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Gratisbeilagen: „Illustriertes Sonntagsblatt" und „Illustrierte Landwirtschaftliche Beilage"
Fernsprech-Knschlutz Nr. 8
Nr. 128.
Donnerstag, den 1. November
1906.
Amtlicher Ceil.
Verordnung.
Auf Grund der § 3, Absatz II c, des Wildschongesetzes vom 14. Juli 1904, Gesetz-Sammlung Seite 159, wird bis aus Weiteres die Schonzeit für Rehlälber in dem Regierungsbezirk Caffel mit Ausnahme der nachbenannten Gemarkungen:
1. Gutsbezirk Oberförstern Haste, Kreis Grafschaft Schaumburg,
2. Untersotzbach, Ober-Sotzbach, Unter-Reichenbach, Rad, mühl, Ober-Reichenbach, Wettges, Wüstwillenroth, Lichen- rolh, Völzberg, Kirchbracht, Mauswinkel, Bösgesäß, Ftschborn, Hettersroth und Birstcin, Kreis Gelnhaustn, auf das ganze Jahr ausgedehnt.
Caffel, den 23. Oktober 1906.
Namens des Bezirksausschusses.
Der Vorsitzende. I. V.: gez.: Ptutti.
* * *
Hersfeld, den 30. Oktober 1906.
Wird veröffentlicht.
I. 8707. Der Königliche Landrat.
J. V.:
T h a m e r.
Hersfeld, den 29 Oklober 1906.
Der Schlachtvieh- und Trichinenbeschauer Reinhard Wiegand zu RöhitgShof hat fein Amt freiwillig niedergelegt.
Die Gemeinde Röhrigshof wird Dem Befchaubezirk Heimboldshausen zugetetll.
Die Beschauer von Philippsthal und Heimboldshausen vertreten sich gegenseitig.
Die beteiligten Ortsvorstände haben Vorstehendes in den Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu laffen.
I. 8690. Der Königliche Landrat von Grunelius.
Hersseld, den 29. Oktober 1906.
Die unter dem Schweinebestande des Werkmeisters Heinrich Sauer in Hersfeld auSgebrochene Rotlausseuche ist erloschen. l. 8745 Der Königliche Landrat.
I V.:
T b a m e r.
Hersseld, den 29. Oktober 1906.
Unter dem Schweinebestande des Christian Gleim zu Biedebach ist die Rotlausseuche auSgebrochen. I« 8744. Der Königliche Landrat.
I V.:
T h a m e r.
Ae gnädigt Frau.
Erzählung von A. B u r g. (Fortsetzung.)
Inge hatte lebhaft gesprochen, sonst wäre ihr wohl ausgefallen, daß Angelika bei dem Namen Gregor schmerzvoll zusammengezuckt war. Da sie nicht antwortete, fragte Inge weiter: „Weißt du vielleicht einen Rat, Tante Angelika?"
„Vielleicht ja — Inge — das heißt, meinen Rat würde ich dir nicht aufdringen, und für das, was ich dir erzählen möchte, ist auch die jetzige Stunde nicht glücklich gewählt. Aus meiner Erzählung nimmst du dir vielleicht einen Rat. Hier, trinke jetzt gehorsam, wie ein artiges, krankes Kind, deine Limonade und schlafe. Wenn das Fieber morgen verschwunden ist — denn der Bries nach Schönau ist ja dann längst dort, will ich dir einmal etwas aus meinem Leben erzählen."
„Ans deinem Leben, Taute Angelika — ach ja — ich habe schon manchmal darüber nachgedacht, was du wohl schon erlebst hast."
„Jetzt denke gar nichts mehr, Inge, sondern schlafe nur, morgen erzähle ich dir."
* *
*
Der leise Regen rauschte auch am nächsten Tage hernieder, trüb und grau hing die Wolkelischicht am Himmel, und ein angenehmes Dämmerlicht stahl sich durch die Zweige der regen- schweren Bäume in Inges Krankenzimmer. Angelika hatte ihren Platz am Lager des jungen Mädchen eingenommen und sestgestellt, daß mit dem abgeschickten Briefe jede Spur des Fiebers verschwunden war.
„Wenn nur der dumme Fuß nicht so geschont werden müßte," klagte Inge, „dann könnte ich mir nichts Besseres wünschen, als hier zu sein bei dir, Tante Angelika. Und auf deine Geschichte freue ich mich schon."
„Sie ist sehr traurig, mein Liebling, aber sie kann dir vielleicht einen Fingerzeig geben. Meine Geschichte kann erst da beginnen, wo der Mann in meinen Lebenskreis trat, dem sich mein Herz sofort zuwandte, wie das seine sich mir. Ich war
Saatenstand um die Mitte des Monates Oktober 1906 im Kreise Hersseld. Begutachtungsziffern (Noten): 1 — sehr gut, 2 = gut, 3 = mittet, 4 = gering, 5 = sehr gering (Vergleiche den Runderlaß der Herren Minister für Landwirt- schaff rc. sowie des Innern vom 16. November 1901.
