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gesetzten Wirren in anderen europäischen Staaten sehen, wenn wir unsere Verhältnisse mit denen anderer Länder vergleichen, so können wir Deutschen gewiß zufrieden sein. Das steht fest: es geht vorwärts, wir sind in aufsteigender Linie. Die verflossenen Festlichkeiten fam Kaiserhose haben wieder gezeigt, wie doch der Kern des Volkes mit dem Hohenzollernhause sich innig verbunden fühlt, und wie die Herzen in Treue schlagen für Kaiser und Reich. Dazu ist die Entwickelung des deutschen BürgeifleißeS in stetigem VorwärtSschreiten. Landwirtschaft, Industrie und Handel stehen im Gedeihen. Die» und das könnte ja wohl noch besser werden, so daß uns einmal ein echter und rechter Volksfrühling erwächst. Um ihn zu erreichen, müssen alle mitarbeiten, die es mit dem Vaterlande gut meinen, nicht durch Aufrollen unerfüllbarer Zukunftsbilder, sondern in deutscher Wahrheit, Treue und Gewissenhaftigkeit. Er­füllen wir uns aber vor allen Dingen selbst alle mit der aus dem Brunnen der Offenbarung quellenden Osterfreudig. keit und mit dem Glaubensmute, der einst die erste Christen­heit befähigt hat, den Beweis des Geistes und der Kraft zu erbringen für den Sieg de» Lebens.

Der Ausbruch des Vesuv.

Die glühenden Lavaflüsse, die dem verderblichen Krater des Vesuv» entströmten, sind zwar auf ihrem VernichtungS- weg erstarrt, doch dichte, schwere Aschen- und Schlacken- regen legen sich wie ein Leichentuch über die hartgeprüsten Ortschaften ring» um den grollenden Berg, vernichten alle Vegetation und zerdrücken unter ihrer Wucht Häuser und Kirchen, Der bisher angerichtete Schaden wird auf eine halbe Milliarde geschätzt. Die gerüchtweise verlautbaren Ziffern über Verluste an Menschenleben schwanken zwischen achthundert und tausend. Hungersnot, einstürzende Häuser und Verkehrsstockungen treibt die erschreckte Bevölkerung zur Verzweiflung.

Neapel, 11. April. Seit gestern Abend hat sich wieder ununterbrochener Aschenregen eingestellt, der die Vesuv­dörfer langsam aber sicher verschüttet und auch in Neapel unangenehm verspürt wird. Heute früh mußte eine Zeit­lang die Zugverbindung mit Rom eingestellt werden. Aus den Vesuodörfern hat ein allgemeiner Wettlauf ums Leben begonnen. Der letzte der gestern abführenden Züge von Annuuziata hatte in jedem Abteil 12 bis 20 Personen. Je mehr der Zug in den Aschenregen kommt, um so größer wird die Panik unter den Passagieren. Der Zug fährt ganz langsam durch die Aschenmassen, die sich vor den Räumern der Maschine auftürmen. Da ein Ruck: die Lokomotive ist entgleist! Der Zug ist von Aschenmassen blockiert. Gleichzeitig setzt ein Steinregen ein. Die meisten verlassen geängstigt den Zug. Drei Tote werden her­beigebracht. Man fand sie auf der Straße vor Hunger gestorben. In San Giuseppe arbeiten Tag und Nacht Soldaten an der Befreiung der in ihren Häusern begrabenen Menschen. Die Asche liegt dort meterhoch, es herrscht in­folge der Unterbindung jeglichen Verkehrs Hungersnot. Die Regierung entsandte zwar reichliche Mengen Brot, die aber nicht verteilt werden konnten. In Torrs bei Gtecco stürzen täglich Häuser ein. Hungrige Banden durchziehen die Stadt und werden nur durch den Anblick der Soldaten verhindert, Räubereien auszuführen. In Somma, Sarno und Cercola sieht es gleich verzweifelt aus. In Neapel begegnet man von früh Iis spät Bittprozeffionen. Wegen Einsturzgefahr ist die berühmte Galleria Umberto gesperrt. Das Unglück ist so unermeßlich groß, daß es nicht gehoben, nur gelindert werden kann. Die ganze italienische Armee wäre nicht imstande, die gefährdeten Städte vor Verschüttung zu retten. Die Brot- und Wafferverteilung, wenn sie auch noch so ausgedehnt betrieben würde, wird nie den unge­heuren Ansprüchen genügen, wenn es nicht gelingt, die wenigen Verkehrsstraßen mit den Städten am Golf aufrecht­zuerhalten. Der Himmel ist schwarz bezogen, vom Vesuv nicht« zu sehen.

