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über die Verstaatlichung der Hibernia sympatisch aus, in­dem er der Hoffnung Ausdruck gibt, daß die Verstaatlichung von Bergwerken auch fernerhin Fortschritte machen möge. Redner fragt beim Minister an, wie er sich der Anregung gegenüber zu verhalten gedenke, die die Verstaatlichung des Kalisyndikats wünsche. Abg. Dr. v. Woyna (frk.): Der Etat der Bergverwaltung zeigt, daß die Verwaltung in guten Händen ist. Nur die Bemerkung über die eigentümliche Entwicklung in der Kaliindustrie ist geeignet, große Neun- ruhigung hervorzurufen. Unsere Kalischätze find nicht ziffernmäßig angebbar. Neuerdings ist auch im Westen unter der Kohle Kali gefunden worden, und wer sagt er denn, daß nicht etwa auch in Holland, Frankreich usw. Kali ge­funden werden wird, ebenso ist es doch möglich, Kali künstlich herzustellen, wie es früher in Japan fabriziert worden ist. Deshalb dürste durch den Ausfuhrzoll die Tätigkeit des Auslandes angeregt werden, sei es zu Bohr­ungen aus Kali, oder zur Fabrikation. Handelsminister Dr. Delbrück: Persönlich stehe ich auf dem Standpunkt, daß es wünschenswert ist, daß der Fiskus in den verschie­denen Revieren einen möglichst großen Einfluß auf die Bergindustrie erlangt. Dies ist zu erreichen durch Gewin­nung eines Einfluffes auf die Syndikate und durch Anlegung neuer Schächte auf den fiskalischen Feldern.

Ilmhti in WschWM.

Der Gouverneur Graf von Götzen telegraphiert aus Daressalam folgendes: Die allgemeine Lage bessert sich ständig. Die Marineinfanterie außer dem Delache- ment Mpapua und Muanza reiste am 9. Februar heim. Die Ruhe in den Bezirken Süd-Morogoro, Kilwa, Mo- Horro, Lindi, Songea und Jringa, wird bis zur vollständigen Unterwerfung durch feste Posten aufrecht erhalten. In Nord-Mahenge zwischen Ruaha und Ulanga befindet fich noch ein größerer Aufstandsherd, der bisher wegen unge­wöhnlichen Hochwaffers noch unberührt blieb. Die Kolonnen Freiherr v. Wagenheim, Grawert, Nigmann und Hirsch gehen dorthin vor. Zusammensetzbare Boote wurden von Daressalam abg-schickt. Major Freiherr v. Schleinitz kehrte nach Daressalam zurück.

Ae WtriMifm

Der Temps soll nach Berichten Berliner Blätter einen neuen provokatorischen Artikel gegen Deutschlands Haltung in der marokkanischen Polizeifrage veröffentlicht haben. Schimpfe­reien find keine Argumente. Je mehr sich der Leitartikler des Temps in eine durch nichts gerechtfertigte Aufregung hinein- schreibt, desto kühler wird man in Deutschland diese Anwürse registrieren und es höchstens bedauern, wenn dadurch die Ver­ständigung an der Konferenz erschwert werden sollte. Die Vertteter Deutschlands und Frankreichs in Algeciras haben die Aufgabe, eine solche Verständigung zu suchen, und waren tatsächlich in vertrauliche Erörterungen über die Polizei- und die Bankfrage eingetreten. Wer dazu die erste Initiative er- griffen hat, und wer den einen oder den anderen Wunsch über die Reihenfolge geäußert hat, in der diese Fragen be- handelt werden sollen, ist wirklich von untergeordneter Bedeu­tung. Wir glauben, daß es auch in Frankreich nur wenige geben wird, die an dm Jnvektiven eines übereifrigen Publi- zisten Geschmack finden. Von Friedensliebe und versöhnlichem Geist find diese Auslassungen jedenfalls nicht eingegeben, und Neues steht nicht dann. Getretener Quark wird breit, nicht stark.

Die Konespondenten des Pariser Matin uud des Eclair hatten in Algeciras eine Unterredung mit dem Herzog von Almodovar und dem amerikanischen Vertteter White, welche beide sich in optimistischem Sinne äusserten. Der Herzog von Almodovar sagte: Gewiß, wir haben Schwierigkeiten zu über- winden, aber ich bin außerordentlich sicher, daß sie überwun- dm werden.

Sit Argänge in WM.

