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herrsel-er KrdsWan

J Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage

Zernsprech-Knschlutz Nr. 8

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Nr. 123

Sonnabend, den 20. Oktober

1906

Amtlicher teil

Bekanntmachung.

Die diesjährigen Herbstkontrollversammlungen im Kreise Hersfeld finden wie folgt statt:

gu Hersseld I

(Turnplatz an der Hainstraße) Montag, den 5. ptovember 1906

Vormittags 9 Uhr für die Mannschaften aus der Stadt Hersfeld.

gu Obergeis

(bei Gastwirt Ernst)

Montag, den 5. piovember 1906

Nachmittags 3 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Allmershausen mit Hof Hählgans, Aua, Biedebach, Gittersdorf, Obergeis und Untergeis.

gu Heringen

(S ch u l p l atz) freitag, den 9. November 1906

Nachmittags 12so Uhr

für die Mannschaften aus den Gemeinden Bengendorf, Heringen mit Hof Füsterode, Leimbach, LengerS, Widdershaufen und Wölscrshauscn. Die Mannschaften aus Kleinensee erscheinen in Höhnebach.

gu Heimboldshausen

(bei Gastwirt Echtermeyer) freitag, den 9. November 1906

Nachmittags 4 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Ausbach, Geth- semane, Harnrode, Heimboldshausen, Röhrigshof mit Nippe, Philippsthal und Unterneurode.

gu Friedewald

(auf dem Schloßplatz) Sonnabend, den 10. pfovember 1906

Vormittags 10 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Friedewald, Herfa, Lautenhausen und Hillartshaufen.

gu Schenklengsfeld

(bei Gastwirt Kroneberg) Sonnabend, den 10. pibvember 1906

Nachmittags 3 Ubr

für die Mannschaften aus den Gemeinden Conrode, Dünkel- rode, Malkomes, Motzseld, Oberlengsfeld, Ransbach, Hilmes, LampertSseld, Landershausen, Schenklengsfeld, Schenksolz, Un­terweisenborn, Wehrshausen und Wüstfeld.

gu Unterhaun

(bei Gastwirt Sandlos) Mittwoch, den 14. November 1906

Vormittags 1080 Uhr

für die Mannschaften aus den Gemeinden Eitta, Hilperhausen, Kohlhausen, Oberhaun, Roßbach, Rotensee, Sieglos, Unterhaun und Wippershain.

gu Niederaula

(K i r ch p l a tz)

Donnerstag, den 15. November 1906

Vormittags 830 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Asbach, Beiershausen, Hattenbach, Kerspenhausen, Solms, Stärklos, Gutsbezirk Engel bach mit Hof Sternberg, Kruspis, Mengshausen, Niederaula, Niederjossa und Holzheim.

gu Kirchheim

(bei Gastwirt Nutzn Donnerstag den 15. November 1906

Nachmittags 2 Uhr

für die Mannschaften aus den Gemeinden Allendorf, Frielingen, Gersdorf, Gershausen, Goßmannsrode mit Hof Siebenmorgen, Heddersdorf, Kemmerode, Kirchheim mit Weich und Eichmühle, Kleba, Reckerode, Reimboldshausen, Rotterterode mit Hof Beiersgraben und Willingshain mit Hof Löscher.

gu Hersseld II

(Turnplatz a n der Hainstraße) freitag* den 16. piovember 1906

Vormittags 9 Uhr für die Mannschaften aus den Gemeinden Kathus, Gutsbe­zirk Oberrode, Petersberg, Gutsbezirk Wilhelmshof, Sorga, Gutsbezirk Bingartes, Meisebach, Friedlos, Kalkobes, Rcilos, Mecklar, Meckbach, Gutsbezirk Eichhos, Eichmühle, Heenes, Rohrbach, Tann, Hermannshof und Wehneberg.

Zur strengen Nachachtung für die beteiligten Mann­schaften fügt das Bezirkskommando folgende Bemerkungen hinzu:

1. Zu den Herbstkontrollversammlungen haben zu er­scheinen :

a) diejenigen Mannschaften, welche in der Zeit vom

1. April bis 30. September 1894 eingetreten und deshalb zur Landwchr bezw. Seewehr H. Aufgebots übergeführt werden.

b) sämtliche Reservisten und Dispositionsurlauber.

c) die zur Verfügung der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften.

d) sämtliche Invaliden der Reserve mit Ausnahme der dauernd abgefundenen Ganzinvaliden.

2. Die Einberufung zu den Kontrollversammlungen findet lediglich durch diese öffentliche Aufforderung und durch Ausrufen in sämtlichen Ortschaften statt.

Die Nichtbefolgung der Berufung zu den Kontroll- versammlnngen hat Arrest zur Folge.

3. Die Mannschaften aus einzelnen, hier nicht genannten Höfen, Mühlen u. s. w. werden zu den Ortschaften ge­rechnet, zu deren Gemeinden sie gehören.

