Lübclpflanzen sind oft mit Dielen Mühen und jahrelanger Pflege herangezogen, ne werden zum Teil „Familienstücks", deshalb tut e« ihren Bentzern um so weder, wenn plötzlich beim Ausräumen im Frühjahr die Pflanze braun und moorig aukstebt, und nach uns nach, statt freudig zu er- grünen, h nwelkt. Es dauert oft Jahre, bis solch durch Veriedm beim Gießen im Winter verursachter Schaden wieder kuriert wird, wenn eine Heilung überhaupt möglich ist.
Allerlei.
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Der Winter
rückt immer näher heran und wir müssen jetzt doch sorgen, daß auch diejenigen Gewäch'e Schutz bekommen, welche in günstigen Lagen unserer deutschen Heimat ohne solchen durchkommen. Da ist der Weinstock niederzulegen. Wollten wir das so tun, wie er am Spalier sich entwickelt hat, so würden die Reben in dem dicken Bündel stocken, wir nehmen deshalb gleich den Schnitt vor, mit dem wir sonst im Frühjahre doch leicht zu spät kommen. Wir haben wohl ziemlich allgemein den früheren Kechtschen Schnitt mit Reben, Schenkeln und Zapfen aufgegeben, bei welchem gerade im Privatgarten leicht Verwirrung entsteht und geringer Fruchtansatz stattsinoet. Der aufrechte Kordon (Tomery'ordon ist so leicht herzustellen, daß ich keinen anderen Schnitt mehr empfehlen möchte. Wir haben ei bei dieftm nur mit aufrechten Leitreben zu tun, die in jedem Jahrs um ca. 6—3 Augen länger werden dürfen und aus den Seitenaugen direkt Fruchtreben entwickeln. Nehmen wir also d>e einjährigen Fruchtreben nach der Ernte bis auf ein oder Met Augen zurück, so entstehen aus diesen im nächsten Jahre wieder 1—2 Fruchtreben. Nun müssen wir bedenken, daß Fruchtreben überhaupt nur am einjährigen Holze entstehen. Wir müssen also dahin streben, an den kleinen Zapfen, die sich an Stelle der geschnittenen ersten Fruchtrebe bildeten, stets einjähriges Holz zu haben. Das gewinnen wir in der Folge leicht dadurch, daß wir die äußerste der je zwei Fruchtreben mit dem Zwischenglied des Zapfens bis zur anderen Fruchtrebe entfernen und diese selbst dann auf zwei Augen zurückschneiden. Wir bekommen dann wieder je zwei Fruchtreben an einjährigem Holze. Ist die Leit- rebe an der Spitze des Spaliers angekommen, dann können wir 2—3 Jahreslängen, also etwa 20 Augen zurückschneiden.
Das Nachreifen der Früchte
ist nicht nur bei Aepfeln und Birnen der naturgemäße Vorgang, sondern auch bei anderen, z. B. Tomaten. Was an der Pflanze nicht schön rot wurde, tut dies eben auf dem Lager oder besser noch frei aufgehängt. Die kleinen unreifen Früchte zu benutzen, lehrt jedes gutes Kochbuch.
Die Früchte der Quitte, zu deren Rohgenuß der Geschmack eines Orientalen gehört, werden nur kurze Zeit aufbewahrt, bis sie die goldige Farbe und den schönen Duft bekommen, dann aber, da sie sich nicht lange halten, bald in Zucker eingekocht. Die Quitte sollte in keinem Hausgarten fehlen, da erstens der Strauch mit seinen großen Blumen und goldgelben Früchten eine Gartenzierde ist, die Früchte aber für Husten und verwandte Katarrhe das beste Hausmittel abgeben.
Die Mrspelfrüchte lassen wir solange wie möglich am Baume, legen sie dann hin und genießen sie, wenn sie teigig werden. Sie bilden mehr eine Näscherei für Kinder als ein wertvolles Obst, werben aber auf dem Markte gern gekauft.
Die Haselnuß ist am besten, wenn sie von selbst vom Strauche fällt, was je nach Lage von Mitte September bis jetzt geschieht. Auch die Haselnuß dürfte bedeutend mehr als bisher angevflanzt werden. Die Pflege des Strauches macht durchaus feine Arbeit und gedeiht der- >slöe in Teut-'chland überall. Wie viele Abhänge, namentlich (Brabenufer könnten eine schöne Ernte der beliebten Nüsse bringen, die augenblicklich nichts tragen.
