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Geschwaders wird in Japan mit großem Interesse verfolgt. Die japanische Regierung ist entschlossen, darauf zu be- stehen, daß die Mächte die Haltung unbedingter.Neutralttät bewahren. Für den Fall, daß diese Neutralität ernstlich verletzt oder daß den Vorstellungen Japans nicht Rechnung getragen werden sollte, wird Japan besondere Maßregeln ergreifen.

Nach einer Meldung aus Amoy war dort bis heute früh keine Nachricht über den Aufenthalt der russischen Flotte eingegangen. Sicher ist, daß sie bisher in die gor» mosa-Straits nicht eingelaufen ist Man nimmt an, daß Rojestwenskij die Absicht hat, die Pekcadoreb.Jnseln anzu- lausen. Wenn dies gelingt, hat er dort eine gute Basis für seine letzten Vorbereitungen zur Schlacht.

Chardin, 15. April. Das in Mukden freigelassene Sanitätspersonal berichtet, die russischen Vorposten hielten unseren Troß für feindliche Artillerie und beschossen ihn heftig auf 1500 Schritte. Der japanische Eskorteoffizier ritt Fahnen schwingend auf die Artillerie los, bis das Mißverständnis gelöst war.

Ein Urteil über das russische und das japanische Heer hat ein höherer schweizer Offizier, ein Augenzeuge der großen Schlachten in der Mandschurei, abgegeben.

Oberstleutnant Gertsch, der Schweizer Delegierte bei der japanischen «rmee, ist Stute in Bern eingetroffen. Er erklär einem Berichterstatter des Bund gegenüber, das G.heimnis der japanischen Siege liege in Ueber­lieferung, Religion und Erziehung. Die Japaner kennen keinen höheren Wunsch, als in der Schlacht totgeschlagen zu werden, wegen der Ehre, die ihrem Andenken und ihrer Familie aus ihrem Kriegertode erwächst. Die Russen haben ihnen das Siegen nicht allzuschwer gemacht, einer anderen europäischen Armee gegenüber würde dar nicht so leicht gehen. Die japanische Kavallerie ist schlecht beritten, aber zur Aufklärung immer noch tauglicher, als die russischen Kosaken, die noch schlechter beritten und ganz mangelhaft ausgebildet find. Das Material der russischen Armee ist dem der japanischen bedeutend überlegen. Die russische Artillerie kann das Feuer auf 6 bis 7 Kilometer eröffnen, die japanische höchstens auf 4 bis 4Vs Kilometer. Die Russen konnten aber die Ueberlegenheit des Materials nicht ausnützen, denn ihre Feuerleitung und Geschützbedienung in den Batterien steht nicht auf der Höhe der Zeit, während bei den Japanern die Batteriechefs und die Geschützbedienung vortrefflich ausgebildet sind. Das japanische Artilleriefeuer ist daher sehr wirksam. Gertsch hat das am 6. JamiLi- gefallene Port_8jll^.JKÜl$t7~*^"^ am Hafen war sehr zerschossen, das Innere der Festung da­gegen und die europäische Stadt hatten wenig gelitten.

At Vorgänge in Rußland.

Die reformfreundliche und die absolutistische Strömung in den Kreisen der russischen Regierung laufen immer noch unvermittelt nebeneinander her. So wird jetzt mitgeteilt, daß die Absicht besteht, in der nächsten Woche die Vorarbeiten zur Ausführung des kaiserlichen Reskripts vom 3. März zu beenden und sie alsdann dem Ministerrate zu unterbreiten. Dieser wird Jie prüfen und seine Entschei­dung vor Ostern treffen. Andererseits sind die Wünsche des Heiligen Synods auf Einleitung einer grundlegenden Kirchenreform durch eine Entscheidung des Zaren auf un* bestimmte Zeit vertagt worden.

Auf das Gesuch des Synods, ein Konzil einzuberufen, um die Wahleines Patriarchen und Reformen in der Kirchenverwaltung vorzunehmen, hat der Kaiser eigenhändig den Vermerk gemacht ,3 b finde es unmöglich, in der gegenwärtigen unruhigen, Zeit eins so große Sache zu vollbringen, die Ruhe und Ueber legung erfordert. Ich behalte mir vor, bei Eintritt beS dafür günstigen Moments nach altem Beispiel der recht­gläubigen Kaiser diese große Sache in Gang zu bringen und ein Konzil der allrussischen Kirche zur kanonischen Er­örterung von Glaubenssachen und der Kirchenverwaltung einzuberufen.