4. Die Mannschaften haben den Militärpaß und das Führungsattest mit zur Stelle zu bringen.

5. Gesuche um Befreiung von der Kontrollversammlung sind rechtzeitig bei dem Hauptmeldeamt des Königlichen Bezirks - Kommandos in Hersfeld anzubringen und können nur durch das Bezirks-Kommando genehmigt werden.

Wer vor der Kontrollversammlung keinen Bescheid erhält, hat sich dennoch zu gestellen.

6. Etwaige plötzliche Krankheits- oder sonstige Verhinderungs­fälle müssen entweder durch ärztliche Atteste oder durch Atteste der Orts- oder Polizeibehörde, welche spätestens auf dem Kontrollplatz abzugeben sind, bescheinigt werden. In allen ärztlichen Attesten ist die Krankheit anzugeben. Atteste, welche nur die Bemerkung enthalten, daß ein Mann am Erscheinen zur Kontrollversammlung ge­hindert ist, ohne Angabe des Grundes sind ungültig und werden nicht angenommen.

7. Alle Mannschaften gehören während des ganzen Tages, zu welchen sie ju| den Kontrollversammlungen einberufen sind, zum aktiven Heer und sind demnach den Militär- strafgefetzen unterworfen.

8. Es wird noch ausdrücklich bemerkt, daß diejenigen Mann- schaften, welche zur Fahrt nach dem Kontrollversamm- lungsort die Eisenbahn benutzen, keinerlei Anspruch auf Verabfolgung einer Militärfahrkarte seitens der betreffen» den Eisenbahnstation haben.

9. Das Mitbringen von Stöcken pp. sowie von Hunden ist verboten.

Hersfeld, den 15. Oktober 1906.

Königliches Bezirks-Kommando.

Hersfeld, den 17. Oktober 1906.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des hiesigen Kreises werden hierdurch angewiesen, die vorstehende Bekannt­machung in ihren Gemeindebezirken alsbald wiederholt zur öffentlichen Kenntnis zu bringen und den betreffenden Mann­schaften noch besonders mitzuteilen.

Der Gendarm, zu dessen Bezirk der Kontrollort gehört, hat zwecks Auftechterhaltung der Ruhe und Ordnung bei den Kontrollversammlungen zugegen zu sein.

I. M. 1984. Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

Hersseld, den 15. Oktober 1906.

Die nachstehend aufgeführten nichtärztlichen Leichenbe« schauer sind von den beteiligten Herren Bürgermeistern zur Nachprüfung auf die bestimmten Tage in die Wohnung bei Königlichen Kreisärzte« hier, Marktplatz 227, vorzuladen.

Dieselben haben zur Nachprüfung mitzubringen:

1. Die Polizeiverordnung betreffend Leichenschau vom 9. August 1902 (A. II. 9857). Der Inhalt derselben muß den Leichenbeschauern genau bekannt sein.

2. Da« von den Leichenschauern geführte amtliche Ver« zeichnis der Leichenschau (Anlage B der genannten Polizei« Verordnung.)

Die Nachprüfungen sind gebührenfrei.

a. Huf freitag, den 26. Oktober 1906, vormittags 9 Uhr

1. Peter Vollmer in Gethsemane,

2. Heinrich Reinmöller in Kohlhausen,

3. Georg Peter Apel in Meckbach,

4. Valentin Blum in Mengshausen,

5. Heinrich Schmidt II, in OdergeiS,

6. Konrad Riedasch in Rohrdach,

7. Georg Bube in Rotensee,

8. Heinrich Wenzel in Rotterterode,

9. Karl Petzold in Schenklengsfeld,

10. Johannes Fischer in Sorga.

b. Huf Montag, den 29. Oktober 1906, vormittags 9 Uhr

1. Heinrich Dittwar I. in Untergeis,

2. Adam Roth I. in Unterbaun,

3. Johanne« Stephan in Widdershausen,

4. Johannes Psaff in Willingshain,

5. Andrea» Glauftue in Wippershain,

6. Nikolaur Gillmana in Biedebach,

7. Jakob Abel in Heenes,

8. Jakob Brettl in Niederjossa,

9. Johann Heinrich Wiegand in Tann.

I. 8297. Der Königliche Landrat.

I. 33.:

Thamer.

nichtamtlicher teil.

Politischer Wochenbericht.