Die AngokakL^e
ist unstreitig die schönste und kostbarste Varietät unter den ausländischen Katzen. In ihrem Aeußeren hat sie etwas Löwenähnliches, da besonders Hals und Brust vom Gesicht aus mit einer vollen, abstehenden, etwas hängenden Haarmähne geziert find. Die Haare im inneren Ohr sind lang und büschelig, Gesicht und Pfoten haben kürzere Haare. Auf dem Rücken, an den Seiten und an der Rute sind die Haare besonders lang. In Beziehung auf Färbung sind die weißen und silberfarbigen Tiere die gesuchtesten, dann kommen die blauen, schwarzen, graugestreiften und isabellfarbigen. Andersfarbige Tiere sind höchstwahrscheinlich durch Kreuzung entstanden und besitzen auch nie das volle, weiche, wellige Haar von glänzender, seidiger Struktur wie die echten Angorakatzen. Der hervorstechendste Charakter der Angorakatzen ist Faulheit, doch gilt sie auch für sehr klug und anhänglich. Um sie wirklich schön zu erhalte«, muß man das lange Haar regelmäßig vorsichtig auskämmen, und zwar mit einem nicht zu scharfen Kamme, damit die Haare nicht auS- reißen und dem Tiere dadurch Schmerz bereitet mied. Unterläßt man das Auskämmen, so verfilzen sich die Haare namentlich während der Neubildung. Manche waschen der Katze auch jeden Morgen die Augen mit lauwarmem Waffer und einem Schwämmchen vorsichtig aus.
Seto«f««dirr««g vo« Holx- ««d Gife«pfählr«.
Die technische Rundschau berichtet nach „Maschinery" über eine praktische Anwendung des Betons. Würde man Pfähle und anderes Holzwerk unbeschützt in die Erde fetzen, so würden sie bald faulen. Dagegen ist ein mit Teer behandelter Holzpfahl, den man in ein Loch auf einen flachen Stein setzt und mit einer festgestampften Schicht Beton umgibt, so gut wie unzerstörbar und bildet eine feste, sichere Grundlage aus Jahre hinaus. — Auf ähnliche Weise geht man beim Einsetzen von Pfählen vor, besonders wenn sie aus Eisen find. Der geringe Durch- messer derselben gewährt nicht genügend Stabilität. Wenn jedoch ein gewöhnliches, für einen solchen Pfahl gegrabenes Loch mit Beton gefüllt wird, so bildet dieser eine Waffe von 25 bis 30 Zoll Durchmesser und einer der Tiefe des Loches entsprechenden Länge. Der hineingeschüttete Beton ergibt einen Block, der sich mit dem Pfahl fest verbindet und ihm eine mehrfach größere Stabilität verleiht, als er allein in der Erde besäße. Ueberdies schützt der Beton das Eisen lange gegen Ver- rostung, und man kann mit Recht annehmen, daß derartig eingesetzte Pfähle über der Erde schon vollständig vom Rost zerfressen sein werden, ehe der durch Beton beschützte Teil auch nur merklich angegriffen wird.
Eine vraktifche Vorrichtrmg x«m Kartoffel- rvasche«.
Das Waschen der Kartoffeln und sonstigen Wurzelfrüchte, wie solches in vielen Fällen, hauptsächlich in nassen Jahren angebracht erscheint, wird, wenn keine Kartoffelwäsche vorhanden, wegen der damit verbundenen Unbequemlichkeiten und des großen Wafferverbrauchs, größtenteils höchst mangelhaft ausgeführt. Durch Herrn Carl Schulz-Krinig bei Gerzlow (Neumark) finden wir in der „Jll. Landw. Ztg." eine einfache gutbewährte Vorrichtung beschrieben, durch welche diese Arbeit wesentlich erleichtert wird.
Das Schlachte« der Fische.
