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sollen sich, soweit darüber Mitteilungen vorliegen, nicht be­währt haben. Der zweite Schnitt des Klees, der infolge der Trockenheit nach dem ersten Schnitt nicht immer befriedigte, ist zumeist in guter Beschaffenheit eingebracht worden. Vereinzelt war der Nachwuchs ungenügend, so daß der zweite Schnitt ausfiel. Dagegen ist aber hier und da ein dritter Schnitt gemacht worden.

* Eine Zahlung bet K r ü p p e l k i n d e r im Deutschen Reiche findet am 16. Oktober statt. Die Aufnahme geschieht an der Hand eines zehnteiligen Fragebogens durch die Ortspolizeibehörden, womöglich mit Hülfe eines Arztes, während die Kosten und die weitere Verarbeitung vom Deutschen Zentralverein für Jugendfürsorge übernommen worden sind. Zählkarten enthalten zehn Fragen. Gefragt wird unter anderem nach dem Aufenthalt, ob in einer Anstalt, unb ob der Krüppel landarm ist, wer den Krüppel unter­hält, ob er selbst erwirbt, und auf welche Weife. Ferner wird genau ermittelt, worin die Verkrüpplung besteht, ob sie angeboren oder erworben ist. Die Zählung umfaßt nur Krüppelkinder, die das 15. Lebensjahr noch nicht erreicht haben.

* (Vorsicht beim Weintraubenessen.) In Rosenhein in Oberbayern sind die elf- und zwölfjährigen Töchter des Bezirksamtmanns Bauer nach dem Genuß von Weintrauben gefährlich erkrankt. Wahrscheinlich war das Obst mit einer chemischen Lösung bespritzt und dann vor dem Genusse nicht gewaschen worden.

* Verliehen wurde den Oberholzyauern Wilhelm Christian zu Ausbach im Kreise Hersfeld und Georg Deiß zu Lautenhausen in demselben Kreise das Allgemeine Ehrenzeichen.

p Hersfeld, 26. September. (Es lebe der Re­servemann !") Nach Beendigung der Manöver, die an die Truppen große Anforderungen stellten, und nach der Rückkehr in die Garnisonen ziehen die alte Mannschaft und die zu den Herbstübungen eingezogeneu Reservisten des Königs Rock wieder aus, um heimzukehrenzu Muttern", Reserve hat Ruh', die bürgerliche Arbeit beginnt wieder, ober noch tönt aus den Eisenbahnzügen, mit denen die Reservisten in die Heimat zurückkehren, das ewig junge Lied:

Es lebe der Refervemann!

Wer treu gedient hat seine Zeit, Dem sei ein volles Glas geweiht! ein Lied, das bei jedem altgedienten Soldaten die Erinnerung an seine Militärzeit weckt. Ein schönes Stück Leben liegt hinter ihm. Aus manchem schmächtigen Bürschchen hat die Soldatenzeit einen muskelstarken, kräftigen Mann gemacht, der sich vor nichts fürchtet. Der Dienst ist streng, ganz gewiß, manches hat zum Anfang auch hart erscheinen wollen, aber wenn die Lehrzeit vorüber ist, sieht sich doch alles ganz anders an, und wird dann der bunte Rock ausgezogen, schweift unwillkürlich der Blick über die verflossenen Jahre zurück, dann kommt auch die Erkenntnis, daß nichts, gar nichts überflüssig war, was während der aktiven Dienstzeit an Einzelheiten gelernt worden ist, daß alle diese nur Glieder einer starken Kette bilden. Bei den Eltern natürlich ist die Freude groß darüber, daß der Junge von den Soldaten nach Hause gekommen ist, aber sie können ihn doch nicht dauernd behalten. Das Leben ist Arbeit; und sind einige Tage verstrichen, in denen wacker vom letzten Manöver und sonstigen Heldentaten erzählt worden ist, dann beginnt wieder die Arbeit, und Hammer und Hobel, Spaten und Axt, Metermaß und Feder treten wieder an die Stelle der Manneswaffe. Möge die Heimkehr der Reserveleute froh, ihre Zukunft sorgenfrei und gesegnet sein! Mögen sie sich aber vor allem auch nach ihrer Entlassung aus dem Militär­leben da wieder zusammenfinden, wo sie mit Gleichgesinnten, mit alten Kameraden unter der Devise:Mit Gott für König und Vaterland" die im Fahneneide gelobte Treue weiter pflegen können, mögen sie nicht versäumen, sich den Krieger- und Miliärvereinen anzuschließen!

