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Herchlder Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Zernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 106.

Sonnabend, den 9. September

1905.

Amtlicher teil.

Hersfeld, den 4. September 1905.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises werden hierdurch angewiesen, die gemäß Artikel 80 der Ausführungs-Anweisung vom 6. Juli 1900 »um Einkommen­steuer-Gesetz aufzustellenden Zu- undAbgangSlisten für da» 1. Halbjahr 1 90 5 bestimmt bis zum 1 5. b. M t s. einzureichen.

Hierbei mache ich darauf aufmerksam, daß bei jedem Zu- oder Abgang bei genaue Tag de« Zugangs bezw. Abgang» an,»geben ist.

Der Borfitzende der Einlommeusteuer-Beranlagungs- Kommisfion.

I. Nr. III. 1666. J. V.:

Braun, Krei»d-putierter.

Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten. Geschästs-Nr. I G a 4003 M. s. L. M. 6825 A M. d. g. A.

Fleischbeschaustatistik.

Berlin W. 9, den 18. August 1905.

An sämtliche Herren Regierungs-Präsidenten und den Herrn Polizei-Präsidenten hierselbst.

Aus Anlaß verschiedener Rückfragen und zur ferneren Verhütung von Weiterungen, die dadurch entstanden sind, daß Fleischbeschauer oder Trichinenschauer die vierteljährlichen Schlachtungsnachweise unfrankiert abgesandt haben, bestimmen wir hiermit, daß die Postkartensormulare zu diesen Nachweisen mit dem staatlichen Portoablösungsvermerk zu versehen sind. Die Anbringung des Vermerks nebst dem Dienststempel aus den vorhandenen Formularen ist durch die Landräte oder die Kreistierärzte zu bewirken.

Beim Neudruck der Formulare wird auf eine entsprechende Ergänzung Bedacht genommen werden.

Die Jahreszusammenstellungen über die Ergebnisse der Beschau sind von den Beschauern frankiert einzusenden. Die entstehenden Portokosten sind durch die den Beschauern zu- fließenden Gebühren als abgegolten anzusehen, soweit sie nicht von den Trägern der Beschaukostenlast (den örtlichen Polizei- verwaltungen) besonders übernommen werden.

Wir ersuchen hiernach das Erforderliche zu veranlassen. Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal- Angclegeuheiten.

I. A.: gez. W a v a r.

Der Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.

I. 21: gez. Schroeter.

* * ,

Cassel, den 29. August 1905.

Abdruck zur gefälligen Kenntnis und weiteren Veranlassung, auch Bescheidung der Beschauer.

Der Regierungs-Präsident. .

In Vertretung, v. K a m e k e.

An die Herren Landräte und Herren Polizei-Direktoren sowie die Herren Kreistierärzte des Bezirks. A. II. 7558.

*. * *

Hersseld, den 5. September 1905.

Vorstehendes bringe ich zur Kenntnis der Herren Orts- vorstände des Kreises mit der Veranlassung, die Beschauer biernach zri bescheiden.

J. I. 6211. Der Königliche Landrat.

J. B.:

Braun, KreiSdeputierter.

Hersfeld, den 5. September "1905.

An Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Friedrich Mohr in Fried ewald ist der jetzige Bürgermeister Landwirt Heinrich Badesheim batikst zum Standesbeamten für den Slan- desamtsb^irk Friedavald ernannt und verpflichtet worden. A. 2677. Der Königliche Londrat.

I. «.:

T h a m c r.

Hersseld, den 4. Sepiernber 1905.

Unter dem Schweinebestande des Schneidermeisters George GunNn in Niederaula ist die Rollausseuche ausgebrochen. I. 6180. Der Königliche Landrat

J. B.:

T h a m e r.

Gefundene Gegenstände:

Ein Regenmantel und ein Portemonnaie mit Inhalt. Meldung der Eigentümer bei bem Ortsvorstand zu Asbach.

nichtamtlicher Ceil.

Politischer Wochenbericht.

Der russisch-japanischeFriedensvertrag ist nunmehr in Portsmouth unterzeichnet worden. Ein weltgeschichtliche» Drama von höchster Bedeutung hat damit seinen Abschluß gefunden. Mit größter Freude und Be­friedigung hat die gesamte zivilisierte Well von dem Ende des blutigen Völkerringens Notiz genommen. Nur die internationale Revolutionspartei, die Sozialdemokratie, steht mißmutig abseits. Sie hatte schon so fest auf den völligen Zusammenbruch deS verhaßten Zarenreiche» spekuliert, und nun ist es damit nicht». Im Gegenteil haben die für Rußland so günstigen Friedensbedingungen den untrüglichen Beweis geliefert, daß seine Widerstandskraft ungebrochen ist, und daß Rußland auch fernerhin einen beachtenswerten Faktor in der Weltpolitik bilden wird. Die einzige Hoffnung, die der Sozialdemokratie bleibt, ist die Hoffnung auf den innern Verfall Rußland» infolge revolutionärer Unruhen. Indessen ist zuversichtlich zu erwarten, daß auch diese Spekulation fehlschlagen wird. Die günstigen Rück­wirkungen de« Friedensschlüsse» auf die innere Lage Rußland» dürften nicht ausbleiben, und so steht zu hoffen, daß auch die innerpolitischen Verhältnisse de« Zarenreiche» allmählich gesunden werden.

