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Gratisbeilagen: „Illustriertes Sonntagsblatt" und „Illustrierte Landwirtschaftliche Beilage"
Fernsprech-Knschlutz Nr. 8
Nr. 39.
Sonnabend, den 1. April
1905.
WmiWS-EMnz
auf das Umfelder Kreisblatt
Das Hersfelder Areisblatt bringt außer den amtlichen Bekanntmachungen zuverlässige Mitteilungen über Ereignisse in der Politik, Berichte aus dem Areise, der Provinz und Nachbargebieten. Reichhaltige Nachrichten vermischten Inhalts bringen alle sonstigen mitteilenswerten Ereignisse zur Aenntnis der Leser. Ferner bilden sorgfältig ausgewählte
spannende Romane,
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Amtlicher Ceil.
Ernennung von Sachverständigen zur Prüfung von Kraftfahrzeugen unb deren Führern.
Mit Beziehung auf meine Bekanntmachung vom 21. Dezember v. I. (Amtsblatt für 1904 Nr. 52 vom 29. Dezember 1904) bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß der Stadtbaumeister Ph. Großklaus in Efchwege als weiterer Sachverständiger für die Erteilung von Befähigungs zeugniffen für die Führer von Kraftfahrzeugen bestellt worden ist. (A. 11. 996«.)
Cassel, am 1. März 1905.
Der Regierungs-Präsident. J. V.: v. K s m e k e.
* * *
Hersfeld, den 16. März 1905.
Wird veröffentlicht.
b 1805. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs Rat.
Hersfeld, den 24. März 1905.
Die Polizetverordnung Dom 3. Dezember 1896/27. August 1897, betreffend die Listenführung über den An- und Verkauf von Rindvieh, Schafen, Schweinen, Pferden durch Viehhändler (Regierungs-Amtsblatl 1896 S. 265, 1897 S. 198) soll, einer Verfügung des Herrn Regierüngs-Plä- sidenten vom 10. d. M. J. A. 111 925 entsprechend, künftighin nicht mehr zur Anwendung gebracht werden.
Den Ortspolizeibehörden und der Königlichen Gendarmerie des Kreises teile ich solches zur Nachachtung mit.
1. 2046. Der Königliche Landrat.
J. V.:
T h a in e r.
Der nächste Termin der durch das Gesetz vom 18. Juni 1884 vorgeschriebenen Prüfung von Schmieden über ihre Befähigung zum Betriebe des Hufbeschlaggewerbes wird hierselbst am Freitag den 19. Mai ds. Jr. abgehalten werden.
Meldungen zu dieser Prüfung sind unter porto- und bestellgeldfreier Einsendung einer Prüfungsgebühr von 10 Mark bis spätestens den 8. Mai b. Js. an den Unterzeichneten zu richten.
Mit der Meldung zugleich sind einzureichen:
1. der Geburtsschein,
2. etwa vorhandene Zeugnisse über die erfolgte technische Ausbildung (Gesellen-, Meisterbrief u. dgl.),
3. eine schriftliche Erklärung darüber, ob der Meldende sich schon einmal der Prüfung erfolglos unterzogen hat.
Er werden nur solche Schmiede zugelassen, welche
das 19. Lebensjahr vollendet haben und den amtlichen Nachweis erbringen, daß sie die drei letzten Monate vor der Meldung zur Prüfung im Regierungsbezirk Gaffel sich aufgehalten haben.
Schmiede, welche die Prüfung nicht bestanden haben, können erst nach Ablauf von 6 Monaten zu einer neuen Prüfung zug lassen werden.
Gaffel, am 12. März 1905.
Der Vorsitzende der Huffchmiede-PrüfungSkommifsion des Regierungsbezirks Cassel. gez. T i e tz e, Königlicher Departementstierarzt.
* * Hersfeld, den 23, März 1905. Wird veröffentlicht.
1. 2011. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer-Regierungs-Rat.
HsrSfeld, den 23. März 1905.
Die unter dem Schweinebestands des George Götz in HeeneS ausgebrochene Schweineseuche ist erloschen. 1. 2034. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.
Hersfeld, den 30. März 1905.