Neapel, 12. April. Um 3 Uhr nachmittag» hat der Aschenregen von neuem zu fallen begonnen. Der Himmel wird fo dunkel, daß man, um zu arbeiten, Licht anzünden muß. In Portici und San Giovanni Teduccio dauert der dichte Aschenregen an. Eine große Menge Arbeiter und Soldaten sind damit beschäftigt, die Aschenmassen von den Häusern und Straßen wegzuräumen. Der Verkehr der Straßenbahnen ist teilweise wiederhergestellt. In Torre bei Gieco ist die Lage unverändert. Die Behörden in Re- sina sandten durch Vesuvfremdenführer Lebensmittel an den Direktor des Vesuvobservatoriums.

Aus > und Ausland

Berlin, 12. April 1906.

JhrsKaiserlichea Majestäten nahmen gestern das Frühstück im Königlichen Schlosse Bellevue. Von dort aus begab Sich Se. Majestät der Kaiser im Automobil Nachmittags nach Döberitz, wo Allerhöchst derselbe eine Kom­pagnie des Lehr-Jnfanterie-Bataillon« besichtigte, welche Ue­bungen nach den Vorschriften des neuen Exerzierreglements für die Infanterie ausführte. Heute morgen um 8Va Uhr nahmen Ihre Majestäten das Heilige Abend- mahl im Königlichen (alten) Palais. Später machte Se. Maj-stät der Kaiser einen Spaziergang im Tiergarten.

Am Mittwoch hat eine Finanzaktion des Reiches und Preußens stattgefunden; es wurden 560 Millionen Mark 3Va prozentiger Reichsanleihe und preußischer Staats­anleihe zur öffentlichen Subskription aufgelegt. Soweit sich der Verkauf der Aktion bereits übersehen läßt, kann mit einer erheblichen Ueberzeichnung der Anleihe gerechnet werden.

Im Weißen Hause zu Washington empfing gestern Präsident R ° 0 s e v e l t in Amerika ansässige ehe- malige Sotvaten des deutschen Heeres unter Führung des Botschafters Frhrn. Speck von Sternburg. Nach einet bergen Begrüßung bet Deutschen ergriff bet Präsident 52011 Zu einer Ansprache, um mit erkennbarer hÄkS °uch tn der Union zutage tretenden deutsch-feindlichen Bestrebungen, mit Ausdrücken der höchsten Anerkennung der deutschen Volke» und Kaiser Wilhelms zu ffßnnt-r, ,»Ä^ ben Deutschen Glück zu ihren aus der Konferenz zu Algecira» erzielten Erfolgen und bezeich­nete er, im Verfolg dieser Gedanlenganger alr das Kiel Deutschlands ^T* Beziehungen zwischen Deutschland und bet Union zu pflegen

Rußlan dr Menschen Verlust im letzten Kriege festgestellt, wobei vorläufig nur dir Zahl bet Untermilitärs und zwar in den Landtruppen bekannt gegeben wird Da- nach wurden insgesamt 31 187 Mann getötet 115 885 Mann verwundet; 37 479 Mann wurden vermißt 53 897

Mann gerieten in die Gefangenschaft. Insgesamt schieden somit au» der russischen Armee 213 626 Mann aus. Von dieser Zahl kommen auf die mandschurische Armee 174 569 Mann, darunter 21187 Mann getötet, 24 850 Mann ge­fangen. In Port Arthur wurden über 10 000 Mann ge­tötet und 27 557 Mann gefangen genommen.

Ueber die Unruhen i n N a t a l liegt jetzt eine Nach­richt vor, die England recht unangenehm sein muß; der rebellische Häuptling Bambaata ist über den Tugela in das Zululand entkommen. Die Flucht des Rebellen wird eine lange aufreibende Verfolgung durch ein außerordentlich schwieriges Gelände notwendig machen. Die Unterstützung der treugebliebenen Eingeborenen wird dabei unentbehrlich fein. Dem Distriktsvorsteher wurde bereits der Befehl ge­geben, alle Eingeborenen zu bewaffnen. Eingeborene be­haupten, daß sich ein Häuptling der Dinizulu bei dem Re- bellenführer befindet. Ferner soll sich Bambaata an Sibindi gerächt haben. E» verlautet wenigstens, daß Kula, der drittmächtigste Häuptling in Natal, die Frauen und Kinder jenes Häuptlings, der den Engländern treu geblieben, weg- geschleppt habe.

