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Hersselder Armblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Kernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 65

Sonnabend, den 3. Juni

1905.

Amtlicher teil.

Bekanntmachung.

Im Wege des öffentlichen Ausgebotes soll gemäß Be­schlusses des Kreisausschusses vom 11. Mai d. I. das dem Kreise Hersfeld gehörige, in der Ortschaft Widdershausen belegene vormals dem Schreiner Konrad Mötzing III. und Ehefrau Anna S a b i n a geb. W e st e r m a n n gehörig gewesene Anwesen Nr. 547/s, bestehend aus:

} « * 38 - 2 ar 40 qm.

b. Gebäudefläche im Dorf 7 39 = 05

c. Garten daselbst . . 7 32 = 26

d. Garten . . 7 33= 10

e. Garten . 7 34= 77 zum Verkauf gebracht werden und ist hierzu Termin aus:

Zur Abhaltung der diesjährigen Pferdevormusterun g im Kreise Hersfeld sind folgende Termine bestimmt worden.

Am

Anfang Uhr

Bezeichnung der Gemeinden

19. Juni

7

Wilhelmshos mit

Oberrode Petersberg

7 30

Sorga mit

Kathus

8

Hermannshof

845

Malkomes und Dünkelrode

(an der Straße Hers feld-Friedewald)

93°

Friedewald mit Herfa

1016

Lautenhausen

1045

Hillartshausen mit

Unterneurode

1130

Hilmes mit Motzseld

123°

Schenklengsfeld mit

Oberlengsseld

Lampertsseld und

Schenksolz

20. Juni

615

Conrode

Am

Anfang Uhr

Bezeichnung der Gemeinden

20. Juni

645

Wüstfeld mit

Wippershain

8

Landershausen

8 30

Unterweisenborn

930

Wehrshausen

1015

Ransbach

11

Ausbach mit

Gethsemane

21. Juni

7 30

Philippsthal

8i5

Röhrigshöfe

830

Heimboldshausen

9

Harurode

930

Leugers mit

Wölfershausen unb Bengendorf

1015

Heringen

H15

Leimbach

H45

Widdershausen

7

Hersfeld

23. Juni

830

Kalkobes

9

Allmershausen mit

Heenes

Die vorstehend nicht benannten Gemeinden erhalten be­sondere Benachrichtigung.

Wenn mehrere Orte zusammen gemustert werden, so ist der Ort, wo die Musterung stattfindet, unterstrichen. Wo nicht anders bestimmt, sind die früheren Musterungsplätze beizube- halten und zwar bei ungünstiger Witterung (Regenwetter) der­artig, daß der Schreiber unter Schutz (Torweg, vorspringen­dem Dach) stehen kann.

Die Herrn Ortsvorstände der Stadt- und Landgemeinden einschl. Gutsbezirke werden nun hiermit angewiesen, die be- stimmten Termine wiederholt auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen und insbesondere zur Kenntnis der Pserde- besitzer zu bringen.

Die Verzeichnisse der vorhandenen Pferde (Vorführungs- listen), zu welchen die Formulare in den nächsten Tagen von hier aus übersandt werden, sind alsbald in doppelter Aus- sertigung anzufertigen und ist bei deren Ausstellung folgendes genau zu beachten:

1. Die bei der letzten Musterung als kriegsunbrauchbar bezeichneten Pferde werden weder in die Listen ausge­nommen noch vorgeführt, ebenso auch nicht die durch Tod oder Verkauf in Abgang gekommenen Pferdei

2. In die Listen einzutragen und vorzusühren sind vielmehr: a. die als kriegsbrauchbar bezeichneten Pferde, b. die vorübergehend (zeitig) kriegsmibrauchbaren und c. die durch Erreichung des vorgeschriebenen Alters (vier­jährig) oder durch Kauf hinzngekonimencn sowie selbstverständlich auch die bei der" letzten Musterung aus irgend einem Grunde (hochtragend, lahm re. nicht Vorgeführten,

31 $jc Hierdurch hinzugekommenen Pferde sind den be- nessenden Besitzern zuzuschreiben und nicht erst am Ende der ganzen Liste nachzutragen.

4^""lichc Pferde sind durch die ganze Liste durchzu- nummericren und müssen die --ittsp^chl-ndi-n N», deutlich und groß, den Pferden an der linken Kopsseite befestigt werden,

5. Bezüglich der bei der letzten Musterung als kriegsbrauch­bar bezeichneten Pferde sind an der linken «Leite außcr-

Mittwoch, den ^. Juni d. Is., Vormittags 10 Uhr, in die Gastwirtschaft von Ruch zu Widdershausen an- beraumt.