— I B c 9476 M. f. L. — I b 3646 M. d. I. —)
Fruchtarten
Durchschnittsnoten für den
Anzahl der von den Vertrauensmännern abgegebenen Noten
Staat
Reg.-Bez. Caffel
1 03
1Q
2
3
|T
4
1O
4
5
Winterweizen Sommerweizen Winterspelz Winterroggen Sommerroggen Sommergerste Hafer . . Kartoffeln . Klee . . . Luzerne. . Wiesen: Bewässerungs Andere
König
2,5
2,4
2,5
sicher
2,4
2,5
siatistische
5 Nur
3
4
eau
2
2
Dr
. 2
H
n
k.
Hersfeld, den 27. Oktober 1906.
Ich mache auf die lesenswerte Schrift des technischen Leiters der Bauten des „Deutschen Vereins Arbeiterheim" in Bethel bei Bielefeld, Regierungsbaumeister a. D. Siebold, „Viventi satis“, ein Beitrag zur Lösung der Frage des Kleinwohnungswesens aufmerksam.
Die Schrift behandelt in durchaus praktischer Weise die Frage der Anstedlung des Arbeiters auf eigener Scholle und zwar insbesondere die Errichtung von Einfamilienhäusern (Arbeilerhäusern) auf Grund der RentengulSge« setzgebung.
Die Schrift ist portofrei für 1,60 Mark durch das Bauamt oder durch die Buchhandlung der Anstalt Bethel zu beziehen.
I. 8657. Der Königliche Landrat
von Grunelius.
Hersseld, den 27. Oktober 1906.
Der Rentier Konrad Grenzebach und Genosse zu Niederaula beabsichtigen aus ihrem Grundstück unter dem Mittelweg, Kartenblatt 25 Parzelle 178, 184 und 185 (Gemarkung Niederaula), einen
Ringofen zu errichten und haben um Genehmigung hierzu nachgesucht.
erst einen einzigen Winter mit den Eltern (mein Vater stand damals als Oberst in Berlin) ausgegangen, als ich ihn kennen lernte, auf einem Privatball bei einem bekannten General. Da mein Vater Offizier war, wir meist in Offizierskreisen verkehrten, tanzte ich natürlich auch fast ausschließlich mit solchen. Sie waren mir auch in gewisser Art sehr interessant, interessanter als der heutigen Jugend in so langer Friedenszeit. Denn die Glorie des Sieges umstrahlte unsere Helden, von denen unzählige recht jugendliche der ernste, schöne Orden des Eisernen Kreuzes schmückte. Und so sahen mich meine Eltern, sah vielleicht ich selbst mich natürlich auch als zukünftige Gemahlin eines Offiziers. Das Heiraten war damals selbstverständlicher als heutzutage, wo so viele Damen ihren Beruss- weg selbständig gehen und ihn der Ehe vorziehen.
Auf diesem Ball bei General von Hörner sah ich einen jungen Zivilisten, dessen Wesen und Aeußeres sofort einen tiefen Eindruck auf mich machten. Er war mir vorgestellt worden, aber den Namen hatte ich nicht verstanden, nur daß er mit .Stein' endigte. Er bat mich um einen Tarn, fügte aber hinzu, daß er nicht tanze, und fragte, ob es mir angenehm sei, mich statt dessen mit ihm zu unterhalten, oder ob ich es bereuen würde, einen Tanz der Unterhaltung geopfert zu haben. O — jene erste Unterhaltung — sie steht mir noch heute mit jedem Worte vor der Seele — nie — nie habe ich es bereut. Er führte mich auch zu Tisch, und hier war es, wo ich erfuhr, wer er sei: Prinz Gregor Steltenstein, der sich eingehender künstlerischer Liebhaberstudien wegen in Berlin aus- hielt. Seine schwache Gesundheit hatte ihm den Heeresdienst verwehrt. Er wäre so gern mit nach Frankreich gezogen. — Nun, Kind — unsere Herzen hatten sich schon an jenem ersten Ballabend gefunden — wir sahen uns öfter, Prinz Gregor kam gern in unser Hans — ganz einfach — zum Tee. Noch ehe er gesprochen hatte, wußte ich, daß wir uns einander an= gehörten.
Hub dann kam der gesürchtete, der immer als kaum vorhanden in weite Ferne geschobene Kampf, mit den Eltern — mit den beiderseitigen Eltern. Denn die seinen wollten selbst- verständlich nicht in die Vermählung mit der unebenbürtigen Schwiegertochter willigen, und die meinigen wünschten nicht,
Einwendungen gegen diese Anlage sind innerhalb 14 Tagen schriftlich in zwei Exemplaren oder zu Protokoll bei mir anzubringen. Ueber die etwa rechtzeitig erhobenen Einwendungen (nach Ablauf der vorerwähnten Frist können solche nicht mehr gellend gemacht werden) wird am
? ' „, hn 15. Mcniber 6. K
vormittags 10 Uhr
im Geschäftslokal des hiesigen LandratSamteü mündlich
verhandelt werden und zwar auch im Falle der Ausbleibens der Interessenten.
