten Weißwein vermischt und im Wafferbade erhitzt. Alsdann brät man den Hecht, dessen gespickte Seite obenauf liegen muß, in Butter an, begießt ihn während des Bratens öfter mit der Bratbutter, fügt, wenn der Speck etwas gebräunt ist, die Hälfte der Weinsauce dazu und läßt den Fisch darin vollends weichdünsten. Zuletzt wird die andere Hälfte der Sauce dazu gegeben, die Brühe mit 810 Tropfen Maggi's Würze verfeinert und neben dem Hecht zu Tisch gereicht.

Zimtwaffel«. Man nehme 250 g Butter, lasse sie weich werden und rühre sie dann mit 78 Eiern und 125 g gestoßenen Mandeln so lange, bis dieser Teig Blasen schlägt. Alsdann tue man V- kg Zucker und 1 kg Mehl langsam dazu und verarbeite den Teig, nach­dem man noch 125 g fein gestoßenen Zimt beigefügr, gehörig. Hierauf lasse man ihn eine Nacht ruhn. Dann rolle man den Teig in ganz kleine Kugeln und backe die­selben in einem Waffeleisen. Dasselbe muß sehr fest schließen, so daß die Kugeln flach gedrückt werden. Die Mandeln kann man nach Belieben auch weglassen.

Spri«gerle. 1 Pfund feines Mehl, 1 Pfund Zucker, 4 Eier, abgeriebene Zitronenschale. Zucker und Eier werden 1 Stunde gerührt, da» Mehl leicht darunter gemengt, eine Weile hingestellt, dann ausgewalzt und ausgedrückt und anderen Tags gebacken.

Lehrer H. in S. Es würbe zu weit führen, die verschiedenen Fragen ausführlich im Briefkasten zu beantworten. Außerdem wäre es doch keine vollständige Belehrung. Böttner, der Ihnen ja nicht unbekannt, hat in seinemGartenbuch für Anfänger" eine Unter­weisung im Anlegen, Bepflanzen und Pflegen des Hausgartens, im Obstbau, Gemüsebau und in der Blumenzucht, mit 592 Abbildungen und 15 Plänen, gegeben, wie sie für den Laien nicht besser zu denken ist. In Leinwand gebunden 6 Mark. Verlag von Tro- witzsch u. Sohn in Frankfurt a. O. Dieser guter Ratgeber ist be­reits in 26 000 Exemplaren verbreitet.

E G. in P. Salmiakgeist ist ein vorzügliches Mittel zum Vertilgen von Flecken aus gefärbten Stoffen, besonders, wenn die­selben nicht schon vorher gewaschen wurden. Es lassen sich nicht nur damit Schmutzflecke ans Wollsachen beseitigen, sondern es ver­schwinden auch Moderflecke aus Seidenstoffen, wenn dieselben in einer Mischung von 1 Teil Salmiakgeist in 16 Teilen Wasser ge­waschen werden.

O. D. in G. Vertilgung von Küchenschaben. Eine glatte, tiefe Schüssel ist die beste Schabenfalle. Die Schüssel wird so in der Nähe des Ofens aufgestellt, daß die Schaben bequem den Rand derselben besteigen können, am besten inmitten Papier, Holz und anderer ähnlicher, als Leiter dienenden Gegenstände. Der beste Köder ist Bier und weicher, weißer Käse, auch alter Käse, Fleisch- und Wurstreste, welche man in die Mitte aus den Boden der Schüssel legt. Der Geruch lockt sie bei anbrechender Nacht, in Scharen eilen sie herbei. Die gefangenen Schaben werden am Morgen mit kochendem Wasser überschüttet.

A R. in Z Ziegenmilch verdient wirtschaftlich die denkbar größte Wertschätzung, man muß sie nur richtig zu verwenden wissen. Ziegenmilch darf eigentlich kaum zum Kochen kommen; sie muß vorher immer mit etwas Wasser vermischt werden. Bei Suppen müssen alle Einlagen, wie Reis, Graupen usw. vorher in Wasser weichge­kocht werden, ehe man die Ziegenmilch hinzutut, weil sie sonst ge- rinnt. Als Getränk nimmt man sie am besten roh, namentlich wenn sie frisch gemolken zu haben ist. Sie ist nahrhafter und fett­reicher als Kuhmilch; der Käse daraus mundet, richtig hergestellt, geradezu wie ein Leckerbissen.