Lodz, 15. April. Als heute mittag die Gemeinde die Synagoge verließ, feuerten an der Ecke der Pstrikauer- und Grünenstraße zwei junge Leute auf den Schutzmann Gaj- doweki vier Revolverschüsse ab. Von zwei Schüssen tödlich getroffen brach der Beamte zusammen; ein Droschkenkutscher wurde verletzt. Er gelang, den einen Attentäter, der mit zwei Revolvern bewaffnet war, zu verhaften; der andere entkam.

In Ielisabetopol haben wieder Unruhen stattgefunden;

Zügen des jungen Burschen wohl bemerkt und hoffte, durch seine Entfernung dessen Mißstimmung zu beseitigen.

Laßt es euch wohlgehen, und viel Vergnügen," sagte er, ich bringe nun den Oberbauer heim." Er nickte grüßend, sein Blick tauchte einen Augenblick in die Braunaugen der Jugendgefährtin.Sei nicht grätig, Mädel," raunte er ihr halblaut zu im Vorbeigehen.

Sie erwiderte seinen Blick mit einem freundlichen Lächeln. Er war doch gar so gut, der Hannes, immer suchte er au5= zugleichen und zum besten zu reden, dachte das Mädchen.

Klaus hatte den kurzen Vorgang beobachtet, ohne die Worte verstanden zu haben. Er zog Grete mit sich fort in den Garten. Als sie da etwas abseits von den anderen unter einem blühenden Fliederstrauche standen, griff er nach ihren beiden Händen und hielt die fest, wie in einem Schraubstocke.Willst mich rein närrisch machen mit Deinem Getue," fuhr er sie heftig an.Ich verbitt mirs, daß der Lehrer in der bunten Jacke Dir heimlich Süßholz vor- raspelt, wie er stchs eben unterstanden hat, zu tun, und ich verbitt mirs ebenso, daß Du ihn mit solchen, solchen jreundlichen Augen ansiehst, als ob Du ihm wer weiß, wie gut wärst."

Hab es ja immer gesagt, daß ich dem Vetter gut sei," trotzte sie.Was soll das Reden darüber?"

Mädel, mach mich nicht verrückt! Ich leids nicht, daß chr zwer miteinander scharmiert."

Jetzt aber riß dem Mädchen die Geduld, sie machte sich mit einer hemgen Bewegung von ihm frei und verschränkte b kem Unsinn, hörst, das laß ich mit nicht

11$ ^eder zu tief ins Glas gesehen?" Deine ^,NK^ ^ ^"^ heute passieren tät, wärs Brauen"^ ' ^^ ^ ^ ^nster zusammengezogenen

. ..Auch aus Gretes Stirn zeigte sich eine Falte.Du 1?$ ^ "" Zwei dann nichts miteinander zu schaffen

Klaus drehte sich kurz um und ging in die Schenke ohne ihr ein Wort zu antworten. '

Das Mädchen sah ihm nach, sie rief ihn zurück, aber in

auf dem Bahnhöfe sind tausend Angestellte und Arbeiter ausständig. Der Verkehr der Warenzüge ist eingestellt. In Helsingsfors demonstrierte eine zehntausendköpfige Ar­beitermenge zugunsten des allgemeinen Stimmrechts.

Petersburg, 15. April. In Kiew ist eine geheime Druckerei entlieft worden, und zwar in der Narebalskistlaß«. Dabei wurden Tausende von Exemplaren einer Proklamation gefunden, die mitKomitee der Sozialdemokratie" unter­zeichnet waren. Es wurden dabei ein junger Mann und eine jugendliche Frauensperson verhaftet.

Bus In- und Ausland.

Aus Schwerin, 16. April, wird gemeldet: Seine Kaiserliche Hoheit der Kronprinz traf heute früh von Raben» steinfeld kommend mit dem Großherzog zur Begrüßung der Herzogin Ereilte hier ein. Kurz darauf traf auch die Großherzogin Marie ein und begrüßte ebenfalls die Her­zogin Cecilie. Nach dem Frühstück begaben sich die Herr- schaften zum Gottesdienst.

Wie aus einem gemeinsamen Erlaß desHandelsministerr und des Minister» des Innern zu ersehen ist, hat dasReichs- versicherungsamt zu der Frage Stellung genommen wie es mit den Bescheinigungen über die Ausrechnung der QuittungSkarten zu halten wäre, die nach einjähriger Auf­bewahrung bei den Polizeibehörden unbestellbar geblieben sind. Das Reichsversicherungsamt hat davon abgesehen, wegen Aufbewahrung der Ausrechnungsbescheinigungen eine entsprechende Anweisung an die Landes-Versicherungs- anstalten ergehen zu lassen. Da beim Fehlen einer gesetz­lichen Bestimmung kein Anlaß vorliegt, den Polizeibehörden die Verpflichtung zur Aufbewahrung der erwähnten Beschei­nigung aufzuerlegen. so werden die Polizeibehörden ermäch­tigt, die betreffenden Bescheinigungen ein Jahr nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie eingegangen sind, zu ver­nichten.

