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1.40 Mark, durch die Post bezogen 1.60 Mark, va
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herrfelder Kreisblatt
Gratisbeilagen: „Illustriertes Sonntagsblatt" und „Illustrierte Landwirtschaftliche Beilage"
Sernsprech-Knschlutz Nr. 8
Nr. 112.
Sonnabend, den 23. September
1905.
AlWmnmilsMMng
auf das Ijcrsfelder Herzblatt.
Das Hersfelder Kreisblatt bringt außer den amtlichen Bekanntmachungen des Königlichen Landratsamtes dahier sowie zahlreicher anderer Behörden zuverlässige Mitteilungen über Ereignisse in der
Politik, Berichte aus dem Kreise, der Provinz und den nachbargebieten.
Reichhaltige Nachrichten vermischten Inhalts bringen alle sonstigen mitteilenswerten Ereignisse zur Kenntnis der Leser. Ferner bilden sorgfältig ausgewählte spannende Romane,
Erzählungen etc., die in jeder Nummer in Fortsetzungen erscheinen, einen weiteren Teil des Lesestoffs.
Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden nötigenfalls durch Extrablätter verbreitet.
Die Abonnenten erhalten unentgeltlich jede Woche ein Illustriertes Sonntagsblatt und alle j^ Tage eine von besten Fachmännern bediente Illustrierte landwirtschaftliche Beilage.
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Eisenbahnfahrplan, sowie bei Beginn des neuen Jahres einen Wandkalender und märkteoerzeichnis.
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Zu zahlreichem Abonnement ladet ergebenst ein
Grpedilion des Hersfelder Kreisblattes.
Amtlicher teil.
Herrfeld, den 21. September 1905.
Diejenigen Herren Ortsvorstände, die mit der Erledigung meiner Verfügung vom 15. April 1886, I. I. Nr. 4578, Kreisblatt Nr. 46, bezw. vom 8. September 1881, J. I. Nr. 10411, Kreisblatt Nr. 73, betr. Vorführung von Zuchtbullen zur Herbstkörung noch im Rückstand« finb, werden hierdurch an die Einsendung des fraglichen Berichtes bis spätestens zum 1. Oktober d. J. erinnert.
Der Königliche Landrat. J. V-: T h a m e r.
Hersfeld, den 19. September 1905.
Unter dem Schweinebestande des Heinrich Rudolf II in Leimbach ist die Schweinepest festgestellt worden. I. 6551. Der Königliche Landrat.
J. V.: T h a m e r.
Hersfeld, den 19. September 1905.
Unter dem Schweinebestande des Tagelöhners Konrad Iffland in Asbach ist die Rotlaufseuche festgestellt worden. I. 6552. Der Königliche Landrat.
I. V.:
T h a m e r.
Heröseld, den 21. September 1905.
In der Zeit vom 2. Oktober bis 4. November d. I. wird im hiesigen Schlachthofe ein Kursus in der Fleisch- und Trichinenschau abgehalten werden, was hiermit veröffentlicht wird. I. 6605. Der Königliche Landrat.
I. V.: T h a m e r.
nichtamtlicher teil.
PolitischefWochenbericht.
In Jena sind seit einigen Tagen die Herren ® e• »offen versammelt. Die Phrasen von dem „volksfeindlichen Junkertum", von der „agrarischen Raubpolitik" usw. kennt man genugsam, dazu hätte eS in der Tat einer besonderen Veranstaltung nicht bedurft. Von Interesse ist bisher nur der Beschluß, die Streitigkeiten zwischen „Vorwärts" und „Leipziger Volkszeitung" sowie überhaupt dar ganze Literatengezänk hinter verschlossenen Türen zu verhandeln. Das stolze Gerede von der eigenartigen Stärke der Sozialdemokratie, die allein es fertig bringe, ihre Streitigkeiten vor der breitesten Oeffentlichkeit auszufechten, ist damit endgültig abgetan. Es geht eben hiermit wie mit anderen Prahlereien der Sozialdemokratie auch: sie halten vor der Macht der Tatsachen keinen Stand.
