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K Vorgänge in Biußlanö.

Aus Odessa wird folgender sensationeller Vorgang Dom Freitag belichtet: Die Tochter eines Generalleutnant», Barbara Prinze, traf heute hier ein und wurde, da sie eine Freundin der Töchter des Grneral» KaulvarS ist, von diesen im Hotel besucht und in das Haus de» Generals zu Mittag eingeladen. Als sie mit den Kaulbarsschen Damen da« Hotel verließ, entfiel ihrem Strickbeutel eine Bombe, die aber nicht explodierte. Gleich darauf ergriff sie aus ihrer Tasche einen Revolver und erschoß fich, nach­dem sie erklärt hatte, sie sei aus Petersburg gekommen, um das auf den Tod des Generals Raulbars lautende Ur« teil der Petersburger Kampforganisation auszuführen.

HelsingforS, 11. August. Das Kriegsgericht zu Sweaborg verurteilte die beiden Führer beim letzten Auf- stand Leutnants Kahanski und Emilianow zum Tode des Erschießen», den dritten Führer, Kapitän Zyon, zur sofortigen Dienstentlassung. Der finnländische Senat hat die Auflösung derRoten Garde' im Gebiete de» Großsürstentums be­fohlen, ebenso die Helsingforsser Organisation. Die Presse schlägt die Einberufung der neuen Volksvertretung zum diesjährigen Dezember vor, anstatt im Jahre 1908. Die Vorbereitungen für die Anwendung de» proportionellen Wahlsystem» werden dies jedoch schwer durchführen lassen.

Petersburg, 11. August. Die Agrarunruhen dauern fort und greifen auf weitere Gouvernement» über. Sie nahmen während der letzten Woche besonder« schwere Formen im Gebiete von Poltawa an. Raubanfälle be­waffneter Banden mit häufigem Blutvergießen, die meist von Revolutionären auSgehen, erfolgen täglich. Anderseits ist die Polizei vielfach mit Erfolg verbrecherischen Vorbe­reitungen der Revolutionäre auf die Spur gekommen. Die Oeffentlichkeit verhält sich dem neuen Ministerium gegen­über sehr apathisch.

Aus Jn- und Ausland.

Berlin, 11. August 1906

Wie aus Essen a. d. Ruhr unter dem Gestrigen gemeldet wird, erstreckte sich die Besichtigung der Kruppschen Werke durch S e. Majestät d e a Kaiser hauptsächlich auf die in den letzten Jahren neuerstandenen Fabrikanlagen und Erweiterungsbauten. In der Führung, die in den Händen der Direktoren Budde, Ehrensberger und Dreger lag, beteiligte sich außer den Herren des Aufsichtsrats auch der Bräutigam von Fräulein Bertha Krupp, Herr v. Bohlen und Halbach. Zum Schluß des Besuches, der mehrere Stunden in Anspruch nahm, wohnte Se. Majestät auf dem Kruppschen Schießplatz einem Schießen mit verschiedenen Geschützen modernster Konstruktion bei. Gegen 12Va Uhr wurde die Rückfahrt nach Villa Hügel angetreten. Nach­mittag« um 2 Uhr 45 Min. ist Se. Majestät der Kaiser unter den Hurrarufen de« anwesenden Publikum« nach Wilhelm-höhe abgereist. Auf dem dortigen Bahnhof traf Se. Majestät Abends 7Va Uhr ein, wo Allerhöchsiderselbe von I h r e r Majestät der Kaiserin, der Prinzessin Viktoria Luise und der Prinzessin Feodora zu SchleSwig. Holstein empfangen wurde. Die hohen Herrschaften bc- gaben Sich von einer jubelnden Volksmenge begrüßt, im offenen Automobil zum Schlosse.

