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Herchlder Armblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Zernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr.. Sonnabend, den 1. Juli 1905.

Amtlicher Ceil.

Hersseld, den 5. Juni 1905.

Nachstehend veröffentliche ich die Nachweisung über die

Ergebnisse der Frühjahrskörung der Zuchtbullen im Kreise.

Die Ortspolizeibehörden und die Königliche Gendarmerie haben strengstens darüber zu wachen, daß die zur Körung nicht vorgesührten und die für untauglich befundenen Bullen zur Nachzucht nicht verwendet werden.

Zuwiderhandlungen gegen die Polizei-Verordnung vom

17. Januar 1879 Kreisblatt Nr. 8 sind un""chsicht- lich zur Bestrafung zu bringen.

I. 3864. Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

Nachweisung über die Körung der Zuchtbullen im Frühjahr 1905.

Anzahl

-------------

Datum

Resultate der Körung.

&

Namen

5

Gemeinde.

der

der Eigentümer.

der

Alter und Race

Farbe

Befund.

Bemerkungen.

'S es

Bullen.

Körung.

der Bullen.

und Abzeichen.

A. Körungsbezirk Hersseld.

1

Friedlos

1

Martin Strüber [

17/5.

IV2 Jahr Simmentaler

Gelbschack

gut

2

Hilperhausen

1

Philipp Altmüller Witwe

20/5.

IV2 Jahr Simmentaler

gut

3

Kalkobes

1

Konrad Heyer I

19/5.

15 Monate Simmentaler

brauchbar

4

Meckbach

1

Johs. Eckhard Wetzel

17/5.

14 Monate Simmentaler

brauchbar

5

Mecklar

1

Gastwirt Klaus

17/5.

IV2 Jahr Simmentaler

gut

6

Oberhaun

1

Adam Nutzn

15/5.

17 Monate Simmentaler

brauchbar

7

Sorga (Sölzerhöfe)

1

Peter Schneider

13/5.

15 Monate Simmentaler

gelb

noch zu schwach

im Herbste nochmals vorzuführen.

s

Untergeis

1

Gemeinde

19/5.

U/s Jahr Simmentaler

brauchbar

9

Unterhaun

1

Peter Jacob

15/5.

1^/1 Jahr Simmentaler

Gelbschack

gut

v Körungsbezirk Niederaula.

1

Niederaula

1

Johannes Rohrbach

19/5.

2 Jahre Simmentaler

Gelbschack

tauglich

derselbe

19/5.

2 Jahre Simmentaler Kreuzung

weiß mit gelb. Flecken

gut

2

Asbach

J

Heinrich Herzog

15/5.

1V2 Jahr Simmentaler Kreuzung

weiß mit gelb Flecken

tauglich

3

Beiershausen

I

Bürgermeister Neubet

15/5.

IV2 Jahr Simmentaler Kreuzung

gelb, weiß. Kopf u. weiß.

untauglich

Frielingen

1

derselbe

15/5.

14 Monate Simmentaler Kreuzung

Gelbschack sFlecken

tauglich

4

1

Karl Eschstruth

22/5.

IV2 Jahr Simmentaler

hellgelb

sehr gut

1

derselbe

22/5.

IV2 Jahr Simmentaler

gut

b

Ha.-enbach

1

Jakob Reuber

19/5.

IV2 Jahr Simmentaler Kreuzung

weiß mit gelb. Flecken

tauglich

6

Kerspenhausen

1

Valentin Grenzebach

15/5.

13/4 Jahr Simmentaler Kreuzung

weiß

tauglich

KruSpis

1

derselbe

15/5.

1^/4 Jahr Simmentaler Kreuzung

gelb

gut

7

1

Gemeinde

19/5.

IV2 Jahr Simmentaler Kreuzung

Gelbschack

gut

8

Reimboldshausen

1

Johs. Bornemann

22/5.

IV2 Jahr Simmentaler Kreuzung

Gelbschack

tauglich

9

Kirchheim

1

Rittergutsbesitzer Hold

22/5.

13/4 Jahr Simmentaler Kreuzung

Gelbschack

gut

C. Körungsbezirk Friedewald.

1|| Hof Weisenborn

| 1 || August Hoßbach

15/5. || 2 Jahre Simmentaler Kreuzung |

Gelbschack

gut II

D.

Körungsbezirk Schenklengsfeld.