In den deutsch-französischen Verhandlungen über die Marokkofrage ist zur Zeit eine Verlangsamung eingetreten. Diese Verlangsamung erklärt sich aus der Notwendigkeit, die künftigen Verhältnisse so zu regeln, daß irgend eine Zweideutigkeit oder ein Mißverständnis ausgeschlossen ist. Mit vollstem Rechte hat unser Gesandter Dr. Rosen einem Redakteur des „Journal des T^bats" gegenüber erklärt: „Man überhastet keine Lösung, wenn es sich um so ernste Fragen im Leben zweier großer Völker handelt." Im übrigen mag aus den Stimmen englischer Blätter über die Marokko-Angelegenheit folgende Aeußerung des „Londoner Standard" hier seinen Platz finden: „Wir freuen uns, daß die Besprechungen zwischen Dr. Rosen und Herrn Revoil einen gegenseitig befriedigenden Ausgleich in Aussicht stellen. Deutschlands Unterstützung der gerechten französischen Ansprüche gegenüber dem Sultan deutet aus die steigende Erkenntnis der gemeinschaftlichen Pflicht der europäischen Mächte hin. Es würde Deutschland leicht gewesen sein, Gründe zu finden, um die maurische Hartnäckigkeit mittelbar zu ermutigen. Daß es dies nicht getan hat, zeigt die Aufrichtigkeit seiner Haltung."
Die jüngsten Stimmen aus Wien über die ungarische Krisis lauten für den Augenblick wieder einigermaßen hoffnungsvoll. Man glaubt in der Vertagung des ungarischen Abgeordnetenhauses auf kurze Zeit ein sicheres Zeichen dafür erblicken zu sollen, daß die neuen Verhandlungen der Krone mit der Koalition zu einer Vereinbarung führen würden, aus der die Bildung eines regierungsfähigen Ministeriums sich ergeben dürfte. Ob diese Beurteilung der Frage zutrifft oder ob sie allzu optimistisch ist, bleibe dahingestellt. In Deutschland ist jedenfalls der aufrichtige Wunsch verbreitet, daß es dem schwergeprüften Herrscher unsers verbündeten Nachbarreiches gelingen möge, die bedrohliche Krise zu einem guten Ende zu führen.
In Holland ist die Tagung der Generalstaaten eröffnet worden. In der bei dieser Gelegenheit verlesenen Thronrede heißt es, die Lage dc» Landes und seiner Kolonien sei befriedigend. Ferner wird die Freundlichkeit der Beziehungen zu den auswärtigen Mächten betont und bemerkt, daß die Beendigung der Feindseligkeiten in Ostasien der Königin besondere Freude bereitet habe. Unter den angekündigten Vorlagen verdient besondere Hervorhebung diejenige, die sich auf Einführung der zwangsmäßigen Kranken-, Alters- und Invalidenversicherung bezieht. Man ersieht hierauf aufs neue, wie sehr die sozialpolitische Gesetzgebung Deutschlands Schule macht und wie anregend und befruchtend unser Vorbild bereits auf die Nachbarstaaten rings gewirkt hat.
Im übrigen hat die vergangene Woche keine wesentlichen Wandlungen und bedeutsamen Vorgänge in der großen Politik gebracht. In Japan scheint der Sturm der Unzufriedenheit sich einigermaßen gelegt zu haben. Das genehmigte Entlassungsgesuch des Ministers de« Innern dürfte als ein Zugeständnis an da» Drängen der breiten Oeffent- lichkeit zu betrachten sein, bei der wohl jetzt schon mehr die ruhige Ueberlegung einkehrt, die eben dazu gehört, um verständig ermessen zu können, welche großen Erfolge, trotz einiger Enttäuschungen, die Mühen und Opfer des Krieges dem japanischen Volke dennoch gebracht haben. — Die Meldungen au» Rußland endlich sind im großen und ganzen gleichlautend mit den früheren. Ob die ziemlich spärlichen Nachrichten au» Kurland zu dem Schlüsse berechtigen, daß dort ruhigere Zeiten eingetreten find, bleibt abzuwarten, ebenso wie der Erfolg der nachdrücklichen Maßnahmen, die von den russischen Behörden jüngst zur >
Niederwerfung de» Aufruhr» in Kaukasien und Polen getroffen worden find.
Fmkmchs Sorge.
