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Auf der Balkanhalbinsel ist mit dem kommenden Winter wieder eine gewisse Beunruhigung eingelreten, wozu die überlegene militärische Ausstellung der Türkei an den bulgarischen Grenzen ohne Zweifel beigetragen hat. Aus Kuba endlich haben sich die Aussichten für eine ruhige sung während der letzten Zeit entschieden gebessert, sodaß Präsident Roosevelt hofft, Kuba in wenigen Monaten wieder sich selbst überlassen zu können.

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Ueber einen neuen Kamps in Deutsch-Süd- westasrika ist folgende amtliche Meldung eingetroffen: Am 12. Oktober wurde an der Ostgrenze zwischen Holpan und Sandpütr (südlich Hasuur) eine starke Hottentotten- bände von der 3. Kompagnie des 2. FeldregimentS ange­griffen. Der Feind floh nach zwölfstündigem Gefecht größten­teils in südwestlicher Richtung und wurde von der 3. Kompagnie sowie halben 8 Batterie unter Führung von Major Siebert verfolgt. Unserseits zwei Reiter gefallen, zwei leicht verwundet. Ein kleinerer Teil der Bande floh über die englische Grenze. Räch übereinstimmenden Nach­richten hatte der bei Holpan geschlagene Gegner vorher auf englischem Gebiet gesessen und mit einem Waffenschmuggler verhandelt. Der englische Magistrat zu Rietfontein, S. O., bestätigte diese Nachricht und drückte am 10. Oktober sein Bedauern darüber aus, daß er nicht in der Lage gewesen sei, diese Leute zu entwaffnen und festzunehmen.

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Die Frage, ob in Braunschweig an Stelle der bis­herigen Regierungsprovisoriums wieder eine reguläre Re- gierungsform durch Neubesetzung des Thrones platzgreifen oder ob dem verstorbenen Prinz-Regenten Albrecht lediglich wieder ein neuer Regent nachfolgen solle, ist mit dem bekannten Briefwechsel zwischen dem Kaiser, dem Reichs­kanzler und dem Herzog von Cumberland in letzterem Sinne entschieden worden. Von einer Thronbesteigung des wel- fischen Prätendenten oder wenigstens eines seiner Söhne in Braunschweig ist nicht mehr die Rede, nachdem der Cumberländer auch in der neuesten braunschweigischen Krisis nicht die geringste Andeutung darüber gemacht hat, daß er endlich bereit sei, für sich und seine Nachkommen auf Hannover zu verzichten, denn nur ein solcher offener und ehrlicher Verzicht könnte der jüngeren Welsenlinie den Weg zum Throne von Braunschweig ebnen. Jetzt handelt er sich nur noch darum, Braunschweig einen neuen Regenten zu geben, da nun einmal die HerzogSwahl einem späteren Zeitpunkte überlassen bleiben muß. Dem am 18. Oktober wieder zusammengetretenen braunschweigischen Landtage ist vom RegeotschaftSrate eine Vorlage unter* breitet worden, in welcher zunächst der gesamte in der Thronfolgeangelegenheit flattgefunbene Schriftwechsel noch­mals mitgeteilt wird, worauf der Regentschaftsrat unter Beleuchtung der gegenwärtigen Sachlage der Versammlung die Neuwahl einer Regenten vorschlägt.