Anläßlich der vom Kaiser am Donnerstag und Freitag vorgenommenen Besichtigung der Kruppschen Werke und Anlagen hat der Monarch den Vorsitzenden de« Auf- fichtirats der Firma Krupp, Geh. Kommerzienrat Hartmann, durch Verleihung des Roten Adlerordens dritter Klaffe ausgezeichnet, auch die Vorsitzenden des Direktoriums und der Direktor Dräger empfingen hohe Ordensauszeichnungen. Weiter verlieh der Kaiser an zahlreiche Beamte und An­gestellte der Firma Krupp Ordensdekorationen und Ehren­zeichen. Der Beigeordnete der Stadt Essen, Werth, erhielt den Roten Adlerorden 4. Klaffe.

Die Wohlfahrtspflege der deutschen Kriegervereine wird leider immer noch nicht genügend gewürdigt. Die Kriegervereine unterstützen ihre in Not geratenen Mitglieder in erheblicher Weife, unterstützen die Witwen und Waisen verstorbener Mitglieder und trocknen da manche Träne. Wie segensreich die deutschen Krieger­vereine auf diesem Gebiete wirken, das geht aus einigen Zahlen hervor, die der 1. Präsident des Bayerischen Veteranen-, Krieger- und Kampfgenoffen-Bundes, General­leutnant z. D. Winneberger, auf dem Bayerischen Bezirk», tage in Frankenthal mitteilte. Danach find in dem 3315

und Decken bepackt hatte, folgte ihm und machte sich sofort daran, auf einer der Bänke ein möglichst bequemes Lager her­zurichten.

Unterdessen begleitete Inge den eben eingetroffenen Arzt von einem Zimmer zum anderen, ihm nach Möglichkeit Hand­reichung leistend. Sie hatte sich zur Nachtwache und Pflege bereit erklärt, wo ihre Hülfe gebraucht würde, und ließ sich nun die nötigen Anweisungen geben.

Tapfer, ohne zu zucken, wenn auch mit zusammengebissenen Zähnen, hatte sie dem AiHte beim Verbinden zur Seite ge­standen und mit weicher, aber fester Hand den Dienst ver­sehen. Jetzt aber, als sie über die Schwelle des Zimmers trat, in dem Werbach lag, wurde sie sehr blaß, und in plötz­licher scheuer Angst flüsterte sie:Soll ich nicht lieber den Lazarettgehülfm holen?'

Unter keinen Umständen! Der hat unten alle Hände voll zu tun," lautete die Antwort des Arztes.Es handelt sich hier um einen Schuß in den Arm. Ich will sondieren, ob die Kugel noch steckt. Sie müssen das Becken halten. Es wird Ihnen doch nicht zu viel?" fügte er fragend hinzu, als er ihre Blässe bemerkte.

Nein," antwortete Inge und drängte gewaltsam das Zittern zurück, das ihre Gestalt durchbebte.

Der Arzt mit seinen Sonden und Binden beschäftigt, achtete schon nicht mehr auf sie.

Der Verwundete aber hatte jetzt bei dem Klang ihrer Stimme die Augen weit geöffnet. Bewußtlosigkeit und däm­merndes Verständnis kämpsten in seinen Zügen. Aus den Arlgen, die fest an Inges Gestalt hasteten, brach ein matter Frendmichnn, und die Lippen murmelten ein paar unverständ-

~ rtc' i.um Sprechen fehlte noch die Kraft. Mechanisch strich enges yand glättend über die Decke. Sie wußte kaum, was sie tat, sie hatte nur das Verlangen, irgend eine Arbeit vorzunehmm, um die Gedanken abzulenken. Sie fürchtete, sonst laut aunchluchzen zu müssen, so gewaltig erschütterte es sie, den Mann m diesem Zustande vor sich zu schen, der vor wenig Stunden blühend und voll elastischer Jugendkrast vor ihr ge­standen hatte. y 3

Der Doktor konnte durchaus noch nicht die richtige Sonde

Vereine mitrund 246010 Mitgliedern umfassenden Bayerischen Landesverbände im Jahre 1905 für Unterstützungen an Kameraden, Witwen und Waisen von den Bundesvereinen 17400 Mk. ausgegeben, nicht mit eingerechnet die Sterbe­gelder und Begräbnisunkosten, die für sich wieder die Summe von 22 7 000 Mk. ausmachen. Zu ersterer Summe kommt dann noch der Unterstützung-anteil der Bundeskasse mit 43 000 Mk. Das ist gewiß ein schönes Ergebnis, das kaum in einer anderen Genossenschaft seinesgleichen findet.

