Die Prüfungsordnung für das höhere Lehramt hat neuerdings eine wichtige Neuerung erfahren. Bisher mußte das sogenannte K u lt u r e x a m e n , d. h. der Nachweis der allgemeinen Bildung in Religion, Deutsch, Philosophie und Pädagogik, zusammen mit der Fachprüfung an dem- selben Termin abgelegt werden. Dem entgegen hat der Kultusminister jetzt nach Meldungen verschiedener Blätter verfügt, daß diese beiden Prüfungen getrennt abgelegt werden dürfen, wenn auch nicht müssen. Zwischen beiden darf ein Zwischenraum von drei Monaten liegen.
In V e r v i e r S einem der Industriezentren Belgiens, droht eine große Arbeiteraussperrung einzu- treten. In einer daselbst am Montag abend abgehaltenen Versammlung der Vereinigung der Texttlindustriellen wurde die Generalaussperrung in allen industriellen Betrieben von VervierS und Umgegend beschlossen. 20 000 Arbeiter werden von der Aussperrung betroffen. Die Industriellen erk'ären, die Generalaussperrung sei durch zwei Ausstände provoziert worden, die in zwei Wäschereibetrieben ausge< krochen seien, in denen Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Streit lägen.
Aus Paris 18. September wird gemeldet: Wie La France Militaire meldet, werden in den staatlichen Waffen- fabriken in St. Etienne gegenwärtig Jnsanterie- m i t r a i l l e u s e n nach deutschem Muster hergestellt. Jeder der drei Läufe des für Lebell-Geschoffe eingerichteten Ma. schinengewehrS erhitzt sich erst nach 2100 Schuß, so daß in ununterbrochener Folge 6300 Schuß abgegeben werden können. Bis Ende dieses Jahres sollen 6000 Stück der neuen Waffe abgeliesert werden.
Im Haag sind günstige Nachrichten über die K ä m p f e der holländischen Truppen auf der Insel Bali mit den dortigen Rebellen eingelausen. Die nach Bali abgesandte militärische Expedition vertrieb nach heftigem Kampfe den Feind aus dem Komplex der Dörfer im Südwesten von Den Pasar. Der Feind ließ 33 Tote aus dem Felde. Die Bevölkerung dieser Dörfer unterwarf sich und lieferte die Gewehre aus.
Präsident Ro o seve lt empfing eine Abordnung deutscher Fabrikanten, welche ihm Beschwerden über das Zollverfahren der Vereinigten Staaten unterbreitete. Roosewelt erklärte, die Abordnung solle ihre Be schwerden den Beamten des Schatzamts und des Staatsdepartements eingehend unterbreiten, welche ihm dann darüber berichten würden. Die Abordnung hat sich sogleich nach Washington begeben.
Aus Provinz u. Nachbargebiet.
* (Sonntagsruhe i m Handel mit frischem Obst.) Von verschiedenen Seiten ist darauf hingewiesen worden, daß es zur Förderung einer gesunden Volksernährung und zur Beschränkung des Genuffes geistiger Getränke dienlich fein würde, wenn sich an Sonn- und Festtagen den zahlreichen Personen, die aus Ausflügen Erholung suchen, ausgiebig Gelegenheit böte, zu ihrer Erfrischung an den von ihnen besuchten Orten frisches Obst zu kaufen. Da bisher diese Gelegenheit nicht in ausreichendem Umfange geboten zu sein scheint, hat der Handelsminister sich veranlaßt gesehen, aus die Bestimmungen unter Ziffer 136 b und 138 c der AusführungSanweisung zur Gewerbeordnung aufmerksam zu machen. Nach der ersteren Bestimmung können die Regierungspräsidenten an Sonn- und Festtagen den Verkauf von Obst in Obsipflanzungen während der Erntezeit auch nach Ablauf der allgemein zugelassenen fünf Verkaufsstunden bis 7 Uhr abends gestatten. Durch die Bestimmung unter Ziffer 138 c a. a. O. ferner sind die unteren Verwaltungsbehörden ermächtigt, an Sonn- und Festtagen das Feilbieten von Obst auf öffentlichen Wegen usw., bei öffentlichen Festen und für solche Ortschaften, in welchen an Sonn- und Festlagen regelmäßig durch Fremdenbesuch ein gesteigerter Verkehr stattfindet, in ausgedehntem Umfange freizugeben.
