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vom 6. 7. 1900 zum Einkommensteuer-Gesetz alsbald neu oufzustellen und nach Maßgabe der Kopsinschriften sorg- sältig auSzufüllen. Die Auszüge aus diesen Verzeichnissen sind den Ortsbehörden des Preußischen Wohnsitzes oder Veranlagungsortes zur Benutzung bei der bevorstehenden Veranlagung dieser Personen im Laufe der Monats Ok­tober zu übersenden und bei Aufstellung der Slaassteuer- listen von den Bürgermeistern und Gutsvorstehern des Wohn- bezw. Veranlagungsortes auch wirklich zu benutzen.

Der Vorsitzende der

Einkommensteuer-Veranlagungs-Kommission.

I. V.:

Trott zu Solz, St. 2528. RegierungS-Referendar.

Die Zimmerlehrlinge der Kreise Hersfeld und Hünfeld, welche ihre Gesellenprüfung ablegen müssen, werden aufgesor- derr, bis zum 10. Oktober d. I. bei dem Unterzeichneten in Hersfeld sich zu melden und nachstehende Papiere einzusenden. 1) Gesuch um Zulassung zur Gesellenprüfung. 2) Einen eigen­bändig geschriebenen Lebenslauf. 3) Ein Zeugnis des Lehr­meisters. 4) Ein Zeugnis der Volksschule. 5) Ein Zeugnis der Fortbildungsschule, wenn eine solche besucht, 6) den Lebrvertrag oder den Nachweis der Eintragung in die Lehr­lingsrolle.

Die Prüfung findet am 15. Oktober 1906 morgens 8 Uhr aus dem Geschäftsplatz des Unterzeichneten statt.

Hersseld, den 24. September 1906.

Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses für Zimmerlehrlinge in den Kreisen Hersseld und Hünfeld.

Georg Lämmerzahl, Zimmermeister.

Dichtamtlicher Ceil.

Irr AiiWiiil in IM-MM-Ma.

Ein in Londoner Blättern veröffentlichtes Telegramm aus Kapstadt bringt die Nachricht, daß zwei Engländer wegen der Lieferung von Waffen über die Grenze an die Herero, zu Geldstrafen von je 30 Pfd. Eterl. oder im Falle der Nichtzahlung zu vier Monaten Gefängnis verurteilt worden sind. Der Richter verurteilte die Handlungsweise der zwei Leute in den schärfsten Ausdrücken und wies auf die Spannung der Beziehungen zu Deutschland hin, welche voraussichtlich eintreten würde, wenn solche unerlaubte Handlungsweise nicht scharf unterdrückt würde.

Petersburg, 24. September. Im Gouvernement Samara ist eine furchtbare Hungersnot ausgebrochen. Die Lage der Bewohner ist verzweifelt. Die Priester aus zwölf Dörfern flehen das Rote Kreuz um Hilfe an. Ganze Familien essen nur dreimal in der Woche. Infolgedessen nimmt die Zahl der Kranken täglich zu. Besonders wütet der Skorbut sehr schlimm, ebenso der Unterleibstyphus. Brot wird aus unglaublichen Substanzen hergestellt, es hat eine grüne, schmutzige Farbe. Das von der Regierung ge­lieferte Samengetreide ist von zweifelhafter Qualität. Er wird zu den allerbilligsten Preisen aufgekauft. Die Land- schaftschess und die Vorsteher der Verpflegungs-Kommission walten ihres Amtes gewissenlos. Beispielsweise kaufte der Landschastrchef des Kreises Newousensk im obigen Gouver­nement durch einen Makler der Saratowschen Börse große Partien Getreide an, wovon sieben Waggons völlig durch Würmer verdorben waren. Im Steppengebiet herrscht eben- falls Hungersnot. Es ist kein Viehfutter infolge der Miß­ernte vorhanden. Das Vieh muß zu Schleuderpreisen ver­kauft werden. Er gibt kein Brot und kein Saatgetreide. Es bedarf der Aufwendung großer Mittel seitens der Re­gierung, um dem Hunger zu steuern. Allenthalben wird die Privathilfe angerufen.

Toulouse, 25. September. Die Polizei verhaftete hier eine junge Russin, welche erklärt hatte, sie sei im De- sitze einer Bombe und habe die Absicht, eine hochstehende Persönlichkeit zu töten Diese weigerte sich, über ihre Per­sonalien Auskunft zu geben und gab an, sie hätte die Bombe inzwischen vernichtet.