Von Interesse ist er hierbei, wie der Regentschaftsrat in seiner Vorlage Stellung zu der Ablehnung der vom Herzog von Cumberland gemachten bekannten Vermittelungr- voischlager durch den Kaiser nimmt. Er heißt da in der markantesten Stelle: «Man wird nicht umhin können, dem (dem Hinweise in der Kaiserlichen Antwort an den Cumber- läncer auf den Bundesratsbeschluß vom 2. Juli 1885) zuzustimmen. Der wesentlichste Grund des mehrerwähnten Bundesratsbeschlusses ist nach dessen Wortlaut zweifellos in der Geldentmachung von Ansprüchen auf Gebietsteile der BundeSstaateS Preußen seitens des Herzogs von Cumberland zu suchen. Von diesem Gesichtspunkte aus hat auch der Referent der staatsrechtlichen Kommission der LandeSverfammlung, soweit uns bekannt ist, in vollem Einverständnis mit dieser bei der Begründung der Re­solution besonders hervorgehoben, daß auf die im Bundes­ratsbeschluß erwähnten Ansprüche in unzweideutiger Weise verzichtet werden müsse, ehe eine Thronbesteigung des Herzogs von Cumberland oder eines seiner Söhne im Her­zogtum erfolgen könne. Bei verschiedenen Anlässen hat schon die herzogliche Landesregierung sich zu derselben Auffassung bekannt. Von einem solchen Verzicht des Herzogs von Cumberland für sich und seine Söhne ent­halten aber die Aktenstücke nichts; er ist auch nicht zu erwarten, da aus dem Schreiben des Herzogs von Cumber­land hervorgeht, daß derselbe die von ihm im Schreiben an Se. Majestät den Kaiser abgegebene Erklärung, betreffend den eventuellen Verzicht auf Braunschweig, als die Grenze des Entgegenkommens ansieht. Im weiteren hebt die Re­gierungsvorlage hervor, wie angesichts der Differenzen zwischen der Krone Preußen und dem Herzoge von Cumber- land eine endgiltige Ordnung der Regierungsverhältnisse im Herzogtum Braunschweig nicht zu erreichen sei und daß daher wiederum zur Wahl eines Regenten auf Grund des RegentfchaftSgesetzeS vom 16. Februar 1879 geschritten werden müsse. Diese Haltung des braunschweigischen RegentschaftSrate» ist vollkommen korrekt und nach allen Seiten hin einwandsfrei und man darf nun wohl erwarten, daß auch der Landtag das feinige zur Beendigung der gegenwärtigen haltlosen Zustände beitragen und ohne weitere» Zaudern zur Wahl eines neuen Regenten schreiten werde. Die Bevölkerung des Herzogtums ist der jetzigen unge­wissen Situation herzlich überdrüssig, sie wird daher den Tag mit Genugtuung begrüßen, an welchem die gesetzliche Vertretung des Landes den bedeutungsvollen Akt der Neu- wähl des Regenten vollzieht.

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Am Dienstag trafen der Kaiser und die Kaiser: n von Rußland auf dem Wasserwege in Petersburg ein und suchten die an der Nikolaibrücke liegmde Kaiserliche Jacht Standart. Der Kaiser erteilte alsdann dem Generaladjutanten -Dürften Swiatopolk-Mirsky Audienz.

Aus Petersburg wird gemeldet, daß das Urteil in der Verhandlung gegen Admiral Rojestwenskij und die mir :hm angeklagten Offiziere verkündet worden ist. Der Ad- nural wurde freigeiprochen; der Kommandant des Kanonen­boots -Bravy" wurde kassiert, ebenso Kapitän Clapier. Zwei andere Onizrere wurden außer Dienst gestellt.

Warschau, 17, Oktober. Aus der Nalewskistraße fielen neute mehrere Räuber die Passanten an, verwundeten einen Schutzmann und flohen dann in einen Laden. Eine herbei- eilende Militärpatrouille feuerte wiederholt Wie nunmehr festgestellt ist, sind bei dem Uebersalle vier Personen, unter ihnen zwei der Räuber, durch Revolverschüsse getötet und neun

Personen verwundet worden. Viele Verhaftungen wurden vor­genommen.

Aus > und Ausland.

Berlin, 18. Oktober 1906.

An der gestrigen Automobilfahrt S r. Majestät des Kaisers nahmen die in Bonn weilenden Fürstlichkeiten und das Gefolge teil. Die Fahrt ging über Godcsberg und Remagen durch die Eifel nach der Burg Elz, die eingehend in mehrstündigem Aufenthalt besichtigt wurde. Alsdann ging die Fahrt zunächst nach Münstermaifeld, wo im Gast­hof zur Sonne ein Mahl eingenommen wurde, von da nach Maria Laach,. wo die Abtei besichtigt und der Thee beim Abt F:hrn. v Stotzingen eingenommen wurde. Um 63/< Uhr kehrte Se. Majestät in das Palais Schaumburg zurück. Auf Seiner Fahrt wurde der Kaiser von der Bevölkerung auf das lebhafteste und freudigste begrüßt. Um 8 Uhr be- gab Sich der Kaiser in Couleur der Bonner Borussen im offenen Automobil zur Kneipe des Korps, wo ein Essen stattfand. Heule vormittag hörte Se. Majestät der Kaiser den Vortrag des Stellvertreters des Chefs des Zivilkabinetts Geh. RegierungSratS von Eifenhart-Rohte. Für den Nachmittag ist wieder ein größerer Aulomobilausflug ge­plant.

