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Kaiser Wilhelm spendete 10 000 Lire für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in Kalabrien.

Prinz Friedrich von Preußen hat. nachdem nunmehr der Waffenstillstand zwischen dem russischen und dem japanischen Heere in der Mandschurei zum Abschlüsse gelangt ist, die Heimreise aus dem russtschen Hauptquartier in GodSjadan angetreten.

Die Unterredungen zwischen dem deutschen Gesandten Rosen und Rävoil verlaufen bisher stets zufriedenstellend. Vor nächster Woche dürften sie nicht zum Ziele führen. Man glaubt, daß die Marokko-Konferenz für den größten Teil ihrer Arbeiten in Spanien tagen wird.

Ueber bevorstehende Beamtenbeförderungen beider Reichspost teilt die „Deutsche Veikehrszeitung" folgendes mit: Die charakterisierten Sekretäre, welche bis einschließlich 30. September 1903 die Sekretärprüfung be­standen haben, oder denen anderweit ein entsprechendes Rangalter beigelegt ist, werden zum 1. Oktober in etats- mäßige Sekretärstellen einrücken. Auch sollen diejenigen Assistenten aus der Klasse der Zivilanwärter, die bis ein­schließlich 30. März 1900 die Assistentenprüfung bestanden haben, oder denen anderweit das Dienstalter bis einschließlich 31. März 1900 beigelegtsist, zum 1. Oktober als Post- oder Telegraphenassistenten etatsmäßig angestellt werden.

In Ungarn teilte Präsident Baron F-jervary dem Abgeordnetenhause die Demission des Ministeriums und zugleich die Vertagung des Hauses mit. Abgeordneter Kossuth erhob hierauf Protest gegen die Vertagung, während der Ministerpräsident Fejervaiy wiederum gegen diesen Protest Verwahrung einlegte. Die Minister verließen hier­auf den Saal. Nach längerer Debatte, an der Redner verschiedener Parteien teilnahmen, wurde ein Beschlußantrag KossuthS, in dem dieser gegen eine Vertagung Einspruch erhebt, angenommen, und hierauf die Sitzung unter großer Bewegung geschlossen.

Auf J a v a haben wiederum Kolonialkämpfe stattgefunden. Das Amsterdamer „Allgemein Handelsblad" meldet aus Batavia: Da der Fürst Luwu auf Celebes stch weigerte, den Forderungen des holländischen Ultimatums nachzukommen, wurden Truppen gelandet, die die Hauptstadt Palopo nach energischem Widerstand einnahmen. Die holländischen Ver­luste find unbedeutend.

Aus Provinz u. Nachbargebiet.

* Der in Preußen während des Jahres 1903 durch Schadenbrände verursachte Gesamtschaden stellte stch nach der Statist. Korr. auf 90,10 Mill. Mk. und war damit um 13,86 Mill. Mk. höher als im vorhergehenden Jahre. Von der Gesamtsumme entfielen auf Immobilien ein Verlust von 45,85, auf Mobilien ein solcher von 43,25 Mill. Mk. Die Städte hatten zusammen 45 241 Brände mit einem Schaden im Betrage von 29,35 Mill. Mk. aufzuweisen, das Land dagegen nur 14 962 Brände, aber 60,75 Mill. Mk. Brandschaden. Danach kam also auf jeden Brand in den Städten ein Schaden von 648 Mk. im Durchschnitt, auf dem Lande dagegen ein solcher von mehr als 4100 Mk., oder über das Sechsfache. Von den durch Schadenbrände vernichteten Mobilien entfiel ein Betrag von 11,08 Mill. Mk auf landwirtschaftliche Produkte ,unb Viehfutter, 8,50 Mill. auf fertige und halbfertige Waren, 8,32 Mill. auf Mobilien, Kleider, Wäsche und Betten, 6,72 Mill. aus Arbeitsmaschinen und Werkzeuge, 2,48 Mill. aus Vorräte gewerblicher Art und 1,39 Mill. auf Verluste an Vieh. Von dem gesamten Jmmobiliarschaden waren 1,05 Mill Mk. oder 2,17 v. H. unversichert, von dem Mobiltarschaden 3,72 Mill. Mk. oder 8,61 v. H. Innerhalb der einzelnen Provinzen Preußens kamen von dem Gesamtbrandschaden

13,13 Mill. Mk. auf die Rheinprovinz, 9,25 auf Schlesien, 8,63 auf Westfalen, 8,55 auf Brandenburg usw.

