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andere Geschosse wurden die beiden Völligen Geschütze außer Gefecht gesetzt und 18 Mann getötet. In der nächsten Stunde glich die Borovino einer Schlachtbank. Es zeigte sich dann auch, daß Admiral Roschdjestwensky verwundet war; er wurde, während die unbeschädigten kleineren Ge­schütze weiterfeuerten, an Bord eines Torpedobootszerstörers geschafft. Die Japaner kamen näher heran und feuerten ihre sämtlichen Geschütze ab. Die Borodino geriet in Brand und zog stch unter dem Feuer von acht japanischen Schiffen, das von den noch brauchbaren Geschützen der Borodino er­widert wurde, zurück. Die Borodino sank tiefer und tiefer, fuhr aber fort, verzweifelt zu kämpfen, obgleich alle Hoff­nung vergebens war. Vierhundert Mann waren getötet oder verwundet. Nachdem ein japanisches Torpedoboot ge­sunken war, wurde die Borodino von der ganzen Flottille der feindlichen Torpedoboote angegriffen. Durch eine Ex- ploston wurde die Borodino zum Kentern gebracht. Vierzig Mann ihrer Besatzung wurden gerettet und an Land ge­bracht.

London, 3. Juni. Der Kaiser von Japan hat be­fohlen, den Admiral Nebogatow sofort aus der Kriegsge­fangenschaft zu entlassen, um dem Zaren über die Schlacht bei Tsuschima Bericht erstatten und ihm eine vollständige Verlustliste überbringen zu können, die an Toten, Verwun­deten und Gefangenen nach Meldungen aus japanischen Küstenplätzen, wo fortgesetzt Leichen russischer Matrosen ans Land gespült werden, dort bereits auf 10,000 Mann ge­schätzt wird.

Die ruffischen KreuzerAwrora",Oleg" und Schemtschug" sind, unter dem Oberbefehl des Admirals Enquist, der sich an Bord derAwrora" befindet, in der Manila-Bucht eingetroffen. Die Schiffe sind beschädigt; von der Besatzung sind viele verwundet. Ueber das Schick­sal der russischen Flottenreste wird gemeldet.

W a s h i n g t o n , 3. Juni. Nach einer Besprechung, die heule Präsident Noosevelt mit dem Marinesekretär Mor- ton und dem Generalstaatsanwalt Moody hatte, wurden an Admiral Train nach Manila Anweisungen gesandt, daß die dort eingetroffenen russischen Kriegsschiffe zu internieren sind.

Bemühungen um den Frieden zwischen Ruß­land und Japan werden fortgesetzt von selten des Staats­oberhauptes der Nordamerikanischen Union betrieben, und es scheint doch, daß jetzt in den russischen Regierungskreisen die,Neigung sich verstärkt, in Verhandlungen einzuwilligen, sofern sie keine Demütigung für Rußland in sich schließen.

Ier Aiifstmii in LM-SMtß-Wka.

Aus Deutsch-Südwestafrika wird amtlich gemeldet: Nach Aussage von Eingeborenen sollen sich Hendrik Witboi und einige andre Hottentottenkopitäne mit ihrem Anhang nach Lehutitu inBritisch-Betschuanaland zurückgezogen haben. Sie beabsichtigen angeblich, von dort aus Einfälle in deutsches Gebiet zu machen ; es wird daher Aminuis, sowie der Auob- Abschnitt besetzt gehalten.

In der Verfolgung der aus den großen Karasbergen flüchtigen Hottentotten stieß Hauptmann b* Arrest mit 2 Kompagnien, 2 Geschützen und 2 Maschinengewehren am 24. Mai am Karid-Revier (aus der Kriegskarte als Gam- loop-Revier bezeichnet) aus ein großes soeben erst verlassenes Lager und erbeutete von der Nachhut des fliehenden Geg­ners 40 Rinder, 10 Reittiere und einige Gewehre. Haupt­mann v. Erckert setzt mit frischen Truppen die Verfolgung in Richtung nach dem Oranjefluß fort.

Hauptmann v. Koppy griff am 27. Mai mit seiner Kompagnie und zwei Geschützen am unteren Fischfluß eine starke Stellung des bis Geious (nahe des Fischflusses, 65 Kilometer oberhalb der Einmündung in den Oranje) zurück­gedrängten Cornelius von Bethanien an. Nach mehrstün­digem Gefecht ging der Feind in regelloser Flucht zurück und wandte sich, von unseren Truppen scharf verfolgt, dem Oranjefluß zu. Der Gegner verlor 8 Tote, 20 Gewehre, 50 Stück Groß-, 600 Stück Kleinvieh, Wagen und HauS- gerät. Die gefangene Mutter des Cornelius sagt aus, dieser wolle auf englisches Gebiet flüchten. Die Verfolgung des Cornelius wird fortgesetzt. Von Berseba entsandte Osfizierpatrouillen brachten aus der Gegend von Bethanien Gefangene, sowie 150 Rinder und 500 Stück Kleinvieh ein. Andauernder heftiger Sturm erschwert den Dienst der Helio­graphen- und Funkenstationen ungemein.

Generalleutnant v. Trotha befindet sich auf dem Marsch nach Keetmanshoop.

Sie Vorgabe in WM.

Petersburg, 3 Juni. Gestern abend 8 Uhr sammelten sich in der Vorstadt Ljesuoi gegen 15 0 0 0 Arbeiter an, bis mit roten Fahnen, revolutionäre Lieder singend, zum Gebäude des Technischen Instituts marschierten, das ganz mit roten revolutionäre Inschriften tragenden Fahnen beflaggt war. Als die Arbeiter sich dem Institute näherten, erschienen Kosaken und berittene Polizeimann­schaften. In dem entstehenden Getümmel hieben die Ko­saken mit ihren Säbeln und Nagaiken auf die Arbeiter ein, die sich mit Stöcken und Steinen verteidigten. Das Ge­tümmel dauerte etwa eine Stunde. Nachdem die Menge auseinandergetrieben war, blieben zwölf schwerverwundete Arbeiter auf dem Platze, außerdem etwa vierzig Leichtver­wundete. Von den Kosaken und der Polizei wurden etwa fünfzehn verwundet.

Aus 3n- und Ausland

Im preußischen Abgeordneten Hause den am Mittwoch zunächst Vorlagen beraten, die in änderter Faffung vom Herrenhause zurückgekommen Der Gesetzentwurf betreffend die Kosten der Prüfung wachungsbedürftiger Anlagen wurde nach den Beschlüssen °es Herrenhauses erledigt. Ueber das Gesetz betr. die Ver­waltung gemeinschaftlicher Jagdbezirke kam es noch zu '".""Verständigung. Die Herrenhausfassung wurde wiederum Qeonbeit, so daß das Gesetz noch einmal an das Herren- v°us zurückgehen muß. Nach Erledigung einer großen m Don Petitionen ging das Haus in die Ferien.

01 Brücher erhielt vom Hause die Ermächtigung, , , Sitzung, die voraussichtlich erst Anfang Juli . " Erledigung der Berggesetze im Herrenhaus fiattfinben anzuberaumen.

preußische Herrenhaus hat nunmehr zum lien Male Stellung gegenüber der B e r g g e s e tz - N o - °. Kommen. Am Freitag unterzog das Haus die »enannte Vorlage einer allgemeinen Beratung. Dieselbe wurde durch eine längere Rede des Ministerpräsidenten

wur- abge« sind, über»

Grafen Bülow eingeleitet, in welcher er die Haltung der Regierung beim Streik im Ruhrkohlengebiet rechtfertigte und dringend die Annahme der Berggesetz Novelle nach den Beschlüffen des Abgeordnetenhauses empfahl. Namens der Konservativen sprach sich Freiherr v. Manteuffel mit aller Entschiedenheit gegen die Vorlage aus, auch Graf v. Tiele-Winkler bekämpfte die Vorlage. Zu deren Gunsten äußerten sich Oberbürgermeister Becker, Graf Oppersdorff, Profeffor Schmeller und Oberbürgermeister Zweigert. Im Laufe der Debatte verteidigte Graf Bülow nochmals die Vorlage, zu deren Gunsten auch Handelsminister Möller mehrmals in die Diskussion eingriff. Dann ging die Berg­gesetznovelle an eine besondere Kommission, an welche nach kurzer Debatte auch da» Gesetz über die Stilllegung von Zechen und die Vorlage über das Mutungsverbot verwiesen wurden.

Aus Provinz u. Nachbargebiet.

* (Adressierung der Feldpostsendungen nach Deutsch-Südwestafrika.) Nach den Wahr­nehmungen der beteiligten Postanstalten werden die Post­sendungen an die mobilen Truppen in Deutsch-Südwestafrika vielfach mit unrichtiger oder ungenauer Aufschrift versehen. Dies hat zur Folge, daß die Feldpostsendungen häufig mit erheblicher Verzögerung in die Hände der Empfänger ge­langen, weil wegen der mangelhaften Ausschriften die Em­pfänger beim Postamt in Windhuk erst durch das zeitrau­bende Nachschlagen in den Listen der Schutztruppen-Ange- Hörigen ermittelt werden müssen. Solche Verzögerungen machen sich bei der ohnehin langen Besörderungszeit beson­ders fühlbar. Das Publikum wird daher erneut aufmerksam gemacht, daß bei den Feldpostsendungen auf eine unausge- haltene Beförderung nur dann gerechnet werden kann, wenn die Sendungen mit genauer und richtiger Aufschrift, wozu die Angabe des Truppenteils und der Kompagnie, Batte­rie usw. gehört, versehen werden. Die alleinige Angabe Schutztrupps Südwestafrika" genügt keinesfalls.

* (S ch w u r g e r i 4 t.) Die zweite diesjährige Schwur- gerichtsperiode des Landgerichtsbezirks Caffel wird am Montag den 19. Juni ihren Anfang nehmen.

):( Hersfeld, 5. Juni. Heute früh gegen 2 Uhr wurde von Fulda aus telegraphisch um Hülse der hiesigen Feuerwehr gebeten. In einem Turme des Domes war Feuer ausgebrochen, welches rapid um sich griff. Der Turm brannte vollständig aus. Eine Glocke ist infolge der Hitze geschmolzen, und eine andere von dem Gebälk herabgestürzt. Als ein Teil der hiesigen Feuerwehr bereits zum Abmarsch nach dem Bahnhof versammelt war, um mittelst Extrazuges nach Fulda befördert zu werden, wurde die er­betene Hülfe wieder telephonisch abbestellt, da keine größere Gefahr mehr bestand.

):( Hersfeld, 5. Juni. Gestern abend wurden hier zwei durchreisende Galizier festgenommen, welche in der hiesigen Synagoge den Opfer stock ihres Inhalte beraubt hatten. Vermutlich ist ihnen eine ziemlich be­trächtliche Summe in die Hände gefallen.

):( Hersfeld, 5. Juni. Das auf dem neuen Teich befindliche Schwanenpaar hat in den letzten Tagen Familienzuwachs erhalten. Heute konnte man dieglück­lichen Eltern" mit fünf niedlichen Jungen auf dem Teiche herumschwimmen sehen. Hoffentlich gelingt es, die Tierchen großzuziehen.

):( Hersfeld, 5. Juni. Die Zahl der Fremden, welche in den hiesigen Gasthäusern übernachteten, betrug im Monat Mai 557, gegen 438 in demselben Monat des Vorjahre».

Gaffel, 2. Juni. Eine Todesfahrt unternahmen am Nachmittag des Himmelfahrttages der Maurermeister Arnold nebst Ehefrau. Eben im Begriff, in einem leichten Break von Hause wegzufahren, ging das Pferd durch und raste wild den steilen Möncheberg hinunter. In der Magazin- straße kam das Tier zu Fall und der Wagen schlug um. Die Insassen wurden herausgeschleudert, und zwar die Ehe­frau mit derartiger Wucht an den Briefkasten der Bürger­schule 12, daß sie mit gebrochenem Schädel liegen blieb. Ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu Haien, starb die 36jährige Frau im Landkrankenhause. Der Ehemann Arnold kam mit mehreren Rippenbrüchen davon.

Hamberg a. RH., 3. Juni. Eine furchtbare Blut- tat wurde in dem Wirtschaftsgebäude des Schachtes 4 der Zeche Rheinpreußsn entdeckt. Dort wurde die stark ver­weste Leiche eines Bergmannes, aus dem Kopf stehend, in einem Kleiderschrank aufgefunden. Die Schädeldecke war zertrümmert. Als der Tat verdächtig wurde ein Schlaskollege des Ermordeten verhaftet.

Arolsen, 3. Juni. In Gegenwart der Königs und der Königin von Württemberg, der Herzogin von Albany, des Fürsten und der Fürstin von Waldeck, des Fürsten und der Fürstin Bentheim und anderer dem Waldeckschen Fürstenhause verwandter Prinzen und Prinzessinnen wurde heute das auf dem Eisenberge bei Korbach errichtete D e nk- mal des Fürsten Georg Viktor von Waldeck eingeweiht.

Zimmersrode, 1. Juni. In große Aufregung wurde eine hiesige Familie versetzt. Ihr 3jährigeS Kind hatte Salzsäure getrunken und nur mit großer Mühe konnten die» die Eltern au» dem Kinde herauSbringen. Sofort wurde aus Borken ein Arzt telephonisch herbeigerufen. Diesem ist es durch Gegenmittel glücklich gelungen, dem Kinde das Leben zu erhalten. Abermals einen Vorfall, der die Eltern ermähnt, lebensgefährliche Substanzen an einem für die Kinder nicht zu erreichenden Orte aufzubewahren.

SEßtegett, 1. Juni. Ein Weichenwärter Namens Wie- meier aus Herfe wurde heute Nacht in dem großen Eisen­bahntunnel bei Altenbeken von dem Berliner Schnellzug überfahren und auf der Stelle getötet. Der Zeiger der Taschenur des Getöteten war kurz vor 7 Uhr stehen ge­blieben. Der Getötete war einige fünfzig Jahre alt und hinterläßt Frau und Kinder.

St. Goarshausen, 1. Juni. Am Tage vor Himmel­fahrt wurde in den Nachmittagsstunden unser Städtchen von einem so schweren Gewitter heimgesucht, wie es den ältesten Bewohnern nicht in Erinnerung steht. Was der neuliebe Frost von Obst verschont halte, dürste nun auch noch ver­nichtet sein. Viele Obstbäume wurden entwurzelt oder die Aeste abgebrochen. Der wolkenbruchartige Regen, verur­sachte in den Straßen eine Ueberschwemmung, der Blitz schlug mehrmals ein. Die Weinberge wurden arg ver­wüstet. Auch in den benachbarten Ortschaften richtete das Gewitter großen Schaden an.

Biebrith- 3. Juni. Einen grausigen Fund machten gestern früh gegen 5 Uhr mehrere Arbeiter auf einem Haserfelde bei Biebrich. Dort lag eine unbekannte männliche Leiche, die sich voraussichtlich schon mehrere Tage an dem wenig frequentierten Orte befand. Der Verstorbene ist

anscheinend mit einem IV» Meter langen, ziemlich starken Baumstumpf, wie sie zur Stütze junger Bäume verwendet werden, niedergeschlagen und dann beraubt worden. Der Schädel des Ermordeten ist zerschmettert.

Göttingen, 2. Juni. Der Seesieg der Japaner wurde auch von den an unserer Universität studierenden Söhnen des Landes der ausgehenden Sonne würdig gefeiert. Ja, panische Fahnen wehten am Mittwoch von den Wohnungen einiger japanischer Studenten am Kreuzbergwege. Am Nachmittag fuhr ein festlich bekränzter Omnibu» die feiern­den Patrioten durch die Straßen bet Stadt.

Duderstadt (Eichsseld), 1. Juni. Ein gräßliche» Un- glück hat sich in Obernfeld zugetragen. Der Ackermann Jgnaz Kopp daselbst war auf dem Felde mit Eggen be­schäftigt. Sein junges Pferd wurde plötzlich wild und ging durch. Kopp kam zu Falle und wurde eine ganze Strecke weit mitgeschleist. Tödlich verletzt wurde K. nach Göt­tingen in die Klinik geschafft. Gestern morgen, nach der Operation, verstarb der Verunglückte. Die 12 Jahre alte Tochter des Zimmermanns Wulf in Großschneen wollte in Abwesenheit der Eltern einen Tops mit Kartoffeln aus den Herd setzen, kam aber dabei mit der Schürze dem Feuer zu nahe und glich bald einer Feuersäule. Die erlittenen Brandwunden waren so schwer, daß das bedauernswerte Geschöpf unter großen Schmerzen seinen Geist aufgeben mußte.

vermischter.

Berlin, 3. Juni. EinFamiliendrama hat sich gestern (Freitag) in Tegel ereignet. Die 32jährige Frau des Arbeiters August Rosenberg vergiftete nach einem ehelichen- Zwist sich selbst nnb versuchte ihre einjährige Tochter Meta durch Einflößen von Lysol zu töten.