Aus Straßburg wird vom 15. April berichtet: Der Kaiserliche Rat hat heute den Rekurs abgewiesen, den die Einwohner von Fameck und der Bischof von Metz gegen die Entscheidung des Bezirkspräsidenten von Metz ange­meldet hatten, wonach eine Trennung des Famecker Fried- Hofes in Abteilungen nach Konfessionen verboten ist.

Die Beschlüsse zweiter Lesung der Kümmission des preußischen Abgeordnetenhauses -sür^tzse Berggesetz- N o v efl^ habtir^dre'Hoffnung auf eine Verständigung Mischen der Regierung und dem Abgeordnetenhause über grundlegende Fragen des BergarbeiterschutzeS eher ver­mindert als gesteigert. Wie dieNat.-Ztg." hört, erscheinen gerade eine Reihe Beschlüsse zweiter Lesung der Regierung als vollkommen unannehmbar. Hierzu gehört namentlich die Ocffentlichkeit der Wahl zu den Aibeiteraurfchüssen, und der auf freikonservativen Antrag gefaßte, gesetzlich völlig unhaltbare Beschluß, welcher die Verwirkung des rückständigen Arbeitslohnes beiVertragsbrüchiger" Lösung des ArbeitSverhältnisses vorsieht. Aber auch andere der von der Kommission vorgenommenen Abänderungen bieten für ein Zustandekommen des Lande-gefetzeS außerordentliche Schwierigkeiten. Trotzdem hält man in maßgebenden Kreisen der Regierung nach wie vor an der Hoffnung fest, daß eS zu der dringend wünschenswerten Verständigung mit dem Plenun c "geordnetenhauies doch noch kommen werde. Ueber die F-age z. B., ob geheime oder öffentliche Wahl der Ausschusse haben sich ja die Konservativen ihre endgiltige Entscheidung durchaus vorbehalten. Jedenfalls aber er­scheint Die Regierung entschlossen, auf keinen Fall die ganze gesetzgeberische Aktion im Sande verlaufen zu lassen.

Das freiwillige Automobil k o rps traf am Freitag nachmittag 5Va Uhr in Stärke von 30 Wagen auf feiner ersten Uebungsfahrt Berlin-Kiel unter Führung des Prinzen Heinrich von Preußen in Hamburg ein.

Anfang Mai und zwar noch vor der Konferenz über die Perfonentarif. Reform findet, wie verlautet, in Freiburg eine Sitzung des die Betrieb^mittel-Gemeinschaft vorberatenden Ausschusses statt. Ihm werden mit der Vor­arbeit weit vorgeschrittene Fragen zur Erörterung vorliegen. Die Angelegenheit befindet stch in einem den befriedigenden Abschluß sehr günstigen Stadium. Ueber die Bedeutung der Frage giebt die Tatsache einen Begriff, daß es sich bei der Betriebrmittel-Gemeinschaft um die Umlegung von einer halben Milliarde jährlich handelt.

Zu der merkwürdigen französischen Verschwö - rungsangelegenheit wird aus Paris vom 15. Ap il folg-ndes berichtet: Der die Verschwörungsangelegen-

dem Wirrwarr der Stimmen hier draußen verhallte ihr Ruf.

Aus den geöffneten Fenstern des Tanzsaals schallte von neuem die Musik, Burschen und Mädchen drängten sich wieder in den Saal hinein. Grete blieb allein zurück. Ihr war das Herz wund und wehe und eine quälende Angst bemächtigte sich ihrer, wenn sie an die letzten Worte des Klaus dachte. Liebe und Friede, der Engelgruß unter den Maien, wo war der erwartete Segen geblieben?

Am liebsten wäre das Mädchen heimgegangen; aber sie mochte ihren Streit mit dem Klaus nicht an die große Glocke hängen, und das wäre geschehen, wenn sie jetzt weg gewollt hätte, wo der Jmmenhöser mit seiner Verwandtschaft noch dablieb.