Ein heute veröffentlichtes Kommunique der russischen Regierung stellt fest, die Gesellschaft habe sich etwas be- ruhigt und in der letzten Zeit zu erkennen gegeben, daß sie in ihrer großen Mehrheit die Wiederherstellung von Ruhe und Gesetzmäßigkeit wünsche und bereit sei, die Re­gierung bei der Festigung der durch das Manifest vom 30. Oktober vorigen Jahres verkündeten Grundlagen des Staats» lebens zu unterstützen. Es fei anzuerkennen, daß infolge­dessen und besonders nach der erfolgreichen Vorbereitung

und ging bekümmerten Herzens an das andere Ende des Zimmers.

Lady Arville blickte ihm einen Augenblick nach und sagte dann mit gedämpfter Stimme:

Er ist noch zu jung, um zu wissen, was Kummer ist, und doch glaube ich nicht, daß er glücklich ist. Ich war nur wenige Jahre ach, was für glückliche Jahre verheiratet, als man meinen Gatten eins Tages tot nach Hause brächte. Ein Fall vom Pferde hatte ihn getötet, und mein einziges Kind, meine reizende kleine Cecil,' wurde mir an bemfelben Tage geraubt. Andere Frauen hätten das nicht überlebt.

(Schluß folgt.)

(Zwei Kinder in einer verschlossenen Wohnu» g verbrannt.) Während der Abwesenheit eines Ehepaares in Köln entstand in der verschlossenen Wohnung, in der die Kinder sich hilflos allein befanden, Feuer. Die alsbald eintreffende Feuerwehr konnte zunächst nur noch einen dreijährigen Knaben aus den Flammen her­vorholen, der bereits sein Leben auSgehoucht hatte.

In O ich atz wurde der Schuhmacher Hagedorn nachts von zwei Unbekannten, die ihn irrtümlich für einen Streikbrecher hielten, überfallen und durch Messerstiche am Kops lebensgefährlich verletzt.

In der Ammoniakfabrik der Zeche Shamrock stürzten zwei Arbeiter in die S ch la m m g r u b e; beide starben in folge der erlittenen Brandwunden.

Auf der Bahnstrecke TiegenhofMarienburg wurde suhrwerk bei Braueretbesitzers Unger überfahren und der Kutscher sowie die beiden Pferde getötet.

m k 3m Ä, v°" Durban (Südafrika) wurde beim

e Er^ des in Magdeburg an­

sässigen Schlächtermeister, Hann-mann v v n e i n e m ö a i. y 8e 16 i e t. Ueber den Vorfall werden der Magdeb. Ztg. folgende Einzelheiten gemeldet: Der junge Hannemann SJ* "^ b' Juli V. J. Schiffsjunge auf dnem^ schiffe und vor kurzem in Durban eingetroffen war ging in Begleitung einer Landmannes am Hafen spazieren als gerade eine größere Zahl von Matrosen sich unweit des

der R-ichsdumawahlen, welche |bie Einberufung in kurzer Zeit sichere, die vom Grafen Witte im Dezember 1905 angeregte Maßnahme, daß die Semstwo aus ihrer Mitte Abgeordnete bezeichnen sollten, an die die Regierung sich in gewissen Fragen um Rat wenden könne, nicht mehr die frühere Bedeutung habe.

Petersburg, 13. Februar. Nach einer Meldung aus Moskau wurde im Hofe des Hauses der Kleinbürger, gesellschaft im Schnee ein schweres Kästchen gefunden mit der Aufschrift:Für Dubassow, sehr eilig!" Das Kästchen wurde zum Polizeibureau geschafft und geöffnet. Es enthielt eine Bombe, welche dem Artillerie-Laboratorium übergeben wurde. Die ganze Polizei ist aus den Beinen, um den Absender zu entdecken. In Wilna wurden durch eine wahr­scheinlich durch Zufall auf der Straße explodierte Bombe drei Personen verwundet.

Ntier Acheiitmillt in Frankreich.

