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herssel-er Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt' undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Fernsprech-slnschlutz Nr. 8

Nr. 4.

Donnerstag, den 11. Januar

1906»

Amtlicher teil.

Hersfeld, am 8. Januar 1906.

Im Monat Dezember 1905 sind dahier für nachbenannte Herren Jagdscheine ausgestellt worden und bringe ich solches be­stehender Vorschrift gemäß zur öffentlichen Kenntnis.

A. Jahresjagdscheine r

a. entgeltliche:

am 2/12. für Landwirt Johannes Both in Kerspenhausen,

Kgl. Regierungs-Bauführer Th. Conrad in Eiterfeld,

4/12. Apotheker Adolf Drube in Hersfeld,

Landwirt Adam Roos in Kerspenhausen,

5/12. Dachdeckermeister Hermann Ritzel in Hersfeld,

Kgl. Gymnasial-Oberlehrer Waffermeier daselbst, 7/12. Landwirt Joh. Bornemann in Reimboldshausen, 8/12. Rittergutsbesitzer Richard Braun zu Oberrode, 9/12. Gastwirt Grebe in Friedlos,

11/12. Amtsrat Freise zu Bingartes,

Schneider Johannes Rosenthal in Ransbach, 12/12. Major Schulz in Hersfeld,

Major von Eschwege daselbst, 13/12. Malermeister Friedrich Bätza daselbst,^ gültig Siebmacher Peter Steinweg daselbst,^ vom" Fabrikdirektor Johannes Sauer das.,/ 27/12. ab,

Oberamtmann Voigt in Gerstungen, Gastwirt Peter Mosebach in Ausbach,

19/12. Gastwirt Heinrich Eichmann in Mengshausen,

Gutspächter Johannes Bock in Hattenbach,

28/12. Brauerei-Direktor Emil Rechberg in Hersfeld,

Fabrikant Ludwig Braun daselbst,

Bürgermeister Reinhard in Landershausen,

29/12* Leutnant a. D. F. Rebe zu Busengraben bei Vacha, d. unentgeltliche;

4/12. Königl. Förster Troch in Meckbach,

12/12. Forstmeister Jordan in Hersfeld,

13/12. Förster Martin in Heddersdorf,

19/12. den von Baumbach'schen Unterförster Jhs. Kegel­mann in Frielingen.

B. Taaesiaadslheine:

17/12. Kaufmann Stock in Eisenach,

28/12. Regierungs-Baumeister Claus in Philippsthal,

hen Oberarzt der Kaiserlichen Schutztruppe Dr.

A. Heßler daselbst,

Direktor Koch daselbst.

Der com. Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

Der neu errichteten Lehrschmiede in Weißenborn, Kreis Rotenburg, erteile ich hiermit widerruflich die Berechtigung zur Vornahme von Prüfungen der in dieser Lehrschmiede im Hufbeschlag ausgebildeten Personen und zur Ausstellung der zum Betrieb des Hufbeschlaggewerbes befähigenden Prüfungszeugnisse.

Die Zeugnisse berechtigen ihre Inhaber nach Vollendung des vierundzwanzigsten Lebensjahres zur Anleitung von Lehrlingen in Handwerksbetrieben des Hufbeschlaggewerbes.

Der Prüfungscommission der Hufbejchlaglebrschmiede in Weißenborn gehören folgende Personen an:

1. Departementstierarzt Veterinärrat Tietze in Cassel

Der Sonnentaues.

Von M. v. B u ch.

(Fortsetzung.)

Ein leichter Schritt ließ den König aufsehen. Freiherr von der Trenck im Dienstanzuge stand vor seinem königlichen Herrn.

Ist Er es, Trenck?" fragte ber König erstaunt.Was führt Ihn noch spät hierher?"

Majestät verzeihen," rief Trenck eifrig,mir ahnte, daß ich meinen Herrn hier treffen würde. Ich wußte ja, daß meine Leute zum Transport bestimmt waren."

Er hat geglaubt, mich hier zu finden?" fragte Friedrich erfreut.Die Bürger schlafen, und mein Hof feiert Feste. Wer denkt da an mich, wenn Er es nicht tut, Trenck?"

II.