Ihr Vater war schon seit Stunden zu Hause.Eine ge­mütliche Pfeife daheim bei Muttern ist mir lieber, als immer hier dies Gedudele anzuhören," hatte er gemeint, als er aus- brach.Einen guten Schoppen krieg' ich da auch und der schmeckt mir besser, als euer Bier hier."

Der blonde Peter hatte sich suchend überall nach Greten umgesehen und entdeckte sie jetzt.Wie ists," fragte er, an sie herantretend,kriege ich nun den Tanz, der mir vorhin abgezwackt wurde?"

Sie nickte mechanisch, ihr war es gleichgültig, wer sie zum Tanze führte, sie wollte nur wieder hinein, um zu sehen, wo Klaus steckte. Zuerst konnte sie ihn nicht entdecken, so sehr sie auch nach ihm ausspähte, aber nach einer Weile wurde sie seiner doch gewahr. Er stand zwischen mehreren jungen Burschen, ein Glas in der Hand und lebhaft redend.

Wie wird das enden?" schoß es dem Mädchen durch den Sinn, und rasch entschlossen versuchte sie, durch den Kreis der jungen Leute zu Jürk zu dringen. Das war nicht so leicht, aber Grete wußte durchzuführen, was sie wollte. So war sie denn auch bald bis zum Klaus durchgedrungen, freilich von vielen neugierigen und lachenden Burschen ange- stant, die sich halblaut allerhand Späße zuraunten und be­gierig waren, was das hübsche Mädchen von seinem Schatze wollte.

Der Grete brannten die Backen; es war ihr zu Mute, als stände sie am Pranger. Aber aus alle dem Getöse um

heit bearbeitende Untersuchungsrichter verhörte heute eine Anzahl Zeugen, insbesondere einen Hauptmann bei der kolonialen Infanterie in Toulon namens Maroix, dem Tamburini vor zwei Monaten für die Beteiligung an dem Komplott gegen die Regierung 150 000 Francs geboten hat. Bei den Verhören stellte sich, wie es heißt, heraus, daß Tamburini einigen Offizieren, die er für feine Pläne zu gewinnen suchte, als Deckadresse den schwedischen Indu­striellen Wilhelm Meinhart angab, dessen Pariser Vertreter der kürzlich verhaftete Skandinavier Handen war.

Der Kampf an der a l g e r i s ch e n Grenze zwischen den Truppen des Prätendenten Bu-Hamara und denen des Sul­tans von Marokko scheint sehr ernst gewesen zu sein. Die Verluste des Prätendenten sind recht beträchtlich. Sie werden auf etwa 100 Tote und sehr viele Verwundete geschätzt. Es waren 10 Franken auf den Kopf jeder Rebellen gesetzt. Die Truppen des Sultans haben nur einen Verlust von 10 Toten und ungefähr 20 Verwundeten gehabt.

Nach einer Unterredung mit dem Arbeiter - Minister Ferraris beschlossen die italienischen Eisenbahner, am Mon­tag in den Ausstand zu treten.

Aus Provinz u. Nachbargebiet.

DasReichspostamt hat eine Verfügung erlassen, wonach Drucksachenfendungen, bei deren Durchsicht wahrgenommen wird, daß der Inhalt auberdeutsche Lotterien betrifft, in Zukunft als unbestellbar behandelt werden soll. Bisher waren solche Sendungen befördert worden, obwohl das Spielen in ausländischen Lotterien in den deutschen Einzelstaaten verboten ist.

* (Baubeamte für den Kolonialdienst.) DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Infolge der Jnaugriff- Nahme neuer Bahnbauten in unseren Kolonien, beS Aus­baues und der Verbesserung des Hafen» von Swakopmund, sowie der geplanten Ausbesserung wichtiger Bahnarbeilen bieten sich, dem Vernehmen nach, für jüngere mittlere Bau- beamte günstige Aussichten zur Verwendung im Kolonialdienste. Bevorzugt werden technische mittlere Beamte der Eisenbahn­oder der allgemeinen Bauverwaltung, welche die für den heimischen Dienst vorgeschriebenen Prüfungen abgelegt haben. Die Annahmebedingungen sind folgende: Verpflicht­ung zu einer anderthalb- bis dreijährigen Dienstzeit je nach den klimatischen Verhältnissen des betreffenden Schutzgebiete«; 5400 Mark jährliche Remuneration nebst freier Wohnung, reichliche Ausrüstung»- und Reisegelder, freie ärztliche Be, Handlung im Schutzgebiete. Die Bewerber müssen 25 bis 30 Jahre alt, unverheiratet, völlig gesund und im Besitze guter Zeugnisse sein, sowie ihrer Militärpflicht genügt haben. Meldungen mit Lebenslaus und Personalpapieren sind an die Kolonialabteilung des Auswärtigen AmteS in Berlin zu richten.

