Erscheint wöchentlich dreimal und gelangt Montag, Mittwoch und Freitag nachmittag zur Ausgabe. Der Bezugspreis beträgt für Hersfeld vierteljährlich 1.40 Mark, durch die Post bezogen 1.60 Mark. Na
Der Anzeigenpreis beträgt für den Raum einer eingespaltenen Zeile 10Pfg.,tm amtlichen Teile 20 pfg. Reklamen die Zeile 25 pfg. Bei Wiederholungen wird ein entsprechender Rabatt gewährt.^r^r^^s
herssel-er Armblatt
Gratisbeilagen: „Illustriertes Sonntagsblatt" und „Illustrierte Landwirtschaftliche Beilage"
Fernsprech-Knschlutz Nr. 8
Nr. 14.
Sonnabend, den 3. Februar
1906.
Bestellungen
auf das
Bersfelder Kreisblatt
werden für
den Monat Februar 1906
von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtlicher teil.
Hersfeld, den 1. Februar 1906.
Am Sonnabend den 17. februar d. J«. vormittags 10 Uhr findet im Sitzungssaale im hiesigen Landratsamtsgebäude eine Kreistagssitzung mit folgender Tagesordnung statt:
1. Beschlußfassung über Vorschläge für die Wiederbesetzung des erledigten Landratsamts nach Maßgabe der Bestimmungen im § 24 der Kreisordnung vom 7. Juni 1885.
2. Besprechung über die Einrichtung von Wohltätigkeitsanstalten im Kreise.
A. 239. Der com. Landrat
von Grunelius, Regierungsassessor.
Cassel, den 18. Januar 1906.
Durch die Kunstverlagshandlung von Gerhard Stalling zu Oldenburg i. Gr. ist aus Anlaß der bevorstehenden Silber- Hochzeitsfeier unseres Kaiserpaares ein Bildnis Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin in künstlerischem Vierfarbendruck hergestellt worden, welches sich zur Anschaffung für die Schulen oder zur Verteilung an die Schulkinder als Erinnerungsgabe besonders eignet. Der Preis beträgt für das einzelne Bild bei einer Größe des Formats von 32 X 24 cm nur 15 Pf., bei Bestellung von mehr als 100 Exemplaren aber nur 10 Pfg. für das Blatt, vorausgesetzt, daß die Bestellungen a l s Sammelbestellung unter einer Adresse von Seiten der Schulbehörden oder Lehranstalten erfolgen. Porto- und Verpackungsfpesen werden von der Verlagshandlung zu den Selbstkosten berechnet. Sie betragen bis 14 Expl. 35 Pf., 45 Expl. 45 Pf., 60 Exempl. 80 Pf., 61 bis 265 Expl. 90 Pf.. 530 Expl. 1,80 M., 1060 Expl. 3,60 M.
Die Sammelbestellungen sind von dort unmittelbar an die obengen. Verlagshandlung zu richten.
Königliche Regierung, Abteilung für Kirchen- und Schulsachen.
F l i e d n e r.
An die Herren Landräte und Kreisschulinspektoren des Bezirks B. 355.
* *
Hersfeld, den 1. Februar 1906.
Wird veröffentlicht. Etwaige Bestellungen werden umgehend erbeten.
I. 651. Der com. Landrat
von Grunelius,
Regierungsasseffor^^
HerSfeld, den 31. Januar 1906.
Der Erlaß des Herrn Ministers für Handel und Gewerbe vom 10. März 1902 (Seite 284 des Handbuchs der Prov. Verw. III. Teil) schreibt vor, daß die Ausgabestellen über die von ihnen ausgestellten grauen Quittungstarten, Formular B (für Selbftverficherte) besondere Listen zu führen haben. Diese Listen sind alljährlich sLMschließen und am Jahresschlüsse an den Vorstand der LandesversicherungS- Anstalt einzusenden.
Sofern einzelne Ausgabestellen des hiesigen Kreises mit Einsendung der Liste über die im Jahre 1905 ausgestellten grauen Quittungskarten noch im Rückstand« fein sollten, muß die Einsendung alsbald nachgeholt werden.
Die Erstattung von Fehlanzeigen ist jedoch nicht erforderlich.
840. Der com. Landrat
von Grunelius, Regierung-assessor.
Hersfeld, den 30. Januar 1906.
Die Herren Ortsvorstände erhalten hierdurch die Weisung, das im § 8 Absatz 3 des Reglements vom 4. März 1875 (Amtsblatt Nr. 15) vorgeschriebene Verzeichnis derjenigen noch nicht geimpften Kinder, welche in den Gemeindebezirken nicht geboren, sondern dahin verzogen sind, bis zum 2 0. Februar b. J. mir «in,»reichen.
Die Herren Standesbeamten werden veranlaßt, unter
Benutzung des Ihnen in den nächsten Tagen zugehenden Formulars die vorgeschriebenen Jmpflisten durch Eintragung der im Jahre 1905 gebotenen noch lebenden Kinder (Spalte 2 bis 5) vorzurichten und bis zum obigen Termine gleichfalls mir einzureichen. Bei Aufstellung dieser Liste ist noch zu beachten, daß die Impflinge einer jeden Gemeinde zusammen in unmittelbarer Reihenfolge eingetragen werden.
