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den hals natürlich schnell und starker Durst stellt sich ein. Man fülle also mehrmals täglich das Trinkgesäß des Hun­des mit frischem Wasser; es ist dies eine Bedingung zur Gesundheit des Tieres. Denn Tollwut des Hundes ist in seiner ersten Entstehung auf Mangel an Wasser zurück- geführt worden.

O Hersseld, 9. Juni. Der gestrige Vieh markt war sehr schwach beschickt. Dem Nindviehmarkt waren nur 93 Rinder aufgetrieben. Der äußerst schwache Auftrieb dürste wohl infolge der israelitischen Feiertage zu suchen sein. — Dem Schweinemarkt waren 297 Schweine aufge­bracht. Der Handel auf beiden Märkten war anfangs flau und wurde erst später lebhafter. Die Preise blieben ziemlich hoch. — Der nächste Viehmarkt findet am 28. Juni statt.

):( Hersfeld. 9, Juni. Bei den Kämpfen gegen die Herero in Deutsch-Südwestafrika ist auch ein Sohn unserer Stadt den Tod fürs Vaterland gestorben. Wie die letzte Verlustliste berichtet, fiel am 23. Mai d. I«. bei einem Ueberfall östlich der KarraSberge der Unteroffizier Heinrich Lupp, geboren am 5. 10. 1879 zu Hersfeld, früher im Füsilier-Regiment Nr. 80.

):( Hersfeld, 8. Juni. (Schöffengericht.) Wegen Diebstahl wurde ein Arbeiter zu 3 Tagen und eine Frau zu 1 Tag Gefängnis verurteilt. — Ein hiesiger Gast- wirt wurde wegen Duldung von Glücksspielen in seinen Räumen mit 10 Mk. bestraft. — Wegen Schießen mittelst einer Feuerwaffe in der Nähe von Menschen wurde ein hiesiger Radfahrer zu 6 Mark Geldstrafe verurteilt.

Hersfeld, 9. Juni. D e r „Goldregen", ein beliebter Zierstrauch unserer Gärten, entfaltet z. Zt. seine prächtigen, goldgelben Blütentrauben. Doch über all seine Schönheit vergesse man nicht, daß alle Teile dieses Strauches stark giftig sind, und daß nicht nur die Samenkörner und die jungen Hülsen, sondern auch die Rinde, die Blüten und Blätter zum Erbrechen reizen und daß sie, von Kindern spielend in den Mund genommen oder gar gegessen, schwere Schädigungen, selbst den Tod herbeiführen können. Alle Eltern werden gut tun, gerade in dieser Zeit die Kinder besonders hierauf warnend hinzuweisen.

Gaffd, 7. Juni. (Truppenübungsplatzdes X I. Armeekorps) Aus Heiligenstadt, 6. Juni, wird dem Tageblatt geschrieben: Die Entscheidung in der viel- erörterten Frage des Truppenübungsplatzes für das XI. Armeekorps dürfte nun nicht mehr fern sein. Aus dem Eichsfelde waren im letzten Winter noch einmal große An­strengungen gemacht worden, den Truppenübungsplatz hierher zu bekommen. Es wurde ein neuer Platz auf dem sogen. Düngelände, das sich zwischen Heiligenstadt und Dingel- stöbt hinzieht, in Vorschlag gebracht. Im Reichstage brächte der Abg. vom Strombeck die Frage des Tiuppenübunqs- platzeS auf dem Eichsfelde zur Sprache und der Kriegs­minister sagte die Prüfung des neuerdings angebotenen Geländes zu. Nachdem schon vor einigen Wochen ein Generalmajor und ein Geh. KriegSrat aus dem KriegS- ministerium hier weilten, traf heute der kommandierende General des elften Armeekorps, Exzellenz Linde aus Cassel mit mehreren Generalstabsoffizieren hier ein. Die Herren begaben sich zu Wagen nach GeiSleden, Heuthen, Wachstedt und Kreuzeber, konferierten dort mit den maßgebenden Per­sonen der betr. Ortschaften und nahmen das Gelände genau in Augenschein. Aus sicherer Quelle verlautet, daß das Düngelände den von der Militärbehörde zu stellenden An­forderungen entspricht. Man gibt sich daher hier neuer Hoffnung auf die Verlegung des großen Uebungsplatzes auf das Eichsfeld hin.

Gaffel, 7. Juni. (Getreide-, Futter- und Düngermsrkt.) Der Markt war heute gut besucht. Käufer zurückhaltend. Wir notieren: Weizen 17,50 bis 17,70 Mk., Roggen 16,— bis 16,30 Mk., Hafer 15,75 bis 16,50 Mk. Alles per 100 Kilo ab oder Parität hier bei Ladungen von 10 000 Kilo.

Fulda, 6. Juni. Am vorigen Sonntag ist dahier ein Milch-Restaurant eröffnet worden, eine Einrichtung, die allgemein mit Freuden begrüßt wird.

Fulva, 6. Juni. Der Gesamtschaden, den das verheerende Feuer in der Nacht von Sonntag auf Montag an unserem Dome angerichtet hat, belauft sich nach Abschätzung von Sach. verständigen inkl. der Glocken auf ca. 32000 Mark. Heute wurde die Brandstätte durch den Herrn Regierungspräsi­denten Graf Bernsdorf.Cassel und den Herrn Geheimen Regierungsrat Mejer Cassel in Augenschein genommen. Große Bestürzung rief der Brand im Pfarrhause hervor, woselbst einige auswärtigeBischöfe Wohnung genommen haben. Trotz­dem der Bischof sowohl wie der Domdechant die Abbrennung des Feuerwerks auf dem Dom an jener Stelle strickte untersagte, wurde entgegen diesem Verbot doch an jener Stelle das Feuerwerk abgebrannt. Versichert ist der Dom, der Staatsgebäude ist, bei'der Aachen-Münchener Feuer-Ver- sicherungs-Gesellschaft in Höhe von 500 000 Mark. (C.T)

Haitau, 6, Juni. Im Wiederaufnahmeverfahren frei- gespiochen wurde der Bauer Wilhelm Erbe aus Streitberg im Vogelsberg. Seine Verurteilung erfolgte seinerzeit in einem Prozeß wegen einer Schlägerei, die im Juni vorigen Jahres zwischen den Streitberger und Spielberger Burschen stattgefunden hatte, wobei leider durch einen Steinwurf ein junges Mädchen getötet wurde. Erbe sollte nun bei diesem Streite einen der Beteiligten mit einem Messer gestochen

haben, während er selbst dies entschieden in Abrede stellte. Die Verhandlung vor der hiesigen Strafkammer führte jedoch zur Verurteilung Erbes zu sechs Monaten Gefängnis. Nach­dem E. über die Hälfte dieser Strafe abgesessen, vermochte er jetzt das Wiederaufnahmeverfahren herbeizuführen und seine Unschuld zu beweisen, worauf ihn das Gericht kosten­los freisprach.

Witzenhausen, 8. Juni. In einer gemeinsamen Sitzung der städtischen Behörden wurde von den 137 Bewerbern um den hiesigen Bürgermeisterposten Herr Wickfeld, seither zweiter Bürgermeister zu Culm, Bezirk Marien- werder, gewählt.

Spangenberg, 6 Juni. Ausgereizt durch einen ano­nymen Brief, in dem seine Frau der Untreue beschuldigt wurde, verletzte in Nausis der dortige Einwohner J. Knoche seine Frau durch Beilhiebe so schwer, daß sie kaum mit dem Leben davon kommen dürste. Knoche, der Vater von 4 Kindern ist, wurde verhaftet. (C T.)

Frankfurt a. M, 8. Juni. Ein schweres Brand- unglück ereignete sich gestern vormittag in Rödelheim. Als die Frau des Heizers Schweifbold mit ihrem jüngsten Kinde beschäftigt war, ging das sechsjährige Söhnchen in die Küche, setzte den Spiritusapparat in Brand und goß, als die Flamme verlöschen wollte, aus der Flasche Spiritus zu. Mit lautem Knall explodierte die Flasche und sofort stand der Kleine in Flammen. In ihrer Verzweiflung suchte die Frau die Flammen mit der Hand zu ersticken, wobei sie selbst Brandwunden davontrug. Als auf ihr Geschrei andere Leute herbeieilten, und dem Kinde die Kleider vom Leibe rissen, war dasselbe am ganzen Körper mit Brandwunden bedeckt. E» wurde ins Krankenhaus überführt. An seinem Aufkommen wird gezweifelt.

Frankfurt a. M., 7. Juni. Die Frau des Maurers Heinrich Ruhl in Burkhards bei Gebern war mit einer Kuh auf die Weide gegangen. Die Frau hatte den Strick, den die Kuh um den Hals hatte, um ihre Hand gewickelt, als plötzlich die Kuh, wahrscheinlich infolge der großen Hitze oder eines Insektenstiches, scheute und ehe die Frau den Strick von der Hand entfernen konnte, mit ihr davon- raste und sie etwa 4—500 Meter mitschleifte. Zwei Ar­beiter, welche die Kuh aushielten, fanden die Frau tot vor. Der Kopf war vollständig zertrümmert und bis zur Un­kenntlichkeit zermalmt. Die Frau war 40 Jahre alt und hinterläßt sieben Kinder.

Frankfurt a. M., 8. Juni. Bankier Alexander Schwarzschild, welcher vor einiger Zeit mit Hinterlassung bedeutender Verbindlichkeiten von hier verschwunden ist, ist im Sladtwalde bei Geroldsau (Gemeinde Lichtenthal) bei Baden-Baden erschossen aufgefunden worden.

Gießen, 8. Juni. Die Geschworenen erachteten Hudde der Ermordung und Beraubung des Pfarrers Thöbes in Heldenbergen für schuldig. Der Gerichtshof verurteilte Hudde zum Tode, 12 Jahren Zuchthaus, dauerndem Ehr­verlust und Stellung unter Polizeiaufsicht, Walter zu 7 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht.

Mainz, 7. Juni. Heute Morgen fand man in der Rhein­promenade an der Drehbrücke die Leichen des 17 Jahre alten Heinrich Dauth und der 25 Jahre alten Lina Hupp. Die beiden hatten sich vergiftet, weil sich ihrer Ehe Hinder­nisse in den Weg stellten. Das Mädchen hatte außerdem eine Schußwunde an den Schläfen.

Böddiger, 8. Juni. Das IV2 jährige Töchterchen eines hiesigen Maurermeisters trank ein mit Brennspiritus gefülltes Fläschchen leer und starb kurz darauf an den durch den Spiritus erzeugten Verbrennungen im Innern.

Von der oberen Lahn, 6. Juni. Die schweren Gewitter, welche gestern abend über das obere Lahngebiet zogen, haben mehr oder weniger Schaden angerichtet. Außer in Bellnhausen bei Fronhausen, wo der Pfeffersche Gutshof eingeäschert wurde und auch Vieh in den Flammen umkam, werden Brände aus Oberwalgern, Damshausen, Hesselbach und Erndtebrück gemeldet. Bei letzterem Orte wurde auch, wie man hört, ein Mann vom Blitz erschlagen.

Vermischter.

— Gewitter und Wolkenbrüche haben fort­gesetzt in vielen Teilen des Reiches, besonders in Schlesien und im Harz, großen Schaden angerichtet. In Oppau, Kreis Landeshul, wurde die katholische Kirche durch einen Blitzschlag vollständig eingeäschert. In Berggraben wurde ein Kind, in Neudorf der Besitzer Pollok durch Blitzschlag getötet. Aus mehreren Eisenbahnstrecken Schlesiens wurde der Bahndamm derartig unterwaschen, daß erhebliche Zug­verspätungen und auch Verkehrsstockungen eintraten. — Wie aus Forst (Lausitz) gemeldet wird, wurden bei einem schweren Gewitter in Kleinjammo bei Forst drei junge Mädchen vom Blitz erschlagen. — Ueber die Verwüstungen, die das Unwetter im Harz angerichtet hat, berichtet nach­stehende Meldung: Halberstadt, 8. Juni. Der gestrige wolkenbruchartige Regen hat im Harzgebiet großen Schaden angerichtet. Blankenburg stand teilweise unter Wasser; das Hotel „Waldfrieden" bei Michaelstein wurde bis zum ersten Stock von den Fluten bespült. Wasser über­schwemmte die Mönchenmühle, die Front teilweise fort­reißend, nachdem der Damm in 20 m Tiefe und 40 m Breite geborsten war, erreichte darauf die Müggesche Säge.

mühle und überflutete Halberstadt und die Blankenburger Chaussee. Das Wasser ergoß sich weiter nach Langenstein, wo ein Wohnhaus, eine Scheune und das neuerbaute Gemeinde-Spritzenhaus weggerisseu wurden. Die Anlagen der Halberstädter Unterstadt wurden gleichfalls unter Wasser gefetzt. In Harsleben und Wehrstadt mußten die Wohnungen zum Teil geräumt werden. Menschenverluste sind nicht zu beklagen.

— Unheimliche Diebstahlsobjekte hatten sich vier junge Burschen aus Farni im Alter von 16 bis 18 Jahren ausgesucht, die sich dieser Tage vor dem Straf- richter zu verantworten hatten und wegen Diebstahls zu je 25 Franken Geldstrafe und vier Monaten Gefängnis ver­urteilt wurden. Die Verurteilten waren mehrfach in die Katakomben eingedrungen und hatten aus den unterirdischen Gewölben Menschenschädel entwendet. Die Täter räumten ihre Tat unumwunden ein. Als der Präsident des Gerichts­hofes sie fragte, was sie denn nur um alles in der Welt mit diesen Diebesobjekten anfangen, erfolgte wie aus einem Munde die merkwürdige Antwort: „Um unsere Zimmer damit auszuschmücken!"

— (Aus bem Leben eines Bankeinbre­ch e r s .) Mit Jimmy Hope ist in New Aork soeben einer der berühmtesten amerikanischen Bankdiebe aus dem Leben geschieden, und die große Beteiligung deö Publikums bei seiner Bestattung beweist, daß dieser geschickte Gauner nicht nur Verachtung, sondern auch sehr vielseitige Sympathien zu wecken vermocht hat. Ganze Wagen voll Kränze folgten seinem Sarge, und mehrere Grabredner verherrlichten Jimmy als das Muster eines Gatten und eines liebevollen Vaters. Vor elf Jahren hatte sich Jimmy Hope von seinem schwierigen Berufe als Bankeinbrecher zurückgezogen und .sich mit nicht unbeträchtlichen Ersparnissen zur Ruhe gesetzt. Seitdem führte er in der Tat ein musterhaftes Leben als Rentner und — Philanthrop; denn so unrechtmäßig er zu seinem Gelde gekommen war, so wohltätig verwandte er e» jetzt. Sein Leben wurde so untadelig, daß selbst die Poli­zei, seine alte Feindin, seiner mit Hochachtung gedenkt. Man schätzt, daß Hope früher über 20 Stahlkammern von Banken erbrochen hat; aber in fast allen Fällen zog er sich mit gleichem Geschick aus der Schlinge.

— London, 8. Juni. Das Unterseeboot A 8 ist heule Vormittag an der Mole von Plymouth mit 14 Per. fönen untergegangen. Die Admiralität gibt bekannt, daß der Untergang erfolgt sei, als das Boot in Plymouth außer­halb des Wellenbrechers Uebungen vornahm. Von den 18 Personen der Besatzung wurden nur 4 gerettet.

Letzte Nachrichten.

Fürst Leopold von Hohenzollern ist gestern nachmittag in Berlin in der Wohnung seines Sohne», des Erbprinzen von Hohenzollern, im 70. Lebensjahre gestorben.

König Oskar bezeichnete die Beschlüsse des nor­wegischen Storthings in einem Schreiben an dessen Präsi­denten als revolutionäre Schritte eines Aufruhrs gegen den König.

Heute vormittag wird die U n i 0 n s f l a g g e in Norwegen überall durch eine norwegische Landes- flagge ersetzt worden^

P e t e r s b u r g, 8. Juni. In hiesigen hohen Re. gierungskreisen wird der Gedanke eines Friedensschlusses im gegenwärtigen Zeitpunkte mit Entschiedenheit zurückge- wiesen. Rußland wolle keine Vermittlung und werde sie auch nicht in Anspruch nehmen, so sehr man sich auch in England und Frankreich nach dieser Richtung bemühe. Der Zar beharre auf seinem Entschluß den Krieg um jeden Preis fortzusetzen.

Kirchliche Nachrichten.

Sonnabend, den 10. Juni Nachmittags 2 Uhr: Vor­bereitung zum heiligen Abendmahl.

Am 1. Pfingsttag.

Vormittags 9 Uhr: Herr Superintendent Schasst.

Nachmittags 2 Uhr: Herr Pfarrer S ch r a d e r.

Am Schlüsse des Nachmittagsgottesdienstes Vorbereitung zum heiligen Abendmahl für den 2. Festtag.

Am 2. Pfingsttag.

Vormittags 9 Uhr: Herr Superintendent Schafft.

Nachmittags 2 Uhr: Herr Pfarrer Feyerabend.

Nachmittags 3 Uhr: Taubstummengottesdienst mit Abend- mahlsfeier in der Wohnung des Herrn Superintendent Schafft.

Vormittags 9 Uhr: Gottesdienst in Petersberg.

Am 1. und 2. Pfingsttag Erhebung einer Kirchenkollekte für die Notstände der evangelischen Kirche in Hessen.

Hierzu eine Beilage und Nr. 24 des „Jllust» rieten Sonntagsblattes".

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