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Der Gesetzentwurf betr. Abänderung des allgemeinen Berggesetzes ist am Sonnabend dem Abgeordnetenhaus« zugegangen. Dem Entwurf zufolge sollen folgende Vorschriften in Kraft treten; Die Bergwerks- besitzer sind verpflichtet, das Bergwerk zu betreiben, wenn der Betrieb Gewinn verspricht, oder der Unterlassung, bezw. einem gänzlichen oder teilweise« Einstellen des Betriebes überwiegende Gründe des öffentlichen Interesses entgegen- treten. Liegen diese Voraussetzungen vor, so hat das Ober- b-rgamt die Befugnis, entsprechende Maßregeln zu treffen. Weitere Paragraphen besagen: Leistet der Bergwerkseigen- tümer der Aufforderung zum Weiterbetrieb keine Folge, so kann das Oberbergamt die Einleitung des Verfahrens auf Entziehung des Eigentumsrechts durch Beschluß aus­sprechen. Das Gesetz tritt mit dem Tage der Verkündigung in Kraft.

Amtlicher Nachweisung zufolge belief sich die Ein­nahme aus der W e ch s e l st e m p e l st e u e r im Deutschen Reiche während der ersten zehn Monate des laufenden Etatsjahres auf 10 845 511,20 Mk. oder 451 633,50 Mk. mehr als im gleichen Zeitraume des Vorjahres.

Die Kölnische Zeitung meldet aus Reuyork: Die Ge­neigtheit K a i s e r W i l h e l m S , den Titel eines Ehren- doktorsderRechte von der UniversitätPennsylvaniens zur Feier der Wiederkehr von Washingtons Geburtstag am 22. Februar anzunehmen, wird hier als ein weiterer Beweis seiner freundlichen Gesinnung gegenüber den Vereinigten Staaten aufgefaßt. Der Kaiser ist der erste Monarch, der in dieser Weise durch eine amerikanische Universität geehrt wird. Der deutsche Botschafter Freiherr Speck von Sein- bürg ist vom Kaiser angewiesen worden, das Doktordiplom für ihn in Empfang zu nehmen. Präsident Roosevelt wird zu gleicher Zeit denselben Grad erhalten.

Der Landwirtschaftsminister hat der An­sicht der Königlichen Ober-Rechnungskammer darin beige­stimmt, daß es unter sinngemäßer Anwendung des Rund- erlasses vom 6. Mai 1881 für zulässig zu erachten ist, auch den Hülfssörstern die ihnen an Stelle des Brennholzes gewährte Geldentschädigung, wie den übrigen etatsmäßigen Forstbeamten, vierteljährlich im voraus zahlen zu laffen. Es bleibt aber der Königlichen Regierung anheimgestellt, für den einzelnen Fall auch monatliche Zahlung anzuordnen, wo die Verhältnisse dies angezeigt erscheinen laffen.

Der allgemeinen Schlachtvieh- und Fleischbeschau waren in Preußen im 4. Quartal 29 751 Pferde, 79 555 Ochsen, 68 778 Bullen, 245 782 Kühe, 110 087 Zugrinder, 502 978 Kälber, 2 608 956 Schweine, 385 871 Schafe, 58 331 Ziegen und 320 Hunde unterstellt. 383 Schweine erwiesen sich als trichinös, 1182 als finnig.

Die Ausarbeitung des vielbegehrten Gesetzentwurfs wegen besseren Schutzes der Bauhaudwerker ist, wie ver­lautet, jetzt soweit gefördert, daß er in nächster Zeit zur Begutachtung der Einzelregierungen unterbreitet werden kann.

Aus Florenz wird unter dem 18. Februar gemeldet: Seine Kaiserliche Hoheit Kronprinz Wilhelm trat heute Vormittag die Heimreise an. Die Herzogin Cecilte zu Mecklenburg ist heute mittag kurz nach 12 Uhr nach Cannes abgereist, um sich zu ihrer Mutter zu begeben, die erkrankt ist. München, 19. Februar. Der deutsche Kronprinz traf heute früh 6 Uhr 35 Min. auf der Rückreise von Italien hier ein. Am Bahnhof war zum Empfang der jüngste Sohn des Herzogs Karl Theodor, Herzog Franz Joseph, erschienen. Die Herrschaften begaben sich nach dem Palais des Herzogs Karl Theodor und nahmen dort das Frühstück ein. Die Weiterreise erfolgte um 8 Uhr. Herzog Franz Joseph begleitete den Kronprinzen wieder zur Bahn; auf dem Wege dorthin bracht« eine zahlreich angesommelte Menge dem Kronprinzen lebhafte Grüße dar.

