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gib: ihnen etwas ästige, lange Stäbchen, wo sie lustig emporklettern und die schönen gefiederten Blätter entwickeln. Einige Zeit später setzt man sie nochmals in angemessene Töpfe, gießt sie gut an und stellt sie an die Fenster, links und rechts je einen Topf, schlägt einige Nägel in die Wände und zieht Bindfaden an dieselben. Die Cobaea klimmt dann fest an die Bindfaden und wuchert den ganzen Winter fort; eine üppige Vegetation zu einer Zeit, wo man som Pflanzenleden nicht viel sehen kann, und am siebsten solche Schlinggewächse hätte. Im Februar bis Sprit, je nachdem die Aussaat stattfindet, erscheinen die anfangs grünen, später blauen großen Glockenblumen nach Hunderten, ein wahrhaft überraschender Anblick. Es gibt auch eine Varietät; man kann sie in jeder Jahreszeit säen, nud da sie fast niemals ruht, sondern in steter üppigster Vegetation bleibt, kann man sie zu den schönsten und besten Zimmerpflanzen rechnen.

Die Gewächse der gemäßigten Zone machen eine vollständige Winterruhe durch, selbst dann, wenn sie immergrüne Blätter haben und darf ihnen diese Ruhe nicht gestört werden. Sie wird aber gestört, wenn zuviel Licht, Wärme und Feuchtigkeit vie Lebensgeister zu hrsh erweckt. Lorbeerbäume, Granatbäume, Myrten, Stangen x. sollen im Wintcrlokal nicht in Trieb kommen, namentlich dann nicht, wenn dieses dunkel ist.

Die Folge des Wachstums in dunkeln Lokalen sind ftnllerige dünne farblose Zweige, kleine gelbe Blättchen und dann vorzeitiges Abfallen der grünen Blätter.

Derartige Pflanzen, deren Blätter weißlich aussehen, wie wir es nur zu oft am japanischen Evonymus sehen, Bettelten den Sommer über ein kahles unschönes Ansehen »nd muffen energisch zurückgeschnitten werden, wenn sich neue normale Blätter bilden sollen. Orangen bedürfen als hellblättrige Sträucher resp. Bäume etwas mehr Licht. Granatbäume, der Feigenbaum und ähnliche laubwerfende Gewächse können ganz dunkel durchwintern, müssen aber wiederholt abgerieben werden, wenn die Luft im Winter- kokal die Bildung von Schimmel k. begünstigt.

Daß Winterlokale, für solche in unterm Klima nahezu draußen ausdauernde Pflanzen bei jedem offenen Wetter stark gelüftet werden müssen, ist selbstverständlich, es geschieht nur zu selten. Es giebt sogar Pflanzen, die nicht ganz luftdichte Winterräume vorziehen. So kommen Winter­levkojen in luftigen Kästen besser durch wie in Gewächs­häusern.

Das Gießen ist bei Kübelgewächsen auf das Nötigste zu beschränken und kann die Erde ziemlich tief hinunter sich troffen anfühlen lassen, ehe man gießt, dann aber wie bei allen Topfgewächsen energisch mit der großen Gieß- kanue gegossen.

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Allerlei.

Schlachlemelser. D. R. G. M.

Beim Gebrauch von Schlachtemessern ist ein häufiges Schleifen erforderlich und dieses bedingt zeitweilig auch ein weiteres Ausschmieden bezw. Zuschärfen des Messer- Hauvtteilss. Ein solches sehr zweckdienliches Nachschmieoen ist aber bei den fest mit dem Heft verbundenen Klingen nicht möglich, und hat dieser Uebelstand zu dem von Herrn Messerschmiedemeister R. Rotzsch erfundenen in nebenstehender Abbildung veranschaulichten Messer geführt, dessen Klinge lösbar mit dem Hett verbunden ist. Durch die Lösbarkett wird auch das AuSwechseln der Klingen überhaupt er­möglicht, sodaß man stets mit dem gewohnten Griff han­tieren kann.

Das Heft des Messers ist zur Aufnahme der Klingen- angel durchbohrt, und hat letztere an ihren freien aus dem Heft herausragenden Ende einen Schlitz, in welchen ein mittelst Platte an der Heftstirnseite gehaltener Sicherungs- riegel eingeschoben wirb. Um eine Verdrehung der Klinge auf alle Fälle zu vermeiden, ist in der nahe der Messer­klinge befindlichen Hestzwinge ein Ausschnitt vorgesehen, in welchem sich die Messerklinge festlegt.