* (Alkohol in d er Kaserne.) Seitens der deutschen Heeresverwaltung sind Erwägungen im Gange, ob es nicht angebracht sei, den Ausschank von Spirituosen (Branntwein, Schnaps, Wein) in den Kantinen der Ka­sernen zu verbieten und nur den Ausschank von Bier und alkoholfreien Getränken zuzulassen. Dies Verbot soll für das ganze Heer bestimmt sein, in einzelnen Armeekorps be­stehen bereits jetzt ähnliche Bestimmungen.

* (Verlängerung bet Genußreife bei Birnen.) Ein einfaches Verfahren, die reiche Birnen- ernte eines Baumes auf recht lange Zeit zu verteilen, be­schreibt E. Voigt-Golzern im „Praktischen Ratgeber" wie folgt: Man bewahrt die Früchte an verschiedenen Orten aus, welche nicht die gleiche Temperatur haben, legt z. B. eine kleine Menge in die geheizte Stube, einen Teil in einen kalten Raum, einen andern auf den Hausboden, natürlich gut zugedeckt, daß der Frost nicht schadet, und den Rest in den Keller. Herbstbirnen besonders, die man häufig so schnell als möglich wegessen muß, da sie sonst teigig und ungenießbar werden, habe ich so acht Wochen hingehalten. — Winterbirnen soll man nicht so bald ins warme Zimmer bringen, sondern erst, wenn ihre Zeit kommt. Sie welken sonst stets. Dann aber lege man allmählich die Birnen, sobald sie eine weißliche Färbung annehmen, in ein Schub­fach in der geheizten Stube, sie werden bald genußreif. So habe ich es wenigstens immer mit meinen Winter- dechantsbirnen gemacht.

) :( Hersfeld, 18. September. Unter dem Vorsitz des Herrn Provinzialichulrates Dr. Kaiser fand heute am hiesigen Königlichen Gymnasium die mündliche Reife­prüfung statt. Derselben unterzogen sich zwei Ober­primaner, von denen einer, S ch r a d e r - Herrfeld, die Prüfung bestand.

§ Hersfeld, 18. Sept. (Gesellenprüfungen.) In den Monaten September bis Dezember b. J. beenden zahlreiche junge Leute ihre Lehre im Handwerk. Wie beispielsweise der letzte Jahresbericht der Berliner Handwerks­kammer ergibt, hat sich fast noch die Hälfte der Lehrlinge im letzten Jahre überwiegend aus Unkenntnis, teil» aber auch aus Nachlässigkeit oder absichtlich der Gesellenprüfung entzogen. Demgegenüber sei darauf hingewiesen, daß ge- maß §§ 131 c und 148 der Gewerbeordnung jeder Lehr­meister verpflichtet ist, seine Lehrlinge zur Gesellenprüfung anzuhalten. Der Meister, der das unterläßt, oder den Lehr­ling gar von der Prüfung zurückhält, wird bestraft. Aber auch dem Lehrling ist dringend anheim zu geben, sich der Gesellenprüfung zu unterziehen; denn über die bestandene Prüfung wird dem Lehrling ein Zeugnis ausgestellt, das ihn gesetzlich berechtigt, nach Vollendung des 24. Lebens­jahres Lehrlinge anzuleiten und auf Grund dessen er nach dreijähriger Gesellenzeit zur Meisterprüfung zugelassen wird. Für die Anmeldungen zu den Gesellenprüfungen, die für die einzelnen Handwerke im September und Oktober ab­gehalten werden, ist es zurzeit der höchste Termin, damit noch die Gesellenstücke rechtzeitig fertiggestellt werden können.

Auch die im Oktober bis Dezember auslernenden Lehrlinge werden jetzt schon zugelassen. Alle weiteren Auskünfte über die Vorbedingungen und Erfordernisse der Prüfungen erteilen die Vorsitzenden der Prüfungsausschüsse und auf mündliche oder schriftliche Anfrage auch die Handwerkskammern.

Easfel, 16. September. Wie fein Minister Budde zu rügen versteht, beweist folgendes Vorkommnis, das man sich in den Kreisen der hiesigen Eisenbahnbeamten erzählt. Als der Minister bei seinem letzten hiesigen Besuch den Rangier- bahnhof besichtigte, fiel ihm ein sogenanntes totes Geleise auf, zwischen welchem aus eine größere Entfernung üppig das Gras emporgeschossen war. Budde wandte sich an den ihn begleitenden Bahnmeister, deutete aus das Gras und bemerkte trocken: „Seien Sie froh, daß davon die Ober- rechnungskammer nichts weiß." „Inwiefern Exzellenz?" wagte der Beamte erstaunt zu fragen. „Weil die Kammer," entgegnete Budde, „sonst gewiß anfragen würde, warum Sie die Wiese hier nicht verpachtet haben". (F. G.-A.)