Der nächste deutsche Handwerkerkongreß soll nach dem Beschluß des ZentralauSschusseS der vereinigten JnnungSverbände, der in Berlin im Germaniahause seine Sitzung abhielt, im Jahre 1907 in Eisenach zusammentreten. Als Tagungsmonat ist der August gewählt; über die Tages­ordnung ist noch nichts bestimmt. An die JnnungSverbände und Handweikerkorporationen ist das Ersuchen gerichtet worden, baldigst geeignete Vorschläge zu machen. Der vorige Handwerkeitag fand brkanntlich im Jahre 1904 in Magde­burg statt. Auf Antrag des Obermeisters Rahardt wurde außerdem beschlossen, an den Ausschuß des deutschen Hand- werkertages das dringende Ersuchen zu richten, die Resolution von Nürnberg, betreffend die Verleihung des Rechts zur Abgabe von Verbandspapieren, dahin zu interpretieren, daß reien Handwerkerverbänden dieses Recht nur dann verliehen wird, wenn in den fraglichen Berufen Handwerkerinnungen oder ein Jnnungsverband nicht besteht oder aus zwingenden Gründen nicht gebildet werden kann.

Die Vertreter sämtlicher deutscherBsrg- »aubezirke, die gestern in Berlin versammelt waren, teilten sich einmütig auf den auch bei der vorjährigen Berg, Arbeiterbewegung eingenommenen Standpunkt, daß mit den Arbeiterorganisationen, welche den bekannten LohnerhöhungS- antrog eingereicht haben, nicht hierüber zu verhandeln ist, da sie als zuständige Vertreter den Grubenbelegschasten nicht anzusehen seien. Ferner wurde in der Versammlung all­seitig betont, daß schon jetzt die Bergarbeiterlöhne nament« lich auch infolge der im letzten Jahre seitens der Werk»« Verwaltungen überall vorgenommenen erheblichen Lohner. höhungen so hohe find, daß sie gegenüber den gesteigerten Lebensmittelpreisen völlig ausreichen.

Mit dem 1. Januar 1907 wird die Leitung der S ch u tz - truppentransports für Südwestafrika nach einem zwischen der Kolonialabteilung und dem Retchsmarine- amt getroffenen Abkommen aus die Seetransportabteilung des Reichsmarineamts übergehen.

Eine unerwartete Ministerkcifi« ist in Frank­reich ausgebrochen. Der Minister Sarrien hat dem Präsidenten der Republik Fallisres, mitgeteilt, er könne aus Gesundheitsrücksichten die Leitung der Geschäfte deS Kabinetts nicht mehr weiterführen. In Pariser politischen Kreisen glaubt man, daß FallisceS den Minister des Innern, Clemencau, ersuchen werde, die Neubildung des Kabinetts zu übernehmen.

Aus der südlichen Union werden neue NegerUn­ruhen gemeldet. Wie dem Londoner »Daily Telegraph" aus New-Dork gemeldet wird, haben die Neger die Stadt Semen (Südkarolina), die etwa 1200 bis 1500 Einwohner zählt, niedergrbrannt. Vermutlich liege ein Racheakt der Neger vor, als Vergeltung für die Zerstörung des Neger- kollsges in Semca bei oen kürzlich dort stattgehabten Raffenkämpfen.

Aus Tokio wird gemeldet: Die deutschenReichS» tagsabgeordneten haben heute ihre Studien in Japan beendet. Unter anderem wurden noch unter freund­lichstem Entgegenkommen bes Kriegs- und Marineministers Armee- und Marine-Einrichtungen besichtigt. Die Abgeord, neten sind von der allseitig freundlichen Aufnahme hoch be­friedigt und bezeichnen Tokio als Glanzpunkt ihrer Reise.

Untergang eines französischen Unterseebootes.

Biserta, 17. Oktober. Bei einer Taucherübung ist da» französische Unterseeboot Lutin mit 2 Offizieren und 16 Mann an Bord untergegangen, Versuche zur Hebung des Schiffes werden angestellt. Der mit der Aufsuchung zunächst beschäftigte Bagger fand auf 40 Meter Tiefe einen gewissen Widerstand.

Paris, 17. Oktober. Die Nachricht von dem Unter« gang des Unterseebootes »Lutin" hat hier eine umso größere Aufregung hervorgerufen, als die gleichfalls im Hasen von Bizerta erfolgte Katastrophe derFarsardet" noch in frischer Erinnerung steht. Der Marineminister, der von der Un» glücksnachricht tief erschüttert war, empfing heute Nacht mehrere Berichterstatter und äußerte sich sehr pessimistisch über das Schicksal der untergegangenen Boote; er sagte, daß sich im Hafen von Bizerta kein Rettungsschiff befinde, das genügend mächtige Vorrichtungen besitze, um den .Lutin" aus einer Tiefe von 40 Metern heben zu können. Die Mannschaft desLutin" werde zweifellos keinen so langen Todeskampf zu bestehen haben, wie seinerzeit die des Farfadet". Der Marineminister gab dem Kommandanten des Hafens von Toulon Befehl, schleunigst zwei Bergungs­schiffe nach Bizerta zu entsenden. Da« dänische Rettungs­schiffBerga Wilhelm", da« gegenwärtig mit der Freimachung eines in der Nähe von Porto Varino gescheiterten französischen Segelschiffe« beschäftigt ist, erbot sich, an den Versuchen zur Hebung betLutin" in Bizerta teilzunehmen.

