rolfo und ganz Nordafrika mehr zu befestigen, eine solche Politik darf aber die Deutschen auch nicht besonder« auf- regen, denn Frankreich ist nun einmal große Kolonialmacht in Nordafriko, und in Marokko spotten die Zustände aller Beschreibung. In diesem Land« herrscht andauernd Revolution, Anarchie und Willkürherrschaft schlimmster Art. Wegen Marokko können wir unmöglich einen Weltkrieg bi« aufs Messer führen. Wenn es daher Frankreich für nötig erachtet, in Marokko einzuschreiten, so werden wir, so lange die deutschen Interessen nicht verletzt werden, ruhige» Blut bewahren müssen. Wir haben auch immer mit der wahr- scheinlichen Gegnerschaft England» in einer großen Krisis zu rechnen. Und solchen Eventualitäten gegenüber muß Deutschland eine innere Einkehr halten und sich ruhig und still aus nationalem Gebiete, hauptsächlich auch durch die Zurückdrängung der Parteileidenschaften, zu stärken suchen.
^ur Rückkehr S. Al. S. Hansa nach 4jähriger Abwesenheit schreibt die Marine-Rund« schau: Die Besatzung des Kreuzer» hat für die deutsche Kriegrflagge in Ostasien stets Ehre einqelegt. Eine Landung»- kompagnie der Hansa beteiligte sich unter der Führung bes damaligen Kapilänleutnant» Schlieper an dem denkwürdigen und verlustreichen Seymour-Zuge, bei dem es in einer der kritischen Situationen »Germans to the front!* hieß. Ruhmvollen Anteil Hat die Hanfil auch an der von einer internationalen LandeSabteilung au»geführten Erstürmung der stark armierten und tapfer von den Chinesen verteidigten Peiho-Fort» genommen. Die am-Abend vorher auf dem Bahnhof vonTongku vereinigten 3(TO Engländer, 150 Russen, 150 Japaner, 120 Deutschen, 20 Oesterreicher und 20 Italiener stürmten am frühen Morgen de» 17. Juni 1900 unter dem Oberbefehl de» damaligen Hansa-Kommandanten, Kapitäns z. S. Pohl, nach voraufgegangenem Bombardement durch die auf dem Peiho verankerten Kanonenboote (S. M. S. Jlti«) das Nordwest Fort und nahmen im Anschluß daran auch von den übrigen vier Fort» Besitz. So harmlos bekanntlich die Beilegung der Chinawirren nach dem Eintreffen der großen Expeditionskorps der verschiedenen beteiligten Mächte dank der hervorgerufenen Einschüchterung der chinesischen Regierung und der Boxer verlief, so schwer war z» Beginn derselben der Stand für die von den Geschwadern ausgeschifften geringen Landung«. Mannschaften und die zu allererst eingetroffenen Armeeteile. Auch die Hansa hatte erhebliche Verluste auszuweisen: drei ihrer Offiziere wurden schwer verwundet, während von der Besatzung 13 Mann den Heldentod starken und 24 verwundet wurden. Die Mannschaft des großen Kreuzers Hansa hat damals der an schwierigen Kämpfen in fernen Ländern reichen Geschichte der deutschen Marine ein neues Ruhmesblatt hinzugefügt.
Aber auch in friedlicher Mission hat S. M. S. Hansa die deutsche Flagge stet» ehrenvoll in Asien vertreten. Als die Japaner bereits mit der Einschließung Port Arthur« begonnen hatten, holte die Hansa die deutschen Reich-angehörigen und vornehmlich deren Frauen und Kinder aus der Festung ab. In irischer Erinnerung ist auch noch die energische und erfolgreiche Hilfeleistung, welche die Hansa im Mai dieses Jahre« dem auf der Insel Kotsuschima gestrandeten Reichrpostdawpfer Roon bes Norddeutschen Lloyd leistete'. Und noch zuletzt auf ihrer Heimreise machten Schiff und Besatzung in Rangoon einen ausgezeichneten Eindruck. Die Rangoon Times, eine wegen ihrer deutschfeindlichen Gesinnung bekannte dortige Zeitung, äußerte über den Be- such der Hansa u. a. folgender: »Man muß den Kommandanten und die Offiziere der Hansa dazu beglückwünschen, daß sie eine so vorzügliche Mannschaft von Blaujacken unter ihrem Kommando haben. Wenn irgend eine falsche Auffassung über die Güte der deutschen Kriegsschiffes und seiner Besatzung in Rangoon bestand, so ist sie durch den Besuch der Hansa gründlich beseitigt worden. Internationale Höflichkeiten entspringen einer ganz anderen Quelle als aufrichtige Herzlichkeit zwischen den Völkern, denn den ersteren fehlt bas spontane und aufrichtige gegenseitige Sichverkehen. Die Hansa.Besotzung und -Offiziere aber mögen überzeugt sein, daß sie die richtige Saite berührt und sich die Hochachtung aller loyalen Engländer in Rangoon, die ihre Anwesenheit und Gastfreundschaft freudig genießen durften, erworben haben.*
seit hinein, wie damals, wo das Leben ihn ihr zweimal genommen — als er durch den Tod des Bruders zur Erbfolge berufen und — als sie feine Verlobung mit Gräfin Mathilde erfahren. O — damals wußte sie — er litt — litt wie sie — und heute legte sich die Gewißheit, daß er nun für immer ausgelitten, daß es keinen Zwiespalt mehr gab für ihn — friedlich auf ihre Trauer um den Mann, den sie so heiß ge- liebr und so heiß beweint hatte. Es zog sie mit unwiderstehlicher Gewalt hinüber zu Hans Egon.