Paris, 12. Februar. Aus Montpellier wird ge­meldet: Zur Unterstützung der polizeilichen Aktion gegen die Kirchen Saint Denis und Saint Rache, in denen seit 24 Stunden mehrere hundert Männer und Frauen, mit Lebensmitteln versehen, sich eingeschloffen hatten, waren I Infanterie, berittene Jäger, die gesamte Genietruppe sowie Gendarmerie zu Fuß und zu Pferde aufgeboten worden. In allen Straßen, besonders aber in den zu den beiden Kirchen führenden, kam es zum Handgemenge zwischen Radikalen und Klerikalen. Ueber 10 000 Personen nahmen an den Kundgebungen teil, welche gegen 8 Uhr morgens einen tumultuarischen Charakter annahmen. Die Schul­jugend beteiligte sich sehr lebhaft an den Raufereien. Der radikalen Jugend gelang es, eine der gegnerischen Standarten zu erobern, dagegen fiel eine der roten Fahnen in die Hände der Klerikalen. Die Splitter eingeworfener Fenster- scheiden verletzten einige der Streiter. Auch ernstere Ver­wundungen durch Totschläger und Stockdegen find zu ver­zeichnen. Der Vorgang der Inventaraufnahme in den beiden Kirchen selbst vollzog sich rasch; die Gotteshäuser wurden im kritischen Augenblick auf den Wunsch der Pfarrer von den Gläubigen verlassen. Diese vereinigten sich in der Hauptstraße zu einem gut geordneten Zuge, den das Militär passieren ließ.

Aus In- und Ausland.

Berlin, den 13. Februar.

Vorgestern abend waren bei Ihren Majestäten zum Thee geladen Admiral Büchse! und Frau, Herr und Frau v. Grunelius aus Frankfurt a. M. und Oberhosmeister a. D. Graf Seckendorff. Se. Majestät der Kaiser hatte gestern im Königlichen Schlosse eine Besprechung mit dem Reichskanzler Fürsten v. Bülow. Gestern nachmittag unternahmen Beide Majestäten eine gemeinsame Ausfahrt. Bei Sr. Majestät dem Kaiser fand gestern abend ein Diner statt, zu welchem die Botschafter und Botschafterinnen und die fremdherrlichen Offiziere geladen waren. Heute vor- mittag machte Se. Majestät der Kaiser den gewohnten Spaziergang, sprach beim Reichskanzler vor und hielt im Königlichen Schlosse eine Sitzung des K r o n r a t s ab. Später nahm Se. Majestät militärische Meldungen ent­gegen und empfing dabei den österreichisch-ungarischen Militärattache Oberstleutnant Klepsch-Kloth v. Rohden zur Ueberreichung des Militärschematismus.

Der preußische Bergarbeitertag in Essen ist am Montag abends 8 Uhr nach zweitägiger Dauer wieder ge. schloffen worden. Von den angenommenen Resolutionen sind zu erwähnen die Resolution, welche einen wirksameren Schutz der Bergarbeiter fordert, und jene Resolution, welche eine sofortige allgemeine Lohnerhöhung für die Bergarbeiter in Preußen verlangt.

Dem Reichstage ging ein Gesetzentwurf über die Ab­änderung des Schützt ruppengesetzes vom 7. Juli 1896 zu. Der Entwurf bezweckt im wesentlichen die Errichtung von weißen Schutztruppenkompagnien auch in den anderen deutschen Kolonien neben Südwestafrika.

Nachrichten aus Venezuela lassen, wie das Reutersche Bureau aus Willemstad meldet, erkennen, daß die Lage dort unverändert ist. Eine strenge Zensur wird aufrecht­erhalten. Die Haltung des ersten Vizepräsidenten Gomez, welchem nachgesagt wird, daß er für den Fall einer Blockade von feiten Frankreichs mit Revolutionsplänen umgehe, verur­sacht einige Beunruhigung. Auch von dem zweiten Vize.

Hafens im Wasser tummelte. Dies veranlaßte die beiden Spaziergänger, ebenfalls ein Bad zu nehmen. Als sie etwa 10 Meter vom Lande abgeschwommen waren, wurde Hanne- mann von einem plötzlich auftauchenden Haifisch an der Brust gepackt. Dem Gefährten des Unglücklichen gelang es, dem Räuber des Meeres fein Opfer zu entreißen, doch konnte er es nicht verhindern, daß das Ungetüm dem jungen Manne ein Bein und einen Arm abbiß. An Land gebracht, gab der so furchtbare Zugerichtete nach wenigen Minuten feinen Geist auf.

Dcm irdischeuRichter entzogen hat fich in Rostock der Stadtsekretär Steinfelt, der seinem Leben durch eine Kugel ein Ende machte. Bet einer Revision stellte sich heraus, daß er Privatgelder und sonstige Ein­zahlungen der Sparkasse, die ihm übergeben worden waren, veruntreut hat. Die Unterschlagungen beziffern sich auf über 80,000 M. Von dem Verlust werden hauptsächlich kleine Leute betroffen.