Reichskanzler Fürst Bülow wird sich, wie bestimmt verlautet, nächstens von Norderney nach Wilhelmshöhe zum Vortrage beim Kaiser begeben, doch soll die» erst nach der Begegnung der Kaiser- mit dem Könige von England geschehen.

Zur Uebernahme einer Patenstelle bei der am 29. b. M. in Potsdam stattfindenden Taufedes Sohnes unseres Kronprinzenpaares haben, außer preußischen Fürst, lichkeiten, Einladungen erhalten: Die Herrscher von Oester- reich-Ungarn, Italien, Rußland, Großbritannien und Nor­wegen. der Großfürst Michael Nikolajewitsch von Rußland, vie Königin von Griechenland, die Großherzogin Anastasia doa Mecklenburg-Schwerin, Großfürstin von Rußland, die Großherzogin von Baden, die Kronprinzessin von Dänemark, die Prinzessin Rupprecht von Bayern, die Herzogin Karl Theodor in Bayern, die Prinzessin Adolf zu Schaumburg, Lippe.

Einer neuerdings ergangenen Allerhöchsten Willens­meinung zufolge sollen die diesjährigen schlesi - schen Kaisermanöver so kriegsmäß als nur irgend möglich gestaltet werden. So sollen z. B. die Ausschiffungs- punkte der mit der Eisenbahn zu befördernden Truppen­teile des 3. und 5. Armeekorps bis zum letzten Augenblick geheim gehalten werden. In betreff der Ausbruchzeiten soll auf die Person des Kaisers keine Rücksicht genommen sondern dem Führer Freiheit de» Handeln» gelassen werden. Der Kaiser wird während der ganzen Dauer der Feld» Manöver bivakieren, zu welchem Zweck die kaiserliche Zelt­ausrüstung durch Selbstfahrer an Ort und Stelle geschafft werden wird.

In Preußen wurden im Bereiche der Staats- forftverwaltung während des Etatsjahrs 1904 durch Administration-abschluß, abgesehen vom Fallwilde, erlegt: 4 Elche, 7101 Stück Rot- und 3844 Stück Damwild, 15 286 Rehe, 2242 Stück Schwarzwild, 106 Stück Auer» 162 Stück Birk- und 51 Stück Haselwild, 405 Fasanen, 5 Wildschwäne, 910 Rebhühner, 9 Moorhühner, 6 Trappen, und 2865 Hasen. Nachrichten über da» zur Strecke gebrachte schädliche Wild fehlen. Der Bruttoertrag der Jagd bei der Staatsforstverwaltung belief sich auf 471 196,10 Mk. und der Nettoertrag auf 397 266,12 Mk. Von dem ersteren entfielen 323 124,36 Mk. auf die Einnahmen der Forst­kasse an erlegtem Wilde, während 148 071,74 Mk. durch Verpachtungen aufgekommen sind. Diese Angaben können, so dankenswert sie für die Forstverwaltung sein mögen, uns doch nicht auch nur annähernd ein Bild von der wirt­schaftlichen Bedeutung der Jagd geben. Für Preußen liegen die allerdings veralteten, aber immerhin noch be­merkenswerten Ziffern au» dem Jahre 1885/86 vor, wo der Wildabschuß im ganzen Staate für den Zeitraum vom 1. April 1885 bis zum 31. März 1886 ermittelt wurde. Der Wert des erlegten Wilder ergab damals als Jahres- ertrag die Minimalsumme von 12 Mill. Mk. Inzwischen dürfte sich der Bestand an Rehen, Hasen, Feldhühnern und Fasanen, b. h. gerade der volkswirtschaftlich wichtigsten Wildaiten, ganz bedeutend vermehrt haben. Zieht man außerdem die erhöhten Wildpretpreise und einige damals bei der Ertragsberechnung nicht berücksichtigte Posten in Betracht, so darf man annehmen, daß sich der Jahreserlö» aus dem Wildabschuß in Preußen zurzeit aus etwa 30 Mill. Mark belauft. Mit Rücksicht auf die Ernährung unserer schnell zunehmenden Bevölkerung ist daher die Erhaltung unserer Wildstandes von wachsender Bedeutung, ganz ab­gesehen davon, daß die Ausübung der Jagd den günstigsten, freilich nicht zahlenmäßig festzustellenden Einfluß auf die körperliche und berufliche Leistungsfähigkeit großer Be- völkecungskreise. die Entwicklung der Kunst und bes Kunst­gewerbes, die Förderung der Tier- und Jagdkunde, sowie der Jagdbekleidungr- und Jagdwaffenindustrie usw. hat.