Die Verkaufsbedingungen werden im Termin näher be­kannt gegeben werden.

Hersfeld, den 28. Mai 1905.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Freiherr von S ch l e i n i tz, Geheimer Regierungs-Rat.

Aonigliches Lan-ratsamt.

Sprechstunde r Täglich von 912 Uhr an den Wochentagen vormittags.

Hersfeld, den 23. Mai 1905.

Am

Anfang Uhr

Bezeichnung der Gemeinden

23. Juni

93°

Gitkersdorf

10

Untergeis

i030

Obergeis

1115

Ana

24. Juni

715

Friedlos

745

Reilos

815

Rohrbach

8 30

Tann mit Biedebach

93°

Mecklar mit Meckbach

26. Juni

715

Eichhof

745

Asbach mit Kohlhausen

83°

Beiershausen

9

Kerspenhausen

945

Roßbach

1015

Hilperhansen

ipo

Mengshausen

12

Niederaula

27. Juni

630

Niederjossa

dem noch die nach § 5 der Pferdeaushebungsvorschrift vorgeschriebenen Bestimmungstäselchen anzubringen.

6. Aus Spalte 6 der Vvrsührungsliste, wodurch die Ein­tragung der Bestimmung mit einer1" in Fortfall kommt, wird noch besonders aufmerksam gemacht. Hinsichtlich der Vormusterungen selbst wird hierdurch noch folgendes bestimmt:

Pferdebesitzer, welche ihre gestellungspflichtigen Pferde nicht rechtzeitig vorsühren, haben außer der gesetzlichen Strafe zu gewärtigen, daß auf ihre Kosten eine zwangsweise Herbeischaffuug der nicht gestellten Pferde vorgenommen wird.

Die Herren Ortsvorstände selbst und im Behinderungs­falle ihre Vertreter haben sich zu den Musterungsterminen einzufinden und die angesertiglen Vorführungslisten dem Kommissar vorzulegen. Ebenso sind anch die Vorführungs- listen von 1904 mit zur Stelle zu bringen (siehe Anmerkung

3 des Titelblattes der Vvrsührungsliste). Außerdem sind die Ortsvorstände pp. verpflichtet, dem Musterungs-Kommissar sofort Anzeige zu erstatten, falls Pferdebesitzer nicht sämtliche Pferde zur Vorführung bringen. Dieselben sind ferner ver- pflichter, für die Gestellung der zum Ordnen und Vorsühren der Pferde erforderlichen Leute sowie insbesondere dafür zu sorgen, daß das Vorsühren genau in der Reihenfolge der Vvrsührungsliste stattfindet. Hierzu ist erforderlich, daß "die Pferde pünktlich zur angefetzten Zeit übereinstimmend mit der Liste nebeneinander ohne große Zwischenräume aufgestellt sind. Zur Vermeidung von unliebsamen Verzögerungen ist sodann noch streng darauf zu achten, daß die an den Pferden be­findlichen Nummern und Bcstimmuugstüsclchen seitens der Pferdebesitzer nicht nach Belieben gewechselt werben,, sondern dieselben sind stets anss Genaueste übereinstimmend mit der Vorführungsliste zu belassen.

Schließlich wirb noch bemerkt, daß nur bei pünktlichster Einhaltung der angefetzten Termine, anch bei Regenwetter, unb vollständiger Ausfüllung der Listen eine glatte Abwicklung des Musterungsgeschäfts ermöglicht werden kann und darum die genaueste Beachtung der getroffenen Bestimmungen im eigenen Interesse der Pferdebesitzer liegt.

I. II. 2267. Der Königliche Landrat.

I. V.: T h a in e r.

Zugelaufen: Ein junger brauner Hühnerhund mit weißen Läufen. Meldung bei Eigentümer» bei dem Ort«. Vorstand in Bengendorf.

nichtamtlicher Ccil.

Politischer Wochenbericht.

In den letzten Tagen des Mai haben vor dem K a i se r und seinen fürstlichen Gästen die herkömmlichen Früh- jahrsparaden des Gardekorps stattgefunden. Am 30. Mai ging zunächst die Parade der Potsdamer Garni­son vor sich, und zwar im Lustgarten zu Potsdam, am 31. Mai folgte dann die Parade der Truppen von Berlin und der benachbarten kleinen Garnisonen auf dem Tempelhofer Felde nach. Mittwoch abend war im Weißen Saale de» Berliner Residenzschlosses die übliche Paradetasel. Der Kaiser unterhielt sich lebhaft mit den in seiner Nähe sitzen- den Damen und Herren und hielt nach der Tafel Cercle ab. Anläßlich der Parade fand abends im königlichen Opern- Hause Festvorstellung statt, welcher der Kaiser, die kaiser­lichen Prinzen, die Kronprinzessin von Griechenland, die Prinzessin Arisugaw« und der Fürst von Montenegro bei- wohnten.

