fifi auf Mk. 2.746.592 06 Pfg. Am Jahresschluß gehörten dem Verein 1882 (Ende 1904 1797) Mitglieder an mit einer Gesamthaflsumme von Mk. 1.927 000 — Die Tagesordnung fand glatte Erledigung, sämtliche Anträge wurden ohne Debatte angenommen und die ausscheidenden Mitglieder de-AusstchtSratS nahezu einstimmig wiedergewählt. Im Herbst b. Jr. wird voraussichtlich der Neubau bezogen werden; über den Verlauf und den jetzigen Stand der Baufrage giebt der gedruckte Bericht, welcher Mitgliedern und Interessenten zur Verfügung steht, Aufschluß; ebenso bietet er ausführliche Darlegungen über die einzelnen Ge. schäslszweige. Die Dividende gelangt von jetzt an zur Auszahlung (einstweilen in besonderem Zimmer, Ecke Breiten» straße-Antoniengasse) ; doch ist eS erwünscht, wenn in den ersten Tagen größerer Andrang vermieden wird.
p Hersfeld, 4 April. (St tz e n b l e i b e n ) Das leidige Sitzenbleiben vergällt manchem Knaben, manchem Mädchen und mancher Familie die Osterfreude. Doch ist dies eine Frage, die im allgemeinen zu viel vom Standpunkte des Ehrgeizes betrachtet wird. Es können dabei viele Gründe geltend sein. In der Volksschule hat das Sitzenbleiben nicht so sehr viel zu bedeuten; denn es zeigt stch nicht selten, daß mittelmäßige Schüler im praktischen Leben mehr taugen, als gute. Die Neigung zum Praktischen ist im Leben dem schematischen Wissen vorzuziehen. Nicht selten ist Krankheit die Ursache des Sitzenbleibens. Dann kann eS den Eltern nur willkommen sein. Denn ein kränkliches, schwächliches Kind bedarf der Schonung. Vieles Lernen mit Anstrengung verbunden drängt das Blut nach dem Kopf und macht geneigt zu Kopfschmerz, woran manche Menschen oft ihr ganzes Leben lang leiden. Dann hat das Sitzenbleiben das unverkennbare Gute der größeren Gründlichkeit in einer Stufe. Es ist besser, weniger zu lernen, aber das Wenige gründlicher! Das Jagen unserer Zeit, das stch zum Teil auch der Schule bemächtigt hat, überhäuft die Kinder nicht selten mit zu vielem, so daß ste nicht Zeit haben zum tiefen Auffassen und zum tiefen Verständnis. Die Folge ist leichtes Vergessen. Die Hauptsache bet allem Lernen stellt indes das feste Behalten. Und von diesem Standtpunkte aus angesehen, kann das Sitzenbleiben oft für eine Wohltat angesehen werden. Das zum Trost!
):( Hersfeld, 4. April. Dem heutigen Vieh- markt waren 225 Stück Rindvieh und 665 Schweine zugetrieben. Die Preise waren bet den Schweinen um ein geringes zurückgegangen, doch war der Handel flau. Jedenfalls hoffte man, daß die Preise noch weiter fallen würden. Infolgedessen blieben eine ganze Anzahl Schweine übrig. Auf dem Krammarkt waren 72 Verkaufsstände aufgeschlagen, doch ließ der Handel zu wünschen übrig.
):( Hersfeld, 4. April. Zum Sprechverkehr mit Hersfeld ist Würzburg zugelaffen. Die Sprech- gebühr beträgt 1 Mark.
* Die Zahl [bet Selbstmorde in Deutschland ist nach dem letzten reichsstatistischen Monatshefte im Jahre 1904 etwas zurückgegangen; ste betrug nur 12 468 gegen 12 730 i. J. 1903. Auf 100 000 Personen entfielen 21,0 Selbstmorde gegen 21,7 i. I. 1903, 21,4 i. J. 1902 und 20,8 i. I. 1901. Unter den Selbstmördern befanden stch 9704 (1903 10 017) männliche und 2764 (27l3) weibliche Personen, sodaß der Rückgang allein aus das männliche Geschlecht entfällt, während beim weiblichen eine Zunahme staUgefunden hat. Der Anteil der weiblichen Personen an den Selbstmördern war noch einmal so groß wie im Jahre 1904.
△ Ransbach, 4. April. Beim Futterholen stürzte die Ehefrau Fey so unglücklich vom Boden auf die Tenne, daß ste bewußtlos liegen blieb.
