zieht. Wir sind untereinander Glieder an dem einen Leibe, in dem Christus da» Haupt ist: da» wird Grund unsere» Verhaltens zu den Brüdern in allen Beziehungen des äußeren und inneren Lebens. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebt! Da» ist da» kräftigste aller Motive und das unzerreißbarste aller Bande, die uns an unfern Gott und an unseren Nächsten knüpfen. Durch die für uns gekreuzigte Liebe werden wir wiedergeboren zu lebendiger Hoffnung und tätiger Hingabe an da» Heil; ander» gibt e» keinen Weg und keine Kraft, die uns, die einzelnen und die ganze Menschheit, zum Ziele leiten könnte.
Der russisch-japanische Krieg.
Ueber den gegenwärtigen Aufenthaltsort des baltischen Geschwader» herrscht Ungewißheit. In Tokio hieß eS am Sonntag, die Schiffs dieses Geschwaders lägen in der Nähe von Hongkong; auch lägen fünf Kohlenschiffe bei einer fünf Meilen von Hongkong entfernten Insel vor Anker. — Die Londoner „Daily Mail" meidet aus Singapore: Der hier eingetroffene Dampfer Prinz Heinrich berichtet, als er die russischen Schiffe in der Kamranhbai liegen sah, waren die Kreuzer Dmitridonski und Rio als Spähschiffe vor der Bucht tätig. Ein Schlepper brächte die Kohlenschiffe längsseits der Kriegsschiffe, welche Kohlen einnahmen. Auch erhielten die Schiffe durch zahlreiche Boote Vorräte. Der in Hongkong eingetroffene Dampfer North Anglia Rätete am Freitag spät abends auf der Höhe von Bombay Reef eine starke Kriegsflotte, die südwärts fuhr und lebhaft mit Scheinwerfern arbeitete. Doch konnte North Anglia nicht erkennen, ob es japanische oder russtsche Kreuzer waren. Nach einer Meldung bes Reuterschen Sureaus find die Pescadores-Jnseln unter KriegSrecht gestellt worden. Alle Schiffe müssen sieben Meilen vom Gestade bleiben. Die japanischen Schiffe müssen zur Einfahrt in den Hafen von Kelung die Erlaubnis der japanischen Behörden nachsuchen. Einigermaßen der Aufklärung bedarf noch folgende Londoner Mitteilung: 36 Mann von der Besatzung bet Dampfer Saint Helena und Battersea Bridge, fast alles Engländer, find zu drei Wochen Haft verurteilt worden, weil Re sich geweigert hatten, auf Schiffen mit KriegS- konlrebande für Japan zu fahren.
Tokio, 17. April. Ein amtliches Telegramm meldet: Fünf Schwadronen feindlicher Kavallerie zogen in der Nacht am 15. b. M. in Sanyenching auf der Fakumen-Fenghma« straße ein. Die japanischen Truppen machten einen Nachtangriff und schlugen den Feind nach Norden zurück. Der Feind geriet in Panik und ließ acht Tote zurück; unsere Verluste betrugen zwei Mann. Bei der Besetzung Der» schieden» Punkte geriet die beiderseitige Kavallerie häufig aneinander. Sonst find keine wesentlichen Veränderungen eingetreten.
Tokio, 18. April. Die russische Streitmacht, die auf der Linie Tschantun-Kirin und südlich dieser Linie konzentriert ist, wird auf 200 000 Man geschätzt.
Tokio, 18. April. Nach endgilliger Aufstellung wurden in Port Arthur 41 600 Mann gefangen genommen.
Aus > und Busland.
Aus ® i a r b i n i, 17. April, wird berichtet: S r. Majestät der Kaiser verblieb heute vormittag an Bord der Hohenzollern und hörte die Vorträge der Chefs des Militärkabinetts und des Marinekabinetts, sowie des Gesandten v. Schön. JhreMajestät dieKaiserin unternahm heule morgen von Taormina aus einen Ausflug auf den Monts Venere. Die Postverbindung wird durch den Sleipner aufrecht erhalten. Gegen mittag herrschte hier ein flurmartiger Südwind, der eine Rarte Dünung brächte und die Vorberge des Aetna hinter den Wolken von Staub verschwinden ließ.
In Leipzig ist Montag früh der Präsident des Reichsgerichtes, Wirklicher Geheimrat Dr. Gutbrod, im 62. Lebensjahre nach kurzem Krankenlager einer Lungenentzündung erlegen. Der Verstorbene hat das hohe Amt, das er inne hatte, nicht lange bekleidet. Seine Ernennung zum Reichsgerichtspräfidenten war erst am 29. Oktober 1903 erfolgt und am 30. November hatte er seine AmtSgeschäfte übernommen.