1

Schenklengsfeld

1

George Bein

22/5.

IV2 Jahr Simmentaler

Gelbschack

gut

2

Landershausen

1

Otto Reinhard

22/5.

IV2 Jahr Simmentaler

tauglich

3

Oberlengsfeld

1

Gemeinde

22/5.

IV2 Jahr Simmentaler

4

Ransbach

1

Asmus Burghardt

22/5.

IV2 Jahr Simmentaler

5

Unterweisenborn

1

Peter Möller

22/5.

1 Jahr Simmentaler

nach 3 Monaten sprungfähig.

6

Wehrshausen

1

Karl Fischer

22/5.

P/2 Jahr Simmentaler

"

Hersfeld, den 27. Juni 1905.

Nach einer Mitteilung des Herrn Kreisarztes dahier ist noch eine größere Anzahl der Herren Octsvorstände des Kreises mit Erstattung des Berichts über die in Privat­pflege befindlichen Geisteskranken im Rückstände.

Die a l s b a l d i g e Erledigung der Verfügung vom 3. Mai 1893 I. Nr. 2772 (Kreisblatt Nr. 57) wird hiermit in Erinnerung gebracht und eine pünktliche Einhaltung des Termins für die Zukunft erwartet.

I. 4367. Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

Hersfeld, den 27. Juni 1905

Unter den Schweinen b« Witwe Johannes Rein- möller in Petersberg ist die Rotlaufseuche ausgebrochen. I- 4391, Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

nichtamtlicher teil.

Politischer Wochenbericht.

Die Berggesetz-Novellen, die längere Zeit.die Oeffentlich- keit in hervorragendem Maße beschäftigt und das allgemeine Interesse auf sich gelenkt haben, find in der veiflofsenen Woche zu endgültiger Erledigung gelangt. Das Bergarbeiter- schutz-Gesetz wurde vom Herren Hause in der Fassung des Abgeordnetenhauses angenommen. In die Debatte griff auch der Reichskanzler Fürst von Bülow mit einer höchst bedeutungsvollen iund interessanten Rede ein. betonte, daß er die Bedenken, die von einigen Seiten »eäußeit worden feien, wohl verstehe, aber die Gründe, die für unveränderte Annahme der Vorlage sprächen, fielen doch schwerer ins Gewicht. Es gelte, ein Versprechen der könig­lichen Staatsregierung einzulösen und dem Landtage die Berggesetzgebung zu erhalten. Zu dem Bergarbeiterfchutz- Oesetze nahm das Herrenhaus alsdann noch eine Resolution °n, in der die Einführung von Strafen für Kontraktbruch und Verleitung zum Kontraktbruch gefordert wird. Als das Haus hierauf zu der Beratung des ZechensttllegungS- Gesetzes schreiten wollte, nahm Handelsminister Müller das Wort zu der Erklärung, daß die Regierung infolge des ab­lehnenden Votums der Herrenhaus-Kommission den Gesetz- Entwurf zurückziehe. Endlich wurde auch die auf das Mu- tungrverbot bezügliche Vorlage angenommen, so daß, wie

gesagt, nunmehr die sämtlichen Berggesetz-Novellen erle­digt sind.

Wieder hat sich während der verflossenen Woche die V e r- leumdungssuchtder Sozialdemokratie in glänzendstem Lichte gezeigt. Der sozialdemokratische Reichs­tagsabgeordnete Kunert hatte seiner Zeit dem deutschen Expeditionskorps in China ganz allgemeine Verwüstungen, Plünderungen, Schändungen u, f. w. nachgesagt. Er ist jetzt hierfür, da sich für seine Behauptung in ihrer Verall­gemeinerung auch nicht bet Schatten eines Beweises bei­bringen ließ, vielmehr gerichtlich festgestellt wurde, daß ein­zelne Verfehlungen sofort von den militärischen Vorgesetzten aufs strengste geahndet wurden, von dem Landgericht in Halle zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. In- teressant war bei dieser Gerichtsverhandlung, daß der An­geklagte selbst, wie die Feststellung seiner Personalien ergab, bereits wegen Vergehens gegen fremdes Eigentum vorbe­straft ist. So sehen, bei Lichte betracht, die sozialdemokra- tischen Vorkämpfer für Recht und Moral au».