In Petersburg mehren sich ständig die Raubanfälle. So drangen gestern abend einige anständig gekleidete junge Leute in die Wohnung eines Hausverwalters, schloffen die Anwesenden in ein Zimmer ein und erklärten, daß vor der

des ersten Stockwerks des Schloffes.

Bis dahin war die junge Dame gekommen, als sie plötz­lich auf Richard Duffon stieß, der aus der Tür dieser Zimmer­flucht trat und hinter sich abschloß. Ganz verwirrt grüßte er Ruth, die ihm verwundert nachschaute. Was hat der Buck­lige hier in den Zimmern Lord Henrys? Wußte jener davon? Er kam ihr verwunderlich vor. Zur größten Freude Ruths befand sich Selima bei dem Oheim.

Sie wollte gleich wieder gehen, aber Lord Henry meinte: Warum eilen Sie so sehr, Miß Dean? Bitte, bleiben Sie?"

Als sich Ruth gefegt hatte, lächelte Henry sie an und fragte:

.Heute frü^ hörte ich zum erstenmale Musik im Schloß. Ich hatte das Fenster geöffnet, die Lenzluft einzulassen. Plötz­lich hörte ich ein wundervolles Musikstück von Goldsmith. Wer spielt hier Klavier?"

Sir Richard vermutlich!"

Ah, bah, der kommt über einige landläufige Melodien nicht hinaus."

So bin ich es gewesen, Mylord!"

Dann haben Sie auch die Arie von Händel gesungen

Sie errötete.

3d) glaube wohl, Mylord."

Henry blickte sie begeistert an:

So haben die Kamönen ihr Füllhom reichlich über Ihr Haupt ausgegoffen!" Er deutete aus Selimas Bild. Sind Sie auch Malerin?"

Ein wenig."

Ruth hielt es für gesährlich, bei diesem Thema stehen zu bleiben, sie lenkte sofort ein und schlug ein andres an.

Es war ein Dom in Richard DuffonI Augen, daß sein Bruder chn nicht eingeladen, bei ihm zu verweilen. Desto neugieriger war er, zu erfahren, was der Lord mit Ruth zu sprechen hatte. 0

Um dieses zu erfahren, suchte er Selima mit kleinen Ge- fchenfen für sich zu gewinnen. Glühend haßte er die ,Kröte," welche ihngmorra genannt. Er hatte an einen Universitäts- jugendfreund geschrieben, der jetzt Professor der orientalischen Sprachen in Oxford war, und dieser hatte ihm kurz geant-

Tür dieses Zimmers eine Bombe niedergelegt worden sei. Dann raubten sie Wertsachen, Pfandbriefe und Wechsel im Betrage von 200,000 Rubel. Die Räuber entkamen.

Katlowitz, 25. September. Der frühere Besitzer der Eisengießerei Heinrichswerk bei FriedrichShütte Kühne­mann wurde in Czenstochau an der russischen Grenze durch zwei Revolverschüsse ermordet. Er war dort Leiter einer Fabrik.

SoSnowice, 24. September. In der Ortschaft Dembowagura kam es zu einem Zusammenstoß zwischen Polizei und Kosaken nnd den Teilnehmern an einer Arbeiter­versammlung. Zwei Arbeiter wurden getötet, mehrere ver­wundet.

Lodz, 25. September. Von einem betrunkenen Dra­goner wurden heute vier Personen, darunter drei Kinder, erschossen.

Odessa, 25. September. Im Bezirke Kriultary, in der Nähe von Kischinew, haben die Bauern sämtlicher Dörfer auf die Weigerung der Gutsbesitzer, ihnen Land zu verpachten, durch Anzünden von Strohschobern einen gewaltigen Brand verursacht, der sich infolge der gewaltsamen Verhinderung von Löschversuchen seitens der Bauern über den ganzen Distrikt verbreitet hat. Die Bauern haben die Gutsbesitzer verjagt und sich bewaffnet, um den vorrückenden Truppen Widerstand zu leisten.

Baku, 25. September. Heute abend wurde aus mehreren Wirtshäusern auf Polizeibeamte geschossen. Eine Polizeipatrouille erwiderte das Feuer und gab eine halbe Stunde lang auf die Wirtshäuser, aus denen geschossen worden war, Salven ab. Eine Person wurde getötet, meh­rere andere verwundet

Bus > und Busland.