In Sachen derPersonentarifreform fürdie deutschen Eisenbahnen ist man, wie ein Berliner Blatt berichtet, in den beteiligten Verwaltungen nach langem Hin- und ^erberaten zu folgenden Funtamentalsätzen über«
starrte, das war seine Grete, der jeden Stein hätte aus dem Wege räumen mögen, und der Bursche, um dessentwillen sie so verzweifelt ausjah, das war der Mann, den sie ihr Leben anvertrauen wollte.
Hannes ballte die Hand zur Faust und biß die Zähne zusammen, er konnte keinen klaren Gedanken fassen, so wirbelte es ihm im Kopfe. Ehe er sich dessen bewußt wurde, war er in den Saal geeilt und stand neben dem Mädchen.
„Grete!" Es war ein leiser, schmerzlicher Ruf voll Innigkeit und voll zarten Mitgefühls.
Sie hob müde den Kops. „All mein Glück ist dahin!" Tro'tlos klangen die Worte, und trostlos bückten ihn die ge- liebten Braunaugen an.
Hannes hätte ausschreien mögen vor Jammer, hätte mit der Faust, die er noch immer geballt in der Tasche hielt, den Pflichtvergessenen von ihrem Schoße wegstoßen mögen, aber er tat nichts von alle dem. „Laß gut sein, Mädel, ich helfe dir," sagte er, „wir schaffen den Klaus heim."
Sie antwortete ihm nicht, aber sie sah ihn an mit einem Blicke so traurig und so dankbar zugleich, daß es ihm ins Herz schnitt.
Rasch ging Hannes auf den alten Jürk zu, weckte ihn und machte ihm klar, was zu tun sei.
Grete lehnte in ihrem Stuhle zurück, das Gesicht mit den §änben bedeckt. Sie rührte sich auch nicht, als die beiden Männer den Klaus ausgerüttelt hatten und ihn rechts und unks nutzend aus dem Saale führten. Der Weg bis zum mentale war nicht weit, und eine Viertelstunde später kam Hannes 'chon wieder zurück in die Schenke. Es ließ ihm keine - -'' mußte sehen, was aus Grete geworden war. Die Ä^ regungslos aus demselben Platze, die Hände im ^choy. gehaltet und die tränenschweren Augen ins Leeee ge-
^‘ÜR nun mit mir heimgehen, Gretel?" fragte er sanft.
_w nickte, stand aus und ging bis zur Tür. Da zog sie den Hannes dicht zu sich heran und sorschte im Flüstertöne. „Wie wurds mit dem Klaus?
„Er liegt in seinem Bette und schläst," antwortete er dem Mädchen, und ihre unausgesprochenen Gedanken erratend, suhr
eingetommen: 1. Die einfache Fahrt kostet die Hälfte der bisherigen Rückfahrkarten. 2. Für Schnellzüge wird ein Zuschlag von mindestens 50 Pfennig erhoben. Der Kilometersatz steht noch nicht ganz fest, wahrscheinlich wird er Va bis 3A Pfg. betragen. 3. Die Einführung des neuen Tarifs soll im Frühjahr 1906 erfolgen.
In Frankfurt a. M. werden von Ostern ab neben den schon jetzt tätigen Lrhrkräften auch 12 Vertreter der verschiedenen Handwerke im Hauptamte Unterricht erteilen. E» wird also dort von nun ab der Fortbildungsunterricht nicht nur den Schulunterricht erweitern und vervollständigen, sondern auch den praktischen Bedürfnissen der Schüler mehr als bisher entgegenkommen. So soll z. B. beim Rechnen auch die Berechnung der Materialien geübt werden. Es ist dringend zu wünschen, daß da» Frankfurter Beispiel Nachahmung findet; manche Klage im Handwerkerstands würde vielleicht dann verstummen.
Zur Beseitigung des Mangels an Nickel« u n d K u p f e r m ü n z e n find nach einer Mitteilung des Reichsschatzsekretärs an die Handelskammer zu Berlin größere Prägungen eingeleitet worden, denen weitere ver« stärkte Ausmünzungen folgen sollen, bis die lebhafte Nach- frage nach beiden Münzgattungen in ausreichendem Maße befriedigt fein wird.
Der Streit zwischen Koburg und Gotha wegen der geplanten Verlegung bet Hosämter von ersterer nach letzterer Stadt soll jetzt zu Gunsten Koburg» entschieden worden sein. In der am Montag abgehaltenen Schlußsitzung des koburgischen Sonderlandtages erklärte der Prä- Rbent Arnold, es sei begründete Ursache auf Erhaltung der Hofämter in Koburg vorhanden; da» besage ein ihm von der Regierung zugegangeneS Telegramm.