Zur Zeit freilich ist das Bild noch düster und trüb genug. Augenblicklich wütet das revolutionäre Feuer mit ganz besonderer Heftigkeit in Kaul asien. In Baku, Tiflis, Schucha und anderen Orten sind blutige Metzeleien an der Tagesordnung. Doch handelt es sich hierbei weniger um revolutionäre Bewegungen im eigentlichen Sinne des Worte», deren Ziel die Umgestaltung der inneren Verhält­nisse Rußland» wäre, als vielmehr um nationale Kämpfe zwischen Tartaren und Armeniern, die freilich auch ihrer­seits in der anarchistisch-sozialdemokratischen Agitation einen ergiebigen Nährboden finden. Da die von dem Bürgerkriege gegenwärtig heimgesuchten Gegenden der Sitz der blühenden russischen Petroleumindustrie sind, so droht dem Lande gleichzeitig ein gewaltiger ökonomischer Schaden zu erwachsen. Behörden und Militär haben während der letzten Zeit mit Energie und Nachdruck eingegriffen. Hoffentlich gelingt e» ihnen, da» Feuer zu dämpfen.

Leider will auch die marokkanische Frage noch immer nicht zur Ruhe kommen. Die deutsch-französischen Verhandlungen in dieser Angelegenheit haben freilich einen durchaus glatten und befriedigenden Verlauf genommen, aber in dem französisch-marokkanischen Streite, den die un­gerechtfertigte Gefangensetzung eine» algerischen Untertanen der Republik veranlaßt hat, ist ein störende» Moment ent­standen. Frankreich legt bei Behandlung diese« Streitfälle» eine Schneidigkeit an den Tag, die wenig angebracht er­scheint. Durch die scharfen Forderungen, die von der französischen Regierung an den Sultan gestellt worden sind, kann die friedliche Entwickelung der Marokkofrage leicht ge­hemmt werden. Es wäre die» um so bedauerlicher, al» da­durch auch der Erfolg der Verständigung zwischen Berlin und Pari- wieder illusorisch gemacht würde.

Auch die L a g e am B a l k a n ist nach wie vor recht unerfreulich. Da» Bandenunwesen hat sich eher ver­schlimmert al« vermindert. Leben und Eigentum ist fast nirgend« mehr sicher. Alle bisherigen Maßnahmen blieben ohne Erfolg, und kein Mensch weiß zu sagen, wie hier eine ersprießliche Wandlung geschaffen werben soll. Nur der nahende Herbst bietet einige Garantie, daß die bedrohlichen Zustände sich etwa» bessern werden, um dann freilich, einer alten Erfahrung zufolge, mit dem Beginn bei Frühling- wieder in nnvrrminoerle» Maße aufzutrete».

Va» endlich die innern Zustände Deutsch- land« aubtlangt, so stehr« wir gegenwärtig iw Zeichen der Koogrisse. Die waunigiachüro Wirtschaft», und Beru'-- iniertnen gelangen hier zo» Au-drucke. E» ist Cat sicher­lich ein erireulichet Zeichen der Rezfamleit und Blüte unsere« nationalen Lebest. Nur maß vor einer zu iiatftu nnb einseitigen Betonung der wirtschaftlichen Interessen gewarnt werde». Jeder Beruj-fiaod sollte eingebtul bleiben, daß er doch nur ein Glied bei gesamten staatlichen und volktwirtschaftlichen Organi«mu« ist, und daß daher die Pflege seiner Jutereffen auch nur soweit gehen kann, all sich biet mit der Wohlfahrt der übrigen Glieder verträgt. Ueber allem da» Vaterland und die Nation dieser Grundsatz möge den Verhandlungen der gegenwärtig so zahlreich tagenden Kongresse insgesamt seinen Stempel aus- prägen.

Mitglieder, bestehend aus drei Geistlichen, drei Frauen und wei Zivilpersonen, seien nach der Küste entkommen und würden demnächst in Sansibar erwartet. Diese Nachricht trifft insofern nicht zu, all die Station Massassi auch nach der Räumung durch das Missionspersonal von der braven Besatzung erfolgreich verteidigt wird.

Dar e» Salam, 6. September. Die Mission-station Massassi wurde nach Abzug der Missionare von Aktda und Mursal mit Hilfe treuer Wayao gehalten, wobei 28 Re­bellen getötet wurden. Die Aufständischen, die Vieh am der Station Kiloffa geraubt hatten, wurden vom Oberarzt Brunn mit nur zehn Soldaten geschlagen Die kleine Schar eroberte das Vieh zurück und tötete 50 Feinde. Von Mpapwa ist Verstärkung in Kiloffa eingetroffen.