Gleichzeitig ersuche ich die Herren Ortsschulinspektoren unter Benutzung des Ihnen übersandten Formulars durch Eintragung der sämtlichen Schüler, welche im laufenden Jahre das 12. Lebensjahr zu» rücklegen, die Listen für die Wieder-Jmpfung seitens der Herren Lehrer vorrichten und bis spätestens zum 2 0 Februar d. J. einreichen zu lassen. Falls sich Schüler vorfinden sollten, von welchen ein Nachweis der Erstimpfung nicht erbracht werden kann, sind solche in einem Begleitschreiben besonders namhaft zu machen.
I. 848. Der com. Landrat von Grunelius, RegierungSassessor.
HerSfeld, den 1. Februar 1906.
Im Monat Januar 1 906 sind diesseits den nachbenannten Persönlichkeiten Jagdscheine erteilt worden:
A. Jahresjagdscheine.
1. entgeltliche:
am 2/1. dem Butterhändler Friedrich Ried in Frielingen, „ 4/1. , VerftcherungS - Inspektor I. H. Stelzner in HerSfeld,
, 6/1. , Franz Aumana aus Hamburg,
„ 13/1. „ Gastwirt Justu» Göbel in Wüstfeld,
„ 12/1. „ Königlichen Oberlandmeffer Breitung in HerSfeld,
„ 31/1. „ Maurermeister Heinrich Bätza daselbst.
2. unentgeltliche:
„ 8/1. „ Königlichen Förster Kurth in Bengendors.
B. Tagesjagdscheine.
Keine!
Der com. Sanbrat
von Grunelius, RegierungSassessor.
Hersfeld, den 30. Januar 1906.
Im Anschluß an mein Ausschreiben vom 29. Januar 1902, J. II. Nr. 247 (im Kreisblatt Nr. 13) bringe ich nachstehend eine weitere Anweisung für die Gemeindevorsteher, betreffend die Ausfüllung der Spalten 5 c und 8 der Re- krutierungsstammrollen, zur Kenntnis.
Die gegebenen Bestimmungen find jetzt und für die Zukunft genau zu beachten.
M. 105. Der com. Landrat
von Grunelius, RegierungSassessor.
Anweisung für die Gemeindevorsteher.
Die unterm 22. Oktober 1901
K M 94/10. 01 A 1
M. d. 3. M. 2614
ergongene Anweisung, betreffend die Ausfüllung der Spalte
8 der Rekrutierung-stammrolle (Muster 6 zu §§ 46, 47
und 48 der Wehrordnung) wird hiermit zur genauen Beachtung in Erinnerung gebracht und gleichzeitig bestimmt:
1. Auch bei Ausfüllung der Spalte 5 c der Rekrutierungsstammrolle (Gewerbe oder Stand des Vaters) ist künftig der hauptsächliche oder alleinige Beruf des Vaters soweit angängig genau zu bezeichnen (z. B. landwirtschaftlicher Tagelöhner, Bäckergeselle, Zigarrenarbeiter, Handlung», reisender usw.). Insbesondere ist bei Arbeitern und Tagelöhnern derjenige ArbeitS- oder Geschäftszweig anzugeben, in welchem sie ständig oder meistens arbeiten (ob in Landwirtschaft, bei Forst-, Garten-, Bau-, Eisenbahn-, Chaussee., Hafen-, Kanalarbeiten usw.).
2. Hiernach ist zunächst bei der Aufstellung der zum 15. Februar 1906 einzureichenden RekrutierungSstimmrolle der Jahres 1906, dann aber auch in allen künftigen Jahren zu verfahren. Eine nachträgliche Prüfung und Berichtigung der zum 15. Februar 1906 mit einzureichenden Rekrutierungsstammrolle» der Jahre 1905 und 1904 ist nicht erforderlich.
HerSfeld, den 1. Februar 1906.
Die Erledigung meiner Verfügung vom 5. Juli 1882 — I. I. Nr. 8773 — Kreisblatt Nr. 53 — betreffend Berichtigung des Verzeichnisses über die Pflichtfeuerwehr wird hiermit mit 5tägiger Frist in Erinnerung gebracht.
Der com. Lanbrat von Grunelius, Regierung-assessor.
HerSfeld, den 1. Februar 1906.
Diejenigen Herrn Ortsvorstände, die mit der Erledigung
meiner Verfügung vom 9. Februar 1884 — I, I. Nr. 1721 — Kreisblatt Nr. 20 — betreffend Revision der Feuerungs. anlagen rc., noch im Rückstände sind, werden an die sofortige Einsendung des Berichtes bis spätestens zum 6. Februar erinnert.
Der com. Landrat von Grunelius, RegierungSassessor.
HerSfeld, den 22. Januar 1906.
