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Erscheint wöchentlich dreimal und gelangt Montag, Mittwoch und Freitag nachmittag zur Ausgabe. Der Bezugspreis beträgt fürhersfeld vierteljährlich 1.40 Mark, durch die Post bezogen 1.60 Mark. Na

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herzMer kreirblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Kernsprech-Nnschlutz Nr. 8

Nr. 153. Sonnabend, den 39. Dezember

1906.

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auf das

Umfelder Kreisblatt.

DasHersfelder Areisblatt", amtliches Organ des Areises Hersfeld ausgestattet mit Publikationskraft bringt außer den

amtlichen Bekanntmachungen

alle wichtigen Ereignisse in der

Politik des In- und Auslandes,

Reichs- und Landtagsverhandlungen, Nachrichten aus Provinz u. Nachbargebieten, Berichte aus Stadt und. Kreis Hersseld, wichtige Gerichts-Entscheidungen re., vermischte Nachrichten aus aller Welt usw.

Ferner gelangen in jeder Nummer spannende Romane, Erzählungen rc. fortjetzunasweise zum Abdruck.

Durch ein grosses format ist es möglich, stets einen reichhaltigen Inhalt bieten zu können.

WA°" Die Verbindung mit einem der ersten Depeschen-Büreaus setzt uns in die Lage, die neusten Nachrichten des Tages noch in der abends erscheinenden Nummer veröffentlichen zu können. Nötigenfalls werden sehr wich­tige Ereignisse durch Extrablätter bekannt gegeben. "LL

An Gratisbeilagen erhalten unsre Abonnenten jede Woche ein

Jllustrirtes Sonntagsblatt" und alle (^ Tage eine ausgezeichnete Illustrirte Landwirtschaftliche Beilage".

Anfang Mai und Oklober je einen Auszug aus dem Eisenbahn-Fahrplan, sowie mit Beginn des neuen Jahres einen

Um Ehre und Namen.

Roman nach dem Englischen von Clara Rhein au. (Fortsetzung.)

Eine Droschke herbeirusend, gab Parnell dem Kutscher seine Adresse und stieg ein. Er hatte plötzlich große Eile, nach Hause zu kommen, denn die eben wichtige gemachte Entdeckung erforderte verschiedene Anordnungen.

Wenn nicht soviel auf dem Spiel für mich stünde," simulierte er während des Fahrens,würde ich mich vielleicht auf die andere Seite schlagen. Es wäre mir ein großes Ver- gnügen, gegen Alfred zu sümpfen. Aber ich stehe nicht allein. Nur durch Geld kaun ich Sylvia erringen und Geld muß ich haben, aber nicht in kleinen Summen, sondern in ungezählter Menge, wie eS Alfred zugefallen. Er darf es nicht wagen, mir etwas abzuschlagen, also probieren wir unser Glück."

* *

*

Lady Diana's Telegramm nach Wilberforce hatte sich als unnötig erwiesen, denn bei dessen Ankunft war Alfred Meri- vale bereits nach London abgereist. Am Morgen nach den oben erzählten Ereignissen durchschritt er in hoher Erregung sein Zimmer, im Herzen den Tag verwünschend, an dem er mit Viktor Parnell sich eingelassen. Er hatte damit selbst sich eine Schlinge um den Hals gelegt. Parnell durfte die maß­losesten Ansprüche machen, denn er hatte ihn vollständig in seiner Gewalt.

Sir Egbert war tot, Walter verschollen, vielleicht ebenfalls tot und er, Alfred, herrschte in Wilberforce. Aber gerade der Augenblick seines Triumphes, dieselbe Stunde, die ihn in die Reihen von Englands größten Männern versetzte, war auch der Beginn von Qualen, die ihn zu keinem Genuß seiner Größe kommen ließen. Bereits hatte er Parnell bedeutende Summen zufließen lassen, aber dies >var nur der Anfang. Ihm schwindelte bei der Vorstellung, was die Zukunft ihm bringen könne. Er hatte sich einen Feind geschaffen, der ihm teuer zu stehen kommen würde.

Während er diesem Gedanken nachhing, öffnete sich die

Wandkalender u. ein Märkteverzeichnis.

Der Bezugspreis beträgt für Hersfeld bei freier Lieferung ins Haus 1,40 Mt., für auswärts durch die Post bezogen 1,60 Mt. ausschl. Bestellgeld vierteljährlich.

probenummern werden auf Verlangen kostenfrei zugesandt.

Zu zahlreichem Abonnement ladet ergebenst ein

Gkpebiiion des Hersfelder Kreisblattes.

Amtlicher teil.