Der italienische Eisenbahnerausstand hat, wie die heutigen römischen Morgenblätter feststellen, einen vollständigen Mißerfolg erlitten. Die Blätter geben ihrer Freude über den Sieg der guten Sache Ausdruck. Im einzelnen wird über die Bewegung berichtet: Rom, 17. April. Heute früh 5 Uhr wurde der Hauptbahnhof von 300 Grenadieren besetzt. Die Eisenbahnzüge konnten mit Verspätung nach Ancona, Pisa, Florenz und Neapel abgehen. Die Weichensteller und das Rangierpersonal, welche Punkt 6 Uhr beim offiziellen Streikbeginn den Bahnhof verließen, wurden durch andere Arbeiter ersetzt, die unter der Leitung von Inspektoren die Rangierarbeiten verrichteten. An die Stell« der ausständigen Lokomotivführer und Heizer trat Militär. In den Bureaus der Elsenbahngeselljchasten fanden R$^200 Lokomotivführer und Weichensteller ein, die sich dem AuLstande nicht anschließen. Die Vereine der Kaufleute, Industriellen und Hotelbesitzer veröffentlichen heftige Proteste gegen den Ausstand. Fünf Kriegsschiffs sind von GaSla nach Genua abgegangen, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Der Telephondienst von Stadt zu Stadt ist auf Befehl der Regierung vorläufig eingestellt.
Aus Limo g es, 17. April wird gemeldet: Die Ausständigen verlangten heute die Freilassung der verhafteten Genossen. Als diese verweigert wurde, suchten sie das Tor des Gefängnisses zu sprengen, rissen auf dem Platze, wo Messe abgehalten wird, Pfähle herau», plünderten mehrere Häuser und errichteten Barrikaden. Die gegen die Menge ausgebotene Kavallerie ging zum Angriff vor; mehrere Pferde verfingen sich in Tauen, die die Ausständigen ausgespannt hatten, und stürzten. Nun gab das Militär Feuer; ein Ausständiger wurde getötet und drei verwundet, einer von ihnen tätlich. Um 10 Uhr 30 Minuten abends war der Messeplatz geräumt. — Bei den Unruhen war die Menge, ehe das Militär zum Angriff vorging, vorschriftsmäßig dreimal zum AuSeinandergehen aufgefordert worden. Die Menge erwiderte jedoch, indem sie die Truppen mit Steinen bewarf, worauf die in Erbitterung geratenen Soldaten ungeordnetes Feuer eröffneten. Mehrere Soldaten wurden durch Steinwü-se verletzt. 30 Personen wurden v«rhostet Bus Provinz u. NacftbargebieL
* (Ausfertigung bet Zollinhaltserklärungen.) Die frühere Bestimmung, daß die zu seinem Postpaket oder Postsrachtstück gehörigen Zollinhaltserklärungen in vielen Fällen teils in deutscher und teils in fremder Sprache aurzustellen waren, ist von der Postverwaltung vor einiger Zeit dahin geändert worden, daß Zollinhaltserklärungen für ein und dasselbe Paket immer in einer Sprache abgefaßt werden sollen. Beispielsweise sind jetzt die zu einem Postpacket nach Bulgarien erforderlichen Zollinhaltserklärungen sämtlich in französischer Sprache abzufassen,
er fort, „die von der Verwandtschaft haben nichts davon gemerkt. Sie waren wohl früher heimgegangen und schon oben in ihrer Kammer."
Grete atmete auf. Sie drückte dem treuen Gefährten stumm die Hand.
Als sie ins Freie traten, ging vor ihnen rotglühend die Sonne auf. Ein kühler Morgenwind wehte ihnen entgegen.
„Es ist frisch heute srüh, Gretel. Hast nichts umzubin- den?" erkundigte sich Hannes.
Sie legte ihm die Hand auf den Arm. „Weißt, mir ist kalt bis ins Herz hinein. S' ist ganz gleich, ob es weht, oder ob es warm ist, frieren tut mich doch."
Da zog er aus der Tasche fein wollenes Halstuch hervor und legte es ihr um die Schultern.
Sie knotete es fest, und ein Gefühl der Wärme durchrieselte dabei ihre starren Glieder. Es tat ihr diese zarte Fürsorge des Jugendgesährten wohl.
Ohne ein Wort zu sprechen, gingen sie neben einander her Als sie aber an dem Jmmenhofe vorbeikamen, blickte sie zu des Klaus Kammerfenster hinaus, aus dem noch Licht schimmerte.
