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^r. 1. Hersfeld 1906
IshaltH-WÄrzeichnts: Der Schneeschuh und seine Verwendung (mit 4 Abditdungen.) Weizensorte für geringe Böden. Ueber den Anbau von Esparsette. Bestes Mittel gegen Krihenfraß. Bekämpfung des Kornkäfers. Das Zerkleinern des Körnerfutters für Pferde. Zweckmäßiges Trockenstellen tragender Kühe. Die verwerfende Kuh. Euterkranke Kühe. Die Ferkel. Um die Freßlust der Mast« schweine zu erhöhen. Die Winterfütterung der Ziegen. Einstreu für Kaninchenställe. Die Unterscheidungsmerkmale zwischen Hondans, Paduanern und Holländern. Wenn die Hühner in eng« Räumen gehalten werden. Die Glanzkäfertaube. Für die Hebung der Zucht des Klätscher- oder Steiger-Kröpfers. Aufzucht junger Tauben. Als Streumat rial für Geflügelställe. Das Umpfropf« starker Süßkirschbäume. Das Ausbrechen. Zu den wunderbarsten Geheimnissen. Der Winter ist nicht nur kalt. Unter denjenigen Topfgewächsen. Die Frucht einer Pflanze. „Sofiensruh: Wie ich mir das Landleben dachte, und wie ich es fand", von S. Jansen. Tabakspfeife (mit 2 Abbildungen.) Trowitzsch's Landwirtschaftlicher Notizkalender 1906. Schnellheizung. Blumenvasen aus Knochen. Ofenheizung. Eine gute Appretur für Gardinen. Auffrischen schwarzer Seide, Kleider, Spitzen. Kalte Weinsuppe mit Reis. Ente auf italienische Art. Gedämpfte Gänseleber. Kapuziner-Reis. Rindfleischbrötchen. Mehlspeise. Baumkuchen. Nußkrapferl. Nußtorte.
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Es unterliegt heute keinem Zweifel mehr, daß mit der Einführung des Schnceschuhlaufens in Mitteleuropc ein Schritt getan ist, der für die Entwicklung des sportlichen Lebens und der Verkehrsverhältnisse von gleicher Bedeutung ist, wie die stetig wachsende Verbreitung des Fahrrades. Der Einwurf, dem man noch vereinzelt begegnet, daß die klimatischen Verhältnisse der tatsächlichen Verwendung der Schneeschuhe hier zu venig günstig feien, erledigt sich durch den Hinweis auf die vielen Tausende von Sportgeräten, die im Gebrauch ^...».-___________ find, und durch dir alljährlich wieder. Ürt kehrenden Berichte übte außerordentliche Schneefälle, und infolge deren eingetreten? Verkehrshindernisse.
Der Schneeschuh hat sich den von «,------- Skandinavien ihm vorausgehenden
Ruf als bestes Verkehrsmittel auf der Schneebahn auch in Deutschland gewahrt, er ist zuerst der Pionier der winterlichen Touristik geworden, und als Sportgerät erringt er mit der von Jahr zu Jahr steigenden Verwendung und der dsmentspr'chend aufblühenden Tüchtigkeit der deutschen Schneeschuhläufer immer höheres Ansehen. Die Luerk^nung, die Frithjof N asen, der auf Schneeschu en die öden Schneefelder Grönlands durchquerte, dem Schneeschuh! mfen gezollt hat, das es „aller Sportarten König" sei, findet auch bei uns ihren lebhaften Widerhall, und
von Radfahrern, Ruderern, Seglern, Turnern, etc., die nach dem Ende der sommerlichen Saison jetzt in größter Zahl, die Schneeschuhe an den Füßen, in die weißschimmernden Berge und auf die schneebedeckten Fluren hinauseilen, wird bereitwillig anerkannt, daß dieser winterliche Sport die Freuden des Sommers übertrifft.