Sie verschloß daS Zimmer wieder und wandte sich, über den Korridor schreitend — zu den Zimmern, die Hans Egon bewohnt«. Er saß an seinem Sofattsch, der sehr groß und über und über mit bunten Dreiecken und Vierecken verschiedener Größe und Farbe von Elfenbein bedeckt war. Der Jüngling fand Freude daran, die bunten Formen znsammen- zuschieben, wieder auseinanderzureißen — ziellos — planlos — wie stets sein Tun war, beschäftigte er sich oft stundenlang damit.
Die alte Luise saß strickend am Fenster. Sie stand auf, als Angelika hereintrat, diese winkte ihr zu: „Geh' ein wenig ins Freie^— Luise — ich werde bei Hans Egon bleiben.*
Die Frau ging, nicht ohne mitleidsvoll die schmerzbewegten Züge der Herrin beobachtet zu haben.
Angelika setzte sich auf das Sofa, ihrem Sohn gegenüber, der aber kaum aussah und sich in seinem Spiele nicht stören ließ. Sie stützte ihren Kopf in die Hand und schaute ihn an, unentwegt, mit heißem, tiefem Schmerz, wie sie seit jenem Tage, da ihr die furchtbare Gewißheit geworden, schon so oft — so wl getan. Sie gab sich Mühe, in dem schmalen, zarten, fein- geichmttenen Gesicht einen Zug, einen einzigen Zug nur zu entdecken, der sie an Gregor erinnerte. Vergebens — nur Das ret^e bi^te blonbe Haar hatte er vom Vater geerbt. Angelckas Augen lullten sich mit brennenden Tränen, den ersten dre ne wnnen konnte, seit der Nachricht von der Fürsten Tod. Schwer rammelten sich die blinkenden Tropfen in ihren schwermütigen Augen. r v
, ®20« fa^ auf; er war es wohl gewohnt, die bekannte Gestalt vor nch zu sehen — heute aber blickte er immer und immer wieder hm. Endlich wurde er unruhig, er schob
MnsnMckreien in Pocktmih.
In Port«mouth haben vom Sonntag zum Montag schwere A u « s ch r e i t u n g e n vonH e i z e r n derK r eg»- marine stattgefunden, über die berichtet wird:
Portsmouth, 5. Nov. Dreihundert Mann, m e i st H «i z e r, veran statteten gestern abend einen Tumult, versuchten aus der Kaserne auszubrechen und wollten die Wohnung bes betreffenden mißliebigen Offizier« demolieren. Die Tumultuanlen gelang es erst zur Ruhe zu bringen, nachdem die ganze Kaserne alarmiert worden war. —
Portsmouth, 5. Nov. Zu dem Tumult in der Marinekaserne ist noch zu melden, daß die betreffenden Leute, die zuerst vor der Kaserne angetreten waren, wegen eines starken Regengüsse« ohne Beseht in die Kaserne gelaufen waren. Als sie dann in der Turnhalle wieder an' traten, befahl der bienfituenbe Offizier, bet von etwas kleiner Figur ist, daß da« e r st e G l i e b n i e b e r • knieensolte,damiterdieLeuteb«sserüber- sehen könnte. Als einige von ihnen zögerten, diesen Befehl aurzuführen, und einer sich direkt weigerte, wurde er der Wache übergeben. Da« gab den Anlaß zu den weiteren Geschehnissen.