In der Marokko-Angelegenheit ist der fran= zöstschen Regierung die deutsche Antwortnote auf die Note Rouviers überreicht worden Im Anschluß an die Ueber- reichung der Note hatte der deutsche Botschafter in Paris Fürst Nadolin alsdann eine einstündige Unterredung mit dem französischen Ministerpräsidenten Rouvier. Als Ergebnis dieser Besprechung wird in der französischen Presse die Ge­neigtheit Frankreichs, an der vorgeschlagenen Konferenz leil- zunehmen, verkündet. Die deutsch-französische Verständigung wäre damit um einen weiteren wesentlichen Schritt geför­dert, und es ist nur folgerichtig, daß die Alarmnachrichten mehr und mehr schwinden und die Stimmung jenseits der Vogesen eine ruhigere und verständigere wird. In der Tat kann ja auch die Friedensliebe Deutschlands durch nichts besser illustriert werden als durch sein Beharren auf dem Konferenzgedanken; wer eine friedliche Konferenz will, will eben nicht Krieg.

In Schweden hat die Auflösung der Union durch Norwegen zu lebhaften und heftigen Auseinandersetzungen im Reichstage Anlaß gegeben. Fast sämtliche Redner wand­ten sich heftig gegen das Ministerium, dem sie eine schwäch­liche und unwürdige Haltung vorwarfen. Mehrfach wurden kriegerisch« Maßnahmen gegen Norwegen gefordert. Staats­minister Namstadt führte dagegen aus, daß der Gedanke eines Krieges unter allen Umständen abzuweifen fei, da die Vereinigung in der einen ober der andern Form mit einem besiegten Norwegen keinen Vorteil, sondern im Gegenteil die größte Gefahr für Schweden mit sich bringen würde. Seine Rede gipfelte daher in der Mahnung, die Angelegenheit

mit Ruhe zu prüfen und kluge Selbstbeherrschung zu be­obachten. Man kann nur wünschen, daß diese Mahnung williges Gehör finden möge.

In Ungarn hat die Krisis einen hohen Grad der Spannung erreicht, so daß sich unwillkürlich die Analogie mit der schwedisch-norwegischen Frage ausdrängt. Aber zweifellos würde Ungarn durch eine Trennung in eine weit schlimmere Lage versetzt werden als Norwegen und sehr bald merken, wie wenig es ohne Oesterreich ist. Das sollten die Ungarn wohl erwägen und bei Zeiten einlenken.

Der russisch -japanische Krieg.

Tokio, 28. Juni. Der Ausschuß der konstitutionellen Partei faßte heute folgende Resolution: Obwohl es un­nötig ist, die Friedensbedingungen im einzelnen aufzustellen, hüten wir es doch für nötig und für angebracht zu er­klären, daß ebensowohl zur Erreichung des Zwecks und des Zieles des Krieges, als auch zur Sicherung der Bürgschaft für die Interessen unseres Reiches in der Zukunft, wie auch zur Herstellung des Kriedens in Ostasien auf einer dauern­den Grundlage die Abtretung von Gebiet und die Erstat­tung der Kriegskosten gefordert und die koreanischen und mandschurischen Fragen endgültig und klar geregelt werden müssen. Die Resolution wurde später dem Ministerpräsi­denten unterbreitet. Die Fortschrittspartei erließ ein Mani­fest, in dem im wesentlichen die gleichen Bedingungen wie oben ausgestellt werden, jedoch mit Einfügung gewisser wei­terer Punkte

P e t e r S b u r g , 28. Juni. Nachdem im Publikum und in der Presse sich widersprechende Gerüchte, betreffend die Uebergabe der Panzerschiffe K a i s e r N i k o l a u s I., O r e l, Admiral Senjavin und Generaladmiral Apro xin aufgetaucht sind, teilt der Generalstab mit, daß der Konteradmiral Nebogatow und die Kommandanten der ge­nannten Schiffe bei ihrer Rückkehr nach Rußland in An­klagezustand versetzt werden, unter der Anschuldi­gung eines Verbrechens, das im Areikel 279 des Marine- strafgesetzbuchs vorgesehen ist. Die Schuldig befundenen werden bort mit Dienstentlassung und Degration oder Todesstrafe bedroht.

Ermordung russischer Marine- ossiziere durch die Schiffsmannschaft und die Ausbreitung der Revolution in Ruszland.

Eine neue Schreckenskunde kommt aus Rußland. In der Nacht vom 27. auf 28. Juni sind im Hafen von