* Der Verbandstag der Post- und Telegraphen.Assistentenvereine beschloß die folgende Resolution: „Die in den letzten Jahren eingetretene starke Steigerung der Mieten, die anhaltende Teuerung auf dem Lebensmittelmarkt uud die fortgesetzte Erhöhung der Preise für alle sonstigen Lebensbedürfnisse haben den Zustand gezeitigt, daß das Diensteinkommen der minderbesoldeten Be. amten zur Bestreitung eine» standesgemäßen Unterhalts, insbesondere angesichts der gesteigerten Lebenshaltung gleichartiger Volksschichten, als ausreichend nicht mehr anzusehen ist. Der Verbandsvorstand wird daher beauftragt, die gesetzgebenden Faktoren aus diesen unhaltbaren Zustand aufmerksam zu machen und sie darum anzugehen, durch eine sofortige, durchgreifende Gehaltsaufbesserung der vorhandenen Notlage im Beamtenstande zu steuern."
* Der Abschied wurde bewilligt: dem Stabsarzte der Landw. 1. Aufgebot» Dr. Faber (Hersfold).
):( Hersfeld, 19. September. In diesen Tagen wird eine Revision der Jnvalidenkarten stattfinden. Um sich vor Strafen zu schützen, wird es sich empfehlen, die Karten sofort einer genauen Durchsicht zu unterziehen und etwaige Mängel, wie besonder» Fehlen und Nicht- entwertung von Marken, zu beseitigen.
):( Hersfeld, 19. September. Der Diskont der Reichsdank ist von 4Va auf 5 Prozent erhöht worden.
):( Hersfeld, 19. September. Der in Frankfurt o/M. tagende Sparkassenverband für Hessen-Nassau und Waldeck hat beschossen, seine nächste Tagung hier abzuhalten.
Marburg, 16. September. Die Immatrikulationen für das am 15. Oktober beginnende Wintersemester an der hiesigen Universität sind nunmehr endgültig wie folgt, fest, gesetzt: Theologen am 15., 19., 25. Oktober und 1. November, Juristen am 16., 22., 26. Oktober und 1. November, Mediziner am 17., 23, 29. Oktober und 5. November, Philosophen am 18, 24., 30. Oktober und 6. November. Zur Empfangnahme der Matrikel haben sich sämtliche neu eingeschriebenen Studierenden am 17. November, vormittags 11 Uhr, in der Universttäts-Aula einzufinden. Da» Belegen der Vorlesungen muß bis zum 12. November erfolgt fein, wenn das Semester als Studienzeit angerechnet werden soll.
Wörrstadt, 16. September. Ein schwerer Unglücksfall aus dem Manövergelände ereignete sich vorgestern in der Nähe unseres Städtchens gelegentlich des Gefecht» der 41. und 42. Brigade. Wie gewöhnlich hatte das interessante militärische Schauspiel Hunderte von Zuschauern herbeigelockt, die sich in nächster Nähe den „Krieg im Frieden" ansehen wollten. Plötzlich scheute das Pferd eines Hauptmanns, warf seinen Reiter ab und stürmte auf die Zuschauer los Die 24 Jahre alte Philippine Barthel von hier wurde
hierbei von dem tollen Tiere wit solcher Wucht umgerissen, daß sie bewußtlos liegen blieb. Ein zwei Jahre altes Kind, das die Barthel auf dem Arme trug, wurde von dem Hinter- Hufe des Pferdes am Kleidchen erfaßt und eine ganze Strecke weit fortgeschleudert. Ein rasch herbeigerusener Arzt stellte bei dem Mädchen außer einem doppelten Beinbruch leider auch noch einen schweren Bruch des Halsrings und bei dem Kinde eine sehr bedenkliche Gehirnerschütterung fest. Die beiden Schwerverletzten wurden nach Anlegung eine» Notverbandes mittels Sanitätswagen nach Hause gebracht.
Deifel, 17. September. In Gottsbür-N stürzte der Zimmermann Gante bei der Reparatur des Kirchturmes herab und fand seinen Tod.
