Einzelbild herunterladen
 

Erscheint wöchentlich dreimal und gelangt Montag, Mittwoch und Freitag nachmittag zur Ausgabe. Der Bezugspreis beträgt für Hersfeld vierteljährlich 1.40 Mark, durch die Post bezogen 1.60 Mark. ^

Der Anzeigenpreis beträgt für den Baum einer ein­gespaltenen Zeile 10 pfg., im amtlichen Teile 20 Psg. Reklamen die Zeile 25 pfg. Bei Wiederholungen wird ein entsprechender Rabatt gewährt.ns^nsns

Ijersfelöcr Armblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Fernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. S». Dienstag, den 22. Mai 1906.

Amtlicher teil.

Durch Bekanntmachung des Herrn Reichskanzlers vom

27. März d. Js. in Nr. 21 des ReichSgesetzblatteS von

Bundesstaat uno Verwaltungsbezirk.

A»

Ä

Umfang des Weinbaubezirkes.

Name des Weinbaubezirkes.

Regierungsbeziik Cassel.

5

Gemaikungen Bergen und E>ckheim und Möachhuf, BiiDoffherm lowie Hochstadt (Landkreis Hanau).

Bergen.

tt

«

6

Gemarkungen Stadt Gelnhausen, Roth. Lieblos und Rothenbergen (Kreis Gelnhausen) sowie Gemarkung Langenselbold (Landkreis Hanau).

Gelnhausen.

tt

Wiesbaden.

7

Stadtkreis Frankfurt a. M.

Frankfurt a. M.

»

w

8

Gemarkungen Neuenhain, Altenhain, Cronberg (Obertaunuskreis) und Soden (Kreis Höchst).

Neuenhain.

w

»

9

Gemarkungen Hofheim. Marxheim (Kreis Höchst) und Diedenbergen (Landkreis Wiesbaden).

Diedenbergen.

M

10

Gemarkungen Weilbach, Flörsheim, Wicker und Massenheim (Landkreis Wiesbaden).

Wicker.

w

w

11

Gemarkung Hochheim.

Hochheim.

*

. M

12

Gemarkungen Deltenheim, Nordenstadt, Wallau und Breckenheim (Land» kreis Wiesbaden).

Wallau.

13

Gemarkungen Jgstadl, Kloppsnheim Erbenheim (Landkreis Wiesbaden).

Jgstadt.

14

Stadtkreis Wiesbaden und Gemarkung Sonnenberg (Landkr. Wiesbaden).

Wiesbaden.

w

*

15

Gemarkungen Biebrich-Mosbach, Dotzheim, Frauenstein, Schierstein (Landkreis Wiesbaden).

Frauenstein.

rr

«

16

Gemarkungen Niederwalluf, Oberwalluf, Neudorf, Rauental, Eltville, Kiedrich (Kreis Rheingau).

Eltville.

w

17

Gemarkungen Erbach, Hattenheim, Hallgarten, Oestrich (Kr. Rheingau).

Oestrich.

*

18

Gemarkungen Miltelheim, Winkel, Johannisberg (Kreis Rheingau).

Winkel.

X

19

Gemarkungen Geisenheim, Eibingen, Rüdesheim (Kreis Rheingau).

Geisenheim.

X

X

20

Gemarkungen Aulhausen, Aßmannshausen (Kreis Rheingau).

Aßmannshausen.

*

tt

21

Gemarkungen Lorch, Lorchhausen (Kreis Rheingau).

Lorch.

W

*

22

Gemarkungen Caub, Dörscheid, Sauerthal (Kreis St. Goarshausen).

Caub.

w

W

23

Gemarkungen Bornich, Patersberg, St. Goarshausen, Lierscheid, Nochern, Wellmich, Weyer (Kreis St. Goarshausen).

St. Goarshausen.

0

M

24

Gemarkungen Ehrenthal, Kestert, Camp, Filsen, Osterspai (Kreis St. Goarshausen).

Camp.

tt

25

Gemarkungen Braubach, Oberlahnstein, Niederlahnstein, Frücht (Kreis St. Goarshausen).

Oberlahnstein.

«

tt

26

Gemarkungen Fachbach (Kr. St. Goarshausen), Ems, Dausenau, Nassau, Weinähr, Odernhof, Dienethal, Berg-Nassau-Scheuern (Unterlahnkr.).

Nassau.

U

tt

27

Gemarkungen Balduinstein, Geilnau, Langenscheid, Laurenburg, Scheid, Unterlahnkceis).

Balduinstein.

M

tt

28

Gemarkungen Schadeck, Runkel (Oberlahnkreis), Niederbrechen, Ober­brechen, Eisenbach (Kreis Limburg).

Runkel.

Cassel

am 4. Mai 1906.

(A. III 1975.) Der Regierungspräsident. J. V

.: M e j e r.