Berlin, 25. September 1906.

Die braunschweigische Landesversammlung hat heute durch einstimmig gefaßten Beschluß den Wunsch ausgesprochen, statt der Erneuerung des Regentschafts­provisoriums eine Wiederbesetzung des Thrones zu ermög­lichen und zu diesem Zwecke den Reichskanzler als Vorsitzen­den des Bundesrats um Einleitung der erforderlichen Verhandlungen zu ersuchen.

Die BerlinerPost" meldet: In einer hier stattgehabten aus den verschiedensten Teilen des Reiches zahlreich besuchten Versammlung von Buchdruckereibesitzern wurde einstimmig die Gründung eines sofort in Tätigk it treten­den Arbeitgeber-Verbandes für das Buchdruckereigewerbe be­schlossen.

Ueber eine polnischeZeitungSents schreibt die Nordd. Lüg. Zig." : Aus demDziennik Bsrlinski" haben mehrere Zeitungen die Mitteilung übernommen, daß der Kulturminister in einer Unterredung mit dem Kardinal- Fürstbischof Dr. Kopp zugegeben habe, die Regierung sei in Sachen der Beseitigung der polnischen Sprache im Reli­gionsunterricht der Elementarschulen zu weit gegangen. Daran soll der Kultusminister die Bemerkung geknüpft haben:Aber zeigen Sie uns, Herr Kardinal einen Aus­weg, der uns ermöglicht, aus dieser Lage ohne Schädigung des Ansehens der Regierung herauszukommen." Wir sind in der Lage, zu erklären, daß diese Darstellung auf freier Er- findung beruht'

Die deutsche Kleinsiedelungsgenossen' s 4 a f t in Ostrowo hat das über 400 Morgen große Gut Biernow aus polnischen Händen zu Besiedelungszwecken er­worben. Es sollen in erster Linie deutsche Flüchtlinge aus Rußland angefiedelt werden, deren Zuwanderung jetzt wieder stark ist. Unter den in Ostrowo eingetroffenen russischen Familien haben sich fünf mit zusammen dreißig Köpfen zur Ansiedelung in den deutschen Schutzgebieten in Afrika ge­meldet.

(Ein amerikanischer General über die deutscheLrmee.) Gelegentlich der Anwesenheit fremd­ländischer Offiziere beim diesjährigen Kaisermanöver hat einer der ausgezeichnetsten Offiziere der amerikanischen Armee bei dem für diese Gäste in BreSlau veranstalteten Abschieds diener eine bemerkenswerte Rede gehalten. General Duvall ergriff, nachdem er einen Toast auf Kaiser Wilhelm aus- gebracht hatte, nochmals das Wort zu folgenden Ausfüh­rungen:Meine Herren! Es ist für mich eine ganz außer­ordentliche Freude, im Namen der Offiziere, welche die Armee der Vereinigten Staaten repräsentieren, einige Worte sprechen zu dürfen; denn ich hege persönlich für Deutsch­land und seine Geschichte eine hohe Begeisterung, die mit

wortet:gmorra bedeutetScheusal." Diese schimpfliche Bezeichnung halte nur ihm gegolten. Ja, er war ein Scheu­sal, aber er gönnte anbern auch kein Glück, er haßte die Menschheit.

Worüber spricht denn mein Bruder mit Miß Dean. Prinzeß Trotzkops?" fragte er sie einst scherzend.

Selima lachte.

Wovon? Von allem Möglichen!"

Auch von mir?"

Nein, nie!"

Er biß sich aus die Lippen.

So sprechen sie stets englisch?"

O nein, zuweilen reden sie auch deutsch, aber ich verstehe dieses nicht."

Aha, nun wußte ers. Jetzt wurde es ihm klar, daß sie Geheimnisse hatten. Aber er wollte dazwischen fahren, wie der Habicht unter die Tauben! Der Zufall kam dem Bösewicht abermals zu Hilfe.

Lord Henry erging sich zum erstenmal anfangs April im Garten und brächte ihm einige neuerblühte Veilchen, als ein Brief von James einging.