Seine Majestät König Friedrich II. hatte für diesen Winter seine Residenz im Schlosse zu Charlottenburg auf­geschlagen.

Sein Elitekorps, die Garde-du-Corps, jenes Regiment, das der König stets um sich hatte, mit dem er unausgesetzt exerzierte und manöverierte, da er alle Aenderungen, die er bei der Kavallerie einzuführen gedachte, zuerst probeweise hier versuchte, befand sich gleichfalls in Charlottenburg, und die Pferde waren in den Königlichen Reitställen untergebracht. Jeden Morgen um 4 Uhr, gleichviel wie das Wetter und die Jahreszeit war, wurde zum Satteln geblasen, und acht Minuten später mußte das Regiment zum Äusrücken bereit sein. Wer sich verspätete, mußte vierzehn Tage in Arrest.

Räch dem im Schlosse Monbijou gefeierten Feste war ungefähr eine Woche verflossen. Der Januar, der sich kalt und unfreundlich angelassen hatte, neigte sich be­reits feinem Ende zu, und die Witterung hatte sich nicht ver­bessert.

Der Gardekapitän von Jaschinsky kam soeben aus dem Jrbcitsgemachc des Königs. Er sah rot und echauffiert, dennoch aber sehr befriedigt gus. In dem Vorzimmer,

als Vorsitzender und Kreistierarzt Schlitzberger in Cassel als stellvertretender Vorsitzender;

2. Kreistierarzt Dr. Günther in Rotenburg als theore­tischer Leiter der Lehrschmiede;

8. Lehrschmiedemeister Diegel in Weißenborn als prak­tischer Lehrschmiedemeister;

4. Rittmeister d. L. Deichmann in Lembach als Sach­verständiger aus dem Kreise der Hufbeschlagintereffenten und Major a. D. von Frankenberg in NenterShausen als Stellvertreter des Rittmeisters Deichmann.

(A. II. 10691.)

Cassel am 27. Dezember 1905.

Der Regierungspräsident, gez.: Graf von Bernstorff. * * *

Hersfeld, den 3. Januar 1906.

Wird veröffentlicht.

I. 12. Der com. Landrat

von GruneliuS, Regierungsaffeffor.

Hersfeld, den 6. Januar 1906.

Indem ich nachstehend die Bestimmungen für die lOroödjent« lichen Lehrkurfe im Obstbau an der Obstbauanstalt zu Ober­zwehren veröffentliche, mache ich die Interessenten des Kreises darauf aufmerksam, daß die Termine zur Abhaltung der diesjährigen Lehrkurfe, unter Vorbehalt etwaiger Abänderung, wie folgt festgesetzt sind:

6wöchentlicher Hauptkursus vom 12. März bis 28. April (mit Osterpause vom 12. April bis 18. April) wöchentlicher SommernachkursuS vom 9. bis 21. Juli, wöchentlicher Herbstnachkursus vom 15. bis 27. Oktober.

Im Interesse einer nachhaltigen Hebung des Obstbaues, welche ohne geeignet ausgebildete Baumwärter nicht möglich ist, veranlasse ich die Herren Ortsvorstände, insbesondere derjenigen der größeren Gemeinden des Kreises, die AuS^ bildung und Anstellung geeigneter Personen als Bauman- wärter in Erwägung zu ziehen. Anmeldungen werden von mir entgegengenommen.

I. I. Nr. 89. Der com. Landrat.

3 V.: Thamer. * *

* Bestimmungen für die zehnwöchentlichen Lehrkurfe im Ostbau an der Obstbauanstalt zu Oberzwehren, Bezirk Cassel.

§ 1. Die Lehrkurfe sollen solchen jungen Leuten aus Stadt und Land, denen daran gelegen ist, die Praxis des Obstbaues gründlich zu erlernen, die beste Gelegenheit hierzu bieten. Theo- retische Ausbildung erhalten die Teilnehmer an diesen Kursen nur insoweit, als dieselbe für das Verständnis der praktischen Arbeiten im Obstbau notwendig ist. Eine kurze Anleitung zur Bewirtschaftung ländlicher Hausgärten (Gemüsebau usw.) wird den Teilnehmern geboten.