Die Herren Bürgermeister des Kreises haben die Ihnen in den nächsten Tagen zugehenden Losungsscheins für die in ihren Gemeinden befindlichen Militärpflichtigen denselben alsbald auszuhändigen und das beigefügte Verzeichnis, nach, dem der Empfang der LooSscheine auf demselben bescheinigt ist, ungesäumt an mich zurück zu senden.
Der Königliche Landrat Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rat.
Hersfeld, den 29. März 1905.
Unter dem Schweinebestande des Gutsbesitzers Kämmerer zu Gut Nippe ist die Rollauffeuche ausgebrochen.
1. 2193. Der Königliche Landrat
Freiherr von Schleinitz,
Geheimer RegierungS-Rat. .
Gefundene Gegenstände:
Ein Paar gelbe Kinderschuhe. Meldung des Eigentümers bei dem Bürgermeister zu Schenklengsfeld.
Die AuSschreiben vom 1. Februar ds. Js. I. Nr. P. 880 betreffend den Kaufmann unb Reifenden Karl Heinr. Zubrodt von hier, sowie vom 13. Februar b. Js. J. Nr. P. 1215 betreffend die ledige Katharine N-ssel von hier werden als erledigt zurückgenommen.
Hanau, den 20. März 1905.
Königliche Polizei-Direktion.
nichtamtlicher Ceil.
Politischer Wochenbericht.
Im preußischen Abgeordnetenhause hat die erste Beratung der Berggesetz-Novellen statt- gefunden. Der „Reichsanzeiger" legte dar, daß die in Angriff genommenen Reformen schon seit längerer Zeit Gegenstand der Erwägung seitens der Regierung gewesen seien, und daß der Ausstand nur den äußeren Anlaß zu ihrer Ausführung gegeben hätte. Die Stellungnahme der verschiedenen Parteien läßt erwarten, daß trotz erheblicher Meinungsverschiedenheiten im einzelnen doch eine Verständigung erzielt werden wird. Während Zentrum und Freisinr^ge über die Vorschläge der Regierung noch hinausgehen möchten, machen sich bei den beiden konservativen Parteien unb auch bei einem Teil der Nationalliberalen mancherlei Bedenken geltend. Alle Parteien aber sprachen ihre Bereitwilligkeit aus, zur Eizielung eines brauchbaren Ergebnisses mitzuwirken.
Unser Kaiser hat bei seinem Aufenthalte in Lissabon einen äußerst herzlichen Empfang seitens des Königs von Portugal und der portugiesischen Bevölkerung gesunden. Anläßlich seines Besuches in der Geographischen Gesellschaft zu Lissabon hielt Kaiser Wilhelm eine mit jubelndem Enthusiasmus aufgenommene Rede. Er betonte, daß Deutschland und Portugal auf kolonialem Gebiete in hervorragendem Maße durch gemeinsame Interessen Der« bunden find, und schloß seine Rede mit dem Ausdruck« des Wunsches, daß die Besitzungen Portugals in anderen Weltteilen sich auf der Bahn des Fortschrittes und der Zivilisation gedeihlich weiterentwickeln mögen. Der Kaiserbesuch in Lissabon hat zweifellos zur Festigung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Portugal erheblich beigetragen.
Größeres Interesse als der bisherige Verlaus der Kaiserreise aber erregt noch der bevorstehende Besuch in
Tanger. Allen falschen Gerüchten und Vermutungen, die sich an diesen Besuch knüpfen, hat der Reichskanzler durch seine jüngste ReichstagSrede den Boden entzogen. Graf Bülow legte dar, daß es ein aussichtsloses Unternehmen sei, dem kaiserlichen Besuche in Tanger irgendwelche selbstsüchtigen, gegen die Integrität und Un- abhängigkeit von Marokko gerichteten Absichten unterzuschieben. Es ließe sich aus diesem Besuche ein berechtigtes Motiv zur Beunruhigung nicht herlettcn. Anderseits aber betonte der Reichskanzler gleichzeitig mit größtmöglichem Nachdrucke, daß wir in Marokko erhebliche wirtschaftliche Interessen zu schützen hätten. Dem Schutze dieser wirtschaftlichen Interessen und keinem »deren Zwecke gelte der Kaiserbesuch in Tanger. Hoffentlich ist durch diese Erklärung des Reichskanzlers jegliche Legenden- bilvung hinsichtlich unserer Beziehungen zu Marokko endgültig abgetan.
Auch in einem Teil der französischen Presse wird die Haltung Deutschlands in der Marokko-Frage als berechtigt anerkannt. So schreibt der „Eklair", Deutschland sei durchaus im Rechte, wenn es erkläre, daß es mit Frankreich keine Marokko-Frage zu erörtern habe, und wenn es mit dem Sultan direkt verhandele. Die Stellungnahme der ministeriellen Pariser Blätter bleibt allerdings widerspruchsvoll. So enthüllt die Eiklärung des „Journal des Debats", wonach Marokko ein zweites Tunis werden soll, von neuem die französischen ZukunftSpläne; sie beweist aber auch, wie wenig Frankreich berechtigt ist, sich bei seinen Unterhandlungen in Fez als „Syndikus" aller handeltreibenden Länder zu bezeichnen. Denn Marokko zu einem zweiten Tunis werden zu lassen, ist gerade das, was den wirtschaftlichen Bedürfnissen dritter Mächte nicht entspricht, die auf Grund des Status quo an der Erschließung des Reiches der Scheriffen Anteil nehmen wollen.
Im britischen Parlamente endlich haben beachtenswerte Debatten stattgefunden. So wurde u. a. die mazedonische Frage erörtert. Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten erklärte bei dieser Gelegenheit, daß es dringend notwendig sei, daß in den Zuständen in Macedonien noch eine weitere Besserung eintrete. Blieben dieselben so, wie sie find, so bedeute dies nach Ansicht der britischen Regierung eine fortwährende Bedrohung des europäischen Friedens. Bei Einbringung des Armeebudgels sodann behandelte der Kriegsminister verschiedene, die Armee betreffende Fragen und erklärte, die Aufgabe der englischen Armee bestände in den Kämpfen über See, und der einzige Platz, wo solche Kämpfe statt- finden könnten, sei dort, wo England eine Grenze zu verteidigen hätte. Es ist klar, daß diese Worte auf Indien und die Notwendigkeit eines ausreichenden Schutzes der indischen Grenze abzielen.
Der russisch-japanische Krieg.
Von allen Seiten wiederholen sich die Meldungen, daß ein baldiger Abschluß des blutigen Kampfes in Ostasien zu erwarten stehe. Es ist zwar sicher, daß ein amtlicher Schritt zur Herbeiführung des Friedens auch bis heute noch nicht unternommen worden ist; dagegen kann auch kaum mehr bezweifelt werden, daß wegen der etwaigen Friedensbedingungen in unverbindlicher Form von diplomatischen Stellen Nachfragen gehalten wurden. Die russischoffiziöse Meldung, die ja in der Hauptsache die Friedensgerüchte zurückweist, gibt doch das Bestehen einer „allgemeinen Hinneigung zu einem Abschlüsse der Friedens" zu.
New-Aork, 30. März. Aus Petersburg wird hier- her telegraphiert, Rußland habe Japan indirekt einige negative Bedingungen mitgeteilt, auf deren Grundlage der Friedensschluß erfolgen könne, nämlich keine Gebietsabtretung und keine Kriegsentschädigung. Rußland habe es Japan überlassen, zu entscheiven, ob auf dieser Grundlage Verhandlungen begonnen werden könnten. Von Japan sei feine Antwort eingegangen.
Aus Jn- und Ausland.
Berlin, den 30. März.
Aus Lissabon wird gemeldet: Während der Pausen der Opeinvorstellung am Dienstag abend hielten die Ma- jestäten Cercle. Se. Majestät der Kaiser nahm Vorstellungen entgegen. Am Mittwoch vormittag hörte der Kaiser Vorträge und begab sich sodann mit dem König und der Königin nach Schloß Cintra auf der Serra be Gintra, wo das Frühstück bei bet Königin-Mutter eingenommen wurde. Bei warmem, wundervollem Wetter begab sich Se. Majestät der Kaiser nach dem Frühstück bei der Königin, Mutter mit dem König und der Königin und Gefolge zu Wagen nach dem hochgelegenen Schloss« Penho, von wo man eine wundervolle Aussicht über die Berge, die Küste und das Meer genoß. Unter Fühlung des Königs unb der Königin ging der Kaiser dann zu Fuß durch die Herr