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HerrMer Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Zernsprech-Nnschlutz Nr. 8

Nr. 57. Dienstag, den 18 Mai 1905.

Amtlicher teil.

Bekanntmachung.

Auf Grund des rechtskräftigen Planfeststellungsbeschlusses des hiesigen Bezirksausschusses vom 15. Dezember v. Js. B. A. 4946 sollen zum Zwecke des Baus der Nebenbahn GerstungenBachaHünseld von den nachbezeichneten Grund­stücken in der Gemarkung Philippsthal die dabei angegebenen Flächen enteignet werden:

Lsde. Nr.

D es Grundeigentümers

Bezeichnung des Grundstücks

Kulturart des Grundstücks

Größe des ganzen Grundstücks

Größe der zu enteignenden Fläche

Name und Stand

Wohnort

Karten- blatt

Par- zelle

ha

ar

qm

ha

ar

qm

1

Wilhelm Schlotzhauer, Zimmermeister

Philippsthal

7

124

Acker

8

54

1

80

2

Derselbe

7

73

72

Hofraum rc. Desgl.

28

52

1

68

3

Derselbe

7

122

8

20

1

43

71 rc.

ungen werden festgestellt werden und wegen Auszahlung oder Hinterlegung der Entschädigungen verfügt werden wird.

In dem Termin ist jeder an den zu enteignenden Grund­stücken Berechtigte befugt zu erscheinen und sein Interesse an der Feststellung der Entschädigungen, sowie ihrer Auszah­lung und Hinterlegung wahrzunehmen.

Auch etwaige Anträge aus vollständige^Uebernahme der teilweise in Anspruch genommenen Grundstücken sind von den Beteiligten' in dem Termin anzubringen. Spätere Anträge dieser Art sind unzulässig.

Ueber den Besitztitel haben sich die Beteiligten in dem Termin auszuweisen.

Eine Besichtigung der zu enteignenden Flächen wird, falls erforderlich, zu Beginn des Termins vom Terminlokale aus vorgenommen werden.

Cassel, den 12. Mai 1905.

Der Enteigmmgskommiffar

A. II. 4497. Schumann,

Regierungsrat.

nichtamtlicher teil.

Bon dem Herrn Regierungs-Präsidenten zum Enteignungskommissar ernannt, habe ich zur kommissarischen Verhand­lung mit den Beteiligten zwecks Feststellung der Entschädigungen für die fzu enteignenden Grundflächen gemäß § 25 Abs. 1 des Enteignungsgesetzes vom 11. Juni 1874 Termin auf

Donnerstag den 18. Mai d. Js., nachmittags 4k Uhr

Zusammenkunft in der Zinnschen Gastwirtschaft zu pbilippstbal anberaumt.

Zu diesem Termin werden alle Beteiligten gemäß § 25 Abs. 4 a. a. O. mit der Aufforderung geladen, ihre Rechte im Termine wahrzunehmen.

Diese Ladung erfolgt unter der Verwarnung, daß beim Ausbleiben der Geladenen ohne ihr Zutun die Entschädig­ungen werden sestgestellt werden, und wegen Auszahlung oder Hinteflegung der Entschädigungen verfügt werden wird.

In dem Termin ist jeder an den zu enteignenden Grundstücken Berechtigte befugt zu erscheinen und sein Interesse an der Feststellung der Entschädigungen, sowie ihrer Auszahlung und Hinterlegung wahrzunehmen.

Auch etwaige Anträge aus vollständige Uebernahme der Grundstücke sind von den Beteiligten in dem Termin anzn- bringen. Spätere Anträge dieser Art sind unzulässig.

Ueber den Besitztitel haben sich die Beteiligten in dem Termin auszuweisen.

Eine Besichtigung der zu enteignenden Flächen wird, falls erforderlich, zu Beginn des Termins vom Terminlokale aus vorgenommen werden.

Cassel, den 12. Mai 1905.

A II 449611.

Der Enteignungs-Kommiffar

Schumann, Regierungsrat.

Bekanntmachung.

Zum Bau der Nebenbahn GerstungenBachaHünseld sollen in der Gemarkung Heimboldshausen von den nachbezeichneten Grundstücken die dabei angegebenen Flächen enteignet werden:

Lsde. Nr.

Des Grundeigentum

Name und Stand

ers

Wohnort

Bezeiö des Gn

Karten-

blatt

hnung mdstücks

Par­

zelle

Kulturart des Grundstücks

de Gr

ha

Größe 5 ganzen undstücks ar | qm

Größe der zu enteignenden

Fläche ha | ar | qm

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

Weitz, Georg, Landwirt

Eisel, Georg, Maurer und Frau Anna Margaretha geb. Keil

Brandau, Jakob, Christians Sohn, Ackermann und Frau, Christine geb. Lückert

Orth, Georg Heinrich, Küfer und Frau, Barbara Elisabeth geb. Haake.

dieselben

Willhardt, Konrad, Lehrer, und Frau Johannette geb. Engelhard dieselben

Göttlich, Johannes, Maurer und

Frau Barbara Elisabeth geb.

Metz dieselben

a. Malkomes, Wilhelm, Ackermann

b. dessen Frau Wilhelmine geb. Bommer

c. dessen Kinder auS I. Ehe: Johannes Malkomes

o..,^Wilhelm Malkomes

Fischer, Kaspar, Konrads Sohn, Acker- und Frau Sabine geb. Landsiedel

Harnrode Heimbolds­hansen daselbst

daselbst

daselbst

daselbst

daselbst daselbst

daselbst

Bremen Heimbolds­hausen

3

7

5 '

5

5

5

5

5

5

6

6

1

7

44

48

49

51

50

52

53

zu 90

91

Wiese

Garten

Wiese

W

N

Hausgarten (Acker)

Wiese

Garten

4

42

17

9

6

7 (8

36

20

14

13

61

44

81

83

36)

33

16

29)

30

58

69

2

1

1

4

3

84

75

16

94

81 07

33

68

30

30

20

h, m 0" dem Herrn Regierungs-Präsidenten zum EnteignungSkommissar ernannt, habe ich zur kommissarischen Verhandlung zwecks Feststellung der Entschädigungen für die zu enteignenden Grundflächen gemäß § 25 Abs. 1 des ^melgnungsgejetzes vom 11. Juni 1874 Termin auf

_9. , Freitag, den 19. Mai d. Js., vormittags 8'k Uhr

3 i nimeiifiiiift im Bürgermeisteramt zu fieimboldsbaufen anberaumt.

m Termin "wahrzum '^den alle Beteiligten gemäß § 25 Abs. 4 a. a. O. mit der Aufforderung geladen, ihre Rechte Diese Ladung erfolgt unter der Verwarnung, daß beim Ausbleiben der Geladenen ohne ihr Zutun die Entschädig­

Englands MmWlitik null her mW-jaMW Krieg.

Der englische Ministerpräsident hat die militärischen Aufgaben Englands zur Aufrechterhaltung seiner Welt- machlpolitik neulich im Parlament mit Verstand und Witz recht geschickt beleuchtet. Danach hält man in England einen Uebelfall des Jnselreiches z. B durch ein französisches Eroberungsheer, das erst mit etwa 100 Schiffen über den Kanal gefetzt werden müßte, so gut wie unmöglich. Natür- lich denken weder Frankreich noch Deutschland daran, Eng- land zu erobern und Altengland könnte auf seinen Gold­säcken ruhig weiterhig life" spielen, wenn die englische Weltmachtpolitik nicht anderwärts große Löcher oder viel- mehr eine geradezu lächerlich kleine militärische Deckung hätte. Wahrhaftig, die alte stolze Roma, die Weltbezwingerin römische Republik, hat zu ihren Zeiten mehr Soldaten ge­habt und gebraucht, um ihr Weltreich zu erhalten, als Eugland, und dabei ist das englische Weltreich an Qadrat- Meilen und Einwohnerzahl wohl fünfmal größer als das alte römische Reich. Mit etwa 250 000 Landsoldaten und einer Kriegsflotte von etwa 50 Panzerschiffen erster Klaffe, 1000 Kreuzern und 200 kleineren Kriegsfahrzeugen beherrscht England, gerade herausgesagt, fast die ganze Welt. Mit diesen verhältnismäßig unbedeutenden militärischen Kräften schützt England sein einheimisches Jnselreich, seine riesigen indischen Besitzungen, ferner Australien, Südafrika, Egypten, die großen nordamerikanischen Kronkolonien und den üb­rigen bedeutenden englischen Kolonialbesitz. Man sieht daraus, daß England für seine Weltherrschaft im Grunde genommen wenig aurgiebt. Es geht dies klar und deutlich hervor, wenn man bedenkt, was allein Deutschland schon für den Schutz feiner heimatlichen Grenzen aufwendet, indem es beinahe 600 000 Soldaten und Matrosen im Frieden in Waffen hält, und von einer deutschen Weltherrschaft im Sinne der englischen überhaupt keine Rede sein kann. Wie ist es nun möglich, daß England mit diesen geringen Streitkräften die Weltherrschaft ausüben kann ? Einesteils wird dies dadurch erreicht, daß England die größte Kriegs­flotte unter den Großmächten besitzt, andernteils wird dieses Ziel durch die außerordentlich kluge englische Politik erlangt. Mit ebensoviel List als gelegentlicher Kühnheit verfolgt England seit dreihundert Jahren die Politik, durch Kriege anderer Länder sich die Wege für seine Weltmachtpolitik ebnen zu lassen. Spanien und Holland, Frankreich und Holland, mußten sich in früheren Jahrhunderten in furcht­baren Kriegen ruinieren, um England stark und übermächtig zu machen, auch hielt es England in seinem Interesse für dringend notwendig, daß eierst mit HollandüberFrankreich und dann mit Frankreich über Holland herfiel. Im Reben» jährigen Kriege sorgten Preußens Siege für die Erfolge Englands und im deutschen Befreiungskriege sümpften alle Gegner Napoleon» zugleich mit für Englands Weltherrschaft, denn nach dem Untergänge der napoleonischen Weltherrschaft war wieder England die überwiegende Macht. Im Krim­kriege gegen Rußland holte aber wiederum das ehrgeizige Frankreich für England die Kastanien aus dem Feuer. Und der jetzige große russisch-japanische Krieg wird voll­ständig wieder im englischen Interesse geführt, indem das offenbar durch einen Geheimvertrag mit England gedeckte Japan Rußland im fernen Osten Asiens kolossal schwächt und dadurch die Annäherung Rußlands an Indien erschwert und verzögert. Hat doch der englische Ministerpräsident Lord Balfour erst vor wenigen Tagen im Parlamente ge­sagt, daß schon der Bau einer weiteren strategischen Bahn durch die Russen an der afghanischen Grenze ein Kriegsfall für England wegen der Bedrohung Indien» sei. Diese