„Hannes — du —" flüsterte sie und schauerte zusammen, „weißt, — ich ertrage das nicht! Ich kann's nicht!" Sie schluchzte auf, und er nahm ihre kleine eiskalte Hand in die seine und streichelte sie beruhigend. „Sei gut, sei stark, armes Gretel," sagte er. Seine Stimme klang unsicher, die Kehle war ihm wie zugeschnürt, und das Sprechen wurde zur Anstrengung. Er wußte auch kaum, was er dem Mädchen antworten, und wie er sie trösten sollte.
Sie hatte ihre Hand aus der seinen gezogen und ging gesenkten Hauptes neben ihm her.
Hannes begleitete sie bis an ihre Kammcrtür. Da blieb er stehen. „Gute Nacht, Gretel!" Er stockte, streichelte mechanisch das krause Fell des Hofhundes, der ihm gefolgt war, und fuhr dabei fort, ohne das Mädchen anzusehen. „Alleweile möchte ich dir noch recht was Gutes wünschen und dir allerlei sagen, aber ich kriegs just nicht zusammen."
Sie lehnte ihm gegenüber an der Tür. „So geht's halt oft, ich hab's heut auch gar nicht zurechtgekriegt, dem Klaus
während früher zwei in deutscher und zwei in französischer Sprache aus,»fertigen waren. Die Neuerung hat für die Absender der Pakete den Vorteil, daß Re die Jnhaltserklä. rungen leichter herstellen und namentlich von dem Durchdruck» verfahren Gebrauch machen können.
* Angestellt als Postassistent: der Postanwärter Schotte in Herrfeld. — Versetzt: Bruns von Homberg nach N i e d e r a u l a.
* Das Allgemeine Ehrenzeichen wurde verliehen: dem Holzhauer Anton Müller und Dem Kulturvorarbeiter Heinr. Schuhmann zu Friedewald.
* Zum Oberlandesgerichtspräsidenten zu Cassel wurde, wie der „Köln. Ztg." aus Berlin gemeldet wird, der seitherige Präsident des Cassler Landgerichts Herr von H a s s e l l ernannt.
* Versetzt wurde: Bin sack, Major z. D. und Kommandeur des Landw.-Bezirks H e r s f»l d, in gleicher Eigenschaft zum Landw. Bezirk Limburg a. b. L.
);( Hersfeld, 18. April. Die gestern Nachmittag um 4 Uhr im Sitzungssaal« des Rathauses abgehaltene Sitzung der Stadtverordnetenversammlung war von 18 Stadtverordneten besucht. Vom Magistrat waren anwesend die Herren Stadträte Auel, Sealig und Z i ck e n d r a h t. Herr Stadtverordneten- Vorsteher Becker eröffnete um 4 Uhr die Sitzung. — Aus Antrag der SautommifRon hat der Magistrat eine Abänderung der Fluchtlinien der Straße an der Untergei» beschlossen. Nach diesem Entwurf wird die linksseitige Häuserreihe nur noch wenig angeschnitten; infolge einet Korrektion beS Geisflusses wird die Straße mehr nach rechts verlegt und der Geisflub bekommt einen geraden Lauf. Nach kurzer Debatte wurde der Entwurf von den Stadtverordneten mit 15 gegen 3 Stimmen genehmigt. — Das Königliche Gymnasium dahier beabsichtigt, einen Um- bau der Gymnasialgebäude vorzunehmen und muß zu diesem Zweck einen Teil der Rosengasse erwerben, da dieses Areal bebaut werden soll. Der Magistrat hat mit dem Königlichen Gymnasium einen Vertrag abgeschlossen, wonach der Fiskus an Stelle des in den Besitz des Gymnasiums über« gehenden Areals der Rosengasse ein neues Straßenterrain längs der Gymnasialdirektorwohnung im Wege bes Austausche» der Stadt zur Verfügung stellt, welches die Stadt auf ihre Kosten als Weg ausbauen läßt, wobei das Königliche Gymnasium als beiderseitiger Anlieger den ortsRatuta- rischenBestimmungen über die Entrichtung der Anliegerbeiträge unterliegt. Diesem Abkommen erteilte die Versammlung ihre Zustimmung. — Der Magistrat teilt einen vom Herrn Bürgermeister Strauß am 29. März b. Js. erstatteten Bericht über die am 20. Februar b. J. stattgehabte ordentliche Generalversammlung der Aktiengesellschaft .Hersfelder Brunnengefellschaft" zur Kenntnisnahme mit. Aus den Mitteilungen des Herrn Bürgermeisters ergab sich, daß die Bilanz der Gesellschaft per 31. Dezember 1904 mit einem Verlust von 