Philippsthal, 2. April. Zwischen der Ulsterbrücke und Röhrigshof wird in der nächsten Zeit ein interessanter Straßen- umbau vor stch gehen. Die jetzige Straße biegt bekanntlich an der Ulsterbrücke nach recht» ab und läuft bis Röhrigshof dicht an der Bahn entlang, während stch links von ihr die Schacht- und Werksanlagen der Aktiengesellschaft Kaliwerke Haltorf befinden. Die Kaliwerke Haltors werden nun, um Raum für ihren Werksbahnhof zu gewinnen, die jetzige Straße als Eigentum übernehmen und dafür von der Ulsterbrücke ab in fast gerader Linie eine neue Straße am Berge entlang bauen, welche dicht vor Röhrigshof wieder in die jetzige Straße einmünden soll. Das im vorigen Jahre erbaute Blockhaus und die noch im Bau befindliche Villa werden von der neuen Straße dicht berührt. (RH. Z.)
Caffel, 4. April. Schwere Brandwunden zog stch gestern Mittag gegen 12 Uhr eine in der Kruggaffe wohnende Frau zu. Als ste mit dem Zubereiten des Mittag- effens beschäftigt war, und eine Pfanne vom Feuer abheben wollte, schlugen ihr plötzlich die Flammen in das in dem Gefäß befindliche Fett. Das Feuer ergriff die bedauernswerte Frau, so daß sie schwere Brandwunden, namentlich im Gesicht, erlitt. An dem Aufkommen der Verletzten, die alsbald in da» Landkrankenhaus geschafft wurde, wird gezweifelt.
Bach«, 2. April. Dem Vernehmen nach soll die zur Normalspur umgebaute Strecke Vacha-Dorndorf im Monat Mai für den Personenverkehr eröffnet werden. Die gesamte I Linie Vacha-Salzungen und Vacha-Hünfeld mit Abzweigung nach Geisa hofft man bestimmt bis zum 1. Oktober b. Js. dem Betriebe übergeben zu können.
Eschwege, 1. April. Ein schrecklicher Unglücksfall ereignete stch gestern nachmittag auf dem hiesigen Bahnhöfe. Der in der Eisenbahnwerkstätte beschäftigte Schlosser Wein, leder au» Hitzerode geriet zwischen die Puffer zweier Wagen und wurde totgequetscht.
Hilders (Rhön), 1. April. Der in der ganzen Rhön bekannte „alte Kesselhöfer" (Auszüger Joh. Kremer vom Kesselhöfer bet Liebhard») wurde in der Nähe von Langen- berg im Schnee tot aufgefunden. Der Mann war zeitweilig nicht ganz normal.
Aus der Rhön, 1. April. Auf der Station Uns- leben wurde des Nachts gegen Vati Uhr der verheiratete Stationsmeister Simon Spörlein vom einfahrenden Zuge überfahren und sofort getötet. E» liegt zweifellos ein Un- glückrfall vor.
Boltmarfen, 1. April. Von einem Unglücksfall wurde der 24 Jahre alte Sohn des Postagenten Schlenke zu Breuna gestern betroffen. Er hatte ein Pferd, da» als fromm und zutraulich bekannt war, an den Wagen spannen wollen und das er deshalb auch nicht weiter angerufen hatte. — Da« Pferd schlug aus und traf den jungen Mann so unglücklich in» Gestcht, daß die oberen und ein Teil der unteren Kinnladen eingeschlagen und das Gestcht gänzlich verunstaltet wurde. (C T.)
Fritzlar, 3. April. Der Personenzug 431 Wabern — Wildungen Überfuhr gestern abend den Landwirt Lorenz
Schäfer aus bet Hartmühle bei Bergfreiheit. Der Tod trat sofort ein. Schäfer ist 65 Jahre alt.
Tanvershausen, 2. April. Heute morgen wurde der Sohn der Witwe Sch. in der Scheune erhängt ausgefunden. Er diente seit Herbst v. I. freiwillig beim Train- Bataillon zu Caffel. Furcht vor Strafe soll die Ursache zu dieser graustgen Tat sein.