In Anbetracht der erheblichen Schneemassen, welche in den letzten Tagen niedergegangen sind, weise ich sämtliche Polizeibehörden des Kreises auf Grund der Bestim­mungen im § 1 pos. 7 und § 13 des Kurhessischen Gesetzes vom 31. Oktober 1833 an, fortgesetzt für die Frei- haltungderössentlichenWegeverbin düngen, insbesondere der Landstraßen zu sorgen, damit Verkehrsstockungen möglichst vermieden werden.

Hersfeld, den 27. Dezember 1906.

Der Königliche Landrat.

J. V.:

Th a m er.

Hersfeld, den 21. Dezember 1906.

Der Spinnereibesitzer Bernhard Kirschner zu Untergeis ist als Schlachtviehbeschauer und Trichinenschauer widerruflich bestellt und heute eidlich verpflichtet worden.

I. 10166. Der Königliche Landrat

von G r u n e l i u s.

Hersfeld, den 21. Dezember 1906.

Die unter dem Schweinebestande der Witwe Valentin Jffland zu Asbach ausgebrochene Rotlausseuche ist erloschen. I. 10411. Der Königliche Landrat

von Grunelius.

nichtamtlicher CeiL

Absolutismus."

Die Köln. Volksztg. und sozialistische Blätter wiederholen in den verschiedensten Wendungen die Agitation-phrase vom Kampfe gegen denAbsolutismus." E» handelt sich hier um ein Schlagwort ohne jeden tatsächlichen Gehalt, mit dem man auf den Wähler nur dann Eindruck zu machen vermag, wenn man ihn über da» Wesen de» verfassungsmäßigen Leben» im Deutschen Reiche im Dunkeln läßt. In Wahrheit ist im Bunderstaate Deutschland bei der Verteilung der Gewalten.

Tür und Parnell trat ein. Die beiden Männer blickten einander wie mit stummer Drohung ins Auge, dann begann Parnell:

Ich habe Ihnen eine wichtige Mitteilung zu machen und dachte mir, daß ich Sie hier finden würde."

Alfreds Lippen kräuselten sich verächtlich.

Ein neuer Wechsel vermutlich," sagte er voll Hohn.

Parnell lachte.

Ich fange ja erst an," entgegnete er gelassen.Ehe wir uns heute trennen, mein Freund, werden Sie die Güte haben, die Summe von hunderttausend Pfund Sterling auf mich an- zuweisen."

Alfred Merivale wurde aschgrau vor Wut.

Bei Gott!" rief er,Sie gehen zu weit, Parnell. Ver­nünftigen Ansprüchen werde ich genügen, aber dies wird nie geschehen I

Wieder begegneten sich die Blicke der beiden Männer. Par­nell war bis aus die Lippen erblaßt.

Ich scherze nicht, Alfred," sagte er,diese Summe muß in meinem Besitze sein, ehe die Woche zu Ende geht oder"

Oder was ?" fragte der andere.WaS gedenken Sie zu tun, Freund Parnell, wenn ich mich zu zahlen weigere? Sie werden mir gesellschaftlich vielleicht schaden können aber auch dies bezweifle ich, denn die Welt liebt das Geld gleich Ihnen und ich bin Sir Alfred Merivale und besitze Macht und Geld."

Parnell's Herz klopfte heftig.

Ich glaube dennoch auf Sie rechnen zu dürfen" sagte er bedeutungsvoll,denn ich bringe Ihnen eine wichtige Nach­richt Walter lebt, er ist in England."

Ein langes Schweigen trat ein, ein Schweigen, das ein Klopsen an der Tür fast störend unterbrach. Sir Alfreds Diener trat ein. Dieser Herr will sich nicht abweisen lassen, Sir," melbete er;ich sagte ihm, Sie seien beschäftigt, aber er bestand darauf, vorgelassen zu werden."

Beide Herren blickten nach der Tür, es war Walter Merivale der soeben eintrat.

Neuntes Kapitel.

Während Juliana und Walter in so merkwürdiger Weise

wie die Verfassung sie vorsieht, für eine Betätigung der Ab­solutismus kein Raum gelassen; ebensowenig Raum aller­dings für die Einrichtung einer parlamentarischen Fraktions- Herrschaft. Nicht au« Anschauungen, die demfürstlichen Absolutismus vergangener Jahrhunderte" angehörten, ergab sich der einstimmige Beschluß des Bundesrats über die Not­wendigkeit der Auflösung de» Reichstag», sondern aus der patriotischen Ueberzeugung, daß Fragen der Waffenehre und de» nationalen Ansehens nicht zum Spielball von Paitei- intereffen werden dürfen.

Politischer Wochenbericht.