8 2. Die Teilnehmer der Kurse müssen gut beleumundet sein und ausreichende Elementar-Schulkenntnisse Lesen, Rech­nen, Schreiben besitzen. Körperliche und geistige Gesundheit ist unerläßlich.

in dem ein Kammerhusar die Wache hielt, hing er seinen Mantel um.

Es ist alles gut gegangen," flüsterte er.Ich habe den soup<;on in die Seele Sr. Majestät gelegt. Der Zufall wird mir späterhin zu Hülfe kommen. Was ist er? Ein glücklicher Augenblick, den zu benutzen man verstehen muß. Corrigez la fortune. Voila tont!

Er schnallte die Schärpe fester und wollte gehen.

In diesem Augenblicke wurde im Zimmer des Königs eine Klingel in Bewegung gesetzt, und gleich darauf steckte ein junger Page den Kopf durch die Tür. Herrn von Jaschinsky bemerkend, rief er:Glücklich, Sie noch zu treffen; Seine Majestät glaubte, der Herr Gardekapitän hätte bereits schon das Schloß verlassen."

Hat Seine Majestät noch Befehle für mich?"

Er bittet, noch einmal eintreten zu wollen," sagte der Page, die Tür zurückschlagend und Jaschinsky trat wiederum über die Schwelle.

König Friedrich, den Dreispitz aus dem leichtgepuderten Haare, stand in Gedanken verloren an dem mit Papieren aller Art bedeckten Schreibtische. Obgleich es noch früh am Morgen war, hatte er doch bereits einige Stunden mit Ad­jutanten und Kabinettsräten gearbeitet. Im Kamine brannte ein Holzfeuer, dicht davor, zunächst der Wand, stand ein Körbchen, in dem ein Windspiel lag.

Als Jaschinsky eintrat, wandte sich der König ihm zu.

Er hat mir Vortrag über das Duell zwischen Köttritz und Trenck gehalten, das war Seine Pflicht und Schuldig­keit, allein die Worte, mit denen er es tat, haben mir zu denken gegeben. Sie waren spitz und scharf. Er hat, wenn mich nicht alles trügt, eine rancune gegen Trenck. Warum eigentlich? Sag' Er mir aufrichtig, was hat Er gegen ihn?"

Ich, Majestät," stotterte Jaschinsky, der nicht gut eingestehen konnte, daß er eifersüchtig sei auf die Gunst, die sein könig­licher Herr diesem jungen Manne geschenkt hatte,ich in der Tat ich wüßte nicht"

Er soll berichten, was Er gegen Trenck hat, und keine Flausen machen," sagte Friedrich, den vor ihm

§ 3. Der Kursus ist dreiteilig. Der erste und Hauptabschnitt beginnt Mitte März und hat eine Dauer von 6 Wochen. Der vierzehntägige Sommerabschnitt findet in der Regel im Monat Juli, der ebenso lange Herbstabschnitt im Monat Oktober statt

§ 4. Durch seinen Eintritt unterwirft sich der Teilnehmer der in der Anstalt geltenden Haus- und Schulordnung und hat sich während der Kursusdauer allen ihm übertragenen Arbeiten willig und unverdrossen zu unterziehen.

§ 5. Die Teilnahme am Unterricht, sowie die Unterweisung in der praktischen Arbeit ist unentgeltlich. Jedoch haben die Teilnehmer die Kosten für Wohnung und Verpflegung selbst zu tragen.

§ 6. Zur Beschaffung der notwendigen Arbeitsgeräte und Lehrmittel hat jeder Zögling bei Beginn des Kursus den Betrag von 10 Mk. zu zahlen.

§ 7. Diejenigen Teilnehmer, welche nach geschehener Ver­einbarung den Aufenthalt in der Anstalt länger ausdehnen, können ihre Arbeit nach Maßgabe ihrer Leistungen und der Dauer ihrer Anwesenheit in der Anstalt vergütet erhallen.

§ 8. Den Teilnehmern steht während ihrer Anwesenheit die Benutzung der Anstalts-Bibliothek frei, sofern sie sich den hierüber festgesetzten Bedingungen unterwerfen.

8 9. Nach vollständig beendigtem Kursus haben die Teilnehmer sich einer Prüfung zu unterziehen und erhalten Zeugnisse über ihre Fertigkeiten, Kenntnisse und Verhalten. Für die einzelnen Kursabschnitte werden auf Wunsch Aufenthaltsbescheinigungen gegeben.