Die Milde, mit welcher der Kommandeur der Portr- mouther Flottenkaserne die widerspenstigen Matrosen be« handelte, hat die aufgeregten Gemüter nur ganz vorübergehend zu beschwichtigen vermocht. Die Vorgänge vom Sonntag haben sich am Montag abend in noch viel ärgerer Weise wiederholt, so daß die Admiralität nun wohl andere Saiten wird aufziehen müssen.
London, 6. Nov. Die Portimouther Meuterei hat nach den vorliegenden Meldungen in der heutigen Nacht den Charakter einer schweren und gefährlichen Revolte nach dem Muster derKronstadter und S ew a st o poler Emeuten angenommen. Kämpfe fanden statt, und Hunderte von Meuteren find unter Arrest. Portsmouth gleicht einem Vulkan, da die Loyalität der Leute auf den Kriegsschiffen nicht Stich hielt. Die Behörden hatten gestern abend versucht, jeden Verkehr der außerhalb der Flotten- kaserne befindlichen Heizer mit den darin befindlichen zu verhindern. Die Leute, welche nicht in die Kaserne gelassen wurden, verabredeten jedoch mit den darin befindlichen durch baS Gitter eine gemeinschaftliche Erhebung. Gegen Mitternacht erstürmten die Leute draußen die Offizier-Wohnungen, welche der Kaserne gegenüber liegen. Fenster und Türen wurden unter wildem Tumult demoliert, die Wachen und die Polizei waren machtlos. Die Meuterer waren lange Zeit Herren der Situation und benahmen sich wie Wahnsinnige, brüllten, fluchten auf die Offiziere und bewarfen ihre Fenster mit einem Steinhagel. Die Garnison wurde alarmiert, und bewaffnete Abteilungen von den Marine- Kasernen und den Kriegsschiffen eilten herbei. Glücklicher« weise hatten die Meuterer keine Waffen, nur in einigen Fälle hatten sie den Wachen Bajonette entrissen. Endlich nach längerem Kampfe gelang es der bewaffneten Macht, die Aufständischen zurück und in die Kaserne zu treiben, welche darauf mit einem Truppenkordon umgeben wurde. Sämtliche Heizer auf den im Hafen liegenden Kriegsschiffen nahmen für die Aufständischen Partei und brachten ihnen offene Kundgebungen ihrer Sympathie dar. Die Flottenkaserne ist arg zertrümmert. — Nach den letzten Nachrichten zogen die Meuterer in der Kaserne umher und demolierten sie. Die Truppen folgten ihnen nur und vermieden einen handgreiflichen Zusammenstoß. Mehrere wurden verletzt, doch sollen keine Todesfälle oder schwere Verwundungen vorgekommen sein.
Einige von den Meuterern angegriffene Offiziere wurden schwer verletzt.
Hur In- und Ausland.
Berlin, den 6. November 1906.
Heute vormittag hörte Se. Majestät der Kaiser im Neuen Palais die Vorträge beS Chefs der Militärkabi- netts, des Chef» bes Admiralstade» der Marine und des Chefs des Marinekabinett» und empfing die Ministerresidenten von Humbracht und Zimmerer.
Eine entschiedene Rechtfertigung des.Gou» verneur« v. Puttkamer bedeutet auch bas neue Urteil gegen die Kameruner Akwaleute, die in dem neuen Prozeß wieder bestraft worden find, wenn auch die beiden Rädelsführer bedeutend geringere Strafen erhalten haben. Bekanntlich wurde seinerzeit wegen Bestrafung dieser Akwa,
die bunten Steine und Figuren mit raschem Griff auf einen Haufen, dann stand er auf, griff suchend in seine Tasche und brächte ein seines Batisttuch zum Vorschein. Lächelnd besah er es — ging nun um den Tisch "herum, setzte sich neben Angelika, schlang seinen linken Arm um ihren Hals, zog ihren Kopf an seine Schulter und versuchte in seiner unbeholfenen Art, mit seinem Tuche die Tränen aus Angelikas Augen zu wischen. Und Angelika lag still — ganz still in ihres schwachsinnigen Sohnes Arm, ein unnennbares Gefühl des Dankes und des Glückes durchzog ihre Seele; Hans Egon, das geist- beraubte Kind Gregors, hatte eine Ahnung von ihrem Schmerz und machte den Versuch, sie zu trösten. —
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Winter wasis, tiefer, eisiger Winter. Inge weilte schon lange wieder in Hellwiese, nachdem sie zwei Monate in Sommereck verlebt hatte. Der Aufenthalt im Süden bckam ihrem Vater so gut, daß er, um vollständige Genesung zu erzielen, bis zum Sommer verlängert worden war. Nach wie vor war sie wohl Gast in Hellwiese, aber sie hatte jcht auf ihre Sitten auch ihre regelmäßigen Pflichten zu erfüllen.