Easfel, 16. September. In den Lagerräumen der Unisormenfabrik von Feldstein und Berger in der Rosen- straße im Zentrum der Oberstadt, brach heute nacht ein gefährliches Großfeuer aus, das sich nach zwei Seilen auszu- dehnen drohte. Erst nach mehreren Stunden gelang es der Feuerwehr, das Feuer aus seinen Herd zu beschränken. Die Feuerwehr arbeitete mit der gesamten Mannschaft die ganze Nacht hindurch. Gewaltige Vorräte an Tuch und fertigen Uniformen sind ein Raub der Flammen geworden. Der Schaden ist sehr bedeutend.

Witzenhaufen, 18. September. In der verflossenen Nacht gegen s/d2 Uhr, als eben ein Militär-Transportzug aus der hiesigen Bahnstation entlassen war und ein ran­gierender Güterzug im Geleise stand, fuhr ein von Eichen- berg kommender anderer Güterzug auf den vor der Station haltenden Güterzug auf. Der Führer des anfahrenden Zuges bremste sofort, als er die Gefahr sah und sprang von der Maschine herunter. Er soll mit leichten Verletz­ungen davongekommen sein. Die Maschine war in die letzten 3 Güterwagen hineingefahren und hatte diese zer- trümmerl. Glücklicherweise ist nur Materialschaden ent­standen und kein Menschenleben dabei zu beklagen. Wer von den Beamten für den Zusammenstoß verantwortlich zu machen ist, wird die Untersuchung ergeben.

Aus der Rhön, 15. September. Bei Saal wurde ein Artillerist von einem Geschütz überfahren und war sofort tot.

Zimmersrode, 16. September. Gestern nachmittag kam der Landwirt Hermann Koch aus dem nahen Dorfe Gilsa mit einem Fuder Heu nach Hause gefahren. Auf dem Wagen saßen seine Frau und zwei Kinder. An einer abschüssigen Stelle kam der Wagen ins Rollen, die Frau und Kinder stürzten herab. Die Frau erlitt einen Bein­bruch und das Kind so schwere Verletzungen, daß es nach einigen Stunden den Geist aufgab. Glücklicherweise ist ein Kind von sechs Monaten, das sich auf dem Wagen be­fand, unverletzt geblieben. Im vergangenen Jahre verlor die Familie auf ähnliche Weise ein 13jähriges Kind. Der Fall erregt allseitige Teilnahme.

Hanau, 16. September. Nach Hinterlassung seiner Familie ist der frühere Vorsitzende vom Verband der Etui- arbeiter, I. Wunderlich, der wegen Unterschlagung von der Strafkammer zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden war, vor einiger Zeit verschwunden.

Schwabendorf, 16. September. Von einem plötz­lichen Tode ereilt wurde hier während der Unterrichts­stunden unser Lehrer Herr Keßler, ein noch junger Lehrer, anfangs dreißiger Jahre. Als er nach Gebet und Morgen- gesang den Unterricht beginnen wollte, rührte ihn der Schlag und er fiel vor den Augen der entsetzten Schul­kinder tob in das Schulzimmer. Keßler hinterläßt eine leidende Ehefrau mit 5 Kindern. (C. T.)

Holzminden, 15. September. Auf dem Bahnhof in Kreiensen verunglückte gestern früh der Bremser Georg Hesse aus Holzminden, der einen Güterzug nach dorthin be­gleitet hatte, beim Rangieren dadurch, daß er, wie es heißt, zwischen Puffer und Bremsblock geriet, dabei wurde er an beiden Beinen, ferner am Unterleib so schwer verletzt, daß die Ueberführung nach Göttingen angeorbnet werden mußte.

Göttingen, 16 September. Den seltenen Fall der Doktor-Promotion eines Mittelschullehrers hat unsere Uni­versität zu verzeichnen. Der an der höheren Töchterschule angestellte Lehrer Herr Hupfeldt promovierte dieser Tage mit einer Arbeit aus dem Gebiete der Physik und erhielt den Doktorgrad cum lande.

Aus Thüringen, 16. Septbr Der Untersekundaner Werner vom Altenburger Gymnasium hat sich in der Nähe von Frohnberg von einem Zuge überfahren lassen. Das Motiv zur Tat dürfte in dem Umstände zu suchen sein, daß Werner wegen begangener Ungehörigkeiten von der An­stalt verwiesen werden sollte. — Am Mittwoch spielten in Dürrenberg zwei Schulknaben mit Schießpulver. Dabei explodierte das in einer Röhre angefüllte und angezündete Pulver und einer der Knaben wurde im Gesicht und haupt­sächlich an den Augen schwer verletzt. Ob es gelingt, das Augenlicht zu erhalten, ist zweifelhaft.