Frankfurt a. M., 2. Aprsi, Wegen Unterschlagung einer Vtertelmillion Mark wurde der Handlungsgehilfe Pinkus verhaftet. Damit findet eine SenfationSaffäre, die dort großes Aufsehen erregte, einen unerwarteten Abschluß. PinkuS sollte durch eine glückliche Spekulation über Nacht Millionär geworden sein. Er hat jedoch zuungunsten einer Metallgroßhandlung Scheckfälschungen begangen, so daß man es zweifellos mit einem raffinierten Schwindlertrick zu tun hat. — Pinkus gab an, er habe mit ganz kleinen Spekulationen begonnen, die ihm geglückt seien. Dann habe er mehr und mehr gewagt. Als man ihm bei der Vernehmung die Unterschlagungen aus den Kopf zusagte, wurde er kreidebleich und gestand sofort seine Verfehlung ein, worauf er — der unter einem Vorwande vorgeladen war — sofort in Hast genommen wurde. Wohin ist nun das Geld gekommen, das Pinkus an der Börse gewonnen hat? Denn daß er Hunderttausend« gewonnen hat, steht fest. Der Fehlbetrag von nahezu 200,000 Mark ist voll und darüber hinaus gedeckt. Pinkus müßte also, wenn nichts mehr da sein soll, den Rest in einem halben Jahre verbraucht haben. Pinkus galt allgemein als sparsamer, fast knauseriger junger Mann. Vor zirka sechs Monaten bemerkte man eine Wandlung in seiner Lebensweise. Er kleidete stch nobel, gab große Trinkgelder und wurde ausschließlich in Gesellschaft einer unter dem Namen „bie Brillantenkönigin" in Lebe- kreisen bekannten blonden Dame gesehen. Mit ihr hat er stch vor einem halben Jahr verlobt, hat ihr in der Praun- Heimerstraße eine Wohnung für 2000 Mk. gemietet, die er hochelegant ausfiattete. Auch ein Automobil wurde gekauft, ein zweite» in Bestellung gegeben. Da» Fräulein erhielt ferner von ihm kostbare Brillanten, angeblich im Werte von 35,000 Mark und 10,000 Mark in Bar. Sowohl da» bare Geld wie die Schmucksachen hat da» Mädchen zurückerstattet. Eine Anzahl „guter Freunde", die sich schnell zu dem jungen Krösus fanden, mögen wohl auch dazu geholfen haben, die braunen Scheine klein zu bekommen. Vielleicht hat aber Pinkus doch noch irgendwo größere Depot».
Grotz-Seifen, 3 April. Gestern nachmittag erschoß stch in seiner Scheune der Landmann Karl Müller mit einem Revolver. Da Müller in geordneten Verhältnissen lebte, so ist anzunehmen, daß er die Tat in geistiger Umnachtung vollbrachte.
Vom Eichsfelde, 2. April. Ein schwerer Unglück hat stch aus den Kaliwerken bei Sollstedt zugetragen. Der Arbeiter Albert Rabe aus Gernrode (Kr. WorbiS) fiel in ein mit Kalisäure gefülltes Bassin und trug dabei so schwere Verletzungen davon, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.
Aus Thüringen, 1. April. Der Doppelmord in Golmsvors, dem der SSjähr. Landwirt Hanemann und dessen 76jähr. Ehefrau zum Opfer fielen, hat sehr bald zur Entdeckung deS Mörders geführt, der in der Person des Maurergesellen Winkler festgestellt wurde. Nach dem gestern festgestellten Sektionsbefund ist der Schädel des ermordeten Hanemann durch die Hommerfchläge des Winkler geradezu buchstäblich in Stücke zertrümmert, es wurden gegen einige 30 gezählt; außerdem weist die Leiche Hanemann» eine große Anzahl Stichwunden an Hals und Brust auf. Die Ehefrau ist nicht, wie von anderer Seite fälschlich berichtet wurde, gestochen, sondern nur durch heftige Schläge mit dem Fäustel auf den Kopf ermordet worden. Der Raubmörder hatte es ursprünglich auf den Hanemann abgesehen und ist nur durch das Hinzukommen von dessen Ehefrau veranlaßt worden, auch diese zu ermorden. E» liegt zweifellos nicht nur ein Racheakt, sondern auch ein Raubmord vor, denn e» fehlt ein Sparkassenbuch aus den durchwühlten Kisten. Der Verdacht fiel vor allem deshalb auf Winkler, weil er, der als sehr neugierig bekannt und immer der erste war, wo etwas vorging, nach der Entdeckung des Mordes ruhig zu Hause blieb, während der ganze Ort auf den Beinen war. Er hat ein umfassendes Geständnis abgelegt.
Vermischtes.