Frankreich» größte politische Sorge ist gegenwärtig die Annäherung zwischen Rußland und Deutschland, die unverkennbar während des russisch-japanischen Krieges durch die wohlwollende Haltung Deutschlands gegenüber Rußland sich entwickelt hat und ferner durch das freundschaftliche Verhältnis zwischen dem Kaiser Wilhelm und dem Kaiser Nikolaus wiederholt zum Ausdruck tarn., An der Tatsache einer Annäherung Deutschlands und Rußlands ist also nicht zu zweifeln. Wie sollte denn auch ein durch einen unglücklichen Krieg und durch Revolutionen so geschwächter Staat wie Rußland nicht die freundschaftliche Hand be» starken deutschen Nachbarstaates ergreifen, wenn sie ihm geboten wird. Es kommt ferner dazu, daß Rußland bei seinen militärischen und wirtschaftlichen R-formarbeiten unbedingt die Mitwirkung deutscher Kräfte bedarf. Die natürlichen Interessen Rußlands übsrwiegea also »ach der deutschfreundlichen Seite ganz bedeutend den praktischen Wert bet russischen Bündnisses mit Frankreich, denn wohl hätte Deutschland Rußland Verlegenheiten bereiten können und könnte es noch tun, aber für Jahrzehnte hinaus ist Rußland nicht im Stande, irgend eine diplomatische oder militärische Offensive Deutschland gegenüber zu ergreifen. Kriegsunglück und Lodderwirtschaft haben Rußland auf lange Zeit gelähmt. Und angesichts solcher Verhältnisse wollen die Franzosen nun gern wissen, wie es eigentlich zwischen Rußland und Deutschland steht und ob bat Bündnis zwischen Rußland und Frankreich noch etwa» wert ist. Nun der russische Minister Witte hat nach einer Mitteilung der Pariser Zeitung „Tempi" den Franzosen eine ebenso kluge al» aalglatte Antwort gegeben, indem er die prachtvolle Phrase gebrauchte, daß das Bündnis zwischen Frankreich und Rußland ja den Interessen beider Staaten entspreche und deshalb fortdauern müsse. Der Minister Witte betonte aber auch, daß Rußland dem deutschen Kaiser zu großem Dank verpflichtet sei, weil dieser sich während des Krieges mit Japan sichtlich bemüht habe, von Rußland alle anderen Verlegenheiten fern zu halten. Der Minister Witte brauchte dabei noch das vielsagende Bild im Verhältnisse Rußlands zu Deutschland und Frankreich. Er sagte nämlich, Rußland müsse damit rechnen, daß die eine Größe, mit der er wohl Frankreich meinte, für Rußland gleich geblieben sei, während die andere Größe, die jedenfalls Deutschland sein soll, für Rußland bedeutend gewachsen sei. Der russische Diplomat hat damit offenbar den Franzosen durch die Blume die Wahrheit gesagt, daß das gute Verhältnis Rußlands zu Deutschland mindesten» ebenso wichtig ist, wie da» Bündnis Rußlands mit Frankreich. Die Franzosen wissen also jetzt ganz genau, wenn sie klar und logisch politische Schlüsse ziehen wollen, was ihr Bündnis mit Rußland wert ist. Die Franzosen werden in ihrem unüberwindlichen Hasse und Neide gegen Deutschland die richtige Folgerung au» diesen Verhältnissen aber nicht ziehen, sondern immer noch an dem morschen Strohhalme einer Revanchehoffnung mit Hilfe Rußland» festhalten. Da können sie aber lange passen, ehe Rußland die Kraft und die Lust hat, fein rostige» Schwert für die Franzosen aus der Scheide gegen Deutschland zu ziehen. Die Russen wissen ja auch ganz genau, daß ihnen ein Krieg gegen Deutschland schwerlich etwas anderes als tüchtige Schläge einbringen kann, und man kann ruhig aussprechen, daß die Franzosen mit der großen Hoffnung auf ihr Bündnis mit Rußland gründlich hinein- gefallen sind. Kein diplomatische» Kunststück und auch keine neuen russischen Anleihen, zu denen die Franzosen bat Geld hergeben, werden an dieser Situation auch jemals etwas ändern, Frankreich mag vielmehr wegen seiner unechten Friedensliebe seine Sorge um sein politisches und finanzielles Wohl so lange weitertragen, bis vielleicht eine spätere Generation der Franzosen einsieht, daß es kein größere» Heil für Frankreich geben kann al» ein Freundschaftsbündnis mit Deutschland als der friedlichsten und stärksten Kultur- macht in ganz Europa.
In Wufftunh in IM-SiUMst-Ma.
In einer Reihe von Blättern wird eine Kapstädter Meldung mitgeteilt, wonach die Witboi im Rücken der deutschen Truppen eine gewaltige Wagenburg erbeutet und die Bedeckung niedergemetzelt hätten. Hierzu schreibt der „L. A.": Auch heute ist bei den hiesigen amtlichen Stellen keinerlei Nachricht über einen solchen Vorgang eingetroffen, und man schenkt dem englischen Telegramm in politischen und militärischen Kreisen nicht den geringsten Glauben. Man vermutet, daß die Depesche eine aufgebauschte Wiedergabe der Nachricht von einem Uebersall aus einen Pferdeposten in der Nähe der Karrasberge ist. Dieser Vorgang fand am 15. d. M. statt. Deutscherseits fiel dabei ein Mann und einer wurde verwundet.