Das Verhältnis zwischen Oesterreich und Ungarn beherrscht jetzt auch die österreichischen Politiker. Die deutschen Parteien sind unausgesetzt mit einem Anträge be­schäftigt, der die Einsetzung eines großen parlamentarischen Ausschusses zur Prüfung des Verhältnisses mit Ungarn fordert. Man ist der Meinung, daß diese wichtige politische Aktion von allen deutschen Parteien gemeinsam und nicht von einer Gruppe allein unternommen werden solle. Im österreichischen Abgeordnetenhause kam es zu einer heftigen Geschästsordnungs-Debatte, infolge deren der Präsident des Hauses, Graf Vetter, seine Entlassung gab.

Aus Paris, 18. Februar, wird gemeldet: Vor dem mexikanischen Konsulat wurde heute abend ein starker Knall vernommen. Die Polizei verhaftete an Ort und Stelle einen durch Brandwunden ziemlich schwer verletzten Mann, der nach einem Krankenhause gebracht wurde. Er bekennt sich als Ur­heber der Explosion, gibt an, er sei spanischer Untertan, heiße Garcia, sei 35 Jahre alt. Er habe Grund zur Klage gegen die mexikanischen Behörden und habe bezweckt, die Aufmerk­samkeit auf sich zu lenken. In seinen Taschen wurde ein ge­ladener Revolver und ein Dolch gefunden. Ein in seiner Wohnung beschlagnahmter Koffer enthielt Schießpulver. Bei der Haussuchung wurden noch drei in Papier gewickelte Bomben gefunden. Die Bomben enthalten 130 Gramm feinkörniges Schwarzpulver und sind, wie im städtischen Laboratorium er­klärt wird, als gefährlich anzusehen. Ferner wurden zehn Reservezünder gefunden.

Als Ursache des im Lobaye-Gebiete ausgebrochenen Auf - st a n d e s und der durch Reger erfolgten Ermordung von vier Europäern werden noch folgendeGreueltaten erzählt: Schwarze Träger verweigerten den Dienst, sie wurden wie eine Schafherde zusammengepfercht und bann wurde gegen diese Masse eine Salve abgegeben. 40 blieben tot, die Verwun­deten ließ man ohne Pflege. Toquets Freund Gant ließ einen an ein Brett festgeschnallten Reger in den Wirbel des Grinbinguiflusses werfen und photographierte ihn jedes­mal, wenn er mit erhobenen Armen aus den Wellen auf» tauchte. Die Photographien sind im Besitz des Richters. Das französische Kolonialministerium, das für das ganze Kongogebiet nur über 1800 Milizen verfügt, sieht sich ge­nötigt, wichtige Posten ganz jungen Leuten anzuvertrauen, die namentlich bei der Steuererhebung grausam vorgehen. Man zieht jetzt das im belgischen Kongostaat übliche System sn Erwägung, jedem Steuerzahler ein kleines Raturalgeschenk,

Glaüwaren oder dergleichen zu machen. Allerdings wird, wie man weiß, diese kluge Praxis nicht von allen Beamten des Kongostaates geübt. Ueber die dort begangenen Greueltaten sind die Akten noch nicht geschlossen.

Aus Provinz u. Nachbargebiet.

Dem Förster o. D. Andreas zu Altenhaßlau, Re­gierungsbezirk Cassel, ist der Titel Hegemeister verliehen worden.

* (Post Personalien.) Versetzt sind die Postas- Mtenlen: Becker von Niederhone nach Wetter (Hessen-Nassau),

Brähler von Heringen (Werra) nach Altmorschen, Fey von HofgeiSmar nach Witzenhausen, Otto von Cassel nach Mansbach, Volkwein von Cassel nach Gudensberg und Zülch von Cassel nach Frielendorf.

) :( Hersfeld, 20. Febr. Die angekündigte Mond­finsternis war gestern abend mit bloßem Auge sehr gut zu sehen. Kurz vor 7 Uhr trat der Erdschatten in den Rand des Mondlichtkreises und bedeckte gegen Va9 Uhr fast die Hälfte des Mondes. Kurz nach 9 Uhr erstrahlte der Mond wieder in seinem vollen Licht.

Homberg, 17. Februar. Gestern nahm die Abgangs- Prüfung, welcher sich 34 Abiturienten unterzogen haben, ihren Anfang. Als Thema für den Aufsatz war gestellt: Welche Bedeutung hat Wallensteins Lager für die Hand­lung der ganzen Trilogie". In Religon: Entstehung. Zweck und Aufbau des Matthäus-Evangeliums. (Kr.)

V acka, 17. Februar. Auf dem Basaltwerke der Herren R. Dobenecker u. Co. am Oechsenberg ereignete stch gestern ein schwerer Unglücksfall. Der Arbeiter Pforr aus Sünna war im Bruche beschäftigt, als sich plötzlich ein Teil der über ihm befindlichen Steinwand loslöste und ihn unter sich begrub. Zwar noch lebend, aber schwer verletzt konnte der Aermste hervorgezogen werden, seine Verletzungen machten indessen seine sofortige Ueberführung in die Klinik in Jena erforderlich. (Rhztg.)