) :( Hersfeld, 26 September. Se. Exzellenz S t a a t S « sekretär Krätke traf gestern nachmittag mit einigen ihn begleitenden Räten des Reichspostamls hier ein. Die Herren befuhren dann zwecks Besichtigung die neu einge­richtete Automobil-Postlinie Hersfeld-Friedewald-Schenk- lengSfeld.

§ Hersfeld, 26. September. Der auf den Preußisch- Hessischen Staatsbahnen, sowie im direkten Verkehr dieser mit den meisten Deutsche» Bahnen bestehende Ausnahme, taris für Dünge Mittel undRohmaterialien der Kunstdüngerfabrikation, dessen Geltungsdauer am 30. April n. Js. abgelaufen wäre, bleibt zunächst weitere 5 Jahre bis einschließlich 30. April 1912 in Kraft. Diese für die Landwirtschaft überaus wichtige Maßnahme muß umso höher angeschlagen werden, als seit Bestehen des Ausnahmetarifs die Anwendungsbedingungen nicht un­wesentlich vereinfacht wurden und das Warenverzeichnis eine derartige Erweiterung erfahren hat, daß jetzt nahezu für alle zur Verwendung kommenden Düngemittel die 20o/o Frachtermäßigung gewährt wird.

* (Auch dieSeife wird teurer.) Am Samstag ist in Bremen eine der wenigen Palmkernölfabriken, die in Deutschland noch existieren und das hauptsächlichste Roh­material für die Setsenfabrikation liefern, abgebrannt, wobei für etwa eine Million Mark Vorräte zerstört wurden. Eine weitere Erhöhung der schon feit Monaten infolge enorm hoher Preise und Knappheit der Palmkernöls steigenden Seifenpreise ist unausbleiblich.

Cassel, 25. September. Wie dasC. T." hört, ist der bisherige kommandierende General des hiestgen XL Armeekorps, General der Infanterie Exzellenz Linde, zum Präsidenten des Reichsmilitärgerichts ernannt. Zu feinem Nachfolger wurde Se. Hoheit Herzog Albrecht von Württemberg, (der präsumtive Thronfolger von Württemberg), weicher vorgestern erst zum General der Kavallerie befördert worden ist, ernannt. Bisher war der Herzog, welcher im 41. Lebensjahr? steht, Kommandeur der 26. (ersten Württemberg'schen) Infanterie-Division in Stutt­gart. Ein Telegramm aus Stuttgart von gestern meldet: »Der König hat unter dem 24. September den Herzog Albrecht von Württemberg, General der Kavallerie und Kommandeur der 26. Division, unter Belassung ä la suite des Grenadier-Regiments Königin Olga Nr. 119 und des Ulanen-Regiments König Karl Nr. 19 behufs Verwendung als kommandierender General des 11. Armeekorps noch Preußen kommandiert." Herzog Albrecht, geb. 23. De­zember 1865, ist vermählt mit der Erzherzogin Margareta Sofia von Oesterreich, geb. 13. Mai 1870, welcher Ehe 3 Söhne und 3 Töchter entstammen. Se. Exzellenz der Kommandeur der 22. Division Generalleutnant v. Heertngen ist mit der Führung des zweiten Armeekorps in Stettin beauftragt worden. Zum Kommandeur der 22. Division ist Se. Exzellenz Generalleutnant Frhr. v. Plettenberg, Inspekteur der Jäger und Schützen, ernannt. Der neu

ernannte kommandierende General der XI. Armeekorps Se. Kgl. Hoheit Herzog Albrecht von Württemberg trifft bereits heute abend 8 Uhr hier ein und wird im HotelKönig von Preußen" Wohnung nehmen. Weitere Veränderungen in den höheren Kommandostellen beim XI. Armeekorps sind nicht erfolgt.