Nach einer in New-Dork eingegangenen amtlichen Mit­teilung ist Präsident C a st r 0 zeitweilig von der Präsidentschaft vonVenezuela zurückge- treten. Der erste Vizepräsident Gomez übernimmt die Präsidentschaft. Die Nachricht von dem zeitweiligen Rück­tritt Castros ist in New-York durch ein amtliches Schreiben des venezolanischen Generalkonsuls mitgeteilt worden, in dem es heißt, Präsident Castro wünscht, sich nach den an­strengenden Arbeiten, die im letzten Jahre so erfolgreich ge­wesen seien, für einige Zeit ins Privatleben zurückzuziehen. Castros Rücktrillserklärung deute an, daß er, wenn fein zeitweiliges Fernbleiben von den Geschäften dem Lande Ein­tracht und Freundschaft bringen sollte, willen» fei, seinen Rücktritt, wenn nötig, zu einem dauernden zu machen.

Ostermorgen.

Im Purpur kommt der Ostermorgen Des Friedens Palmen schwingend hoch. Nun schüttelt ab die alten Sorgen Und werfet ab das alte Joch! Nun atmet auf nach Buß' und Reue, Der junge Frühling bricht herein, Damit er frische Blumen streue Selbst über Grab und Leichenstein.

Er will die ganze Welt verklären Der schöne, goldne Ostertag;

Es klingt zu uns aus höhern Sphären: Empor das Herz und seid nicht zag! Der Heiland ist ja auferstanden Und führt an unsichtbarer Hand, Erlöst von Sünde, Druck und Banden, Euch sicher ins gelobte Land.

Daß alle doch den Ruf verstünden, Der aus der Ewigkeit erklingt Und mit geheimem Lenzverkünden In schwer geprüfte Seelen bringt! Hinweg, hinweg mit aller Trauer, Wo sie noch einen Blick umflort! Hinweg den letzten Toderschauer! Vom Himmel tönt's wie Trosteswort.

Und diese langersehnte Kunde, Sie schwillt bald zum Posaunenschall; Es schlägt die Auferstehungsstunde Auch für das weite Wellenall. Und Lenzeswonne lacht uns wieder, Sie wird als hohe Freude laut, Es grüßen muntrer Vöglein Lieder Natur, die schöne Osterbraut.

Aus Provinz u. Nachbargebiet.

"(Personal-Chronik.) Ernannt: Rechtrkandidat Frhr. Roeder v. DierSburg zum Referendar, der diätarische IerichtSschreibergehilfe Nickel in Eschwege zum GerichtS- chreiber beim Amtsgericht in Corbach, der diätarische Ge- richtsschreibergehilfe Hurttig beim Amtsgericht in Hanau. zum Gerichtsschreiber beim Amtsgericht in Sontra, der Kanzleidiätar Stiel beim Landgericht in Cassel zum Kanz. listen beim Landgericht in Altona. Dienstantritt: der Dienst, antritt des zum Pfarrer in Beffe bestellten Pfarrers Volkenand in Schwabendorf ist auf den 1. Juni d. I«. festgesetzt. Versetzt: der Landgerichtsrat Falckenhainer in Limburg a. L. an das Landgericht in Cassel, der Amts­richter Dr. jur. Freiherr v. Stein in Birstein als Land­richter an das Landgericht in Wiesbaden, der Gerichts­schreiber, Sekretär Rimbach in Corbach als Sekreär an die Staatsanwaltschaft in Eleve, der Postbaurat Eiselen in Minden (W.) nach Cassel.

* Für die mittleren und unteren Staats» eisenbahnbeamten tritt nach einem Erlaß bes Mi­nister» der öffentlichen Arbeiten am 1. Mai b. I. eine neue Prüfungsordnung in Kraft. Gleichzeitig sind neue Bestim. mungen über die Annahme und Ausbildung der Eisenbahn, jinilfupernumerare getroffen. Danach soll, wer als Zivil- kupernumerar in den Staatseisenbahndienft eintreten will u. 0. 1. bei der Auszeichnung in der Bewerberlifte da« 17. Lebensjahr zurückgelegt und darf beim Diensteintritt das 25. Jahr nicht überschritten haben; er muß 2. das Reifezeug­nis einer preußischen ober außerpreußischen deutschen, öffent­lichen gymnasialen oder realistischen Lehranstalt mit sechs­jährigem Lehrgangs (Progymnasium, Realgymnasium, Re­alschule) oder einer preußischen Landwirtschastrschule oder da» Zeugnis einer preußischen neunstufigen oder einer außer- preußischen deutschen, neun- oder siebenstufigen, öffentlichen höheren Lehranstalt über die Versetzung nach der Ober­sekunda besitzen. (Die Zeugnisse gewisser Privatanstalten und die Zeugnisse der Prüfungsausschüsse für Einjährig- Freiwillige berechtigen nach den maßgebenden Bestimmungen nicht zum Eintritt als Zivilsupernumerar.) Bewerbet, welche die Reife für Oberprima einer neunstufigen höheren Lehr­anstalt erworben haben, werden vorzugsweise berücksichtigt.