Langensalza, 16. September. Die aufgedeckle „Teufelsaustreibung" von der wir bereits berichteten, ver­ursacht der hiesigen Polizei eine ungeheure Arbeit. Wieder­holte gründliche Haussuchungen haben in der Wohnung der „weisen Frau", im Volksmunde die „Villa Ochsenauge" genannt, stattgefunden. „Villa Ochsenauge" wird fort­während von einem zahlreichen Publikum belagert. Von den „Teufelsbeschwörern" sitzen gegenwärtig 9 Personen in Untersuchungshaft; es sind dies die Frau Bertha Dopleb mit ihrem Manne, dem Handelsmann Heinrich Dopleb, ferner der Schwiegersohn, Handelsmann Robert Hahn und zwei Söhne der Dopleb, der Handelsmann Wilhelm Becker und der Landwirt Rudolf Becker. Frau Dopleb, die „weise Frau", spielt in der Untersuchungshaft jetzt die „wilde Frau", während ihr Schwiegersohn Hahn den „wilden Mann" markierte und deshalb geschloffen werden mußte. Der eine der inhaftierten Becker ist erst vor einigen Wochen aus dem Irrenhause zurückgekommen, wo er auf seinen Geisteszu­stand untersucht worden ist. Ueber die „Teuselsbeschwö- rung" selbst ist noch zu berichten, daß die Geschichte seit 6 Jahren schon spielt und den Betrogenen, den Eheleuten V. in Nägelstädt, die horrende Summe von 86 000 Mk. gekostet hat, wovon allerdings auch die Zinsen für die in dem genannten Zeitraum aufgenommenen Kapitalien be­zahlt worden sind; immerhin werden es mehr als 70 000 Mark sein, welche die Dopleb ihren Opfern abzunehmen verstanden hat. Größere Geldbeträge wurden bei den Ver­hafteten beschlagnahmt. Nachdem die Dopleb dingfest ge­macht worden ist, melden sich mehr Leute, die von ihr in ähnlicher Weise betrogen worden sind.

Offendach, 16. September. Ein junger Mann, der

noch als Minderjähriger vor Jahren von Offenbach aus» wanderte, war durch Todesfall in seiner Verwandtschaft der Erbe von 36,000 Mark geworden, ohne daß es gelungen wäre, den Verschollenen ausfindig zu machen. Dieser Tage gelangte nun, der „Hann. Ztg." zufolge, ein Schreiben von dem vergeblich Gesuchten, der in Berlin Laufbursche ist, an, in dem er seine Verwandten um ein Darlehen von 50 M. ersuchte. Seine Ueberraschung auf die daraufhin erfolgte Nachricht, daß er unversehens ein wohlhabender Mann ge­worden sei, dürfte nicht gering gewesen seini

Vermischtes.

— (Das verräterische Pianissimo.) Ein Leser schreibt der „Fiks. Ztg.": Zwei bejahrte Theater» Abonnentinnen trafen sich zu regelmäßiger Unterhaltung in der sogenannten Eulenloge (Eck-Parterreloge nächst der Bühne.) Sie hatten sich immer so viel zu erzählen, wozu die Zwischenakte nicht ausreichten. An einem Abend nun folgte einem Forte der Ouvertüre, in der die Pauken und alle Instrumente losgelassen waren, plötzlich ein zarte» Pianissimo. Da klang aus der Eulenloge, im ganzen Hause vernehmbar, auf einmal eine schrille Stimme hinein: „Unser Mahd kocht se mit Zwiwwel!"

— (Ein Mißverständnis) Bei der 42. Jahres­versammlung der Gas- und Wasserfachmänner, die in Mainz am Sonntag in der „Liedertafel" stattfand, meinte der „Frkf. Ztg." zufolge ein Redner, der über die Wasserver­sorgung Rheinhessens sprach: „Nicht nur im Hochsommer, nein auch im Herbst, zurzeit der Weinernte, ist der Wasser» verbrauch in den Weinorten ein sehr starker I" Als bat verständnisvolle Lächeln der Versammelten dem Redner an« deutete, daß er etwas gesagt habe, was man, wenn es wahr wäre, nicht aus offenem Markt ausplaubert, verbesserte er sich mit den ergänzenden Worten: „Selbstverständlich meine ich nur zum Reinigen der Fässer!'