— Berlin, 2. April. Auf der Chaussee von Pri- ru«, Kreis Teltow, nach Dolgenbrodl wurde gestern nachmittag der Lehrer aus Dolgenbrodt, der auf seinem Fahrrad auf der Chaussee fuhr, überfallen, mit einer Axt vor den Kops geschlagen und seiner Barschaft und Uhr nebst Kette beraubt. Der unbekannte Täter entkleidete sein Opfer, bas in besinnungslosem Zustande aufgefunden wurde, zog die Kleider selbst an und entkam auf dem Rade des Lehrer».
— Im Hause bes Regimentskommandeur» Obersten Jung in M ü h l h e i m (Ruhr) erfolgte eine Gasexplosion, wodurch eine Dame schwer verletzt und ein großer Schaden angerichtet wurde.
— Ueber ein merkwürdige» Spiel der Natur schreibt die Erml. Ztg.: Man hört hin und wieder von allen möglichen und unmöglichen Abnormitäten, die in der Tierwelt zum Vorschein kommen — da hat ein Ferkel drei Beine oder ein Kalb zwei Köpfe u. dergl. —, aber bas ist alles schon dagewesen. Nun aber hat bei einem Kaufmann zu Braunsberg zweifellos eine Ente den Rekord geschlagen; denn das Tier hat ein Ei gelegt, welches drei Dotter und ein Gewicht von 179 Gramm hatte.
— Hamburg, 2. April. In einem vornehmen hiesigen Hotel verletzte die Ehefrau des Amsterdamer Kauf- wann?« Wallas ihren schlafenden Gatten durch einen Re- völverschuß und tötete sich dann durch zwei Schüsse in den Mund.
— In Zoppot wurde in vergangener Nacht Frau Biber in ihrer Wohnung, Beusterstr. 10, in einer Blutlache ermordet ausgefunden; es wird Raubmord vermutet.
— In NiederaSpach wurden durch einen Zusam. menstob bes Automobil» deS Fabrikanten Japy aus Au- bincourt mit einem Pferdefuhrwerk der Chauffeur getötet und die Gebrüder Japh sowie die Insassen des Pferdefuhrwerks schwer verletzt.
— VrsSlau, 3. April. Auf der Hugogrube der gräflich Donnersmarckschen Werke wurden 2 Bergleute durch Gesteinmassen verschüttet und getötet..
— Saarbrücken, 3. April. Bei Saarbrücken wurde der Maurerpolier Eckert von Betrunkenen ermordet und beraubt und auf den Bahnkörper geworfen. Zahlreiche Verhaftungen sind bereit» vorgenommen worden.
— In Seeben bei Halle a. S. wurden dieser Tage
die sterblichen Ueberreste bes Hauptmann» Han« v. BagevSki^ der am 13. April 1904 im Gefecht mit den Herero bei Ootumbo in Südwestafrika den Heldentod gefunden hat, im Parke beS Bagenskischen Gute» bei dem Granitdenkmal beigesetzt, bas die Offizierkorps der Jnsanterieregimenter Nr. 71 und 16 dem Kameraden dort gesetzt haben. Die Ueber« führung der Leiche, die schon nahezu zwei Jahre in afrikanischer Erde geruht hatte, hat einem Wunsche entsprochen, den Hauptmann v. Bagenski geäußert hatte, als er im Februar 1904 nach Südwestafrika ging. Die Beisetzung, an der die junge Witwe und die zwei Töchterchen, die Eltern und Geschwister deS Gefallenen teilnahmen, gestaltete sich sehr feierlich. Eine Kompagnie deS Infanterie- regiments Nr. 36 gab die Ehrensalven ab, als der mit Blumenspenden bedeckte Sarg sich inS Stab senkte. Generalmajor v. Bagenski gedachte in markigen Worten der Tapferkeit und Heldentreue des Dahingeschiedenen. Unter den zahlreichen Offizieren, die dem Kameraden die letzte Ehre erwiesen, befand sich auch der Divisionsgeneral v. Pritt- witz und Gaffron und Generalleutnant a. D. v. Ziegner, der Vorsitzende des Kolonialvereins Halle.
— Durch eine heftige Explosion vollständig zerstört wurden in Marseille gestern ein Tabakgeschäft, ein Re. staurant und eine Drogenhandlung. Ein Kellner erlitt schwere Verletzungen. Die Explosion war so heftig, daß ein auf dem Bütgersteig vorbeigehendes Mädchen etwa zehn Meter weit fortgeschleudert wurde. Der Feuerwehr gelang eS, den durch bie Explosiog entstandenen Brand zu bewältigen, der darauf zurückgeführt wird, daß der Kellner in dem mit ausströmenden Gase angefüllten Kellerraum, in dem sich außerdem noch etwa 30 Kilogramm Pulver befanden, ein Licht anzündete.