Die'es praktisch gestaltete Werkzeug dürfte wegen seiner zweckdienlichen Einrichtung und ganz wesentlich erhöhten Brauchbarkeit im Schlächtergewerbe einer guten Einführung sicher sein.

Der Erfinder wünscht sein Schutzrecht durch die Ver- wertmrgsabteilung des Patentanwaltsbureau Sack, Leipzig, am liebsten ganz zu verkaufen.

7 Land-frösche in der Gefangenschaft bereiten ihrem Pfleger viel Vergnügen. Als Behausung gewähre man ihnen die sog. Laubfroschhäuser, allerliebste, sehr praktische Käfige, die wohl in sämtlichen größeren Naturalienhandlungen für ein verhältnismäßig billiges Geld zu kaufen finb. Den Boden dieser Häuschen belegt man mit Torferbe, welche mit Moosstückchen bedeckt sind. Außer

einem nicht zu kleinen Waffergefäß stellt man einen passenden Blumentopf hinein, welcher dem Frosch bei feinen Turnübungen die kahle Leiter in natürlicher Weise ersetzt. Es eignen sich hierzu sehr gut die sog. Blatt­pflanzen: Evonymus, Laurus, Deutzia u. a. Um die sich leicht und mit geringer Mühe und wenig Kosten ab- Lust des engen Raumes feucht zu halten, genügt voll- helfen. Man wasche die Möbel zuerst mit gewöhnlicher einträglich einmaliges Besprengen mit dem Zer- Seife und einem Lappen sauber ab und reibe mit einem i?er. Wer den Laubfrosch in einem Einmacheglase wollenen Lappen alle feuchten Stellen gut trocken. Dann

" "über.

halten will, kann ihm auch diesen Aufenthalt angenehm machen, wenn er den Boden mit Erde und Moos bedeckt und mit lebenden, krautartigen Pflanzen versieht, die nach Bedarf erneuert werden. Ein Waffergefäß darf nicht fehlen. Als Futter für den Laubfrosch eignen sich Motten, kleine Mehl- und Regenwürmer, sogar Schmetterlinge, ferner Spinnen und überhaupt die manigfachsten kleinen Insekten, welche der Laubfrosch im gewandten Sprunge erhäscht. Beim Fehlen dieser Nahrung bietet man dem Tierchen Mehlwürmer, doch kostet es immer einige Blühe, bis sie sich an dies harte Futter gewöhnt haben. Auch ganz kleine Stückchen gehackten, rohen Fleisches, die wurm­artig zu formen sind, pflegen sich als Futter zu bewähren. Diesen Biffen muß man an einem Draht über den Kopf des Frosches Hin- und herbewegen. Geht man dabei schlau zu Werke, so läßt sich das Kerlchen im grünen Rock täuschen, weil er glaubt, es sei ein lebendiger Biffen und schnappt zu.

Ueber die Vertreibung von Ratten durch Meerschu>er«rye«

berichtet das westpreußische Kammerorgan nach einer Mitteilung des Süddeutschen Haus- und Landwirts: Katzen, Igel, Fallen, Gift usw. sind bewährte Rattenver- tilger, aber ganz ausrotten kann man die schlauen Tiere nicht. Ich habe, schreibt ein Einsender daselbst, geglaubt, daß ich alle Mttel versucht habe, aber wenn auch mo­mentan alle Ratten vertilgt werden, nach einiger Zeit kommen wieder andere. Ich habe in meinem jGarten neben einem Mühlbach xin kleines Haus, in dem ich Tauben hielt; aber sowohl die Eier, als auch die jungen Tauben wurden von Zett zu Zeit von Ratten gefressen, wenn ich es vesäumte, sie auszurotten. Zuletzt gab ich die Taubenzüchterei auf. Bei der letzten Bestandauf­nahme kam ich auch in einen Keller, der dem Eigentümer zur Aufbewahrung seiner Lebensmittel dient, und wunderte mich über die Masse Meerschweinchen, die sofort pfeifend aus allen Ecken herbeikamen. Als ich den Mann fragte, warum er die Tiere halte, antwortete er, daß ohne feine Meerschweinchen der Keller nicht zu benutzen wäre, weil ihm sonst die Ratten alles forttrügen. Ich staunte und war mit ihm wegen Ueberlassung einiger Meerschweinchen gleich handelseinig. Und stehe da, seit drei Monaten ist in meinem Gartenhäuschen keine Ratte mehr zu finden. Warum, dar überlasse ich den Gelehrten. Ich bin die Ratten los, meine Meerschweinchen erhalten außer Grün­zeug ein Stück Brot.