HerSfeld, den 18. Mai 1906. Medizinal-Anaelegenheiten hat durch Erlaß vom 30. März

Der Herr Minister der geistlichen, Unterrichts- und 1906 G. I. Nr. 737 die Veranstaltung einer HauS-

Ler Hellene

Roman von I. G a r w i n.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Weinend verließ Agnes das Zimmer; sie konnte sich keine traurigere, hoffnungslosere Lage als die ihrige vorstellen.

Es war dunkel, als sie mit der ihr vorgeschriebenen Ar­beit fertig war; dann ging sie in das Wohnzimmer, wo Fräu­lein Hornegg auf dem Sofa lag, und wo sie ihr vorlesen mußte, bis dieselbe müde war. Spät wurde sie entlassen, um auf einer Strohmatte in der Küche Ruhe für die Nacht zu finden.

Dreizehntes Kapitel.

Während Agnes Walther in der Gewalt Fräulein Hor- neggs war und endlose Qualen litt, sah sich Richard von Burgsdorf emsig nach einer Beschäftigung um, die ihm den nötigen Lebensunterhalt verschaffen sollte. Alle seine vor­nehmen Freunde hatten ihm den Rücken gekehrt, als sie sahen, daß sein Vater ihm nichts hinterlassen hatte. Als die schmach­volle Geschichte von seinem Versuch, den eignen Vater zu be- stehlen, bekannt wurde, begegnete man ihm offen mit Hohn und Verachtung.

Eines Tages war er erschöpft und niedergeschlagen über die Erfolglosigkeit seiner Bemühungen in seine Wohnung zu­rückgekehrt. Er saß bei Frau Müller im Zimmer, schaute düster in die Flammen und dachte, ob wohl jemals eine Zeit kommen werde, wo er wieder Mut haben und sich als glück­licher Mann schätzen würde, als Müllers Schritt auf der Treppe hörbar war.

Wo ist mein junger Herr?" rief er in die Küche tretend. Nun, ja, dacht' ich mir's doch, er sitzt, wie gewöhnlich, am Kamin, in düsteres Brüten verloren! Ich bin den ganzen Tag für ihn tätig gewesen und bringe eine Nachricht mit, über die er sich, denke ich, freuen soll. Was meinen Sie dazu, Herr Richard," fuhr er daraus zu diesem gewandt fort,wenn ich Ihnen sage, daß Sie endlich im Hafen eingelaufen sind?"

1906 eine Neueinteilung der Weinbaubezirke (§ 3 des Reichsreblausgesetzes vom 6. Juli 1904) veröffentlicht worden.

Die anderweite Einteilung, soweit die Provinz Hessen» Nassau in Betracht kommt, bringe ich hiermit zur öffent­lichen Kenntnis.

Ich weiß, daß Sie der beste und treneste Freund sind, den ich auf Erden besitze!" rief Richard erwartungsvoll aus.

Ich fühle mich stolz und geschmeichelt, Sie so reden zu hören," versetzte Müller,und nun lassen Sie sich erzählen, wie es gekommen ist. Mein Bruder ist nämlich Kontordiener in einem Bankhause, das einen Geldzähler sucht. Das Ge­halt ist freilich ein geringes nur hundert Mark monatlich doch es ist wenigstens ein Anfang."

Genug, um die Stelle mit Freuden anzunehmen," ent- gegnete Richard,und wenn Sie glauben, daß ich einige Hoffnung habe, sie zu erhalten, will ich mich gleich morgen darum bewerben."

Sie bekommen die Stelle gewiß. Mein Bruder ist seit nahezu dreißig Jahren dort, und auf seine Empfehlung hin, nimmt der Chef Sie sicher. Sie können die Sache als abge­macht betrachten."

Bald daraus zog sich Richard in sein Zimmer zurück und begab sich zur Ruhe, um von einer erfolgreichen Karriere zu träumen, ohne zu ahnen, wie bald und wie bitter auch diese Hoffnung zu schänden werden würde. Am nächsten Morgen begab er sich in das Bankhaus, sprach mit dem Chef und er­hielt die in Frage stehende Stelle, welche großen Fleiß und Tätigkeit erforderte. Da Richard aber seit seines Vaters Tode und dem Verlust seines Vermögens und seiner Stellung seinen leichtsinnigen Lebenswandel aufgegeben und ein ganz neues Leben begonnen, hatte er keine Furcht vor zu viel Ar­beit und widmete sich mit Lust und Liebe dem Geschäft um sich des Chefs Zufriedenheit zu verdienen. Nachdem er un­gefähr vier Wochen in dem Bankhause beschäftigt war, wurde er in das Sprechzimmer gerufen, wo ein Herr ihn zu sehen wünsche. Wie überrascht war er, Herr Doktor Walther in dem Fremden zu erkennen!