Im Dienste des Verkehrs bewährt stch jetzt der Schneeschuh jeden Winter in immer größerem Maßstabs. Der Jäger, der Forstmann, der Landwirt hat täglich Gelegenheit, ihn zu verwenden, zahlreiche Aerzte, Geistliche, Gericht- und Grenzbeamten betrachten dieses Gerät als ein unentbehrliches Ausrüstungsstück. Der Markt- und vor allem der Posiverkehr wird bereits in Gegenden mit starken Schneesällen nur mit Hilfe der Schneeschuhe aufrecht erhalten; im Eisenbahnwesen harrt ihrer noch eine ausgedehnte Verwendung, so bei den Kalamitäten infolge des Einschneiens der Züge, im Streckendienst, für dir Bahnmeistereien usw.; in der preußischen, bayerischen, sächsischen, östreichischen und ungarischen Armee hat der Schneeschuh nach dem Muster der skindinavischen Heeresverwaltung Eingang gefunden, es werden jetzt regelmäßig im Winter militärische Uebungen auf Schneeschuhen abgehalten. Die Schrecken des Winters, wie sie im Gebirge namentlich durch tagelange Absperrung infolge Einschneiens so schwer empfunden werden, sind jetzt durch das unscheinbare Gerät
gehemmt, die Touristik ist nicht mehr auf die warme Saison beschränkt oder im Winter an die Landstraße gebunden. Wenn auch das Schneeschuhlaufen an die Ausdauer des Lernenden höhere Ansprüche stellt, als das R-nnwolffahren, das ohne alle Vorkenntmfls sofort susgeübt werden kann, so wird doch jeder nach einigen wenigen Stunden der Uebung ein leidlicher Schneeschuhläufer sein. In Norwegen und Schweden pflegen die Kinder sich schon im zarten Alter, noch ehe sie schulpflichtig sind, mit dem Gebrauch der Schneeschuhe bekannt zu machen, für die Damen
welt giebt es kaum eine gesündere Leibesübung: Die strahlenden Augen, die kräftigen Formen, die man bei den fchneeschuhlauftnden nordischen Frauen bewundert, die sich in manchen Städten zu Schneelaufclubs zusammenge- schlössen haben, sollte auch bei uns den Hygienikern einen Wink geben, die Einführung des Sports bei der Damenwelt immer energischer zu betreiben. Der durchweg kräftige Menschenschlag, dem man in Norwegen begegnet, ist nach dem Ausspruch nordischer Aerzte hauptsächlich darauf zurückzuführen, das die Frauen dort so eifrig dem Schnee-
schuhsport huldigen. Der „Wintersportverlag" in Berlin, I wendung minderwertiger Geräte Gefahr, und wir empfehle« dem die Einführung des Schneeschuhlaufens zu danken ist, unsern Lesern, die für das Schneeschuhläufer. Inte: esse
dem die Einführung des Schneeschuhlaufens zu danken ist, und der sich durch seine Bereitwilligkeit zu unentgeltlicher
Auskunftserklärung fortgesetzt Verdienste um das Schnee- in Deutschland mit
schuhlaufen erwirbt, weißt nach, daß
gutem Beispiel namentlich die Damen kratie vorangegangen sind. Unfälle, wie sie das Schlittschuhlaufen in Gestalt des Einbrüchen« im Eife oder eines heftigen Falles mit stch bringen kann, sind beim Schnee-fchuhlaufen bei Verwendung richtig konstruirter Geräte ausgeschlossen. Der Sturz in den weichen Schnee, der dem Lernenden nicht erspart bleibt, wird kaum anders als mit Heiterkeit ausgenommen; die Genüsse, die dem Schneeschuhläufer winken, der Aufenthalt in der erfrischenden Luft, der Reiz der winterlichen Szenerie, das außerordentlich gesteigerte Wohlge- fühl und Frohempfinden, der ge ' fund« Appetit, lassen diesem diese winzigen Beschwerden der Anfangs- gründe alsbald vergessen.
der höchsten Aristo
Das Schneefchuhlaufen ist auf jedem Terrain möglich, sobald nur eine leichte Schneedecke liegt, auf freiem Felde, wie auf baumbestandenem Terrain, auf aufsteigenden und und abfallenden Flächen. Jeder Ort von Schnee läßt sich, wenn auch mit verschiedener Leichtigkeit, befahren, je tiefer der Schnee, desto flotter die Fahrt. Die durchschnittlich« Geschwindigkeit in der Ebene beträgt etwa 10 km in der Stunde, bergauf geht es langsamer, aber dennoch bedeutend schneller als der Marsch bessen, der ohne Schneeschuhe emporfttrpfi. Bergab wird eine außerordentliche Schnellig- keit erzielt, und die Talfahrt bedeutet nächst dem Springen auf Schneeschuhen den sportlichen Höhepunkt des Schnee- schuhlaufens. Neuerdings, namentlich in Schweden, wird der Schneeschuhsport auch in der Weise betrieben, daß sich der Schneeschuhläufer von einem Pferde ziehen läßt, um so über weite Flächen dahin zu jagen. Bei einem derartigen Wettrennen bei Stockholm wurde eine Strecke von ca. 70 km in 2'/, Stunden zurückgelegt.
In Skandinavien war seit etwa einem viertel Jahrhundert eine Neubildung des seit Jahrtausenden daselbst geübten Schneeschuhlaufens vorgekommen, die wintersport- liche Bewegung indeß, die in Deutschland entstand, steht der in Norwegen und Schweden an Tiefe und B.deutung heute in keiner Waise nach. Um dieselbe in Fluß zu bringen, mußte freilich ein zweites hinzukommen; es mi stets brauchbare Schneeschuhe in Deutschland erhältlich sein. Frühere vereinzelte Besuche, den Sport bei uns anzu- bringen, sind daran gescheitert, daß ungeeignete Modelle zu übermäßig hohen Preisen in Deutschland in den Handel gebrach: wurden.
Noch jetzt drohen dem Schneeschuhsport durch die Der-
haben, sich die notwendigsten Kenntnisse von der Cha rakteristik eines guten Schneeschuhes durch das Studium einer kleinen Schrift anzueignen, die der „Wintersport- verlag" (Berlin 8. W. 11.) unentgeltlich abmebt €« werden dem künftigen Jünger des Schneeschuhsports manche Vergeßlichkeiten erspart bleiben, wenn er stch vorher in dieser Beziehung genügend informirt.
Meizerrsorte für geringe Soden.
Auf der Mainzer Jubiläumsausstellung brächte das Landw. Institut der Universität Gießen in dem „Loydrr Weizen" eine Reuzüchtuna an die Oeffentlichkeit, von der auch unter ungünstigen Verhältnissen auf schlechtem Boden und in kleinem Betriebe befriedigende Ernten erwartet werden den bezüglichen Ausführungen von Dr. Kleberger- Södel in der Hessischen landw. Zeitschrift entnehmen wir das folgende:
Als Dr. Rimpau einst befragt wurde, worin das Geheimnis des Erfolges der Lochowschen Roggenzucht gelegen