Durch die Veröffentlichung der Denkwürdigkeiten des Fürsten Chlodwig zu Hohenlohe ist viel Staub aufgewirbelt worden, und noch immer bilden diese Tagebuchnotizen den Gegenstand eifrigster Erörterung in der Presse des In- und Auslandes. Wer gewohnt ist, die Dinge von einem etwas Hähern Standpunkte mit einiger philosophischen Ruhe und Gelassenheit zu betrachten, wird die Sensation, die dadurch hervorgerufen ist, kaum verstehen können. Es handelt sich nicht etwa um eine authentische und objektive Darstellung geschichtlicher Ereignisse, sondern um die Aufzeichnung subjektiver Tageseindrücke und wech. selnder Augenbllckrstimmungen sowie um die Wiedergabe allerlei unkontrollierbarer Gerüchte und zugelragener Ge­schichten. Zu beklagen ist aber aufs höchste die grobe Taktlosigkeit, die mit der Veröffentlichung unserm Kaiser gegenüber begangen ist, sowie die Tatsache, daß damit dem Parteigeiste neue Nahrung zugeführt und den zersetzenden Richtungen unseres Volkslebens willkommener Stoff zur Ausbeutung für ihre verderblichen, vaterlandsfeindlichen Zwecke geboten worden ist. Es ist schwer ersichtlich, von welchen Motiven sich die Herausgeber bei der Veröffentlichung haben leiten lassen. Dem Andenken des dritten Reichkanz« lerS ist damit sicherlich fein guter Dienst erwiesen worden, und als geschichtliches Quellenmaterial vermögen derartige Aufzeichnungen erst dann Verwertung zu finden, wenn die nötige Distanz zu den geschilderten Ereignissen gewonnen ist.

An dem wirtschaftlichen Horizonte unsers Vaterlandes türmen sich dunkle Wolken auf. Im Kohlenbergbau ist das Streikfieber von neuem ausgebrochen. Die verschiedenen Bergarbeiterorganisationen haben den Arbeit­gebern übereinstimmende, aus eine mindestens 15-prozentig» Lohnerhöhung und Aufhebung bei sogenannten Sperrigstem« abzielende Forderungen übermittelt. Hierzu ist, wie ver« lautet, von den kürzlich in Berlin versammelt gewesenen Vertretern der deutschen Bergbaubezirke einmütig eine ab» lehnende Stellung eingenommen worden. Man vermag sich in den Kreisen der Arbeitgeber nicht dazu zu verstehen, die Arbeiterorganisationen als zuständige Vertreter der Gruden« belegschasten zu betrachten, und man ist dort ferner der Ueberzeugung, daß die im letzten Jahre seitens der Werk­verwaltungen überall vorgenommenen Lohnerhöhungen so beträchtlich sind, daß sie gegenüber den gesteigerten Lebens« mittelpreisen als durchaus ausreichend angefeh-n werden müssen. Er kann keinem Zweifel unterliegen, daß auch bei dieser neuesten Bergarbeiterdewegung wieder das sozialdemo« statische Agitationsbedürfnis die ausschlaggebende Rolle spielt. Man will die stark gelichteten Reihen der alten Verbände« wieder füllen und einen erneuten Vorsprung vor den konkurrierenden Organisationen gewinnen. Deshalb muß eine Beunruhigung in das Gewerbe hineingetragen werden, die sich fachlich absolut nicht rechtfertigen läßt. Der eigentliche Leidtragende ist natürlich auch in diesem Falle die Allgemeinheit der Konsumenten.

Von der auswärtigen Kolitis ist in dieser Woche wenig zu berichten. Der vierte Kongreß der russischen Kadetten", der konstitutionellen Demokraten, hat in Hilsingsfors getagt. Er ist dort zu einer Zersetzung der Partei gekommen, so daß fortan drei Gruppen innerhalb der Kadettenpartei bestehen: eine Gruppe der Linken, die für die sofortige Durchführung der passiven Widerstandes eintrilt; eine Gruppe des Zentrums, welche sowohl den passiven Widerstand als auch den Wiborger Aufruf als grundsätzlich berechtigt anerkennt, die Durchführung aber erst in einer fernen Zukunft für möglich hält; endlich eine Gruppe der Rechten, welche den Wiborger Aufruf als einen politischen Fehler bezeichnet und ihn auch nicht grundsätzlich anerkennt. Für die Regierung ist diese Entwickelung zweifelü« ohne vorteilhast, da sich ihr damit die Aussicht eröffnet, in der neuen Duma eine ministerielle Mehrheit zu ge- winnen. Nur kommt alles darauf an, daß die Regierung selbst der Verfassung vom 30. Oktober treu bleibt und sich weder von den sozialistisch-radikalen Elementen nach linf« noch von der reaktionären Partei derwahrhaft russischen Männer" zum Absolutismus zurückdrängen läßt.

Aus Marokko wirv zur Zeit von einer starken, durch )ar ganze Land gehenden Gärung berichtet. Die Berber« iämme des südlichen Oran sind im Aufruhr begriffe«, und mit großer Bestimmtheit behauptet sich da» Gerücht, daß Marokko vor dem heiligen Kriege stehe. Es ist zu hoffe«, daß diese Nachrichten sich al» übertrieben erweisen werden, aber immerhin werden die europäischen Mächte gut tun, solchen Susbrücheu de« isländischen FasaliSmot erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwendeu.