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Erscheint wöchentlich dreimal und gelangt Montag, Mittwoch und Freitag nachmittag zur Ausgabe. Der Bezugspreis beträgt für Hersfeld vierteljährlich 1.40 Mark, durch die Post bezogen 1.60 Mark. ^

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herrfelder Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage" Kernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. Donnerstag, den 22. Juni 1905,

WmmIsDMW

auf das

ßersftlder Kreisblatt

Das Hersfelder Kreisblatt bringt außer den amt­lichen Bekanntmachungen zuverlässige Mitteilungen über Ereignisse in der Politik, Berichte aus dem Kreise, der Provinz und Nachbargebieten. Reichhaltige Nachrichten vermischten Inhalts bringen alle sonstigen mitteilenswerten Ereignisse zur Kenntnis der Leser. Ferner bilden sorg­fältig ausgewählte

spannende Romane,

Erzählungen etc., die in jeder Nummer in Fortsetzungen erscheinen, einen weiteren Theil des Lesestoffs.

Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Telegramme zu und werden nötigenfalls durch Extrablätter ver­breitet.

Die Abonnenten erhalten unentgeltlich jede Woche ein Illustriertes Sonntagsblatt und alle J4 Tage eine von besten Fachmännern bediente Illustrierte landwirtschaftliche Beilage.

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Zu zahlreichem Abonnement ladet ergebenst ein

Expedition des Hersfelder Kreisblattes.

Amtlicher Ceil.

Auf Grund des § 5 des EnteignungSgesetzeS vom 11. Juni 1874 und des § 150 des ZuständigkeitSgesetzeS vom 1. August 1883 wird die Genehmigung zur Vornahme allgemeiner Vorarbeiten für eine Nebeneisenbahn von Nieder- aula nach Alsfeld mit Abzweigung nach Schlitz erteilt.

Es werden im diesseitigen Bezirk die Gemeinden Nieder- aula, Oberjossa, Niedeijoffa, Breilenbach, Hatterode und Solms berührt.

Handlungen, die zur Vorbereitung des Unternehmens erforderlich sind, muß jeder beteiligte Grundbesitzer auf feinem Grund und Boden geschehen lassen, insbesondere

Goldsucher.

Roman von Edela R ü st.

(Fortsetzung.)

»S . . . f . . . fc i§ t . . . t . . . t . . . total in. . .

m . . . meschugge! Und s . . . s . . . sich s . . . s . . .

so'n M . . . M . . . Man» zu heiraten! N . . . N . . . R>ch 'n in . . . m . . . maln Sch . . . Sch . . . Sch .. . Schnnrrbart hat er!" stotterte Kleistrine, und alle fanden, sie hatte ganz recht.

Hildegard war ja dagegen ein Ideal von Gemütlichkeit und guter Sitte und Hcrzcnsgüte! Man verfolgte sie heute geradezu mit Ovationen und Komplimente», und hatte nicht übel Lust, sie 311m Brennpunkt des Festes zu erwählen.

Aline hätte auch weiter nichts dagegen gehabt. Als es mir irgend anging, zog sie sich zurück und vertauschte ihr Brautkleid mit der Reisetoilette.

Daß du dich bei alle» bedankst für die Geschenke, unb ^ß sie gekommen" ermähnte Frau Stresin,oder ich sage dir, diese Hochzeit ist mein Tod! Was müssen die Menschen denken! Was müssen die Menschen denken! Nein, was müssen bloß die Menschen denken!"

»Laß [je denken, was sie wollen, Mama! Ich denke nur das Eine: wenn du bloß erst wieder draußen wärst!" lachte T ^ zum erstenmal, seit sie als Braut hier einzog, um- ihre Mutter auf der Treppe oben.

f »Dir und Papa danke ich heut für alles vor allem, >hr mich habt in die Welt gehen lassen, wo ich mein ne§ Glück gesucht und gefunden habe. Dafür danke ich m (^i allermeisten. Und verlangt nicht, daß ich oft zum . herkmnmc wie Hildegard es für ihre Pflicht hält. Ihr ' ich bin ulk den Leuten hier ein Greuel, wie sie mir un- «wuwlich sind. Sie sollen alle aus ihre Art selig werden ^ Uiiscligkcit überlassen. Ich breche hier alle naA m r Aber von euch soll mal der, mal der zu mir ^mmcn, dann werdet ihr euch langsam daran » J1' ^ß wir nicht schlimmer sind, weil wir anders sind v hier polizeiliche Vorschrift ist."

auch das Betreten seiner Grundstücke zu dem genannten Zwecke gestatten. (B A. 2168.)

Cassel, den 10. Juni 1905.

Namens des Bezirksausschusses.

Der Vorsitzende. I. V : Ptutti.

* * *

Hersfeld, den 16. Juni 1905.

Indem ich vorstehende Bekanntmachung hiermit zur öffentlichen Kenntnis bringe, weise ich die OrtSvorstände der beteiligten Gemeinden des diesseitigen Kreiseszugleichan, dieselbe auch aus ortsübliche Weise alsbald zu veröffentlichen.

Der Königliche Landrat.

I V.:

T h a m e r.

Aonigliches Landratsamt.

Sprechstunde: Täglich von 912 Uhr

an den Wochentagen vormittags.

nichtamtlicher Ceil.

Her AM in IM-AiMst-Afrika.

Im Hereroland wurden von den auf die wichtigsten Orte verteilten Stationsbesatzungen in den letzten Wochen zahlreiche Streifzüge unternommen, namentlich in der Gegend von Waterberg, Owikokorero, Oljihangwe, Epukiro und in der weiteren Umgebung WindhukS. Hierbei sind insgesamt 120 Herero im Gefecht gefallen, 572 gefangen genommen, 60 Gewehre und einiges Vieh er­beutet worden.

Das Kaukau Veldt hatte Hauptmann v. Oertzen bereits im Mai vom Feinde freigesunden.

Im Nama-Land griff Hauptmann v.Eckert den 6. Juni am Gamtoap-Revier (80 km östlich der großen Karasberge) eine Werft von Hottentotten der Bande Morengas an. Der Feind ließ 4 Tote und 4 Verwundete liegen, diesseits keine Verluste.

Die Nachricht, daß Hendrik Witboi auf englischem Ge­biet bei Lehutitu sitze, wird erneut bestätigt.

Der russisch-japanische Krieg.

Der japanische Gesandte in Washington Takahira setzte Präsident Roosevelt davon in Kenntnis, daß es den japanischen B e v o l l m ä ch t i g t e n möglich sei, in Wa­shington bis zum 1. August einzutreffen; falls es für Ruß­land annehmbar sei, könne die Konferenz um diese Zeit zu»

Ich komme nicht! Ich komme nicht! Dein Mann ist nun dein Mann, sieh zu wie du mit ihm fertig wirst, aber der ist mir unüberwindlich! sagte Frau Stresin und tat ihr Bestes, der Tochter im letzten Augenblick nicht zu schroff zu kommen.

Aber ich komme schon mal", tröstete Stresin, der auch seinen Dank in Empfang genommen und der Tochter die Backen und die Schultern beklopfte:Ich komme schon mal, und Mutter auch du gehst mal mit uns ins Bad."

Ja, höchstens am dritten Ort" meinte die Mutter etwas besänftigter für den Augenblickund dann du allein "

Ja, ja wird sich alles finden mit der Zeit" lachte Aline etwas gezwungen. Es war ihr doch seltsam, daß sie so kalt aus dem Elternhause entlassen wurde, und daß man sich ohne weiteres endgültig feindselig gegen ihren Mann stellte, statt mindestens aus Liebe zu ihr den Versuch zu machen, seiner Eigenart ein wenig nachzugeven.

Einzig Jutta, der Backfisch deS Hanfes' aus den nun nach Alines Ausscheiden allein hochgeschraubte Hoffnungen gesetzt wurden, hatte sich mit dem neuen Schwager leidlich angcsrenndet. Sie hatten oft zusammengehockt, hatten aus­gedehnte Spaziergänge gemacht, während Aline mit ewigen Anproben geplagt war, und sie hatte seinen Vorträgen über Kunstgeschichte aufmerffamer gelauscht als ihrem KunstgeschichtS- lehrer in der Schule. Der Schwager hatte ihr immer gleich alles vorgezeichnet und ihr Sehnnterricht in der Natur ge­geben. Sie sprach jetzt auch vonStimmungen", vonaus- lösenden Harmonien", vongeschlossener Kraft" undvariabler Technik".

Er riß sie auch an den Zöpfen und ließ sich schmunzelnd von ihr einen Schnnrrbart anmalen mit geschwärztem Psropfen, unb sie neckten sich und aßen aus einem Teller, und Frau Stresin verdrehte die Augen tadelnd dazu und konnte ihre Jüngste nicht begreifen.

Ich komme bald!" rief Jutta jovial, als der Wagen vor» fuhr, das junge Paar zur Bahn zn bringen.Ich komme bald mal vor in Berlin. Aber setzt einen anständigen Mar- mornen ins Fremdenzimmer, nid) so'n rundes Drahtgestell

sammentreten. Der russische Botschafter Graf Cassini sprach im Weißen Hause vor und äußerte später, die Berhand» lungen nähmen ihren ungestörten Fortgang.