Vom Kassenraub in Köpenick.

Er ist nun festgestellt worden, daß die geraubte Summe 3559,12 Mk. beträgt, während der Täter über 4000,70 Mk quittiert hat. Bei der Uebernahme de« Kassenbestande« ist der Täter mit der Routine eines Revifionsbeamten ausgetreten. Er erklärte dem Rendanten, daß er die Kasse beschlagnahme hauptsächlich wegen Unregelmäßigkeiten bei den Kanalisation«, arbeiten, die zurzeit in Köpenick auSgeführt werden. Er l

verlangte nur den Bestand der Hauptkasse und ließ Gelber, die für andere Zwecke bestimmt waren, liegen, ersichtlich' um keinen Verdacht über die Rechtmäßigkeit seines Tuns zu erwecken. Beim Fortgehen hat er auch die Schlüssel zu dem einen Geldschrank mitgenommen. In diesem ruhten für zwei Millionen Staatspapiere. Als der Rendant sich weigerte, die Kasse ohne Genehmigung des Bürgermeisters zu öffnen, erwiderte der Räuber:Nun gut, bann lasse ich Sie einfach abführen. Ich fetze sofort einen anderen Kaffen- beamten an Ihre Stelle und lasse die Kasse durch zwei Grenadiere öffnen." Das dreiste Auftreten des Gauners kennzeichnet auch folgender Vorgang: Dem Stadtrat Dr. Göring erklärte er, ihn nicht aus dem Rathaus heraus zu lassen, dagegen wolle er ihm gestatten, im Ralhause feil, eine Kommissionssitzung abzuhalten; die Verwalluno Kommune sei jetzt in seine Hände übergegangen, und nunmehr Herr der Stadt!

Die Gänge im Rathause hatte derHauptma scharf besetzt, daß nichts durchkam. Die Post, die wurde, nahmen die Soldaten in Empfang, die .Hauptmann" weitergaben. Dieser öffnete wahre Unterredung mit dem Bürgermeister in dessen Dienst, mehrere Briefe, las sie, steckte sie dann in die Tasche 7 UeberrodS. Ein Brief mit 1800 Mk. und einer m Mk. Inhalt entgingen nur durch einen Zufall dem R da der Kassenbote, der sie geholt hatte, sie in der Verwrrr. zunächst in der Tasche behielt. Als Bürgermeister Langerhans auf btm Wege in die Gefangenschaft ein Zim neben seinem Dienstzimmer betreten wollte, kam er bei r Grenadieren, die ihn geleiteten, schlecht an. Einer, e. Pole, herrschte ihn an:N>x da! Gradeaus!"

Aus Provinz u. Dachbargebiet.

* Der Herr Oberpräsident von Windheim bringt fol­gendes zur öffentlichen Kenntnis :Der Herr kommandierende General des 11. Armeekorps hat mich ersucht, für die überaus zuvorkommende und gastfreie Aufnahme der ihm unterstellten Truppen während der diesjährigen Herbst- übungen der Bevölkerung, sowie den beteiligten Be­hörden seinen Dank zu übermitteln."

* (D i e T a l e r i m V e r k e h r.) Die Frage: Gibt es noch Taler? beantwortet dieNeue Politische Korr." wie folgt: Die Vereinstaler österreichischen Gepräges sind seit der Mitte des vorigen Jahrzehnts einbehalten und außer KurS gesetzt, ebenso sind die älteren Talerprägungen einschließlich der bis zum Jahre 1856 hergestellten nahezu ganz aus dem Verkehr gezogen worden. Die Verwendung der Vereinstaler deutschen Gepräges war von der Reichr- bank bis gegen Ende des Jahre« 1902 ohne jede Ein­schränkung gestattet worden. Vom 1. Januar 1903 ab wurden die in Kassen der Reichsbank befindlichen oder an sie gelangenden Vereinstaler nicht wieder ausgegeben. Im Oktober 1903 betrug der Vereinstalervorrat der Reichsbank rund 177 Millionen Mark. Wegen Mangels an Silbergeld sah sie sich bann veralanßt, die vorerwähnte Maßnahme wieder auszuheben; der Verkehr hat aber bis heute von den obigen 177 Millionen Mark nicht nur nichts wieder an sich gezogen, sondern auch annähernd 7 Millionen an die RetchSbanl wieder abgegeben.