Das heilige Weihnachtrfest ist vorüber, die Lichter de« Christbaume» sind erloschen, die Glockentöne, die von neuem die alte beseligende Friedensbotschaft kündeten, sind verklungen, und wieder umspinnt uns das Alltagsleben mit seiner Arbeit und seinem Streit, mit seinem Haften und Jagen, mit seiner Unrast und seinem Unfrieden. In die Fester- und Friedensklänge der Weihnachtstage mischte sich diesmal für unr in Deutschland der Lärm be« beginnenden Wahlkampfes, voraussichtlich eines der heißesten, die unserm Vaterlande seit langen Jahren beschieden waren. Schon ist der Aufmarsch der Parteien wenigsten» in seinen großen Zügen ersolgt, und auch die Kandidatenfrage hat bereit» in zahlreichen Wahlkreisen ihre Lösung gefunden. Um wichtige, folgenschwere Entscheidungen handelt er sich bei der bevorstehenden Wahl. In der Hand der Wähler liegt e», für da» Deutsche Reich einen Wendepunkt seiner inneren Entwickelung herbeizuführen, der von unserm Vater- lande den Druck hinwegnimmt, der bisher auf der Leitung seiner Geschicke gelastet hat, und uns die Aussichten einer schöneren und freieren Zukunft eröffnet. Soll dieses Ziel aber erreicht werden, so muß e« klar, scharf und unbethv trächtigt von störenden Nebenmomenten in« Auge gefaßt, so muß alle« Trennende vergessen und nur da», was die natio­nalen Parteien in diesem Kampfe eint, zur Wahllosung ge­macht werden. Mit solchem Wunsche und Vorsätze wollen wir die Schwelle be« neuen Jahres überschreiten.

Eine wichtige Entscheidung ist während der Berichtswoche in Oesterreich gefallen: allen Befürchtungen zum Trotz hat da« Herrenhaus die W a h l r e f o r m genehmigt und seine Zustimmung nur an die Bedingung geknüpft, daß die Zahl der lebenslänglichen Mitglieder des Herrenhauses auf höchstens 170 und mindestens 150 festgesetzt werde. Da die Regierung sich mit dieser Forderung einverstanden erklärt hat und auch vom Abgeordnetenhaus« kein Widerspruch zu erwarten ist, so darf damit da» groß« Werk der österreichischen Wahlreform al« vollendet betrachtet werden. Die citleitha. Nischen Länder der österreichisch-ungarischen Monarchie sind damit in eine neue, unter der Herrschaft be« allgemeinen und gleichen Wahlrecht» stehende politische Entwickelung». Periode eingetreten. Hoffen und wünschen wir, daß die

zusammengeführt worden waren, hatte Sam Bury mit etwas beklommenem Herzen im Hotel die Rückkehr seines Schützlings erwartet. Für den Mann, der so viele Jahre ein sreics Leben in einem freien Land geführt hatte, war es fast unerträglich, sich in den kleinen Zimmerchen eines Londoner Hauses einge- schlossen zu finden. Er vermochte kaum zu atmen und wäre am liebsten augenblicklich wieder umgekehrt, aber um Walters willen harrte er aus. Zum ersten Mal, seitdem sie ihr Ge­schick aneinander gekettet, halte dieser ihn auf ein paar Stunden allein gelassen, um in der Stadt einige nötige Einkäufe zu machen.

Wir sehen beide recht unzivilisiert aus, Sam," hatte er mit müdem Lächeln gesagt;ich muß sorgen, daß wir unsere äußeren Menschen mehr in Einklang mit unserer jetzigen Um­gebung bringen."

Als Sam allein war, dachte er angestrengt darüber nach, was nun zu beginnen wäre. Er verhehlte sich nicht, daß Walter eine schwere Aufgabe vor sich hatte. Schon die ein­fache Tatsache, daß er damals England verlassen, mußte gegen ihn sprechen, denn ein Unschuldiger, würden die Leute sagen, wäre geblieben, um seine Unschuld zu beweisen. Und wer konnte Fremde tadeln, wenn sie Walter für schuldig hielten, da sein eigener Vater sich gegen ihn gekehrt hatte?

Dem ehrlichen Burschen wurde schwer ums Herz bei dieser Erwägung. Allein je trüber die Zukunft aussah, desto treuer und tiefer wuchs seine Liebe für den Jüngling, der gleichsam seiner Sorge anvertraut war.

Wir müssen in das alte Dorf zurückkehren," simulierte er, und das wird mir schwer fallen Doch für den Jungen kann ich jedes Opfer bringen. Ob sich wohl noch meiner jemand erinnern wird?"

Er erhob sich vom Stuhl und trat an das Fenster.

Werde ich auch von Life etwas hören?" war sein nächster Gedanke.Vielleicht wird man mir ihr Grab zeigen. O Lise, Life, Du warst grausam gegen mich, aber ich hoffe, Gott hat Dich während dieser Zeit in Schutz genommen."

Er trat vom Fenster weg und wischte sich die Augen Wenn er an den LiebeStraum seiner frühesten Jugend dachte dann flössen seine Tränen.