Lord Balmore erbrach ihn sogleich und las ihn mit dem größten Interesse. Vor allem erkundigte sich James nach Se­limas Befinden. Dann sprach er von sich selbst und gab seiner Verurteilung der Schritte der Regierung in Ildiz Kiosk unverhaltnen Ausdruck.Der Großvezier," sagte er der Wahr­heit gemäß,tastet bald hierhin, bald dahin, ohne eine feste Handhabe zu gewinnen; hieran sind die Parteien schuld, die ihn mehr oder minder von sich abhängig gemacht haben! Du kannst Dir kaum denken, wie auch wir darunter leiden müssen, da man von der Beförderung tatkräftiger Offiziere eingreifende Folgen gegen diese Mißwirtschaft befürchtet. Schon einmal bin ich persönlich Übergängen worden; leicht wäre es möglich, daß ich infolge solcher Behandlung einmal ganz aus dem atoben Dienst träte!"

Mit ähnlichen Betrachtungen hatte James sein Schreiben zu Ende gesührt.

Unglücklicherweise legte Henry diesen Bries neben sich aus die Bank, als Ruth in den Garten trat. Er begleitete die

der größten Ergebenheit gepaart ist. Obgleich die« unser erster militärischer Besuch in Deutschland ist, haben wir doch immer gewußt, daß hier die Quelle soldatischer Ideale und die Verwirklichung höchster militärischer Tüchtigkeit zu finden sind; in diese setzen wir unseren Glauben, sie sind unsere Glaubensartikel; und so sind wir denn hierherge­kommen wie der Pilger zu einer heiligen Stätte, und was wir gesehen haben, hat nur diesen Glauben gestärkt und geheiligt. Unsere hohe Wertschätzung der kaiserlichen Gast, freundschaft, des Entgegenkommens und der Liebenswürdig­keit seiner Offiziere kann nicht in einfachen Worte» des Dankes ausgedrückt werden; aber in unserem Herzen wird ein immer waches Gefühl zurückbleiben, das in aufrichtiger, durch so viel Güte genährter Bewunderung feinen Aus­druck findet, in einer Bewunderung für den deutschen Geist in allen seinen Erscheinungen, für jene vorwärts treibende Kraft des Patriotismus, durch welchen Deutschland so große Fortschritte macht, sei es, daß es diese Kraft der Entwicke­lung des Wohlstandes und der Künste der Friedens, sei es, daß es sie der Vervollkommnung jenes unentbehrlichen Be- schützers dieser hohen Ziele, seiner nationalen Wehrkraft, zuwendet, in einer Bewunderung für den Gerechtigkeitssinn, der es so weise zuwege gebracht, daß in diesem so stark bevölkerten Lande jedwedes Interesse seine richtige Würdi- gung findet, in einer Bewunderung für den Geist der Treue und Gewissenhaftigkeit, der in jeder Lebenslage den Deutschen ernst bei der Arbeit hält, für den Geist der Gemütlichkeit, der das Ganze mit Zufriedenheit und Behaglichkeit erfüllt, vor allem aber in einer Bewunderung für den soldatischen Geist, der die Lenden des Volkes umgürtet und ihm seine Macht verleiht".

Die thüringischen Bundesregierungen wollen eine gemeinsame Eingabe an den Reichskanzler richten und ihn in derselben um Oeffnung der Grenzen zur Linderung der Viehnot ersuchen.

Die militärischen Vorsichtsmaßnahmen der Türkei gegenüber Bulgarien nehmen ihren Fort­gang. Jetzt sind die Mobilisiecungsbefeble für die 5. Nizam- binifion in Uesküb, für die 10. Nedifdivifion in Köprülü und für die 9. Nizamdivision in Seeres erteilt worden. Nach Seeres gingen drei Batterien von Jstib ab.

Die Lage auf K u b a soll sich erneut zum besseren ge­wendet haben. Es heißt, die Regierung und die liberale Partei wollten den Forderungen der Insurgenten nachgeben. Nach einer New-Aorker Meldung ist am Montag auf Kuba der Waffenstillstand verkündigt worden.

Bus Provinz u. Dachbargebiet.