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WauswirtschasL,

WeißNe«rol

nennt sich ein neus Sauerstoff-Eisen-Phosphor-Nährpräparat, von dem jetzt überall gesprochen wird. Den Stoffwechsel im menschlichen Körper durch ein dem Magen zugeführtes, leicht assimilierbare« Nährpräparat zu vermehren, und die dem Körper in Krankheitsfällen oft fehlenden Stoffe, wie Eisen, Phosphor, Alkalien und alkalische Erden in leicht verdaulicher Form zuzuführen, ist die Hauptaufgabe des obigen Präparats. Der dem Präparate in besonderer Verbindung beigegebene Sauerstoff tritt im eineteils Magen aus feiner Verbindung heraus und bewirkt katalytisch und

fermentativ auflösend die leichte Aufnahme der peptoni- fierten Eisens zur Blutbildung, der Hypophosphite und der Eiweißbestandteile der Speisen zur LecithinbUdung für Vermehrung der Gehirnsubstanz und ersterer in Verbindung mit Alkalien und alkalische« Erden zur Bildung der Knochen­substanz. Die Verdauung soll durchNeurol" infolge seiner fast einzig dastehenden günstige« Einwirkung auf die Schleimhäute, die Pankreasdrüsen, die Magenwände und die Gedärme in ihren Funktionen gehoben und ge­regelt werden. Das vom Apotheker C. G. Weiß in Hannover erfundene, recht gut schmeckende Präparat ist mit größtem Erfolge u. a. angewandt bei Influenza, Drüsenkrankheiten, Neurasthenie, Bleichsucht, Verdauungs­störung, beim Zahnen der Kinder und als vorzügliches Kräftigungsmittel im Alter und in der Rekonvaleszenz. Am wirksamsten soll sichWeiß-Neurol" des Abend« nach Tisch genommen gezeigt haben, weil hierbei die darauf folgende Nachtruhe sehr günstig von Einfluß war.

R«ßba«mmob-l

haben bekanntlich die Eigenschaft, bereits im zweiten Jahre der Gebrauchs erheblich auszuschwitzen und dann ein

trübes, schmutziges Aussehen zu bekommen. Diesem läßt

bereite man eine Mischung aus 2 Löffeln Provenceröl und 1 Löffel Rotwein, trage diese auf einen wollenen Lappen und reibe hiermit die Möbel tüchtig ab.

Eine vorzügliche Seife für Mollmäsche bereitet man sich leicht selbst folgendermaßen: In einem Liter siedend heißen Wassers löse man ein Pfund Soda­seife auf und in einem halben Liter ebenfalls heißen Wassers 120 Gramm kohlensaures, kristallisiertes Natron. Wenn beides ziemlich abgekühlt ist, gießt man es zusammen und verrührt es gut. Nach dem Erkalten ist es eine ganz feste Masse, die man in Stücke in beliebiger Größe zerschneidet.

Kupferstiche« ;« putze«.

Ein recht gutes Mittel zur Reinigung kupferner Ge­fäße besteht aus Salmiakgeist und schwarzer Seife. Man löse ein wenig von der Setze in Salmiakgeist aus und schüttle die Mischung tüchtig durcheinander. Dann gieße man etwa« davon auf einen Lappen, reibe den Gegen­stand damit ab und putze mit Wiener Kalk nach. Die Sachen werden auf diese Weise viel schöner und das Putzen derselben erfordert bei weitem weniger Zeit als mit den bisher gebräuchlichen Mittel».

Küche «Kd KeAer.

Pikanter Kalbsvievenbrate«. 6 Personen.

4 Stunden. Aus 3V- Pfd. Kalbsnierenbraten löst man die Knochen, klopft das Fleisch leicht und füllt es innen mit folgender Farce. Man hackt 3 Schalotten, 125 g Luftspeck, ein klein wenig fein abgeschälte Zitronenschale, 5 entgrätete Sardellen,' 34 gut geputzte Champignon« und 1 Eßlöffel Petersilie fein, mif^t dies gut, fügt, wenn es nötig ist, etwas feingeriebene, gesiebte Semmel dazu, die man mit 5 Tropfen Maggis's Würze angefeuchtet hat, streicht die Mischung auf das Fleisch, rollt es zusammen, umbindet es mit gebrühter weißer Baumwolle und legt den Braten in 100 g heißgemachte Butter, um ihn unter fleißigem Begießen auf beiden Seiten zu guter Farbe zu braten. Die Sauce, zu der man beim Einbraten etwas Brühe oder Waffer gefüllt hat, wird durch ein Sieb gc- goffen, mit etwas bräunlicher Mehlschwitze verkochAWi etwas Zitronensaft und 10 Tropfen Maggi's Würze iM Geschmack gehoben und über den in Scheiben geschnittenen Braten gesüßt.