Wiesbaden. 17. September. Ein überaus trauriger Vorfall, der ein blühendes Menschenleben vernichtete, trug sich gestern abend kurz nach 11 Uhr in dem Hause Nero- straße 44 zu. Das 19 Jahre alte Mädchen Lina Schiefer, aus Alpenrod im Westerwald gebürtig, hatte sich um 11 Uhr in ihr in der Mansarde belegenes Schlafzimmer begeben. Beim Anzünden des Lichts sprang beim ersten Streichholzanstecken der glühende Kopf des Streichholzes, von dem schon etwas ermüdeten Mädchen unbemerkt, auf dessen Bluse. Während dieses nun ein zweites Streichholz entzündete, fing die Kleidung von dem darauf gefallenen weiterglimmenden Funken Feuer und im Nu stand das Mädchen, welches nur leicht bekleidet war, in Flammen. Furchtbare Angstschreie ausstoßend, stürzte die Unglückliche die Treppe herunter, fand aber, da es ja schon spät abends war, die Türen der Wohnungen verschlossen. Aus ihre Hilferufe eilte eine Frau aus der zweiten Etage herbei, holte, alt sie die Brennende sah, schnell entschlossen, einen Eimer Wasser und schüttete ihn dem Mädchen über den Kopf. Das Feuer schien im Moment erstickt, züngelte aber Nach wenigen Momenten an einigen Stellen Wiener auf, sodaß ein zweiter Eimer Wasser geholt werden mußte, um die Flammen völlig auszulöschen. Da» schwer verbrannte Mädchen, welches ohnmächtig geword-n war, wurde, dem „Rhein Courier" zufolge, nach dem städtischen Krankenhaus gebracht, wo es, nachdem es bis gegen 3 Uhr bei vollem Bewußtsein gewesen war, heute morgen gegen 6 Uhr den erlittenen Verletzungen, zu denen Brandfieber getreten war, erlag.
Haitta, 15 September. Ein schrecklicher Unglücksfall wird aus Löhlbach gemeldet. Der Kaufmann Finger Dort- selbst gab sein Gewehr, als er von der Jagd kam, seinem Lehrling zum Putzen. Unvorsichtigerweise halte der Jäger vergessen, seine Waffe zu entladen; beim Reinigen ging der Schuß los und tötlich getroffen sank der Lehrling zu Boden. Man brächte den unglücklichen jungen Mann alsbald nach Marburg in die Klinik, wo er bereits feinen Verletzungen erlegen sein soll. Dasselbe Unheil passierte vor einigen Jahren; damals gab F. sein noch nicht entladenes Gewehr zwei Knaben zum Nachhausetragen. Unterwegs erschoß der eine davon seinen Kameraden.
Küllstedt (Eichsfeld), 16. September. Ein bei dem Bau des zweiten Geleises der Berlin-Koblenzer Bahn zum Heben von Lasten verwandter Krähn stürzte am Freitag nachmittag die hohe Böschung hinab. Drei Arbeiter, welche an dem Krähn zu arbeiten hatten, wurden ebenfalls mit in die Tiefe geschleudert und trugen anscheinend schwere Verletzungen davon, so daß sie in ihre in der Umgegend gelegene Wohnungen gebracht werden mußten.
Kirrberg. 16. September. Das vier Jahre alte Kind eines Maurers spielte auf dem Speicher mit Zündhölzern. Dadurch entstand Großfeuer, das das Wohnhaus, die Scheune und den Stall einäscherte. Die Eltern fanden das Kind als verkohlte Leiche auf.
Aus dem Kreise Offenbach, 16. September. Ein schwerer Unglückssall ereignete sich gestern vormittag zwischen 9 und 10 Uhr in Mühlheim. In dem zwischen Mühlheim und Offenbach gelegenen Walde befindet sich ein Hauptübergang über den Bahnkörper. Der dort stationierte Bahnwärter Winkler hatte sich nach dem Dienst zur Ruhe begeben. Seine Ehefrau war in der Waschküche beschäftigt; inzwischen lief ihr zweijähriges Kind auf den Bahndamm und wurde von einem Güterzuge erfaßt und getötet.
Nordhausen, 15. September. Im Biwak bei Klein- werther kam es infolge von Hänseleien zu einem Streit zwischen zwei Artilleristen des Naumburger Artillerie-Regiments. Der eine der Streitenden erhielt dabei einen schweren Messerstich in den Unterleib, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.
Ersurt, 15. September. Die Strafkammer verurteilte den 60jährigen Kriegsveteran Steinbrück wegen MajestätS- beleidigung zu sechs Monaten Gefängnis.
Vermischtes.