Es gibt bedauerlicherweise keine TötungSart, welche nicht dem zu schlachtenden Tiere einen, wenn auch noch so kurzen Schmerz bereitete. Jedenfalls verlangt aber schon allein dar Mitgefühl, daß man bei der Schlachtung die Todesqual möglichst verkürzt. Das Schlachten der Fische geschieht vielfach auf die qualvollste, schrecklichste Weise. In Holland hat man neuerdings ein Schlachtverfahren erprobt, das außerordentlich praktisch und zugleich human ist. Der Holländer gibt dem abzuschlachtenden Fisch hinter dem Kopfe einen tiefen Stich mit einem scharfen Messer. Dadurch wird nämlich sofort das Gehirn, bekanntlich der Sitz der Empfindungen, vom Rückenmarks getrennt und der Tod des Fischer erfolgt sofort. Nicht nur werden die Qualen des langsamen Absterbens der stummen Tiere verhindert, sondern auch ein wesentlicher Vorteil wird in gesundheitlicher Hinsicht erzielt. Bei dem holländischen Schlachtverfahren bleibt dar Fleisch viel fester und die Haltbarkeit erhöht sich. Er sei demnach dringend empfohlen, beim Schlachten von Fischen zu allererst den oben bezeichneten Stich auszuführen, bevor man an volle Trennung der Kopses geht.
Reinige« «o« Weißblech.
Durch die Einwirkung des Feuers werden die Pfannen oder andere Behälter aus Weißblech leicht schwarz und verlieren ihren Glanz. Diese Gegenstände kann man mit einem Lappen reinigen, der mit einer ziemlich dicke» Mischung von Asche und Brennöl durchtränkt wird. Will man den alten Glanz wieder herstellen, läßt man die betreffenden Gegenstände in einem Kessel mit Wasser, Asche und ein wenig Soda aufkochen. Man kann ihnen ein silberähnliches Aussehen verleihen, wenn man sie mit einem mit verdünnter Essigsäure durchtränkten Lappen abreibt. ' '
AllerueneSe Schli«grosr SanseUdschs«.
lZüchter: I. C. Schmidt, Erfurt.)
Diese herrliche neue Schlingrose übertrifft im Wuchs, in der Betäubung und der Blumenpracht alle bis jetzt existierenden Sorten ihrer Kl sie. Sie ist das Ergebnis mehrfacher Kreuzungen zwischen Crimson Rambler mit Tee- und Polpantha-Roien. Die einzelnen Blumen erreichen die Größe eines Dreimarkstückes und gleichen denen einer zarlrofa Balfamine. Im Verblühen' nehmen die etwas gekrausten Blötenblätter eine karminrosa Färbung an, 'odaß die Pflanze eigentlich mit zweierlei Blüten geschmückt ist. Die Blumen erscheinen in großen, lockeren Dolden von Anfang Juni bis Ende Juli und werden für .ir feinere Binderei voraussichtlich sehr begehrt sein. Der Buchs der Pflanze ist kräftig, stärker als bei Crimson flambler. Das Holz hat sehr wenige, oft gar keine Stacheln ufo ist mit glänzend grünem Laube bis spät in den Herbst hilein geschmückt. Gegen Meltau ist diese neue Rose wenig empfindlich und hat bis jetzt den Winter gut überstanden. Zur Bekleidung von Häuserfronten, Lauben, Laubengängen, Baumflämm-n usw. sowie auch zur Schmückung freier Rasenslätze als Pyramidenrose wird diese neue Schlingrose überall vorteilhafte Verwendung finden und ihre Wirkung nicht verfehlen Infolge der vielen guten Eigenschaften wird Tausrndschön von Gärtnern und Blumenfreunden gern gekauft werden.
In den aus Brettern zufammengefügten Waschtrog wird ein der Bodengröße derselben entsprechender Lattenrost eingelegt, so daß letzterer auf dem, den Trog etwa bis zur Hälfte anfüllenden Wasser schwimmt. Auf diesen Rost werden dann die zu waschenden Kartoffeln geschüttet, worauf er, entsprechend der Schwere der Kartoffeln, bis auf den Grund des Troges ins Wasser versinkt. Nach einigem Umrühren können dann die Kartoffeln mittels einer gelochten Schaufel leicht wieder aus dem Waffer entfernt werden. Durch das Ausschaufeln der Kartoffeln wird der Rost dann wieder nach und nach an die Oberfläche des Wassers steigen, so daß auch der kleinste Rest leicht aus dem Waschwaffer entfernt werden kann. Eine Erneuerung des Wassers ist hierbei auch nur nach längerer Arbeit nötig, da die anhaftenden Erd- und Schmutzteile durch den Lattenrost an den Boden des Troges sinken, einer Verschmutzung der Wassers also in wirksamer Weise oorgebeugt wird.