*(Die neue Dienstkleidung der Gepäck­träger.) Auch für die Gepäckträger an den Staatsbahnen soll eine neue Dienstkleidung eingeführt werden. Daü ihnen vorgeschlagene Muster haben die Vertreter beS Standes für zweckmäßig anerkannt; die Gepäckträger werden daher künftig in einer blufenartigen Joppe aus grünem Stoff mit Taillen- gurt im Rücken und Umlegekragen nach Art der Litewken erfcheinen; zumAustragen" der älteren Joppen ist ihnen bis zum 1. Juli k. Js Frist gewährt. Zugleich ist auch ein einheitlicher Modus für die Aufbewahrung des Passagier­gepäcks eingeführt worden. Dies sollen die Gepäckträger von jetzt an nur bis iVs Stunden vor Abgang des betreff. Zuges zur Aufbewahrung und Unterbringung in den Abteilen annehmen dürfen. Im übrigen kann das Handgepäck vom Publikum bei den amtlichen Gepäckausbewahrungsstellen abgegeben werden.

* Volkstümliche Wetterregeln haben, wie ein Artikel der naturwissenschaftlichen Wochenschrift aus- führt, meist ihren Grund in meteorologischen Wahrheiten. Heißt es z. B.;Wie am Freitag, so ist auch am Sonn­tag das Wetter," so steckt hierin etwas Richtiges und etwas Falsches. Richtig ist, daß Zyklone, die auf derselben Zug- straße, einer dem anderen folgend, an uns vorüberziehen, oft etwa zwei Tage für den Vorübergang brauchen. Waren wir also am Freitag z. B. in der Vorderseite des einen Zyklones mit Regen, so können wir nach einem frischen und heiteren Wetter am Sonnabend wieder zum Sonntag in die Vorderseite des nachfolgenden Zyklone», also abermals in Regen geraten. Falsch aber an der Wetterregel ist e«, daß der Zeitraum zwischen zwei Zyklonen etwa immer zwei Tage betragen solle, und reiner Aber­glaube ist es, daß diese Regel etwa gerade für Freitag und

sie her meinte sie wie aus weiter Ferne das Läuten der Frühglocken am Pfingstsonntag zu hören,Lieb und Fried", Lieb und Fried," ja, das wollte sie sich erkämpfen, auch mit Opfern.

Ich komme Dich holen, Klaus, wir wollen den Länderer zusammen tanzen," sagte sie und bemühte sich, die Unruhe zu verbergen, die sie immer schärfer peinigte, als das gerötete Gesicht ihres Bräutigams und seine seltsam flackernden Augen ihr verrieten, daß er bereits auf dein Wege war, sich selbst zu verlieren.(Fortsetzung folgt.)

Kaiserslautern, 15. April. Wie die Pfälzische Presse" aus Zweibrücken meldet, hat gestern der Leutnant Moser den Infanteristen Hager von der 6. Komp. der 22. bayr. Infanterieregiments auf dem Militär- schießplatz aus Unvorsichtigkeit erschossen. Untersuchung ist eingeleitet.

Ein unhöflicher Papagei hat sich auf der Geflügelausstellung in München produziert. Prinz Ludwig mit Frau und Töchtern trat gerade auf eine Gruppe von fünf oder sechs Damen zu, die einen grüngefiederten Papagei zum Sprechen ermunterten, als Lora den Hal» reckte und aus feinem Sprechsatz die Worte zum Besten gab: «Lauter alte Weiber I" Da die hohen Herrschaften sich sehr belustigt zeigten über den raubeinigen Vogel, so wird er wohl am Leben bleiben dürfen. Ein Staatsanwalt kann ihm ohnehin nicht an den Kragen.

d e n s ch e i d , 15. April. Bei einem aus Ungarn gekommenen Ziegelarbeiter wurde Genickstarre festgestellt. Ein anderer Ziegelarbeiter erkrankte gleichfalls unter verdäch­tigen Erscheinungen. Beide wurden isoliert im Kranken­hause untergebracht.

Essen (Ruhr), 15. April. Heute ist im Hombrucher Krankenhause ein Mann an Genickstarre gestorben.

Speyer, 16. April. Infolge falscher Weichen- stellung ist in der vergangenen Nacht gegen 12 Uhr in der Nähe der Station Schiffeistadt ein Güterzug entgleist. Der Heizer war sofort tot, mehrere Beamte find schwer verletzt.