1737 Mark 78 Pfg. abschließt und daß dem Vorstand und Aussichtsrat Entlastung erteilt worden ist. Weiter wurde mitgeteilt, daß die Generalversammlung beschlossen habe, den AufsichtSrat und Vorstand zur weiteren Ausgabe von neuen Aktien bis zum Gesamtbetrage von 400 000 Mark zu ermächtigen, so daß das Grundkapital der Gesellschaft auf die Höhe von 500 000 Mk. gebracht wird. Die neuen Aktien sollen sämtlich auf den Inhaber lauten und es soll dem Vorstand frei stehen, innerhalb der Grenzen der vorgeschriebenen Summe Aktien der Reihe A zu je 1000 Mk. oder solche der Reihe B zu je 200 Mk. oder endlich solche beider Serien auszugeben. Auch ist es dem Vorstand überlassen worden, den ganzen Betrag von 400 000 Mk. auf einmal oder in beliebigen Raten zu begeben. Die Ausgabe der neuen Aktien darf nicht unter Pari erfolgen, doch kann sie mit einen Agio vorgenommen werden, dessen Höhe der Bestimmung des Vorstandes überlassen bleibt. Die bisherigen Aktionäre der Gesellschaft haben aus den Bezug der neuen Aktien ein Vorzugsrecht und zwar auf Neuzeichnungen, die ihren bisherigen Aktienbesitz nicht übersteigen, ohne Verpflichtung zur Entrichtung eines Agio. Außerdem ist der Vorstand ermächtigt, Genußscheine auszugeben und zwar 80 Genußscheine der Serie A und 100 Genußscheine der Serie B, entsprechend den bis dahin vorhandenen Aktien. Jeder derzeitige Besitzer einer Aktien erhält einen Genußschein Serie A und jeder Besitzer einer Aktie B einen Genußschein der Serie B. Dieselben gewähren indessen kein Stimmrecht. — Der Magistrat hat beschlossen, weitere 10 Aktien der Hersfelder Brunnen- gesellfchasl Reihe A zu je 1000 Mark für die Stadt HerS- feld zu übernehmen. Dieser Beschluß veranlaßte eine
was Gescheites zu sagen, das ihn vernünftig gemacht hätte."
Nun griff er noch einmal nach ihrer Hand. „Trösten kann ich dich nicht, Gretel, aber bringe deine Sorge dem lieben Herrgott, rede mit dem, und dann versuch's tapfer von neuem mit deinem Schatz. Mußt ihn ja halten, daß er nicht untergeht."
Das Mädchen seufzte. „Meinem Herrgott will ich's alles klagen; ;u wem sollte ich auch sonst davon reden, wenn du weg bist, und einen muß man haben, dem man sein Herzleid bringt. Das andere aber," — sie zog die Stirn kraus und sah finster drein, — „das werd ich mir noch überlegen." Sie nickte ihm kurz zu und öffnete ihre Kammertür, aber sie wandte sich noch einmal zurück. „Wann machst du weg, Hannes?"
— Augsburg, 17. April. Die Augsburger Abend« zeitung meldet das Auftreten der Genickstarre in hiesiger Gegend. Am Sonnabend ist ein Gärtnerlehrling in Haun- Retten an dieser Krankheit gestorben.
— (Ei n Geständnis b e 6 Mörders Büther in Hannover.) Gestern bat der Mörder Büther um eine gerichtliche Vernehmung zur Abgabe eines Geständnisses ; dem Wunsch wurde sofort entsprochen. Staatsanwalt Krause mit einem Protokollführer begab sich zu seiner Vernehmung in das Gerichtegefängnis. Büther erklärte, daß der Schuhmacher Paul der Mörder der Elfe Kassel fei; er habe zwar nicht gesehen, daß Paul das Kind ermordet hat, er fei aber Zeuge gewesen, als Paul die Leichenteile der Else Kassel in seinem Keller vergraben habe. Paul sei auch der Urheber des zweiten Verbrechen», indem er ihm (Büther) das Mädchen zugesührt habe. Büther habe die Erna Schare nach der Vergewaltigung am Halse gewürgt und getötet, Paul habe aber dann die Leiche mit einem Messer aufgeschlitzt und so zerstückelt, wie sie gesunden worden sei, auch die Setbergung der Leichenteile sei von beiden gemeinsam beraten worden. Paul leugnet bislang nach wie vor, an einem Verbrechen beteiligt gewesen zu sein. Die Kriminalpolizei hat nunmehr auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft die sämtlichen Schuhmachergerätschaften bes Paul beschlagnahmt.