Fulda, 24. September. Abermals nach Verlauf fast eines Jahres durcheilte am gestrigen Sonntag die Nachricht von einer furchtbaren Bluttat unsere Stadt. Zwischen einigen Kanalarbeitern JtalianoS kam es heute in einer Wirtschaft in der Löherstraße zu einem Wortwechsel, infolgedessen der Wirt sein Lokal von den Streitenden säuberte. Vor dem heiligen Geisthospital am SimpliciuSplatz erhielt plötzlich ein ca. 28jähriger Italiener von einem seiner Kameraden zwei gewaltige Dolchstiche, einer traf die linke Schläfe, ein zweiter den Hals. Der Getroffene stürzte sofort wie leblos zu Boden und erlitt einen sehr großen Blutver­lust. Von einem Mitgliede der Sanitätskolonne und einem telephonisch gerufenen Arzte wurde der Schwerverletzte zu­nächst in das Heilig Geisthospital verbracht, mit^Notverbänden versehen und alsbald dem Landkrankenhaus zugeführt. Die Täter, deren Namen unbekannt sind, hatten, nachdem sie gesehen, welch großes Unglück sie angerichtet, schleunigst die Flucht ergriffen. Es ist kaum anzunehmen, daß der Schwerverletzte am Leben erhalten werden kann, da der Blutverlust sehr beträchtlich war. Eine spätere Meldung besagt: Der durch 2 Dolchstiche verletzte Italiener ist heute früh gestorben. Von den Tätern hat man trotz eifrigen Fahndens noch keine Spur.

Fulda. 24 September. Zwei mysteriöse Funde, an Stellen, wo noch niemals ein Totenhof lag, erregen hier Aufsehen. Bei den Ausschachtungsarbeiten zum Bau der chirurgischen Klinik im Garten des hiesigen Landkranken­hauses wurden die verwesten Ueberreste der Leichen einer Mutter und ihres Kindes, bei den Arbeiten zur städtischen Kanalisation hinter den Löhren ein Sarg mit einer verwesten männlichen Leiche ausgegraben.

Geluhausen, 23. September. Das 5jährige Söhnchen eines hiesigen Schriftsetzers wurde beim Spiel von einem anderen Kinde in die Kinzig gestoßen und war dem Ertrinken nahe. Die anderen Kinder liefen weg, nur ein, 7jähriger Knabe warf dem in Todesgefahr befindlichen Kinde einen Strick zu, der von diesem erfaßt werden konnte, wodurch die Rettung bewerkstelligt wurde.

Fkitzlar, 23. September. Der Dachdeckermeister Ph. Klumm zu Ober-Möllrich bei Fritzlar hatte das Unglück, bei einer Dacharbeit in Großenenglis vom Dache zu fallen. Schwer verletzt und bewußtlos wurde er nach seiner Heimat gebracht. An seinem Aufkommen wird gezweifelt.

Kragenhof, 24. September. Erhängt aufgefunden wurde gestern ein junges 20jähriges Mädchen namens Müller an dem Stocket des Landwirts Heinrich. Die Bedauerns­werte litt schon längere Zeit an Geistesstörungen.

Darmstavt, 24. September. Das Schwurgericht ver­urteilte den früheren Gemeinderechner von Babenhausen, Andreas Altvater, wegen Verbrechens im Amte (Unterschlagung von 61 000 Mk.) unter Zubilligung mildernder Umstände zu zwei Jahren Gefängnis unter Anrechnung von neun Monaten Untersuchungshaft. Wegen Unterschlagung zum Nachteil der Vorschußvereinskasse hat sich Altvater demnächst noch vor der Strafkammer zu verantworten.

Mainz, 24. September. Ein bedauerlicher Unglücks­fall ereignete sich heute nachmittag gegen 3 Uhr auf dem Hauptbahnhof. Der in den 50er Jahren stehende Weichen­steller Sauer aus Bodsnheim wurde, als er im Begriff war, eine Weiche zu verstellen, von der Lokomotive des Personen- zuges 261 erfaßt und getötet. Der Kopf wurde dem Un- glücklichen vom Rumpf getrennt.

Frankfurt a. M., 25. September. (D i e Leiche im Koffer.) Endlich scheint sich das mysteriöse Dunkel, das über die Sensationsaffäre bis jetzt verbreitet war, ein wenig aufhellen zu wollen. Bei der Sezierung der Leiche der Frau Vogel aus Wildungen haben sich nämlich Daten ergeben, die mit großer Wahrscheinlichkeit aus einen Mord schließen lassen. Es ist festgestellt worden, daß der Ermor­deten die Zunge aus dem Munde gehangen hat, wodurch ein sicheres Zeichen für erfolgte Strangulation gegeben ist. Die Leiche ist der obersten Medizinalbehörde ausgehändigt worden, die ihr Gutachten über die vorhandenen Strangu- lationsmerkmals abgeben soll.