Sei großer Kalte
vergesse man nicht, Boden- und Kellerfenster zu schließen; auch in Kammern u. dgl. decke man Vorräte von Lebensmitteln mit Stroh oder wollenen Decken dicht zu, da sie sonst zum Genuß untauglich werden oder schlecht schmecken.
Küche und Keller.
Schweinskatelette« mitSrotsauce. (Cotelettes de porc sauce pauvre komme). 6 Personen. 20 Min. 6 kleine, gut geklopfte Schweinskoteletten salzt und pfeffert man, taucht sie in zerlassenes Schmalz und paniert sie. In einer Pfanne oder flachen Kasserolle läßt man 2 Löffel Schweineschmalz oder gutes Bratenfett heiß werden, legt die Koteletten hinein und macht sie ganz langsam gar, wobei man sie von Zeit zu Zeit umwendet. Gleichzeitig giebt man einen reichlichen Löffel gehackte Schalorten in eine kleine Kasserolle, schwitzt sie mit einem nußgroßen Stück Butter, fügt 2 mittelgroße Löffel ganz fein geriebenes weißes Weißbrot zu, schwitzt dies noch einen Augenblick, üllt mit 2 Löffeln Essig und knapp 2 Deziliter Fleisch- irühe auf und läßt 7—8 Minuten kochen. Hierauf macht man die Sauce mit einer Prise Pfeffer, einer Messerspitze gehackter Petersilie und 6 Tropfen Maggi's Würze fertig, richtet die Koteletten im Kranze auf einer runden Schüssel an und giebt die Sauce in die Mitte.
Kammleber behandelt man ebenso wie Kalbsleber. Will man sie weich und zart haben, so legt man sie in Milch, salzt sie erst in der Pfanne und brät sie ohne hineinzustechen in dem Augenblick, wo sie auf dem Tisch erscheinen soll.
Schleie« i« Dillsauce. Für 6 Personen. Be- reitungsdauer V« Stunden. 3 Pfund Schleien werden mit Salz abgerieben, innen und außen gesäubert und in Salzwasser mit Zwiebel, Sellerie, Petersilienwurzel und Gewürz langsam beinahe gar gekocht. Zur Sauce rührt man auf dem Feuer V« Pfuno Butter mit etwas Mehl zusammen, fügt V« Liter Fischsud, 2 Löffel gehackten Dill und 1 Obertasse süße Sahne dazu, läßt etwa 10 Minuten unter stetem Rühren kochen, stellt die Sauce auf die warme Herdseite, schmeckt nach Salz ab, verfeinert sie mit Vr—1 Teelöffel Maggi's Würze und giebt die Fische hinein, um sie darin einige Minuten ziehen zu lassen. Nach Belieben kann man die Sauce noch mit einem Eigelb binden.
Gier mitG«divie«gem«fe. (Oeufs ä la ckicoree.) 6 Pers. 1 Stunde. 2 Endivienköpfe werden von den äußeren groben Blättern befreit, abgestielt, gut gewaschen und einen Augenblick in kochendes Wasser geworfen. Nachdem die Stücke abgekühlt, werden sie mehrmals durchschnitten, mit einem eigroßen Stück Butter gedünstet, mit ein wenig Mehl bestreut und unter Beiguß von etwa« Sahne gebunden. Man schmeckt dieses Gemüse mit Pfeffer, Salz und ca. 12 Tropfen Maggi's Würze ab, richtet es auf runder, feuerfester Platte an, macht mit einem sauberen, in zerlassene Butter getauchten Ei 10 Vertiefungen in die Oberfläche des Gemüses und schlägt in jede ein frisches Ei. Hieraus schiebt man die Schüssel 3 Minuten .n den heißen Ofen, um sie sogleich aufzutragen
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Pastor A. in Z. Spätestens das Spargeikraut abschneidea, sobald es gelb geworden ist. Junge Stämmchen schützt man gegen das Benagen durch Hasen und Rehe am besten und sichersten curq Draht-Umsriedigung.