Prinz Arisugawa vonJapan und der Fürst von Montenegro sind vom Kaiser durch die Ver­leihung des Schwarzen Adlerordens ausgezeichnet worden. Fürst Nikita seinerseits verlieh dem Kaiser das Großkreuz des montenegrinischen Unabhängigkeitsordens.

Die Abschiedsseierlichkeiten am Schweriner Hose zu Ehren derHerzoginCecilie von Mecklenburg, der Braut de« deutschen Kronprinzen, sind nunmehr zu Ende gegangen. An diesem Sonnabend erfolgt der Einzug der hohen Braut in der Reichshauptstadt, am Dienstag findet bann bekanntlich die Vermählung des erlauchten Braut­paares statt.

Die abgelaufene Woche hat auf parlamentarischem @e< biete den ziemlich überraschend gekommenen Schluß der Reichstagssession gebracht. Der definitive Schluß des Reichstages bewirkte, daß eine ganze Reihe von mehr oder weniger dringlichen Vorlagen, welche noch in der Schwebe waren, unter denTisch des Hauses fallen muß­ten", so die Militärpensionsgesetze, die Novelle zum Börsen- gesetz, die Novelle zur Zivilprozeßordnung, die Vorlage über die Kamerunbahn und der Gesetzentwurf wegen Ausgabe neuer ReichSbanknoten. Voraussichtlich wird dies gesamte jetzt unerledigt gebliebene gesetzgeberische Material dem Reichstage in seiner nächsten Session wieder zugehen, es muß dann mit seiner parlamentarischen Behandlung natür­lich nochmals ganz von vorn angefangen werden. Da» preußische Abgeordnetenhaus ist am Schlüsse seiner Mittwochssitzung auf mehrere Wochen vertagt worden, da kein weiterer Beratung-stoff mehr vorhanden ist; definitiv kann aber die Volksvertretung noch nicht auseinandergehen, weil das Herrenhaus erst noch die endgiltigen Beschlüsse über die Berggesetze fassen muß.

König Alfonso von Spanien hat soeben dem Präsidenten der französischen Republik, Herrn Loubet einen mehrtägigen Besuch in Paris abgeflattet. Der junge spanische Monarch hat seitens der offiziellen Pariser Kreise wie bei der Bevölkerung der französischen Hauptstadt eine recht sym­pathische Aufnahme gesunden, trotzoem dürste Alfonso XIII. wohl nur mit etwas gemischten Empfindungen auf seinen Pariser Aufenthalt zurückblicken. Denn während desselben haben gleich zwei Anschläge auf den hohen Gast der Republik stattgefunden, doch haben dieselben glücklicherweise ihren Zweck verfehlt. Zunächst wollte ein als Anarchist be­kanntes Jndividium den König am Tage feneS Einzüge« erdolchen, der Attentäter wurde indessen festgenommen, noch ehe er den königlichen Wagen erreicht hatte. Ueber da» zweite Attentat auf Alfonso XIII. liegt aus Paris folgende Depesche vom 31. Mai vor: Al» der König von Spanien gegen 12Va Uhr Nachts von der Oper heimfuhr, wurde aus der Menge in der Richtung des Wagens eine mit Nägeln geladene Bombe geschleudert, die mit lautem Knall explo­dierte. Ein Schutzmann, eine Frau und mehrere Pferde der den Königswagen eskortierenden Kürassiere wurden leicht verletzt. Zwei Individuen wurden verhaftet. Außer diesen Attentatsversuchen hat der Besuch Alfonso« XIII. in Paris dort noch verschiedene sozialistische Demonstrationen gezei­tigt. So wehte am Mittwoch auf dem Gebäude der ArbritS- börse eine Zeit lang eine rote Fahne mit der Aufschrist Den Opfern von Montjuich und Barcelona". Die Fahne wurde von der Polizei entfernt. Zwischen dem Präsiden­ten Loubet unb König Alfonso sind bet dem Festmahle, welches am Dienstag zu Ehren des letzteren im Elysee statt- fand, sehr verbindliche Trinksprüche ausgetauscht worden.

Der deutsche Spezialgesandte in Fez, Graf Zotten« bach und die ihm zugeteilten Offiziere sind am 30. vom Sultan in Privataudienz empfangen worden. Der Sultan unterhielt sich fast eine Stunde mit den Herren aufs lieben«- würdigste, die sämtlich die Begabung und da» rege Interesse