Unfreiwilliger Humor im telegra­phischen Verkehr wird von einem Wiener Blatt in zahlreichen Beispielen geschildert. Für lachsreudige Leser seien hier einige komische Entgleisungen der Telegraphen- beamten mitgeteilt. Eine Nachricht von dem Ableben des Vaters halte folgende Fassung:Vater sauft (anstatt sanft) verschieden." Die Telegrammadresse an eine Kammersängerin lautet:An die Jammersängerin N. N." Von einem Ver. liebten aus der Ferne:Liebes Rind (Kind), könnt' ich bei Dir sei!" Ein Kondolenztelegramm:Auch wir sind schwer besoffen (statt betroffen)." Eine Rückmeldung, betreffend die Unbestellbarkeit eines Telegramme, wegen mehrerer gleicher Namen lautete:Kohn ohne Bezeichnung des Vornamens unbestellbar, da mehrere gleichnafige." (Gleichnamige.) Das verhinderte Anlangen eines SchweinetranSport« wird ge= Meldet:Eilzug nimmt keine Schweine an, komm» daher morgen." Man steht aus diesen wenigen Beispielen, daß der trockene und anstrengende Beruf bes Telegraphenbe­amten auch seine lustigen Seiten hat.

(MühlenbrandinPalermo.) Am Montag abend brach in der großen Dampsmühle von Pecoraino in

Präsidenten Beluntini behauptet man, daß er ein geheime» Abkommen mit Frankreich getroffen habe, nach der Präsident- schaft strebe und Castro bald im Stich lassen werde. Die Gesamtstärke der Armee ist 8000 Mann, an Waffen stnd vorhanden 50 000 Mausergewehre, 20 Millionen Patronen und 80 kleine Geschütze alter Konstruktion. Ferner sind 10 Geschütze neuer Konstruktion in den Häfen ausge­stellt. Castro brüstet sich, er wolle die Monroe-Doktrin auf die Probe stellen. Nach zuverlässigen Berichten aus Vene­zuela kann Frankreich oder irgend eine andere Macht sich auf die Unterstützung fast der ganzen Bevölkerung für den Fall eines Kampfes mit Castro verlassen. Die Ankunft des französischen Geschwaders wird mit Spannung erwartet. Castro fährt fort, fremdenfeindliche Maßregeln zu treffen. Neuerdings ist der Journalist van Kestern ausgewiesen worden

König Oskar von Schweden wird auf der Durchreise nach Cannes am 22. d. MtS. in Berlin eintreffen und bis zum 24-. d. MtS. dort verweilen. An der auf den 18. d. Mt» anberaumten Röskilder Trauerfeier für König Christian IX. von Dänemark nimmt König Oskar nicht teil; er hat mit feiner dortigen Vertretung feinen ältesten Enkel, den präsumtiven künftigen Thronfolger Herzog Gustav Adolf von Schoonen beauftragt.

Zu der fremdenfeindlichen Bewegung in China meldet Reuters Bureau: die chinesische Regierung hat dem Vizekönig von Futschau Weisung zugehen lassen, den Führer des Haufens, welcher die Mission in Tschang« pusten geplündert hat, sofort hinrichten zu lassen und alle anderen Personen, Die damit in Verbindung stehen, ausS strengste zu bestrafen. Wie der Vizekönig meldet, entstand ein Tumult dadurch, daß ein Chinese in der katholischen Mission festgehalten wurde, worauf die Menge die Mission zerstörte. Nachdem hierdurch eine fremdenfeindliche Be­wegung wachgerufen, ging die Menge ans Werk, die Miffionsgebäude gänzlich zu vernichten. Durch die zum Schutz der Mission ausgesandten Truppen wurde auf die Menge gefeuert, wobei zwölf Personen getötet wurden.

Aus Provinz u. Nachbargebiet.