Sauer-Schwadenhelm, (Rheinheflen), 24. Septbr. Eine LiebeStragövis spielte sich heute morgen in unserem Orte ab. Die 20jährige Elise Eckert hatte dem Taglöhner und Tanzlehrer Heinrich Jung, mit dem sie mehrere Jahre ging, die Liebe ausgesagt. Heute morgen nun lauerte ihr Jung auf, versetzte ihr einen Beilhieb auf den Kopf, stach ihr mit einem Dolch in den Hals und zerschnitt ihr drei Finger. Dann schoß er sich zwei Kugeln in den Kops; er starb im Laufe des Vormittags. DaS Mädchen dürfte mit dem Leben davonkommen.

Aus Rheinhessen, 24. September. Einen schrecklichen Tod fand ein Landwirt aus Hochstätlen bei Furfeld. Der Mann wollte aufs Feld fahren, als feine Pferde scheuten und durchgingen. Der bedauernswerte Fuhrmann kam hierbei zu Fall und wurde aberfahren, fodaß der Tod sofort eintrat.

Bacharach, 24. September. In dem großenHotel zum Blüchertal" entstand heute morgen gegen 4 Uhr Feuer, welches sich in kurzer Zeit auf die nebenanliegende Privat- wohnung des Hotelbesitzers und auf das Wohnhaus des Allhändlers und Uhrmachers Paff verbreitete. Das ganze Hotel und die beiden Häuser sind dem Feuer zum Opfer gefallen. Der Besitzer des Hotels, von bet Rad, wurde wegen mutmaßlicher Brandstiftung verhaftet.

vermischtes.

Ein blutiges Familiendrama hat sich gestern in Faktenwalde in Pommern abgespielt In einem Anfall von Geistesstörung erschoß der Eigentümer Bauer seine Ehefrau, Mutter von neun Kindern, von denen das jüngste vier Wochen alt ist, und dann sich selbst.

N e w I) ork, 25. September. Heute mittag wurden bet einem Zusammenstoß zweier Eisenbahnzüge auf der Minneapolis und St. Louis-Eisenbahn in New Prague (Minneapolis) sechs Personen getötet und 25 oer- le^t. Die Kollision fand zwischen einem Personen- und einem Frachtzug statt.

Das Spielen m i l Schießgewehren hat am Sonntag in Naumburg a. S. über zwei Familien schweres Leid gebracht. Im Deltkateßgeschäst Ri-k spielte der 16jährige Lehrling Wille mit einem Revolver und schoß seinen 15jährigen Mitlehrling Rotlig an. Als er das Blut fließen sah, richtete er die Waffe gegen sich selbst und schoß sich tot.

(Früher Winter.) Im Hannoverschen Land ist letzte Nacht starker Winterfrost eingetreten. In Stadt­hagen an der Weser zeigte das Thermometer 2 Grad unter Null. In der Umgegend von Hannover sank das Thermo­meter bis auf 1 Grad. Der Temperaturfall hält an.

(Eine Vatermörderin verurteilt) Die Strafkammer in Memel verurteilte die 18jährige Besitzers­tochter Gedeit aus Schwenzeln, die im Juni 1905 ihren Vater vergiftet hatte, zu zwölf Jahren Gefängnis. Der alte Gedeit hatte das Liebesverhältnis seiner Tochter mit einem seiner Knechte nicht dulden wollen. Das Mädchen hatte deshalb zweimal in eine Haferflockensuppe, die sie dem Vater zu trinken gab, Arsenik getan.

(Hartnäckige Duellanten.) Wegen eines Artikels gegen die Königin-Mutter Margherita fand ein Säbelduell zwischen den Chefredakteur des Avanti und dem Monarchisten Journalisten Vittort statt. Nach dem 20 Gang wurde das Duell wegen Uebermüdung der Kämpfenden abgebrochen. Es soll jedoch später sortgesetzt werden.

Der zwölfjährige Lateinschüler und Seminarverwal- terssohn Host in Neu bürg a. d. Donau hat aus seines Vaters Amtskasss 7000 Mk. bar gestohlen und ist mit einem gleichalterigen Jungen flüchtig.

Eine furchtbare Feuersbrunst hat das der Ortschaft Botzanowitz im Kreise Rosenberg gegenüber» liegende russische Städtchen Kcz-pice vernichtet. 144 Wohn­häuser und 158 Wirtschaftsgebäude mit Mobiliar, Wirt, schastsgeräten und Futtermitteln sind niebergebrannt. Zur Linderung der großen Not hat sich in Botzanowitz eine Hilsskolonne gebildet, das die jenseitigen Grenzbewohner mit dem Notdürftigsten versehen will.