So — aus diese Weise hoffte sie am besten die Trennung, den Bruch mit Henrik zu überwinden. Sie hatte auch Konrad ihren Entschluß mitgeteilt, kurz nur bemerkend, daß sie zur Einsicht gekommen sei, wie hoffnungslos ihre Verlobung wäre, und daß sie schweren Herzens ein Ende gemacht habe. Sie dachte, Konrad, der zuerst eine ernste Warnung ausgesprochen und doch so freundlich und sicher ihre Briefe besorgt hatte, diese Erklärung schuldig zu sein. Und Konrad war sehr zufrieden damit, denn der arme Dorgerlow hatte sich ihm an- ber traut, witterte in ihm einen begünstigten Nebenbuhler und bat ihn um offene Auskunft. Diese konnte jetzt unter diesen veränderten Verhältnissen dahin lauten, daß er sehr freundschaftlich mit seiner Cousine stünde, sie aber keine weiteren Bande fesselten, außerdem — wie er sicher wüßte — Inge überhaupt frei sei.
Wohl hatte Inge über dm Abschiedsbries Henriks die bittersten Tränen vergossen, trotzdem sie doch die erste gewesen, die, volle Klarheit walten lassend, die Unhaltbarkeit ihrer Ver
leute der Gouverneur v. Puttkamer abberufen und schwere Angriffe gegen ihn erhoben, obwohl die Bestrafungen nicht von ihm ausgegangen waren. Das Urteil bedeutet für alle Fälle eine prägnante Rechtfertigung des vielgeschmähten Gouverneurs. Was ferner gegen v. Puttkamer vorgebracht worden ist, die angebliche Begünstigung einer Kameruner Handel»gssellschaft hat sich als völlig erlogen erwiesen, die Cousinengeschicht?, die von gewisser Seite monatelang mit schmatzendem Behagen immer wieder durchgekaut worden ist, ist eine uralte Klatschgeschichte, und alle» diese» famose „Beweismaterial* hat sich nicht einmal als ausreichend zur Einleitung eines Disziplinarverfahrens erwiesen. Herr o. Puttkamer wird gehen, und bas deutsche Volk steht vor der beschämenden Tatsache, daß .«» durch das wüste Geschrei von ein paar Schwätzern und Hintertreppenpolitikern einen seiner besten und erfolgreichsten Kolonialgouverneure verloren hat.
Die Reichsstudienkomission, welche sich nach Ostasien begeben hatte, hat die Rückreise angetreten. Diejenigen Mitglieder der Kommission, welche denselben Weg wie äuf der Hinreise gewählt haben, find gestern abend auf dem Dampfer „Prinzeß Alice* in Honkong eingetroffen. Abgeordneter v. RiSpenhausen-Crangen, der mit der sibirischen Bahn zurückgereist ist, traf bereits heute wieder in Berlin ein Die Rückkehr der ersteren Herren erfolgt anfangs Dezember.
Die Nachrichten von Unruhen unter der eingeborenen Bevölkerung im mittleren China find in letzter Zeit immer häufiger geworden. Besonders in der Nähe von Schanghai mit seinen großen Fremdenkolonien macht sich die aufrührerische Stimmung bemerkbar. Von dort wird jetzt auch von der Mißhandlung eines im Dienst des Konsulat« stehenden Deutschen durch Chinesen berichtet. Nach einer Meldung aus Schanghai wurden ein deutscher Konsulal»- schutzmann namens Hiemann und einer seiner Freunde, ein Russe, bei einem Spaziergange von Wusung nach Schanghai von chinesischen Dorfbewohnern überfallen, als sie vom Wege abgekommen waren. Die Chinesen ergriffen eine Pistole und feuerten sie zur Warnung ab. Sie knebelten dann Hiemann und warfen ihn in einen Teich, wo ihm bas Wasser bis an den Hals reichte. Hier blieb er eine halbe Stunde lang. Er versuchte zu entfliehen, wurde aber wieder angegriffen. Endlich entkam er und versteckte sich in einem Reisfeld. Auch der Russe entfloh. Beide trafen schließlich halbnackt in Schanghai ein.
Aus Provinz u. Nachbargebiet.