Der Sultan sollte, wie aufgetauchte Gerüchte wissen wollten, wieder einmal ernstlich erkrankt sein; es hieß so­gar, er hätte sich einer ernsten Operation unterziehen müssen. Demgegenüber wird jetzt von offiziöser Seite aus Konstantinopel gemeldet, der Sultan sei lediglich von einem Unwohlsein befallen worden, von dem er sich jedoch bereits wieder erholt habe.

finden. Das war Qual für Inge. Sie kämpste wie ein Held, um ihre Selbstbeherrschung wieder zu erringen und dem Ver­wundeten ein freundliches Wort sagen zu können.

Leise, denn sie traute noch nicht dem Klang ihrer Stimme, fragte sie:Haben Sie viele Schmerzen, Herr von Werbach?"

Da ging ein Lächeln über seine Züge. Ein matter Wink mit der Hand deutete ihr an, näher heranzutreten, und die Augen unterstützten die Bitte. Ja, natürlich, er war ja so schwach! Sie mußte sich tief zu ihm niederbeugen, sonst konnte sie sein Flüstern nicht verstehen.

Kein Schmerz nur Glück, weil Sie hier," brächte er mühsam hervor.

Gräfin Hattenberg, darf ich jetzt bitten." Der Arzt wandte sich von dem Tische, an dem er gestanden, um und trat an das Lager.So, jetzt fassen Sie den Arm da an, und Ihnen mein lieber Herr, wollen wir die Sache er- leichtern."

Er hatte Werbach ein Tuch vorgehalten und entzog ihn so durch eine leichte Narkose den unausbleiblichen Schmerzen bei dem Sondieren der Wunde. Das Geschoß, das, durch den Knochen abgelenkt, in dem Armmuskel stecken geblieben war, wurde behutsam vom Arzt entfernt, der dann die Wunde verband.

Inge hatte mechanisch alles getan, was der Arzt von ihr verlangte, aber sie wußte nicht, waren es Stunden oder Mi­nuten gewesen, daß sie diese Folterqual durchmachen mußte. Endlich, endlich war es vorbei, und mit dem Aufgebot ihrer letzten Kraft fragte sie:Ist hier Gefahr vorhanden?"

Der Arzt schüttelte den Kopf.Ich denke nicht, hoffe auch, daß der Arm nicht im geringsten steif bleiben wird. Etwas übergroße Schwäche haben wir zu überwinden, aber jedenfalls nichts Bedenkliches. Summa Summarum, keine Gefahr."

Wie es oft geht, in dem Augenblicke, wo die Spannung der Seele sich löst, geben die körperlichen Kräfte nach, und die so lange beherrschten Empfindungen fordern gebieterisch ihr Recht. Tränen traten in Inges Augen, ein Schwindel er­faßte sie, und sie griff hastig nach der Stuhllehne.