— Unruhstadt (Prov. Posen), 1. April, Der 78« jährige Viehsütterer Greiser in dem Vorwerk jWiebelShof, seine Frau und seine Tochter wurden heute früh mit durch, schnittenen Hälsen in ihrer Wohnung aufgesunden. Die Tochter gab noch Lebenszeichen von sich und sagte, daß Zigeuner die Schreckenstat verübt hätten.
— Ueber ein Eifersuchtsdrama, das sich bei Lüttich abgespielt hat, berichtet der Aachener Volksfreund: Die junge Witwe Rosa Samson, eine frühere Verkäuferin aus der Ausstellung, sollte in nächster Zeit einen gewissen Geminich heiraten, der von seiner Frau getrennt lebte. Letztere, die aus Geminich eifersüchtig war, hatte schon im Juli 1905 sechs Revolverschüsse auf ihn abgegeben und war zu vier Monaten Gefängnis verurteilt worden. Nach ihrer Entlassung erfuhr sie von der bevorstehenden Wiederver- Heiratung ihres früheren Mannes; sie begab sich zur Neben- buhlerin, gab auf sie zwei Revolverschüsse ab und tötete sie hernach völlig durch 23 Messerstiche; alsdann flüchtete ste. Die bald ergriffene Mörderin erklärte, daß sie die Tat nicht bedauern könne.
— (Sechs Personen infolge Scheuen» e i n es Pf e r d e s g e t ö t et.) Wie aus Rom berichtet wird, kehrte gestern die Familie des Arbeiters Fusetti, bestehend aus dem Vater und vier Söhnen und einer Tochter, in einem Fuhrwerk von Caronno nach Saronno bei Mailand heim, als das Pferd plötzlich scheute und durchging. In demselben Augenblicke passierte die Dampsstraßenbahn die Landstraße. Es gab einen furchtbaren Zusammstoß, bas Fuhrwerk wurde in tausend Stücke zerbrochen, und alle darin befindlichen Personen wurden durch den gewaltigen Anprall hoch in die Lust geschleudert und getötet.
— In Wien wurden in vergangener Nacht dem Juwelier Löb wertvolle Schmucksachen, insbesondere prächtige Perlen im Gesamtwerte von 33,000 Kronen gestohlen.
— Turin, l. April. Bei einem Automobilunglück wurde Graf Abegadre aus Vercelli getötet. Das Fahrzeug karambolierte in Orbassano bei Turin mit einem Gemüse- karren.MDaS Automobil wurde zertrümmert. Der Begleiter, Leutnant Malinvsrni, wurde schwer verletzt.
— Kowno, 1. April. (Petersburger Telegr.-Agen- tur.) Bet der Station Omoli stießen zwei Eisenbahnzüge zusammen. Drei Personen wurden getötet, vier verletzt.
Letzte nachrichten.
Hamburg, 3. April. Aus dem gestern von La Plata hier eingettoffenen Dampfer Sevilla sind pestverdächtige Ratten gefunden ; Personen sind nicht erkrankt. Das Schiff ist einer Ausgasung mit einem Rattentötungsapparat unterzogen und alle Vorsichtsmaßregeln sind getroffen. Die Löschung der Ladung wird unter den üblichen Vorsichtsmaßregeln gestattet werden.
Bordeaux, 3. April. In dem Zuge Bordeaux-Paris gerieten heute an dem Wagen, in welchem Seine Königliche Hoheit Prinz Albrecht von Preußen, Regent von Braunschweig, sich befand, und an einem Gepäckwagen die Achsenbüchsen in Brand, so daß andere Wagen eingestellt werden mußten. Der Zug fuhr mit einer Verspätung von einer halben Stunde nach Paris weiter.
Hannover, 3. April. Ein in den vierziger Jahren stehender Mann, anscheinend Maler, hat sich heute in selbstmörderischer Absicht von dem Berlin-Vlissinger O-Zuge 16 kurz vor der Station Nennhausen bei Rathenow überfahren lassen. Der Selbstmörder war sofort tot.
Die Strafkammer in Erfurt verurteilte gestern die zwölfjährigen Schulknaben Volkmar und Baersch wegen Straßenraubes zu zwei Monaten und einer Woche Gefängnis.