* (Der Städtrtag und die Fleischteue- r u n g.) Der Vorstand bes Deutschen Städtetages in Berlin beendete gestern erst zur Abendstunde seine Beratungen über den Antrag der Stadt Stuttgart behuf» einer erneuten Stellungnahme zur Fleischteuerung. Es wurde beschlossen, an den Reichskanzler und den Reichstag ein Petition zu richten. Darin soll betont werden, daß die Voraussage, die Fleischteuerung werde eine vorübergehende Erscheinung sein, nicht bestätigt worden sei, während die vom Städte- tag ausgesprochene Befürchtung, die Teuerung werde noch zunehmen, sich als zutreffend erwiesen habe. Unter Bei- bringung weiteren Materials soll bei voller Wahrung der sanitären Maßnahmen die Oeffnung der Grenzen und eine wenigsten- vorübergehende Aushebung der Fleisch,ülle a«> fordert werden. Ein eigentlicher Städtetag soll vorläufig ~ nicht einberufen werden.
* (Ungeheure Vermehrung der Feldmäuse.) Die Feldmaus vermehrt sich binnen Jahresfrist in ungeheurer Weise, weshalb man alle nur angängigen Mittel zur Vernichtung anwenden sollte. Die Feldmaus wirst nämlich fünfmal Junge, und zwar die ersten so früh, daß sie in demselben Jahre Urgroßeltern werden und Tausende von Nachkommen haben können. Die Annahme ist folgende: Die Stammeltern werfen im Jahre fünfmal und jedesmal acht Junge, d. h. 5 mal 8 Junge = 40. Die 40 Stück bilden 20 Paare und werfen viermal zu 20 mal 32 — 640 Enkel. Die drei Generationen bilden 320 Paare und werfen 7680 Urenkel, und schließlich bilden diese wieder 3840 Paare und werfen 61440, also zusammen 69 800 Stück. Ein Mäusepaar im Frühjahr löten, heißt das Heranwachsen einer FAdmäuse-Armee vernichten.
):( Hersfeld, 7. November. (Theater.) Am gestrigen Abend ging Charlotte Birch-Pfeiffer» vorzügliche« Schauspiel „Dorf und Stadt" (’S Lorle vom Schwarzwald) in Szene. Da» Stück sowohl wie die Darstellung derselben gefiel dem Publikum sehr gut, und bedeutete der Abend für
lobung ihm dargelegt und ihr Wort zurückgefordert hatte Gerade, weil sie sich beide, dem Beispiel Angelikas folgend, in die Verhältnisse fügten, und doch wußten, wie lieb sie einander hatten, wurde das Scheiden doppelt schwer.
Tante Angelika stand ihr treu zur Seite, und so war's gekommen, daß Inge viel fröhlicher geworden, als sie anfangs dachte, daß sie bald alle Interessen ihres nunmehrigen Kreises teilte. Sie hatte große Fortschritte gemacht im Verständnis weidmännischer Gewohnheiren, Sprache und Ausdrücke und bildete sich außerdem unter Tante Christines liebevoller Anleitung zu einem tüchtigen Hausmütterchen aus. Dazwischen kamen Wochen, die sie in Sommereck zubrachte bei Tante Angelika, die ihr so teuer geworden. —
Angelika saß auf ihrem Fenstersitz und blickte hinaus in den verschneiten Garten. Einsam und still alles um sie her. Nichts, was von da draußen jetzt noch ihren Frieden stören ihr etwas Neues bringen könnte!
(Schluß folgt.)
— (Diese Amerikanerinnen!) In der penn- sylvanischen Stobt EaÜ-Sandy waren die Frauen ausfoQerleJ Gründen auf eine GeschlechtSgenossin, eine junge hübst« Frau, erbost und überfielen ihr Opfer an einet abgelegenen Stelle. Die Verhaßte wurde über und über mit Stiefel' wichse beschmiert und über ihr voller Haar eine starke Schicht Eyrup gegossen!
— (Der Rest vom Münchener Münzen- raub.) Nunmehr ist auch der vom Münzenraub fehlende Betrag von 8000 Mk sestgestellt worden. Vom Münchener Münzenraub ist nunmehr auch die bisher noch fehlende 8000 Mk. betragende Restsumme der ursprünglich geraubten 130,000 Mk., und zwar einen Tag vor der Gerichtsverhandlung, betgebracht worden. Der Angeklagte, Militärhandwerker Wilhelm König, der morgen vor Die Strafkammer kommt, hat den Garten des Militärbekleidungsamt», wo er beschäftigt war, als Ort bes Verstecks angegeben, und dort wurde auch richtig da» in der Erde lose eingegrabene Gold im Gewicht von 7V- Pfund gesunden.