Nun, Gräfin, jetzt war es doch zu viel geworden," meinte

Ein englischer Kolonialskandal macht von sich reden. Leitende Offiziere beS Kolonialdienste» sollen umfangreiche Unterschleife und Betrügereien bei den Liefer­ungen für die Truppen in Südafrika begangen haben; allerdings soll die Sache schon um ein Jahr zurückliegen. Es war damals unter Vorsitz des Generals Butler eine Untersuchungskommission eingesetzt worden, welche später einen Bericht erstattete, der eine Anzahl Offiziere mehr oder weniger schwer belastete. Eine neuerdings eingesetzte Kommission erklärt allerdings die Angaben diese» Berichte» als erheblich übertrieben.

Eine Geschichte von Wasfenschmuggel macht viel Skandal in Tanger. Es handelt sich um einen französischen Großhändler, der e» versucht hat, eine große Anzahl mit Gewehren gefüllter Kisten nach Marokko einzuschmuggeln und zwar auf Grund eines Erlaubnisscheine» der franzö­sischen Gesandtschaft. Zum großen Leidwesen für die Inte­ressenten wurde da» ganze Manöver von den marokkanischen Zollbehörden entdeckt. Französischerseits versucht man, den Vorgang zu vertuschen, doch wird die» schwer gelingen, da der Maghzen beabsichtigt, ein strafgerichtliche» Verfahren gegen die Unternehmer einzuletten.

Nach Londoner Meldungen sind bedenkliche Un­ruhen in Kapstadt vorgekommen. Weiße Arbeit», lose sandten eine Abordnung an den Premier Jameson, der eine unbefriedigende Antwort gab, worauf eine öffent­liche Versammlung von sozialistischen Rednern abgehalten wurde. Schließlich durchzogen 800 meist farbige Strolche da» Geschäftsviertel, plünderten die Auslagen, stahlen Kleider, Eßwaren sowie Schuhe und zogen nach zweistün­diger Plünderung ab. Die Polizei war machtlos, bis Militär aufgeboten wurde.

Aus Provinz u. Naeftbargebiet.

* (DieFleischbeschau in Hessen-Nassau.) In der Zeit vom 1. April bis 30. Juni b. I. wurden in Hessen-Nassau der Schlachtvieh- und Fleischbeschau unter­zogen: 579 Pferde, 10187 Ochsen, 1507 Bullen, 15 192 Kühe, 11301 Rinder, 52 765 Kälber, 105 596 Schweine, 13 331 Schafe, 4627 Ziegen und 2 Hunde. Auf Trichinen wurden untersucht 101 828 Schweine; davon waren nicht ein einzige» trichinös, jedoch 8 finnig.

* Gegen den häufigen Wechsel der Schul' bücher richtet sich eine Verfügung des Königlichen Pro- vinzialschulkollegium« in Kassel an die Direktoren bet höheren Schulen, die jetzt vom Unterrichtsminister seinem Bereich mitgeteilt wird. Darin werden die Direktoren auf die Be­stimmungen aufmerksam gemacht, welche ber Unterricht»- minister und da» Kollegium bezüglich der Einführung neuer Lehrbücher getroffen haben. Nach diesen Anordnungen ist eS den Direktoren nicht erlaubt, neue Bücher in Gebrauch zu nehmen, bevor ihre Einführung vom Unterrichtsminister oder vom Provinzial-Schulkollegium ausdrücklich genehmigt worden ist. Unter keinen Umständen soll, ehe diese Ge- nehmigung eingeholt worden ist, ein bisher noch nicht be- nutzte» Buch in einem Jahresbericht ober gedruckten Schul- bücherverzeichni« unter denjenigen Büchern aufgeführt werden, die sich die Schüler schon vor dem Beginn de» nächsten Schuljahre» anschaffen sollen. Da» Kollegium kündigt ferner an, daß es künftig solche neuen Unterrichtswerke, welche eine ganze Reihe von Bänden umfassen und sich auf w verschiedene Klassenstufen verteilen, in der Regel erst dani^^ dem Unterrichtsminister zur Einführung empfehlen werde, wenn sie völlig abgeschlossen vorliegen und dadurch eine bas ganze Werk in Betracht ziehende Beurteilung zulassen. In Betracht kommen hier insbesondere Geschichte und deutsche Lesebücher. Die Direktoren möchten Anträge, die dieser Bedingung nicht entsprechen, überhaupt nicht mehr stellen.