Petersburg, 19. Juni. General Linewitsch tele­graphiert dem Kaiser unter dem 17. d. M.: In der Nacht vom 16. zum 17. b. M. wurden unsere Truppen in der Nähe von Lioojangwopin in einen Kampf verwickelt. Der Feind war mit Infanterie und zwei Bat« lerieen von Süden her bis auf fünf Kilometer an Liaojang« wopin herangekommen. Unsere Truppen besetzten ein Dorf südlich von Lioojangwopin und hielten den Feind in seinem Vorrücken auf; gegen 6 Uhr Morgen« bemerkten wir, daß der Feind mit einem Bataillon und drei Eskadron» eine UmgehungSbewegung um unseren linken Flügel machte. Gleichzeitig wurde gemeldet, daß unser rechter Flügel von einem Infanterieregiment, 23 Eskadron» und Artillerie umgangen worden sei. Die» zwang den Befehlshaber un­serer Truppen, Lioojangwopin zu räumen, um seine Trup­pen auf Dem rechten Flügel zu sammeln und einen Ka­vallerieangriff vorzubereiten. Die Japaner rückten in Stärke von einer Division Infanterie, 30 Eskadron und 4 Bat- teiien in Lioojangwopin ein. Gegen 10 Uhr Vormittag» besetzten 3 japanische Eskadron» Symtatschen, wurden aber von unseren Truppen wieder vertrieben.

Am 16. d. M. früh ging eine japanische Kompagnie öst­lich der Eisenbahn wieder zum Angriff vor, wurde aber gegen 6 Uhr von einer Abteilung freiwilliger Jäger zurück­geschlagen.

Aus Korea wird unter dem 15. d. M. gemeldet, daß die Japaner auf Kongchen und Musan vorrücken.

Petersburg, 20. Juni. (PeterSb. Telegr.-Ag.) Während des Kampfes bei Lioojangwopin befand sich Prinz Leopold von Preußen bei den russischen Truppen.

Ae Ww in Nionii.

Im Alexandriapalasie zu Petershof fand am Montag derEmpsangderSemstwovertreterdurchden Zaren statt. Fürst Trubetzkoy richtetete an den Kaiser eine längere Ansprache, in der er die schwierige Lage Ruß­land» darlegte, welche die Semstwo gezwungen habe, sich an den Kaiser direkt zu wenden. Die Ausführungen de» Fürsten Trubetzkoy machten einen tiefen Eindruck auf den Kaiser. Sodann sprach Fedorow als Vertreter Petersburg». Der Kaiser erwiderte in längerer Rede; er gab dem Be­dauern Ausdruck über die ungeheuren Opfer, welche der Krieg forderte, und besonder« über die letzte Niederlage zur See, und schloß mit den Worten: .Mein Wille, der Wille des Kaisers, eine Nationalversammlung einzuberufen, ist unerschütterlich. Sie werden mich bei diesem neuen Werke unterstützen. Die Nationalversammlung wird, wie früher, die Einheit Rußlands mit seinem Kaiser herstellen, und sie wird da» Fundament einer Ordnung bilden, die aus den

von Waschtisch, wie ich mich in der Pension mit 'rnmärgern muß 1

Kollmann versprach, sofort nach Ankunft auf einenMar­mornen" Jagd zu machen und küßte feine kleine Schwägerin auf die Wange, da sie ihm den Mund kokett entzog.

Das wird nicht solche Eile haben!" konnte die Schwiegermutter nicht umhin.Jutta bleibt hier! Das wollen wir nicht zweimal erleben!" ,Was' sie mit dem unter­strichenen ,Das' meinte, konnte man sich deuten, wie man wollte.

Eva war nicht mit der ganzen Gesellschaft in das Haus zurückgegangen, als der Wagen davongerasselt war. Sie war unbemerkt zurückgeblieben, hielt ihr neues, seeblaues Tüllkleid, dessen verschwenderisch über die Taille genesteltes Perlenge- hänge im stillen Mondlicht au flimmerte, hoch in der Rechten zusammengerafft und schritt vor den Fenstern, hinter denen jetzt, nach Zwölf, wirklich erst der Tanz und die gewohnte, harmlose Heiterkeit begann, mehrmals aus und nieder.

Es brauste in ihrem Kopf, sie schüttelte sich im Fieber und schlug leise mit der flachen Hand gegen die Hausmauer, um sich zu vergewissern, daß sie ganz wach und bei Sinnen sei.

Was hatte Aline ihr beim Abschied ins Ohr geflüstert, da­mit nur niemand ein Wort aushorchen konnte?Wir sehen uns diesen Winter in Berlin! Ich habe mit deinem Vater gesprochen er muß sich noch mit sich verarbeiten--er gibt nach--verrate nicht, daß ich geplaudert habe große Dinge bereiten sich vor--ich habe versprochen, dir nicht mehr zn schreiben---laß alles seinen Gang gehen, bohre nicht! Adieu aus Wiedersehen!"

Dann war sie in den Wagen gesprungen und hatte ihr nur noch einmal lustig zngcnickt. Ja, war es denn möglich? Ja, wo war nur Aline mit dem Vater allein gewesen, um un­gestört über so himmelstürmende Dinge zu verhandeln?

Doch, einmal kam Eva mit ihrer Mutter anS Barken- Heim und fand Aline mit dem Vater allein im Garten. Sie hatte nur gerade noch gehört wie Aline sagte: ich schreibe Ihnen sofort!

Ihr waren die Worte wohl momentan ausgefallen, aber sie meinte damals, sie müsse sich verhört haben, und hatte nie