Der Herr Minister für Handel und Gewerbe hat der Gewerkschaft Weisenburg, Abteilung Sprengstofffabrik, in Wärgendorf, Kreis Siegen genehmigt, daß sie die Angabe der Jahreszahl und Nummer auf den Behältern und Patronen, welche im § 24 der Polizeiverordnung vom 14. September 1905 (A. Bl. S. 224) betreffend den Verkehr mit Sprengstoffen vorgeschrieben ist, auch in chiffrierter Form anbringen darf.
Unter besonderem Hinweis auf die Verpflichtung zur Geheimhaltung des eingeführten Zeichens bringe ich Vorstehende« zur Kenntnis der Ortspolizeibehörden des Kreises. J. I. Nr. 477. Der com. Landrat von Grunelius, Regierung-assessor.
Hersfeld, den 30. Januar 1906.
Die unter dem Schweinebestands des Landwirts Heinrich Fischer in Heimboldshausen ausgebrochene Rotlaufseuche istFerloschen.
I. 800. Der com. Landrat
von G runelius, RegierungSassessor.
USniglicher Landratsamt.
Sprechstuuve: Täglich von 9—12 Uhr an den Wochentagen vormittags.
nichtamtlicher teil
Politischer Wochenbericht.
Der Glanz eines nationalen Festtages ruht auf der verflossenen Woche, in der es durch Gottes Gnade unserm Kaiser vergönnt war, in ein neues Lebensjahr zu treten. Das ganze deutsche Volk, soweit es patriotisch empfindet und sich der im Kaiser verkörperten Einheit des Reiches freut, hat auch in diesem Jahre wieder an der Kaiserg eburtstags-Feier den herzlichsten und innigsten Anteil genommen. Gott schütze, Gott erhalte unsern Kaiser und König! — Das war der Ruf, der von Millionen deutscher Lippen ertönte, und dem auch wir uns an dieser Stelle nochmals mit der ganzen Glut eines begeisterten Herzens anschließen wollen.
Leider gibt es auch Deutsche, wenngleich sie zur Zeit noch in bedeutender Minderheit sind, die für unsere gewaltigen Errungenschaften, für die Verkörperung der deutschen Einheit in der Person des Kaisers keine Empfindung haben und von der Treue gegen Kaiser und Reich nichts wissen wollen. Sie finden ihre Vertretung in der glaubens- und vaterlandslosen S 0 z i a l d e in 0 k r a t'i e. Von der Gefahr, die in der Sozial- demokratie ruht, haben uns die revolutionären Kundgebungen dieser Partei während der letzten Zeit in einer jeden ferneren Zweifel ausschließenden Weise überzeugt. Dieser Erkenntnis hat die im Herrenhause eingebrachte, vom Grafen zu Eulenburg-Prassen begründete und vom Reichs la nzler Fürsten Bül 0 w beantwortete Interpellation treffenden Ausdruck geliehen. Aus der Rede des Reichskanzlers sind insbesondere die ernsten, nachdrucksvollen Worte hervorzu heben, mit denen er die bürgerlichen Parteien zur Einigkeit gegenüber der Sozialdemokratie ermähnte und vor dem Ab schlusse von Bündnissen mit der Umsturzpartei warnte. Solche Mahnung und Warnung sind gerade gegenwärtig außerordent lich am Platze, und sie gewinnen umso höhere Bedeutung, als sie zweifelsohne auf tatsächliche Vorgänge der jüngsten' Ver gangenheit abzielen. Sowohl das bayerische Zentrum wie die badischen Nationalliberalen haben sich durch ihr Wahlbündnis mit der Sozialdemokratie einer schweren nationalen Verfehlung schuldig gemacht. Wollte Gott, daß unS die Schmach solcher Dinge in Zukunft erspart bliebe.
Mit König Christian IX. von Dänemark ist der Senior der europäischen Monarchen aus der Zeitlichkeit ge schieden. In langer Regierung hat der verstorbene Herrscher mit Weisheit seines hohen Amtes gewaltet und mit unermüd lichem Eifer und in nimmer rastender Fürsorge sein Volk auf eine hohe Stufe der Wohlfahrt, Bildung und Gesittung empor- geführt. Nach außen hin war König Christian mit Erfolg be müht, seinem Volke den Frieden zu wahren und mit allen fremden Mächten freundschaftliche Beziehungen zu unterhalten, und ihm ist eS auch an erster Stelle mit zu danken, daß das Verhältnis zwischen Deutschland und Dänemark den Charakter aufrichtiger Freundschaft gewonnen hat. So nimmt denn auch Deutsch land herzlichen Anteil an der Trauer, die das dänische Volk betroffen hat und hegt den aufrichtigen Wunsch, daß König Friedrich VUL, dem Nachfolger König Christians, eine gleich gesegnete Regierung beschicken sein möge.
Von der M a r v k k 0 k 0 n f e r e n z ist ein wesentlicher Fort schritt der Verhandlungen nicht zu berichten, wohl aber liegt zu derselben eine interessante und bemerkenswerte Kundgebung von hervorragender französischer Seite vor. Eine der glänzend sten Autoritäten auf dem Gebiete der französischen Kolonial-