Nach einem Telegramm des Gouverneur» Grasen Götzen vom 5. d. Mt». find die Städte Kilwa und Mohorro nicht mehr bedroht, aber im Hinterland beider Bezirke sind Akidas des Gouvernement» von Eingeborenen verjagt worden. Am Rudfidjifluß aufwärts haben sich die Unruhen bil zwei Tagemärsche vor Kiloffa au-gebreitet. Das Detachement Fonk ist daher aul dem Bezirks Dar-es- Salam, wo alles ruhig ist, nach Morogoro dirigiert worden. Au» anderen Bezirken liegen beunruhigende Meldungen nicht vor.

Ein Telegramm des Gouverneurs vom 6. b. M. meldet, daß Bezirk-amtmann Swerbeck und alle Europäer desLindi- bezirks mit Ausnahme einer vermißten Miffion«schwester sich in Lindi befinden. Beim Ueberfall der Miffionsstationen Lukuledi, Massassi und Nyangoro sind Pater Lan und Bruder Cyprian verwundet worden. Bei der Jsakara-Fähre zwischen Kiloffa und Mahenge find verschiedene Judier- Niederlassungen zerstört und mehrere Araber und Küstenleute ermordet worden. Eine bei Kiloffa plündernde, starke Räuberbande ist durch eine Abteilung der Schutztruppe unter Assistenzarzt Bruenn zersprengt. Kiloffa selbst ist jetzt durch ein Detachement der Schutztruppe unter Oberleutnant Schultz gesichert.

Set WM in IM-SMest-M«.

Aus Keetmanshoop, 9. August, wird der Franks. Ztg. geschrieben: feilte sind sieben Abgesandte von Morenga hier erschienen und haben einen Brief von ihm an General v. Trotha gebracht. Es ist die Antwort auf einen Brief des Generals. Morengo schreibt, daß eine Anzahl Rinder, die kürzlich in hiesiger Nähe gestohlen wurden, nicht durch seine Leute geraubt worden seien. Er hatte die 389 Mann, die bisher mit ihm gefochten haben, zusammen. Morenga bittet dann, zwei Wagen nach der Kapkolonie schicken zu dürfen, um seine Verwundeten aus dem Gefechte vom 19. Mai zu holen. Zum Schluß schreibt Morenga, daß über viele Punkte eine mündliche Aussprache das Beste wäre. Er bittet dann noch um Kaffee und Tabak, sowie zwei Flaschen Branntwein und schließtmit den besten Grüßen an alle Herren". Man traut hier trotz alledem nicht, sondern vermutet, Morenga wolle sich nur erholen und auf neue Vorräte warten. Friede hätte er sonst schon lange machen können. Gegen Morenga steht noch das etwa 300 Mann starke Detachement Siebert in .bet Gegend bei Hofuur. Die anderen Truppenteile sind von Osten nach Westm gerückt, weil die BirboiS tron der Absperrung im Auob längst aus der Kalahari nach Ve'ten gezogen sind. Gegen Hendrik werden nun alle erreichbaren Truppen geiammelt, und es sollen gegen 6r.be dieses Monats die Entscheidungen fallen, :renn die Eingeborenen so lange standbalten. Zum ^rieben ist der alte Hendrik mit geneset, das hat er au General Trotha ut^mobeutig geschrieben. Er schrieb, daß er einen Frieden, der ihm das Leben tete and fernem Volk den Untergang bereite, naht machen werde. Daß mir stark seien, ro ste er ielbst, auch daß er 'chrrach sei. Es ja nich: ncri^, daß mit Bedaaern cu »ewem 5e bisea (wie es m der Pröklrimai :n Trochas beißt, er habe auch keines, denn weder er mich wir biem d e Meirichen gemacht. Dar Waffen will er abgeber. wenn d:: Trugoeu es auch nm. BiS jetzt liegt nur eine Mckdanz über t aen klonen Zusammenstoß nöidl ch von Beffeba r: r, wo an >ei;J.?an» starker deutscher Posten durch erra 3 E og«: arme in Tc ae- anbruch angegriffen und bis Mittag bescho'-m :oo:de. Alle sechs Mann wurden verwundet, koo.nicn ".ch der bitten. Auf der Serie der Eingeborenen ist ein ©ermann gefallen. Da an einer Stelle 85 Patrouenbüljen gefunden wurden, ist wohl Munitionsmangel bei den Eingeborenen kaum an^l- nehmen. Ju Berseba sollen große Vorräte angcjammrlt wer- ben, weil von dort aus die Verpflegungskolonnen ausgehen werden.

Königlicher Cantratsamt Sprechstunde: Täglich von 912 Uhr an den Wochentagen vormittags.

Unruhen in ÄM-Msrika.

Nach einer Meldung aul London hat der dortige Sekretär der britischen University-Mission in Zentralafrika eine Depesche vom Bischof von Sansibar erhalten, in der gemeldet wurde, daß die Mission-station Massassi von revoltierenden Eingeborenen zerstört sei. Die Mission»-

Der Friede.

Ueber die Vertragsunterzeichnung wirb noch bei näheren aus Portsmouth vom 6. September berichtet: Die Unterzeichnung bei Frieden-vertrages erfolgte gestern unter tiefem Schweigen. Hierauf streckte Witte über den Tisch hin den Arm au» und ergriff K o m u r a « H«rnd,