§ 10. Die Leitung der Anstalt wird bestrebt sein, sowell es ihr möglich, den unter ihrer Leitung ausgebildeten Teilnehmern des Kursus geeignete Stellungen zu ermitteln und stellt in gleicher Weise Gemeinden zur Empfehlung geeignet auLgebildeter Per­sonen zur Verfügung.

§ 11. Der Lehrkursus untersteht der Leitung des Anstalts­vorstehers, an welchen Ausnahmegesuche und Anfragen franko zu richten sind.

Sefanntma^tmg.

Auf Grund des rechtskräftigen Planseststellungsbeschlusses des hiesigen Bezirksausschusses" vom Z. Juni v. Js. B. A. 2195 I soll zum Bau der Nebenbahn TreysaHersfeld von dem Grundstück des Wagners Heinrich Valentin Stange zu Kirchheim, Gemarkung Kirchheim, Karten- blatt 13, Parzelle 13, 25 ar 61 qm. groß, eine Fläche von 4 ar 74 qm enteignet werden.

Von dem Herrn Regierungs-Präsidenten zum Enteignungs­kommissar ernannt, habe ich zur kommissarischen Verhandlung mit den Beteiligten zwecks Feststellung der Entschädigung für die zu enteignende Grundfläche gemäß § 25 Absatz 1 des Enteignungsgesetzes vom 11. Juni 1874 Termin auf

Sonnalienil, den 11 Januar 6. U, mittags «Va Uhr

Zusammenkunft im Bürgermeisteramt zu Kirchheim anberaumt.

Zu diesem Termin werden alle Beteiligten gemäß § 25 Absatz 4 a. a. O. mit der Aufforderung geladen, ihre Rechte im Termin wahrzunehmen.

Diese Ladung erfolgt unter der Verwarnung, daß beim

Stehenden mit seinen großen blauen Augen aufmerksam be­trachtend.

Jaschinsky gab sich einen Ruck.

Ich habe nichts gegen den jungen von der Trenck," sagte er.Wie sollte ich! Im Gegenteil! Ich weiß, daß ihm Seine Majestät wohl will, und darum habe ich zuweilen ein Auge zugedrückt, wenn mir hm wenn mir Trencks Be­nehmen zuweilen nicht gefiel."

Das ist dummes Zeug," sagte Friedrich,ob ich einem Menschen wohl will oder nicht, geht Ihn gar nichts an. Ver­steht er? Meinetwegen hat Er gegen Trenck kein Auge zu- zudrücken, wenn dienstlich etwas nicht in Ordnung ist. Ich will das nicht. Im übrigen bon jour!"

Damit wandte sich der König um Jaschinsky war entlassen.

Er flüsterte noch ein:Zu Befehl, Majestät," und zog sich zurück.

Nicht mehr so ganz siegesbewußt, wie eine Viertelstunde vorher.

Attention! flüsterte er,attention! Wir müssen sehr vorsichtig zu Werke gehen. Trenck hat noch immer einen Stein im Brett, aber nous verrons."

Und dieser AuSspruch bedeutete, daß er seine ganze Macht ausbieten würde, um das zu erreichen, was er zu sehen wünschte.

In seinem Zimmer am Fenster stand König Friedrich II., wie ein Schatten lag es über der hohen Stirn.

Er strich mit der Hand darüber hin, als wolle er ihn verscheuchen, aber das gelang ihm nicht.

Gedankenvoll nickte er:Bah, ich kenne sie alle und weiß was sie wert sind. Und was sind sie wert? Er schnippte mit den Fingern.Nicht so viel sie sind eifersüchtig auf ihn, meinen jungen Ritter ohne Furcht und Tadel. Das ist alles. Darum suchen sie ihn zu verdächtigen, wie und wo sie können. In ihm täusche ich mich nicht nein." Er machte eine kleine Pause und fuhr dann fort:Täte ich es aber dennoch, irrte ich mich wirklich in ihm hielte er es mit meinen Feinden dann weh ihm und mir.

Vom Kamine her kam ein leises Geräusch; daS Windspiel