— (Von einem Hirsch aufgespießt.) Auf einem Gute bei Deutsch-Krone ist dem Leutnant Freiherr» von Schimmelmann vom 140. Infanterie-Regiment gestern ein entsetzlicher Unglücksfall zugestoßen. Der Offizier, der auf dem betreffenden Gute im Quartier log, wollte einen zahmen Hirsch photographieren. Da» Tier wurde plötzlich wild und schleuderte den Offizier mit den Hörnern hoch. Schimmelmann wurde lebensgefährlich an Lunge nnd Leber verletzt. In hoffnungslosem Zustande wurde der Schwer- verletzte per Bahn sofort gestern abend nach seinem Garnisonorte Hohensalza gebracht, wo er schwer krank darniederliegt. Sein Bursche würbe leicht verletzt.
— (Der Kronprinz im Manöver.) An den in der Priegnitz stattfindenden Manövern des Gardekorps nehmen bekanntlich der Kronprinz sowie die Prinzen Eitel Friedrich uud August teil. Die dortigen Blätter sind voll von Einzelheiten aus dem Manövergelände, und namentlich fehlt es nicht an hübschen Zügen von der großen Leutselig, feit des Kronprinzen, der überall der Mittelpunkt lebhafter Ovationen seitens der Bevölkerung bildet. So berichtet das Wittenberger Jntelligenzblatt aus Wittstock: Als der Kronprinz nach dem Besuch seines Bruders Eitel mit dem Automobil vor der Quandischen Villa hielt, fragte er einen der dort stehenden Jungen: „Sage mal, kennst du meinen Bruder und weist du, wo er im Quartier liegt?" Prompt erfolgte die Antwort: „Ich kenne Sie ja gar nicht!" Daraus der Kronprinz: „Weißt du nicht, wo Prinz August wohnt?" — „Jawohl, das weis ich", sagte der Junge. Flugs wurde er ins Automobil gehoben, mußte dem Chauffeur den Weg zeigen und die Fahrt milmachen. — Als der Kronprinz durch das Dorf Strehlen bet Karstädt ritt, stand da ein Büblein mit verbundenem Kopfe, zog aber sein Käppchen tief herab und rief Hurra. „Nun, mein Sohn, was hast du denn an deinem Kops gemacht?" und der Junge erwiderte prompt: „Da hat mi mien Vater mtt'n Branntwinsbuddel schwelen." — Bei der Automobilfahrt durch die Straßen Perlebergs ereignete es sich, daß da» unbeaufsichtigte Pserd
eines Bäckermeisters vor dem Wagen der Kronprinzen in gefahrvoller Weiss davon lief. Das Automobil wurde sofort zum Stillstand gebracht, aber auch der Durchbrenner fast gleichzeitig durch einen mutig hinzuspringenden Gardisten wieder ungehalten und dadurch alle Gefahr beseitigt Erfreut über diesen glücklichen AuSgang, ließ der Kronprinz den Retter herantreten und überreichte ihm unter freundlichen Dankesworten ein Zehnmarkstück. — Auf der Quitzower Feldmark veranlaßte der Kronprinz einen Ackersmann, vom Pflug zurückzutreten, ergriff selbst die Pflugschar und pflügte hinter den Pferden den Feldsireisen einmal herunter.
Ein sranzöstiches Fort in die Lust geflogen.
Gestern nachmittag schlug, wie bereits gemeldet, der Blitz in ein Pulvermagazin des Forts Mont- saucon bei Vesancon; das Magazin flog in die Lust und das Fort wurde zerstört. Bei dem Unglück wurden neun Personen, darunter zwei Offiziere, drei Soldaten und vier Zivilpersonen getötet, etwa 15 erlitten Verletzungen. Die Toten sind zum Teil gräßlich verstümmelt. Fast alle Fensterscheiben der umliegenden Dörfer wurden zertrümmert, die Wege stark beschädigt und die Bäume in einer Entfernung von 500 Meter aus der Erde gerissen. Die Behörden sowie ein Bataillon Infanterie befinden sich an der Unglücksstelle. — Weitere Einzelheiten werden in folgendem gemeldet:
Paris, 17. September. „Der Blitzableiter ist in Reparatur", so lautet die Auskunft über die Ursache der Katastrophe, durch die da» kurz nach dem Kriege 1870-71 auf einet Höhe von 600 m erbaute Fort Montfoucon zerstört und ein Gesamtschaden von über zwei Millionen verursacht wurde. Am schwersten heimgesucht ist jbie Familie Servant, deren Oberhaupt, der Chef Der Fortwache, mit Frau und Enkel umkam. Die Reste von Fräulein Michel, der Schwester des Batteriewächters, ferner des Besanconer Badebesitzers Dagnet und des auf auf der Jagd von einem Felsstück getroffenen Rentners Farny sowie die furchtbar verstümmelten Leichen dreier Soldaten werden morgen bestattet. Man weiß noch nicht, wie viele von den 25 Soldaten der ständigen Besatzung des Forts in Urlaub waren; daher ist die Gesamtzahl der Opfer unbestimmt. Ja dem 500 m vom Fort entfernten Dorfe ist kaum ein Dach unversehrt. Viele Bäume in der Allee wurden entwurzelt. Der Soldat, der im Augenblick der Katastrophe am Haupttore Schilbwache stand, blieb wie durch ein Wunder unverletzt. Dem Kameraden, der wenige Minuten vorher den Posten verlassen hatte, wurde unterwegs das Gewehr zertrümmert. Die Fahnenstange auf der Höhe des Forts blieb intakt, die Trikolore wurde zerrissen. Unter den Verwundeten ist der Direktor einer Besanconer Bank, Herr Conlausset. Ein Bataillon des 60 Infanterieregiments hat die ganze Nacht bei Fackelschein gearbeitet, um die Wege zum Fort möglichst freizumachen, denn Hunderte von Metern weit wurden Felsmassen geschleudert. Die Trümmerschicht im Hof des Forts ist 20 Meter hoch. Das alte Pulvermagazin das geringere Vorräte enthielt, blieb von der Katastrophe verschont. Unter den Getöteten befindet fich der Rentner Farny, der in einer Entfernung von 250 Meter vom Fort jagte und dem durch einen Felsblock der Kopf zerschmettert wurde. Es heißt, daß 80,000 Kilogramm Pulver in die Aust flogen. Von den Kasematten, deren Mauern 1 Meter stark und die von einer 10 Meter starken Erdschicht umgeben waren, ist keine Spur mehr vorhanden. Der angerichtete Schaden beträgt annähernd 2Va Millionen Frank.
Eetzte Nachrichten.
Berlin, 18. September. Aus Anlaß der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares waren Zon zahlreichen Städten, Gemeinden, Vereinen nnd anderen Korporationen Stiftungen in Geld begründet worden, deren Verwendung dem Kaiserpaar anheimgestellt wurde. Nunmehr hat die Kaiserin über diese Stiftungen verfügt. In der Hauptsache sollen die Stiftungen zur Unterstützung dienen für soziale Einrichtungen, namentlich für SäuglingSfürsorge, für Mutter- schütz, zur Errichtung von Kinderheimen, wie überhaupt für die Pflege der Jugend.
Großes Eisenbahnunglück in Amerika.
New-Aork, 18. September. Bei Dover im Territorium Oklahoma stürzte heute ein Zug der Rock-Jsland- Bahn zum Teile in den Cimarrinfluß. Nach den vorliegenden Meldungen sollen dabei über 100 Personen ertrunken sein.
New-Iork, 18. September. Bis abends waren bereits 47 Leichen der bei dem Eisenbahnunglück unweit Dover-Oklahoma Verunglückten geborgen.
Ein Taifun an der chinesischen Küste.
London, 18. September. Während des Taifuns in den chinesischen Gewässern, wurde der Dampfer Johann, um Sinken zu verhindern, auf Sand gesetzt; Dampfer Apen- rade der sich in sinkendem Zustande befand, gab Signale und lief auf. Prinz Waldemar erlitt Beschädigungen, über deren Umfang noch nichts bekannt ist. Dampfer Petrarch ist gestrandet, ebenso der Dampfer Emma Luyken.
New-Aork, 18. September. Eine Depesche der „Associated Preß" aus Hongkong meldet, daß durch den Taifun etwa 100 Menschen ums Leben gekommen feien, und ungeheurer Schaden angerichtet worden sei.
Cannes, 18. September. Ein heftiger Waldbrand kam heute im Bois Callas zum Ausbruch; das Feuer sprang auf weitere Waldbestände über und vernichtete etwa 20 000 Hektar Wald; er droht sich noch weiter aus» zuzeiten. In Bagnold kamen |2 Frauen in den Flammen um.
Murat, 18. September. Eins Feuersbrunst zerstörte heute einen Teil des Dorfes FraissedaS. Drei Menschen fanden dabei ihren Tod.
Wettervoraussagc des Wetterdienstes der Landwirt- schastsschule zu Weildnrg für Donnerstag den 20. September.
Schwache östliche Winde, ziemlich trübe. Meist trocken, Temperatur nicht erheblich geändert.