):( Hersfeld, 14, April. Die la ndeSpol izei- liche Abnahme der Teilstrecke Oberaula- Hersfeld der staatlichen Nebenbahn Treysa - Hersfeld findet am 18. und 19. d. Mte. statt, und zwar am 18. April die Strecke in den Gemarkungen Oberaula, Wahl»- Haufen, Gersdors, Stielingen, Hattenbach, Hedderedorf, RirMeim, Allendorf und Kleba. Am 19. April in den Gemarkungen Niederaula, Beiershausen, Asbach und Bahn. Hof Hersfeld. Diejenigen Interessenten, welche irgendwelche Einwendungen glauben anbringen zu müssen, verfehlen wir nicht, auf die vorbezeichneten Termine aufmerksam zu machen.

):( Her-feld, 14. April. Herr Steuersupernumerar Fenn er ist von Kirchhain zum 1. Mai b. Js. hierher versetzt, um die durch den Tod des Herrn Steuersekcelärs Friederici hier erledigte Stelle zu übernehmen. Herr Zivilanwärter Reitze, welcher bisher die Stelle versah, ist nach Cassel versetzt worden.

):( Hersfeld, 14. April. Der Kommandeur der hie­sigen Kriegsschule, Herr Major Schulz, wurde zum Oberstleutnant befördert.

):( Hersfeld, 14. April. Während der Osterfeiertage wird auf dem Marktplatze Fernando» Kinemato- graph täglich Vorstellungen geben. Schon äußerlich macht der Schauplatz mit seiner reich verzierten Fassade einen vornehmen Eindruck und behütet vor Verwechslung mit minderwertigen fahrenden Theatern. Was nun die Vorführungen anlebenden Photographien" betrifft, so steht Fernando» Kinematograph unstreitig auf der Höhe der Zeit. Selten nur tritt eine kleine Störung im Akte ein, was wohl so lange nicht ganz zu beheben sein wird, als alle» auf der Welt unvollkommen ist. Die Licht- und Farbeneffekte sind bei ruhigem elektrischem Strom großartig, fast gar kein Flimmern tut dem Auge weh, während die Jlluffion eine vollständige, ist. Die Handlung ist stets klar und deutlich, die agirenden Personen sind lebenstreu, von der Wirklichkeit kaum zu unterscheiden. Das heilere Ele­ment, die Burleske, hat eine starke Vertretung und unter- hält köstlich.

):( Hersfeld, 13. April. Auf eine gräßliche Weise verunglückte in einer hiesigen Fabrik ein Arbeiter. Eine Flasche Salzsäure war beim Abladen zer­brochen und der betr. Mann fiel mit dem Oberkörper und dem Gesicht in die ätzende Flüssigkeit, wodurch er schwere Brandwunden erlitt. Der Schwerverletzte wurde in bas hiesige Landkrankenhau» überführt.

V Ransbach, 14. April. Hier ist in einer Tiefe von ca. 700 Meter bei einem der aufgestellten Bohrtürme Kali gefunden worden, ebenso stieß man bei dem Dorfe Ausbach in einer Tiefe von ca. 600 Meter auf Kali.

Röhrigshof, 13. April. In Nippa brannte vorgestern ein Wohnhaus nebst Nebengebäuden nieder.

Bebra, 14. April. In dem benachbarten Wei­te rode sind in einer Familie zwei Kinder an Genick­starre erkrankt. Alle Vorsichtsmaßregeln sind getroffen, um ein Ausbreiten dieser tückischen Krankheit zu verhüten.