* (Unfallversicherung.) Am 6. Juli 1884, also vor mehr als 20 Jahren, erschien das erste Unsallgesetz, dem dann in den folgenden Jahren weitere Gesetze gefolgt sind. B-kanntlich werden sämtliche Lasten dieser Versicherung vom Unternehmertum allein aufgebracht. Um welche Summen es sich bei diesen Steuern handelt, sagen die soeben dem Reichstage zugegangenen Nachweisungen über die Rechnungs- ergebniffe der Berussgenossenschaften für das Jahr 1904. Danach wurden im Jahre 1904 insgesamt für die staatliche Unfallversicherung ausgegeben 164,1 Millionen Mark gegen 152,3 Millionen Mk. im Vorjahre,'und zwar wurden von diesen Summen durch die 114 bestehenden Berufsgenossenschaften 151,3 Millionen Mk. durch die Reichs-, Staats-, Provinzial- und Kommunal-Ausführungsbehörden 10,5 und durch die Bau- und Sseberufsgenoffenschasten 2,3 Millionen Mark aufgebracht. Die Gesamtsumme der auSgezahlten Ent- schädigungsbelräge belief sich auf 126,6 Millionen Mark gegen 117,2 Millionen Mark im Vorjahr. Diese Summe ist dauernd und zwar beträchtlich gestiegen. Im Jahre 1886 belief sich die Gesamtsumme der gezahlten Entschädig­ungen aus noch nicht 2 Millionen Mark, stieg im folgenden Jahre auf fast 6 Millionen, im Jahre 1890 auf *90^3. Millionen, 1894 auf 44,3 Millionen und hat sich demnach in den letzten 10 Jahren fast verdreifacht. Die Zahl der Unfälle, für die im Jahre 1904 zum ersten Male Ent­schädigungen gezahlt wurden, betrug 137 673 gegen 129 375 im Vorjahre. Darunter befanden sich 8752 Unfälle mit tödlichem Ausgang und 1604 mit den Folgen einer dau­ernden völligen Erwerbslosigkeit. Die Zahl sämtlicher im Jahre 1904 überhaupt angemeldeten Unfälle betrug ins­gesamt 583 965 gegen 530 507 im Vorjahre. Für 137 673 Fälle wurde im Jahre 1904 zum ersten Male Entschädigung gezahlt, und zwar in 6151 Fällen an die Witwe resp, in seltenen Fällen, den Witwer, in 12 613 Fällen an die Kinder und Enkel und in 336 Fällen an Verwandte in aussteigender Linie, Eltern und Großeltern. Die Zahl derjenigen aber, die in einem Jahre überhaupt Entschädig­ungen empfangen haben, belief sich im Jahre 1904 zum ersten Male seit dem Bestehen der Unfallversicherung über­haupt auf mehr als eine Million Personen. Unter ihnen befanden sich allein über 700 000 Verletzte, die Renten empfingen.

):( Hersfeld,! 14. Februar. Heute traf hierselbst ein Transport von 53 Schweinen aus Hamburg ein, welche

Palermo, die täglich 3000 Zentner Mehl produzierte und ganz Sizilien mit Mehl versorgte, Feuer aus, das durch den Wind angefacht wurde und das ganze Mühlengebäude sowie die mit Getreide und Mehl angefüllten Speicher ver, nichtete. Der durch den Brand angerichtete Gebäudenschaden wird auf drei Millionen Frank geschätzt. Der Wert der vernichteten Getreide, und Mehlvorräte beträgt etwa eine Million Frank.

Schweres Bahnunglück in Köln.

Vermutlich durch falsche Weichenstellung hat sich in Köln ein Zusammenstoß zwischen einem Zug der elektrischen Ufer­bahn und einem Zug der nach Bonn führenden Kleinbahn ereignet, wobei ein Bahnbeamter getötet und acht Personen schwer verletzt wurden. Einzelheiten werden in folgendem übermittelt:

Köln, 13 Februar. Gestern abend nach 8 Uhr hat sich auf dem Oberländer Ufer an der Stelle, wo das Gleis der Straßenbahn nach dem Südbahnhof abzweigt, ein schwerer Unglück ereignet. Dort fuhr ein von Marienburg kommender Motorwagen der elektrischen Straßenbahn mit einem Anhängewagen, beide gut besetzt, auf dem dem Strom zugelegenen Gleis nach Köln. In entgegengesetzter Rich­tung kam ein Zug der Bonn Kölner Kleinbahn, bestehend aus einem Trieb- und drei Personenwagen. Da die in der Höhe der Flößer Straße befindliche Weiche anscheinend nicht richtig gelegt war, rannte der Kleinbahnzug auf das falsche Gleis und mit voller Kraft gegen den Triebwagen der Straßenbahn. Die Vorderflure beider Triebwagen wurden vollständig zertrümmert, der Anhängewagen der Straßenbahn 12 m weit fortgeschleudert. Mehrere in dem Wagen befindliche Fahrgäste sind teils mehr, teils weniger schwer verletzt. Acht Schwerverletzte wurden in ein Hospi tal geschafft. Der Führer des Straßenbahnwagens ist seinen Verletzungen bereits erlegen. Feuerwehr und Rel tungswagen waren sofort zur Stelle.