— (EinLiebesdrama in Dessau.) Der Kauf­mann Taubert aus Merseburg erschoß mit einem Revolver feine 20 Jahre alte Geliebte Antonie Langrock bei Ver­wandten in Dessau und dann sich selbst. Das Motiv der Tat ist bis jetzt nicht bekannt.

— (Das Geständnis auf dem Schafott.) Der 20jährige Besitzerssohn und Agent Wilhelm Radzik aus Willenberg im Kreise Ortelsburg, der wegen Vatermords vom Schwurgericht in Allenstein zum Tode verurteilt worden war, wurde im Hofs des dortigen Justizgesängnisses durch den Scharfrichter Schwietz aus Breslau enthauptet. Bei feinem letzten Gangs legte der Vatermörder, der bisher das Verbrechen hartnäckig geleugnet hatte, auf Zureden bei Geistlichen vor dem Ersten Staatsanwalt auf der Richt- stälte ein Geständnis dahin ab, daß er feinen Vater mit Vorsatz und Ueberlegung auf der Entenjagd erschossen habe. Ueber das Motiv befragt, erklärte er, daß er seinem Vater feindlich gesinnt gewesen sei. Der jugendliche Delinquent hatte bis zum letzten Augenblick fest auf Begnadigung ge­hofft.

— Clermont-Ferrand, 15. September. Ein Güterzug, dessen Bremsen nicht funktionierten, fuhr in der Nacht auf einen auf dem hiesigen Bahnhof flehenden leeren Rangierzug auf. Ein Lokomotivführer, ein Heizer und ein Arbeiter wurden getötet, mehrere Wagen zertrümmert.

— Toulon, 15. September. Aus dem Unterseeboot Gymnote, das behufs Reparatur an Land gebracht war, explodierten heute vormittag die Akkumulatoren. Zwei Maschinenbauer erlitten schwere Brandwunden; man be­fürchtet, daß sie bas Augenlicht verlieren.

— Kapstadt, 15. September. Im mittleren Teile der Kapkolonie sind große Wolkenbrüche niedergegangen, die Hochwasser auf weiten Strecken verursacht haben. @s wurden Häuser und Brücken zerstört, Bahnlinien über­schwemmt und auch sonst großer Schaden angerichtet. Ob Menschen verunglückt sind, ist noch nicht bekannt.

— (Eine reiche Erbin.) Im April machte der kanadische Millionär Mr. Withney in einem Hotel in New Doik die Bekanntschaft einer Telephonistin und führte sie als Frau heim. Mr. Whitney war bei seiner Ver­heiratung 70 Jahre alt, während die Braut im Alter von 22 Jahren stand. Er ist jetzt in Concorde, Massachusetts, gestorben, und die junge Witwe erhält einen großen Teil seines auf 40 Millionen Mk. geschätzten Vermögen».

Letzte nachrichten.

M o u te l e o u e, 17. Septbr. Heute nachmittag 1 Uhr 40 Minuten wurde ein neuer E r d st o ß verspürt. Die Bevölkerung verließ in lebhafter Beunruhigung die Häuser und verweilt im Freien. Der Arbeitsmiuistcr Ferraris, der am Vormittag hier eingetroffen ist, besuchte Zammaro, Piscopio und Stefauaconi, um sich von dem Fortgang der Hilfsarbeiten zu überzeugen. Die Errichtung von Unterkunstshütten schreitet überall lebhaft voran. Soldaten reißen die mit Einsturz drohenden Gebäude vollständig nieder. Der Bevölkerung ist eine große Anzahl von Zelten geliefert worden. An vielen Plätzen sind wahrhafte Zeltlager entstanden.

'Petersburg, 17. September. Das Kaiserpaar ist mit den Kaiserlichen Kindern nach dem finnländischen Archipel bei Wiborg abgereist.

C h r i st i a n i a, 17. September. Aus der Höhe von Tvensberg fand ein Zusammenstoß zwischen einem Minenschiff und einem Torpedoboot statt. Ein Arlillcriehauptmanu und zwei Mann kamen dabei um.

Vig o, 17. September. Ein Automobil, in dem sich der Sohn des früheren spanischen Fiuauzmiuisters Urzaiz und 3 andere Insassen befanden, stieß in der Nähe von Bayonne gegen einen Baum. Alle Personen wurden verletzt, davon der Chauffeur schivcr.

Die Verhandlungen zwischen den schwedischen und norwegischen Delegierten in Karlstadt haben zur Einigung über die wichtigsten Streitfragen gejährt.

Wettervoraussage des Wetterdienstes der Landwirt- schaftsschulc zu Weilburg für Dienstag den 19. September.

Windig, zunehmende Bewölkung, Nacht« milder bei wenig veränderter Tagestemperatur.