* Saatenstand in Preußen um die Mitte beS Monats September 1906: Kartoffeln 2,8 (Vormonat 2,7), Klee 2,5 (2,5), Lazerns 2,4 (2,3), Riefelwiefen 2,3 (2,2), andere Wiesen 2,7 (2,7). Die entsprechenden Zahlen des Vorjahres waren 2,5 2,2 2,3 2,2 2,4 (2 bedeutet gut, 3 bedeutet Mittel). Die Statistische Korrespondenz bemerkt hierzu: Bei dem immerhin überwiegend schönen, warmen Wetter konnten die in diesem Jahre meist früh reif ge­wordenen Körnerfrüchte allenthalben bis auf vereinzelte kleine Reste von Hafer, seltener auch Gerste, in gutem Zustande geborgen werden; verhältnismäßig wenig ist die Ernte ge­schädigt worden. Hervorgehoben wird aber auch jetzt wieder, nachdem überall Probedrüsche vorliegen, daß das Winterkorn- besonders Roggen, nicht so gut schütte wie das Sommer­getreide, von dem der Hafer ziemlich allgemein recht zufrieden- stelle. Als schädliche Tiere werden fast ausschließlich Mäuse genannt, die sich in allen Landesteilen sehr vermehrt haben sollen. Eine wahre Plage find sie aber, soweit sich die Vertrauensmänner darüber äußern, in den Provinzen West- preußen, Brandenburg, Pommern, Posen und Schlesien, wo sie dem jungen Klee und der Luzerne schon beträchtlichen Schaden zugesagt haben. Dazu kommen in den Regierungs­bezirken Breslau, Magdeburg und Merseburg viele Hamster, in Minden und Arnsberg sowie in der Provinz H e s s e n - Nassau Schnecken. Die jetzt zu erntenden mittelspäten Kartoffeln sind mit wenigen Ausnahmen leider sehr von Fäulnis befallen. Die Meldungen über Krankheit bilden fast die Regel; unter einer Anzahl von Schätzungen werben die kranken Knollen bis zu 50 Hundertteilen (Regierungs­bezirk Köslin) beziffert. Am meisten wird über Kräufel- und Pilzkrankhett geklagt. Von den auf ihren hohen Knollen- unb Stärkeertrag erprobten Sorten scheint nach den so häufig wiederkehrenden Meldungen Magnum bonum, welche früher sehr geschätzt wurde, schon sehr entartet zu sein ; aber auch Daber, Pros. Maercker, Jmperial und Mühlhäuser

junge Damme und ihre Schülerin durch die Anlagen und vergaß das Schreiben.

Richard Duffon, der Ruth jedesmal, wenn sie mit Henry verkehrte, umlauerte, bemerkte das Papier und eignete es sich sofort an. Als er gelesen, lachte er höhnisch und sagte:

Wenn die Zeilen in die Hände des Großveziers fallen, sendet Dir der Beherrscher aller Gläubigen, mein teurer Hamid Pascha, die seidene Schnur!"

Er riß kurz entschlossen den zu seinen teuflischen Zwecken passenden Abschnitt aus dem Briefe heraus und warf den Rest in den Park, wo ihn der Wind entführte.

Jetzt stellte sich auch Lord Greenland wiederholt auf Bal- more-Castle ein. Er widmete Miß Ruth Dean in der Tat eine recht ritterliche Verehrung, das mußte bald jeder sehen.

(Fortsetzung folgt.)

(Raubmord.) Aus Dortmund wirb gemeldet: Bet bet Ortschaft Weitmar würbe gestern abend auf offener Straße ein fremder Reisender ermordet und beraubt aufge­sunden. Das Geficht war durch Messerstiche bis zur Un­kenntlichkeit verstümmelt. Neben der Leiche lag ein Messer und ein mit 6 Kugeln geladener Revolver. Mit den Wert­sachen wurde auch der Inhalt einer leer aufgesundenen Aktentasche geraubt. Ueber die Persönlichkeit des Reisenden, sowie der Mörder herrscht völliges Dunkel.

In einem Tanzsaal zu I n g o l st a d t erschoß der Schlosser Grahmmer aus Eifersucht ein Mädchen und dann sich selbst.

London, 25. September Aus Lucknow wird gemeldet: Dort traf die Nachricht aus Campbellpore ein, daß sich auf dem Indus eine Dampfer-Katastrophe ereignete, bei der über 160 Personen ertranken. Ungefähr zweihundert reisende Kaufleute mieteten einen Dampfer, um den Fluß hinab zu fahren und am anderen User zu landen. Das Fahrzeug geriet in einen Strudel und schlug mitten auf dem Strom um. Nur ungefähr 30 Personen wurden ge­rettet. Die Dorfbewohner leisteten den Ertrinkenden keinerlei Hilfe, und der Khan de« dort gelegenen Flecken« soll deshalb vor Gericht gestellt werden.