Die Zeichnungen und Beschreibung von der projektierten Anlage liegen während der Geschäftssiunden im Geschäftslokale des Unterzeichneten zur Einsicht für die Beteiligten offen.
A. 3977. Der Königliche Landrat
von Grunelius.
Hersfeld, den 30. Oktober 1906.
Nach Mitteilung des Königlichen Stempel- und Erb- schafts-SteueramtS I in Caffel sollen die Akten, Bücher und Schriftstücke des Landratsamtes und des KreisauSschuffeS dahier gegen den 8. November d. Jr. im stempelsteuerlichen Interesse in meinem Büreau geprüft werden.
Die Herren Bürgermeister und GutSvorsteher des hiesigen Kreises mache ich hierauf aufmerksam, mit dem Ersuchen, mir zu diesem Zwecke die in den Gemeindc-Re- posituren befindlichen Register über die stattfindenden Lustbarkeiten nebst den dazu gehörigen Spezialverhandlungen, a u 6 denen unzweifelhaft hervorgehen muß, daß, wann und in welcher Höhe der gesetzlich oorges chr ieben e Stempel zur Verwendung gekommen ist, sowie alle sonstigen Protokolle und Verträge, soweit diese nicht schon früher Vorgelegen haben, bis spätestens zum 5. November d. Js. mit besonderem Berichte einzureichen.
Rückgabe dieser Schriftstücke erfolgt nach stattgesundener Einsichtnahme durch den revidirenden Beamten.
Ich erwarte aber, wie ich hiermit ausdrücklich betone, auf Das bestimmteste, daß mindestens die zu den Lustbar. keitsregistern gehörigen Verhandlungen nicht etwa lose sondern in aktenmäßiger Form (d. h. chronologisch geordnet und in einem sauberen Aktendeckel ordnungsmäßig geheftet) und vollständig zur Vorlage gebracht werden.
I. 8638. Der Königliche Landrat.
J. V.:
T h a m e r.
Gefundene Gegenstände:
Eine Bindekette. Meldung des Eigentümers bei dem Ortsvorstand in Asbach.
daß ihre Tochter als Eindringling in eine Familie betrachtet würde, sondern verlangten den Segen und die Einwilligung der seinen.
Ich weiß noch nicht, Inge, wo wir beide den Mut, die Zuversicht und die Hoffnung hernahmen, aus diesem Kampf als Sieger hervorzugehen. Und doch siegte unsere Liebe.
Ich war bei seinen Eltern gewesen, von Mama begleitet, und hatte sie lieben und verehren gelernt. Und um dieser Liebe und Verehrung willen, die ich für das alte Fürstcnpaar fühlte, willigte ich auch ein, die morganatische Gemahlin des Prinzen Gregor zu werden. Der.Oberhofmarschall des Haufes Steltenstein führte mit meinem Vater die mir sehr schmerzlichen, aber für diesen Fall doch höchst notwendigen Verhand- Inngen. Ich erhielt den Namen dieses Schlößchen?, das mir mit seinen Gütern und Forsten erb- und eigentümlich zugeschrieben wurde, und den mir auch Preußen bestätigte als der Tochter eines verdorrten preußischen Offiziers. Hier wollten wir unsern Wohnsitz nehmen, still abgeschieden von der großen Welt, in der zu leben wir beide keinen Geschmack fanden. Ganz still wurden wir in meiner Eltern Hause vor wenigen Zeugen getraut, der Hofmarschall des Fürstlich-Steltensteinschen Hauses wohnte der Trauung bei.
Der leise Mißklang der ungleichen Namen — er war Prinz Gregor Steltenstein und ich die gnädige Frau — verlor sich nach und nach. DaS Glück unserer Liebe verschönte unsere Tage. Ach, Kind, du ahnst es ja nicht, wie jeder Raum hier, jeder Baum, jeder Weg im Garten mir lieb geworden ist, heilig geworden ist durch ihn. Vielleicht — man sagt oft so — war das Glück dieser wenigen Monate, daS uns im Frieden Sommerecks vergönnt war, zu groß, zu reich für ein armes Menschenherz.
Dann kam daS Leid — der Erbprinz Adalbert, die Hoffnung der Eltern, des Landes, stürzte mit dem Pferde und starb nach wenigen Wochen schweren Leidens. Gregor mar selbstverständlich an das SchmerzenSlager des BruderS geeilt.
Von dort erhielt ich die Depesche: Adalbert tot. Gebhard brächte sie mir, ich starrte lange auf die beiden Worte. Mit entsetzlicher Deutlichkeit sagten sie mir, daß mein Leben eine Aenderung erfahren müsse — denn nun war Gregor Erb-