Wie geht es Ihnen, Herr von BurgSdorf?" fragte der Doktor, dessen Gesicht bleich und verstört aussah.Sie wun­dern sich ohne Zweifel, mich hier zu sehen. Es hat mich auch Mühe gekostet, Sie ausfindig zu machen. Der Grund meines Hierseins ist eine Frage, die ich an Sie richten will und die Sie mir hoffentlich frei und offen wie ein Ehrenmann beant­worten werden."

kollekte für den Deutsch»evangelischen Ktrchenaurschuß genehmigt.

Die Kollekte wird im hiesigen Kreise nach Maßgabe des Sammetplanes zur Ausführung gelangen, welcher für die Provinz Hessen-Nassau laut Anordnung vom 4. Mai 1905 besteht.

Ich ersuche die Herren Ortsvorstände ic. der Ausführung der Sammlung kein Hindernis zu bereiten.

I. 3835. Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

HerSfeld, den 18. Mai 1906.

Im allgemeinen gesundheitlichen Interesse, insbesondere aber auch im Hinblick auf die Möglichkeit des Auftretens ansteckender Krankheiten erscheint es geboten, das Schlaf- stellenwesen unter scharfe polizeiliche Kontrolle zu nehmen und auf genaueste Beachtung der Vorschriften der Polizei- Verordnung vom 30. Dezember 1901 (A. Bl. 02 S. 7) zu wirken.

Aus denselben Gründen erscheint ferner erforderlich, die Art und Weise der Unterbringung der ausländischen Arbeiter polizeilich zu kontrollieren.

Die Ortspolizeibehörden des Kreises wollen hiernach das Weitere veranlassen.

I, 4055. Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

Hersfeld, den 19. Mai 1906.

Der für den Amtsgerichtsbezirk Hersfeld öffentlich an­gestellte Versteigerer Ernst Nordmann zu Hersfeld hat sein Amt als Versteigerer niedergelegt.

Die Rückgabe der hinterlegten Kaution von 1200 Mark steht bevor. Etwaige Ansprüche auf diese Kaution sind binnen 14 Tagen bei mir geltend zu machen.

I. 3928. Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

In Sieg los ist eine Telegraphenanstalt mit Unfall­meldedienst und öffentlicher Fernsprechstelle in Wirksamkeit getreten.

Cassel, 16. Mai 1906.

Kaiserliche Ober-Postdirektion. I. V. B u ch h o l z.

ASnigliches Landratsamt.

Sprechstunde: Täglich von 912 Uhr an den Wochentagen vormittags.

Ich pflege stets die Wahrheit zu sagen, mein Herr!" versetzte Richard stolz und fest.

Ich bin der unglücklichste Mensch auf der Erde," fuhr darauf Walther fort.Erst verschwindet mein einziger Sohn, der eine ausgezeichnete Stellung einnahm und die besten Aus­sichten für die Zukunft hatte, unter dem Verdacht, einem Ver­brecher bei dessen Flucht behilflich gewesen zu sein. Keine Zeile hat er uns geschrieben, um uns zu beruhigen, und jetzt, um meinen Jammer vollständig zu machen, ist auch meine Tochter Agnes, ohne die geringste Spur hinter sich zurückzu- lassen, verschwunden.

Agnes ist verschwunden?" rief Richard mit unverhohlenem Erstaunen aus.

Spurlos verschwunden! Und da ich, die Beziehungen, die früher zwischen Ihnen beiden bestanden, kennend, es für meine Pflicht hielt, den Verkehr mit Ihnen abzubrechen, glaube ich, Sie wüßten vielleicht, wohin sie sich begeben hat. Wenn dem so ist, bitte ich, mir zu sagen, wo sie ist, damit ich sie in mein Haus zurückholen kann."

Ich erkläre Ihnen auf mein Ehrenwort, Herr Doktor", versetzte Richard feierlich,daß ich weder eine Ahnung von Fräulein Agnes Zufluchtsort, noch irgend welche Erklärung für ihr seltsames Betragen habe, wenn nicht Ihre Strenge es gewesen ist, die sie aus dem Hause getrieben."

Ich glaube Ihnen", entgegnete der Arzt mit einem tiefen Seufzer,obwohl Sie mich m,gerechterweise der Härte an­klagen. Agnes mag die Trennung von Ihnen bitter empfunden haben, doch ist sie eine viel zu gute Tochter, um sich meinem Willen zu widersetzen. Sie waren damals ein aus dem Vaterhaus gewiesener Lebemann . . . verzeihen Sie mir den Ausdruck," setzte er rasch hinzu, als sich eine tiefe Glut über das Gesicht des jungen Mannes vergoß.Jetzt, wo Sie selbst auf ehrliche Weise für Ihren Unterhall sorgen, jetzt hege ich mehr Achtung vor Ihnen als je zuvor."

Ich danke Ihnen für Ihre gute Meinung", entgegnete Richard.Da ich beim Tode meines Vaters durch die Miß­gunst meiner Stiesmuter völlig mittellos dastand, war ich ge­zwungen, irgend etwas zu ergreifen. Obwohl Frau von Burgsdorf mich beschuldigte, die Familiendiamanten gestohlen