* Die Kyffhäuser-Korrespondenz, das Organ des Bundes der deutschen LandeSkriegerverbände, schreibt: Von einej Massenslucht auSdempreußischenKrieg eT? verbände wissen einige Zeitungen anläßlich deS Umstände« zu erzählen, daß eine Anzahl von Vereinen wegen der viel erörterten Kieler Beschlüsse teils freiwillig ausgeschieden, teils in den Listen der Verbände gestrichen sei. In Westfalen allein seien 145 Vereine mit 15 000 Mitgliedern aus» geschieden. Wie sieht eS damit in Wirklichkeit aus? Die Kieler Beschlüsse haben die Jahresbeiträge der preußischen Kriegervereine aus 30 Pfg. auf den Kopf erhöht. Diesen geringfügigen Betrag zu zahlen, verweigert eine im Ver­hältnis zur Gesamtheit verschwindende Zahl von Vereinen. Von den 15 000 Vereinen des Preußischen Landerkrieger« Verbandes mit rund 1,3 Millionen Mitgliedern sind bisher ganze 66 mit 10 000 Mitgliedern ausgeschieden; bei weiteren 101 Vereinen mit 12 500 Mitgliedern steht der Austritt oder die Streichung bevor. Im ganzen handelt es sich also um 167 Vereine mit 22 500 Mitgliedern. Der größte Teil hiervon, 102 von 167, fällt aus Westfalen. Selbst wenn alle diese Vereine ausscheiden, kann von einer Maffen- flucht nicht die Rede fein. Der Zahlenverlust ist übetbies längst wieder ausgeglichen, denn bis jetzt find in diesem Jahre bereits 490 neue Vereine zugekommen.

* v. Oheimb, Leutnant im 2. Schlesischen Jäger-Bot Nr. 6, zur Vertretung eines erkrankten Jnsp -Offiziers bis auf weiteres zur Kriegsschule in Hersseld kommandiert.

* (Die Volkszählung in Hessen-Nassau.) Nach dem jetzt vorliegenden endgültigen Ergebnis der Volks­zählung in Hessen-Nassau betrug die ortSanwesende'Bevölke« rung an diesem Tage 2,070,052 gegen 1,897,898 am 1. Dezember 1900 und 1,467,808 am 1. Dezember 1875. Der Religon nach kamen bei bet lrtzten Zahlung auf je 1000 Einwohner 686(1900: 693) Evangelische, 283 (274) Katholiken, 6 (5) andere Christen und 24 (26) Jsraeliten.

(Alles wird teurer!) Der Verband deutscher Schokoladenfabrikanten gibt bekannt, daß die erhebliche Preissteigerung des Rohmaterial» ihn zu einer Erhöhung der Schokoladenpreife zwingt. Ungünstig wirkt auch die Verteuerung der Staniolpackungen, die infolge der Er­höhung der Zinnpreise eingetreten ist.

) :( Hilmes, 17. Oktober. Gestern in der Mittags­stunde brannte ein im Garten des Landwirts Fr. Hellwig hier befindlicher Strohhaufen nieder. Durch das energische Eingreifen der Feuerwehr gelang es, die an­grenzenden Gebäulichkeiten vor dem Feuer zu schützen. Wie festgestellt wurde, ist der Strohhaufen durch den fünfjährigen Sohn einer hiesigen Einwohner« angezündet worden. Der Schaden beläuft sich auf ca. 350 Mk.

Ea^el, 16 Oktober. In Ausübung seines Dienste« wurde der Schutzmann Detchmann durch einen Messerstich schwer verletzt. Er war im Begriff, den Obsthändler Krause, der in der WirtschaftZum weißen Hose" Spektakel ge­macht hatte, nach heftigem Widerstände abzuführen, da stieß ihm bet Bruder bei Krause von hinten da« Messer tief in die Schulter.

Eschwege, 16. Oktober. Wie von kompetenter Seite mitgeteilt wird, sind die von. der Wahlprüfurigskommission de« Reichstags eingeforderlen Auskünfte so ausgefallen, daß die Voraussetzung für eine Ungültigkeitserklärung des Reichstagsmandal« des Abg. Raab nicht vorliegt. Demnach erscheint eine nochmalige ReichstagSwahl im Wahlkreise Eschwege-Witzenhausen-Schmalkalden nicht erforderlich zu werden.

Hanau, 16. Oktober. Auf dem über die Kinzig füh '