B ei der Explosion einet Granate wurden in dem Torfe Neuendorf bei Stettin der Arbeiter Siller und sein 15jähriger Sohn Gustav getötet und zwei Kinder schwer verletzt. Ueber den Vorfall werden nach­stehende Einzelheiten gemeldet: Stiller fand gelegentlich im Walde von Zedlitzfelde, in deffen Nähe sich bekanntlich der Truppenschießplatz befindet, eine noch nicht krepierte Granate. Als ehemaliger Artillerist interessierte er sich für das Geschoß, er nahm es deshalb mit nach Hause. Trotz der Warnungen und Bitten seiner Frau, das Geschoß aus dem Hause zu schaffen, machte er sich daran, die Spreng­kapsel zu öffenn. Er setzte sich im Hose auf eine Karre und fing nun an, die Granate auszubohren bzw. auszu- meißeln. Die drei Kinder umstanden den Vater und sahen derinteressanten" Arbeit zu, während die Mutter der Kinder im Hause zu tun halte. Die Bohrarb iten hatten einige Zeit gedauert, als plötzlich unter einer heftigen De­tonation, die wohl eine Viertelstunde weit laut zu hören war, die Granate explodierte. Der Vater wurde in Stücke zerrissen, der fünfzehnjährige Sohn Gustav wurde schwer verwundet und starb nach */* Stunden; der zehnjährige Sohn Walter ist an Händen und Beinen schwer verletzt und wurde nach Anlegung eines Notveiband» in» Züllchower Krankenhaus geschafft; nur die siebenjährige Lina ist leichter verwundet worden. Die Mutter war erst vor Schreck wie gelähmt, als sie ihren Mann und ihre Kinder tot ober ver­wundet am Boden liegen sah. In ihrer Verzweiflung soll sie einen Selbstmordversuch gemacht haben.

E l Paso, 3. Juni. Der Rio Grande ist durch starke Regengüsse mächtig angeschwollen, sodaß er jetzt an einer Stelle 10 englische Meilen breit ist. Der Strom hat unter dem Druck der riesigen Waffermassen seinen Lauf ge» ändert und sich einen neuen, 80 englische Meilen langen Kanal gebahnt, wodurch er die Grenze zwischen den Ver­einigten Staaten und Mexiko verrückt hat.

Ein heftige» Erdbeben hat einen großen Teil der Balkanhalbinsel heimgesucht und zahlreich« Menschen­leben als Opfer gefordert. Besonder» schwer wurde die Stadt Scutari betroffen, wo die Hälfte der Häuser ein- stürzte und etwa hundert Menschen getötet oder verletzt wurden. In dem Bezirke von Cattaro (Dalmatien) wurde gleichfalls großer Schaden angerichtet. Zahlreiche Häuser find unbewohnbar geworden. Beim Einsturz eines Bauern­hauses wurde eine Frau erheblich verletzt. Wie aus Zara (Dalmatien) gemeldet wird, wurde in Sutomore gestern früh 5 Uhr 40 Minuten ein 25 Sekunden anhaltende» starke» Erdbeben verspürt, zahlreiche Häuser wurden be­schädigt; aus den umliegenden Dörfern treffen gleichfalls Nachrichten ein, die über Schäden Mitteilungen machen. Auch in ganz Montenegro wurden gestern früh starke Erd- erschütterungen wahrgenommen, hauptsächlich in den Be­zirken Trzmenitza und Antivari, wo zahlreiche Häuser be­schädigt wurden. Einige Personen wurden leicht verletzt.

Letzte Nachrichten.

Unter Teilnahme der ganzen kaiserlichen Familie und der fürstlichen HochzeitSgäste fand gestern vormittag im Dom der Kirchgang des kronprinzlichen Brautpaares statt. Gestern abend wurde dem kronprinzlichen Brautpaare von Mitgliedern sämtlicher Berliner Hochschulen ein Fackel- z u g dargebracht.

JmAermelkanal sind infolge von Schiffszusammen- stößen24Mann der Besatzung eines Segelschiffes ertrunken.

In der Nähe von Gumendje, im Bezirk Saloniki, kam es zu einem Zusammenstoß zwischen einer griechisch-maze­donischen Truppen-Abteilung und einer b u l g a r i s ch e n Bande, bei dem von der letzteren sieben Mann getötet wurden. Nach dem Eintreffen türkischer Truppen zog sich die griechisch-mazedonische Truppenabteilung zurück, stieß aber auf eine andere türkische Abteilung, mit der sie sich in ein Gefecht verwickelte. Der Führer der ersteren, Cod- ra», und der Unterführer Zogras wurden getötet.

Die Abfahrtszeiten der auf der hiesigen Station aiitommcnbeu Züge sind solgende:

In der Richtung nach Bebra: §56 gW 2136 1206 1238 341 432 gOO 11*24* j^l £20Q

In der Richtung nach Frankfurt a. M.:

ALS D 530 «10 746 1044 125 zu ^33 §10 588 gl7 1Q06

Die Schnellzüge sind durch fetten Druck der Stuuden- ziffern hcrvorgehoben. Der mit * bezeichnete Zug verkehrt ab Fulda nur an Sonn- und Feiertagen und an den vor­hergehenden Werktagen. D bedeutet Durchgangszug mit nur I. u, II. Kl. und sind zu denselben Platzkarten zu lösen.