Schweinefleisch in Rotwein. 6 Pers. 2 Stdn. 650750 g nicht zu fettes Schweinefleisch schneidet «an in große Würfel. In 100 g würflig geschnittenem, auf gelindem Feuer ausgelaffenem Speck läßt man 12 zer- ichnittene Zwiebeln gelblich rösten, giebt das Schweine- leisch hinein, läßt es anbratcn und dann unter öfterem Nachgießen von etwas Rotwein und Wasser gar dünsten. Wenn das Fleisch weich ist, fügt man einen Löffel Sahne dazu, läßt gut verkochen, schmeckt ab und würzt mit 6 bis 8 Tropfen Maggi's Suppen- und Speifen-Würze. Dazu reicht man Maccaroni oder durchgerührte Kartoffeln.

Gebrate«e Krickente«. 6 Pers. 23 Stdn, 3 Krickenten werden gerupft, gesengt, ausgenommen, ge­waschen und abgetrocknet. In das Innere giebt man eine kleine Zwiebel und ein eigroßes Stück Butter, welches man mit etwas Pfeffer, Salz, Zitronensaft und geriebener Zitronenschale durchgeknetet hat, legt die Vögel in die Pfanne in steigende Butter und läßt sie im Bratofen unter fleißigem Begießen weich braten. Die Sauce wird mit etwas in Waffer verquirltem Krastmehl oder Kartoffelmehl seimig gemacht und mit 10 Tropfen Maggi's Würze sowie ein wenig Zitronensaft vollendet.

Gespickter Karpfe« mit braunem Rahm- betgirß. Ein großer Fisch wird geschuppt, gereinigt, die Haut abgezogen, mit feinem Speck überspickt und in eine Pfanne gelegt. Dann übergieße man ihn mit zerlassener Butter und setze ihn in einen heißen Ofen. Wenn der Speck sich gehoben hat, gebe man V« Liter dicken Rah«! hinzu, lasse ihn unter öfterem Gießen dreiviertel Stander backen, lege den Fisch auf eine Schüssel, gebe die Fisch brühe zu einem gemachten braunen Rahmbeiguß, richte W über den Fisch an und lege Schnittchen von Butterteiz um die Schüssel.

Briefkasten

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Buchh. S. in H. Von derBibliothek des allgemeinen und praktischen Wissens" zum Studium und Selbstunterricht in den haup^ sächlichsten Wissenszweigen und Sprachen für Kaufleute, Gewerbei«-' bende, Beamte usw. (erscheint in 75 Lieferungen zu je 60 Pfg- Deutschen Verlagshaus Bong & Co. in Berlin W. 57) gelangten soeben die Lieferungen 5569 zur Ausgabe, die in der bekannten knappen Form und für jedermann leicht faßlichen Darstellung schichte, Planimetrie, Himmelskunde, kaufmännisches Rechnen, Ecdkunv-- deutsche Handelskorrespondenz, Physik und Mineralogie behandeln-

Landwirt B. in H. Vorzügliche schwarze Minorka. welch den Italienern in jeder Hinsicht überlegen sind, können Sie durch °e Landwirtschaftslehrer Herrn Carl Fechner in Sankt Hülfe bei holz von dem Deutschen Züchter- Verein der Minorka-Raffe bezuhe^

Lehrerin in B. Der Sonneuvogel leidet entweder an eme hoffentlich noch in den ersten Stadien befindlichen Lungenübel oo an einem Katarrh. Die Verstopfung dürste vielleicht aus nicht v treffende Fütterung zurückzuführen sein. Doch ist auch noch - andere Mutmaßung zulässig.

$.3000. Als Tapetenkitt benutzen Sie: Mehlkleister Alaunwasser 3, Dextrinlösung 5. Das Alaunwasser verhinderr Faulen des Kittes oder Schimmlichwerden der Tapeten aus ganz trockenen Wänden.