Cassel, 11. April. Ein erschütternder Unglücks­fall hat sich heute Vormittag zwischen 8 und 9 Uhr im Karlsauepark ereignet. Herr RechtSanwalt Dr. Adolf W e d e m e ye r hierselbst hatte heute Morgen einen Spazier­ritt in die Karlsaue unternommen, um zu einer bevorstehen­den militärischen Uebung zu trainieren. Nachdem man schon einige Zeit in flotter Weise die Reitallee in der Nähe des Theaterberges hin und hergeritten war und Herr Wedemeyer in die nördliche Kurve am Theaterberge einbiegen wollte, scheute das Pferd in so plötzlicher Weise, daß der Reiter gegen einen am Reitpfade stehenden Baum geschleudert wurde und einen Schädelbruch erlitt. Hülfe war sofort zur Stelle, man bettete den tödlich Verletzten unter einen Baum, ein Offizier eilte in das Aue-Restaurant und tele­phonierte nach dem in der Nähe gelegenen Militärlazarett, woraus auch nach kurzer Zeit ein Oberstabsarzt mit einem Apotheker erschien, indessen menschliche Hülse konnte nichts mehr nützen, der Verunglückte hauchte bald darauf in den Armen seines herbeigeeilten Schwiegervaters, Herrn JuH^ rat Rothfels, feinen Geist aus.

Kassel, 14. April. An der HalleCasseler Bahnstrecke hinter dem Dorfe Speele, am Steinberge entstand vorgestern nachmittag ein Waldbrand, durch welchen in kurzer Zeit ein junger Tannenbestand von über 4 Acker Größe vernichtet worden ist. Dar dürre Gras unter den Bäumen brannte bei dem schönen Wetter und der Sonnenglut wie Zunder, obendrein entfachte ein starker Ostwind das Feuer, so daß dessen Eindämmung kein kleines Stück Arbeit war. Die Entstehungsursache wird allgemein auf Fahrlässigkeit durch achtloses Wegwerfen eines Streichholzes ober Zigarren­stummels zurückgeführt. Am Freitag Nachmittag gegen Vs3 Uhr entstand in der Oberförsterei Eilerhagen, Schutzbezirk Empfershaufen, ein sehr großer Waldbrand, der mehrere Hektar ergriff, aber durch energisches Eingreifen der Ge­meinde Empfershaufen unterdrückt wurde.

Gaffel, 13. April. Vor den Augen seiner Mutter vom Eisenbahnzuge totgefahren wurde vorgestern mittag auf der Eisenbahnstrecke GöttingenBebra bei der Station Allen­dorf a. d. Werra der Rottenarbeiter Spitz. Nach einge­nommener Mahlzeit sprach er noch im Zurückgehen einige Worte mit seiner Mutter, die ihm das Essen gebracht hatte, und wollte dann das Geleise überschreiten. In demselben Moment nahte der durchgehende Frankfurter Schnellzug heran, was Spitz zu seinem Unglück nicht wahrgenommen hatte, Überfuhr ihn und trennte den Kopf glatt vom Rumpfe. Spitz hinterläßt Frau und 2 Kinder, er war erst einige zwanzig Jahre alt.

Niederaula, 1t. April. Ein kleines Mädchen von 45 Jahren wurde heute mittag von einem fremden, un- gemein rasch vorüberfahrenden Automobil auf der Straße von Hersfeld nach Schlitz überfahren und schwer am Kopse verletzt, so daß er bewußtlos vom Platze getragen wurde. (C.T.)

ZimmerSrode, 12. April. In Neuenhain stürzte heute Morgen der Schmied Draube vom Boden in die Scheune und war sofort tob. Der Verunglückte war 72 Jahre alt und hatte vor zwei Jahren seine goldene Hoch­zeit gefeiert.

Fulda, 11. April. Ueber den hiesigen Konsumverein ist bas Konkursverfahren eröffnet worden. Die Leiche der Frau Gerichtsvollzieher Klopp, welche am 1. März b. J. den Tod in der hochgehenden Fulda gesucht hatte, ist erst heute früh vom Flußwart Koch, an einem Weidenbusch hän­gend, schrecklich entstellt aufgefunben worden.

Schlächtern, 11. April. In der Nähe bes Bahn­tunnels bei Mottgers stürzte das Kind des Weichensteller» Rauh eine steile Böschung hinunter und erlitt lebensgefähr­liche Verletzungen.

Carlshafen, 11. April. Der 28jährige Bergmann H. Wacnecke aus Schlarpe wurde heute morgen beim Ab- schießen von Salz durch einen Schuß im benachbarten Kaliwerk Volpriehausen, in einer Entfernung von etwa 4 Meter vor seiner Arbeit an Kopf und Brust so schwer verletzt, daß er bald darauf verschied.

Bronzell (Kr. Fulda), 11. April. Als bas 16jährige Dienstmädchen Monika Möller von Kerzell, welches hier in Diensten steht, gestern zum Feueranmachen Petroleum ver­wandte, explodierte die Kanne und die Flammen fetzten sofort die Kleider des Mädchen» in Brand, das unter herz­zerreißendem Schreien vor lauter Verzweiflung in ein Nach, barhau» lief und dort ohnmächtig zufammenbrach. Mit