* (Herbstmanöver des XI. Armeekorps.) In Ergänzung früherer Nachrichten ist noch mitzuteilen. daß die Korpsmanöver vom 20. bis 24. September bei Mühl- Haufen i. Thür, stattfinden werden. In der Zeit vom 30. August bis 19. September werden die Kreise Heiligenstadt, Worbis, Mühlhausen, Stadt und Land, durch Unterkunft und Truppenübungen berührt werden. Manövermagazine werden in Heiligenstadt, Dingelstädt und Eschwege errichtet. Die Herbstübungen der 22. Division mit den Regiments­und Brigadeübungen ber Feldartillerie finden in der Zeit vom 30. August bis 19. September statt.

* Ueber b ie Feier des Sebantages hat der Kultusminister folgende Verfügung erlassen: Es ist bisher in den preußischen Schulen allgemein guter Brauch gewesen,

der Doktor.Schöpfen Sie einmal ein bißchen frische Luft, das wird Ihnen gut tun. Sehen Sie," suhr er fort, als Inge noch zögerte,da kommt der Lazarettgehülse I Jetzt er­kläre ich ernstlich, daß Sie hier nichts weiter zu tun haben."

Wie im Traum gehorchte das junge Mädchen der Wei­sung, und wie im Traum schritt sie dann über den Flur bis hin zu dem geöffneten Fenster. Sie blickte aus die Wiese, das verlassene und wieder neu belebte Biwak. Die Feuer loderten und warfen grelle Lichter auf das Bild vor ihr. Ein Teil der Soldaten lag ausgestreckt am Feuer, todmüde von den Strapazen ausruhend. Andere beschäftigten sich eifrig mit Kochen, und die Hungrigsten machten sich schon an das Essen. Stimmengewirr scholl bis zu ihr herauf.

(Fortsetzung folgt.)

In Kirchaich wurde bas Anwesen der Bauern Rumpel durch Kinder in Brand gesteckt; ein Kind Rumpel» kam in den Flammen um.

In Swtnemünde hat sich der Badegast Spediteur Quinckardt aus Chemnitz erschossen.

Kattowitz, 11. August. In der Renardgrube in Etelce wurden heute nachmittag 14 Bergleute dadurch ge. tötet, daß die Winde riß und die Leute in den Schacht stürzten.

(Im Sommer erfroren.) Daß bet der tro­pischen Hitze, die in den letzten Tagen in ganz Europa herrschte, ein Mann erfrieren kann, dürfte kaum glaublich erscheinen, und doch hat sich dieser ungewöhnliche Fall in Lyon er­eignet. Der Kutscher eines Ei-fabrikanten, ein gewisser Eugene Poulet, setzte sich, um sich abzukühlen, in seinen Eis­wagen hinein; der plötzliche Temperaturunterschied war jedoch so stark, daß Poulet ohnmächtig wurde und bewußtlos liegen blieb. Man sand ihn einige Zeit daraus mit völlig erfro­renen Beinen vor und brächte ihn sofort ins Hospital. Die Aerzte haben wenig Hoffnung, ihn zu retten.

Bukarest, 11. August. In Verischora in Ru­mänien wurden bei einem Zusammenstöße einer Maschine mit einer Draisine vier Personen getötet, einer wurde schwer verletzt.