(A u t o m o b i l u n g l ü ck.) Wie aus Innsbruck berichtet wird, stieß in Rovereto der regelmäßig nach Seis verkehrende Automobil Omnibus an ein Haus, die Insassen wurden herausgeschleudert und das Fahrzeug demoliert. Der Wagenführer Manson und seine Tochter wurden tödlich, elf weitere Personen schwer verletzt.

I n den Ruinen eines Gebäudes von SanFrancisco wurden beim Abtragen zwanzig Leichen gefunden. Das Gebäude stürzte am 18. April durch das Erdbeben ein, unb die Ruinen gerieten in Brand. Zur Zeit der Katastrophe waren 50 Personen in dem Hause und bisher waren nur sieben zum Vorschein gekommen.

NewAork, 24. September. Ein neues Lynchgericht hat heute früh in der Nähe von Atlanta stattgefunben. Ungefähr 200 Männer stürmten das Gefängnis, holten einen Neger heraus, hingen ihn an eine Telegraphenstange und durchbohrten ihn mit zahllosen Kugeln. 16 Kompagnien Infanterie, eine Batterie leichter Artillerie, eins Schwadron Kavallerie und die ganze Polizei von Atlanta wurden auf­geboten, um die Ordnung in der Stadt aufrechtzuerhalten. Während der Nacht wurde wiederholt aus dem Hinterhalt auf Straßenbahnwagen geschossen, so daß der Verkehr auf mehreren Linien eingestellt werden mußte. Um 10 Uhr wurde ein Neger von 50 Personen verfolgt. Er flüchtete in ein Hotel und wurde dort von seinen Verfolgern erschossen. Die Wogen bet Aufregung gehen sehr hoch, die Neger drohen mit Revanche.

Letzte Nachrichten.

B r e S l a u, 25. September. In dem Prozeß wegen Beteiligung an den Ruhestörungen auf dem Striegauer Platz, wurde heute das Urteil gefällt. Wegen Koalitions­zwang, Wiederstand gegen die Staatsgewalt und Aufruhr wurden 38 Angeklagte verurteilt. 2 zu 6, 1 zu 5, 4 zu 3 und 9 zu 2 Monaten Gefängnis. Die Uebrigen zu geringeren Strafen.

Chemnitz, 26. September. In Oelsnitz wurde auf dem Deutschland-Schacht der Zimmermann Pechmana vom Abschlußgestell des Schachts hinabgerissen und tot gedrückt.

P o l a , 26. September. Wie die Dalmatinischen Blätter berichten, seien auf der Strecke Triest-Pola am Tage vor der Durchfahrt des Erzherzog Franz Ferdinand auf dem Bahnkörper Dynamitbomben gefunden worden. Als der Tat verdächtigt sind Reichsilaliener, die sich in Haft fanden.

München, 25. September. Auf die Ergreifung der Münzenräuber sind von der Behörde 1000 Mark Belohnung und 5 % des wiedergebrachten Geldes ausgesetzt worden.

Danzig, 25. September. Beim Fischzug auf See ertranken zwei verheiratete Fischer aus Neusels. Das Boot wurde durch einen auögebrochenen Sturm zum Kentern gebracht. ___

Konstantinopel, 25. September. Aus Skutari werden Zusammenstöße zwischen Truppen und der Bevölkerung in Kioja gemeldet, wohin in letzter Zeit ein gemischtes Truppendetachement zur Eintreibung von Steuern abge­gangen war. Einzelheiten fehlen, da die telegraphische Verbindung gestört ist.

Atlanta, 25. September. In der Vorstadt BrownS. ville sind 2 Neger getötet und 257 verhaftet worden. Am morgen wurden noch zwei Neger in den äußeren Stadt­teilen durch die Polizei gelötet. Die berittene Garde des Gouverneurs und die reitende Polizei wollen durchaus den Tod des ermordeten Poltzeioffiziers rächen. Die Neger sind in großer Angst,

Atlanta, 25. September. Heute wurden zwanzig Polizisten an der Weichbildgrenze der Stadt Überfällen, vermutlich durch studierende Neger. Der Universitätsickretär und ein Polizsioffizier wurden getötet, vier Polizeibeamte verwundet, 6 Schwarze wurden ergriffen, hiervon zwei erst, nachdem sie auf der Flucht von dem Voikshaufen halbtot geschlagen waren.

Wettervoraussasit des Wetterdienstes der Landwirt­schaftsschule zu Weilburg für Donnerstag den 27. Septemper.

Veränderliche Winde, vielfach heiter, trocken, Temperatur nicht erheblich geändert.