Eschwege, 18. Februar. Ein besonders tragischer Fall betrifft die Familie eines Bauunternehmers Fiehler, der nach 23jähr. Abwesenheit aus Amerika, Georgetown Ohio, unerwartet vor kurzem nach hier gekommen war, um mit Frau und einem noch nicht 2 Jahre alten Kinde die alte Heimat und die hiesigen Verwandten zu besuchen. Kurz nur sollte die Freude währen, ein Jnfluenzaanfall, wie man zuerst glaubte, ergriff ganz plötzlich die Frau und warf sie aufs Krankenlager, von dem sie nicht wieder erstehen sollte. Wie jetzt festgestellt wurde, ist die Frau an Genickstarre ge­storben. Man hatte in den letzten Tagen den KrankheitS- stoff aus dem Rückenmark der Kranken entnommen und nach Göttingen gesandt. Von dort kam jetzt drahtlich die Nachricht, daß es sich um Genickstarre handelt. Die Tochter des Lehrers, bei dem die amerikanische Familie wohnt, soll unter denselben Erscheinungen erkrankt sein.

Aus dem Kreise Weisungen- 17. Februar. Ein kleiner Vorfall, welcher der Komik nicht entbehrt, trug sich vor einiger Zeit in einem Dorfe des hiesigen Kreises zu. Die fromme Frau eines biederen Handwerksmeisters kommt in das Haus ihres Seelsorgers und erblickt im Hausflur den Briefkasten. In der Meinung, eine Opferbüchse zu sehen, wirft sie eine kleine Geldmünze in den Spalt. Sehr verwundert war sie darum, als der hinzukommende Pfarrherr sie belehrte, daß dieses kein Opferstock, sondern ein gewöhn­licher Hausbriefkasten sei.Jo, ich hon gemeent, es wär ne Opperbüchs und da wollt' ich doch auch etwas oppern," gab sie auf diese Belehrung zur Antwort.

Hanau, 16. Februar. Vor dem hiesigen Schwurgericht stand heute ein Eifersuchtsdrama zur Aburteilung, das sich im Sommer vorigen Jahres in Fulda abspielte. Angeklagt war der 1881 geborene Schuhmachergeselle Eugen Stark aus Fulda wegen Mordversuchs. Stark unterhielt seit etwa anderthalb Jahren mit der ledigen Fabrikarbeiterin Anna Weppler aus Fulda ein Liebesverhältnis und wollte am 25. Juli heiraten. Um diese Zeit erfuhr Stark, daß seine Braut wiederholt Spaziergänge mit einem jungen Schlosser in die Umgebung Fuldas machte. Dies erregte ihn der­maßen, daß er am 21. Juli 1904 auf offener Straße auf das Mädchen mit einem Revolver schoß und es schwer ver­letzte. Stark räumte ein, er habe erst das Mädchen und dann sich selbst erschießen wollen. Das Gericht verurteilte ihn zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis.

Schlüchtern, 16. Februar. Die FirmaSterb- fritzerChamotte- undTonwerke Stock u. Co. Sterb fritz" ist gestern dem Norddeutschen Llody ange. gliedert und in eine Gesellschaft m. b. H. umgewandelt worden. Die neue Firma beabsichtigt, den Betrieb der Gruben und bte Fabrikation von hochfeuerfesten Steinen wesentlich zu erweitern und die Erzeugnisse, deren Qualität nahezu einzig dasteht, derp Weltmarkt zuzuführen. Zu Direktoren sind ernannt die Herren Franz Scherer aus Würzburg und Joseph Stock aus Fulda. Der Aufsichtrral setzt sich zusammen aus den Herren Geo Plate, erster Prä­sident des Norddeutschen Lloyd, Generaldirektor Dr. Wiegand und Direktor Bremermann, sämtlich zu Bremen.

Rinteln, 17. Februar. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich in dem benachbarten Ostendorf. Der Land- will und Bürgermeister Stöffker, welcher mit feinen Knechten auf dem Scheunenboden arbeitete, brach plötzlich durch das Wellerholz und fiel auf die Scheune herab. Dabei erlitt er mehrere Rippenbrüche und schwere innere Verletzungen. Der requirierte Arzt ordnete die Ueberführung in die Walzerbergsche Klinik nach Minden an. Vor der Operation verstarb der Unglückliche.

Grebenstein, 17. Febr. Der aus unserm Städtchen gebürtige Dienstknecht Heinrich Schürmann, genannt Feld­mann, ein schlecht beleumundeter, gewalttätiger Bursche von 26 Jahren, wurde wegen Mordes, welchen er am 3. August v. I., morgens 5 Uhr im Felde an der erst 16 Jahre alten Dienstmagd Johanns Hub zu Gr.-Lafferde bei Hildes- heim verübte, vom dortigen Schwurgericht gestern zum Tode verurteilt. Schürmann hatte früher ein Liebesver­hältnis mit seinem Opfer unterhalten, hernach hatte sie ihm aber den Lauspaß gegeben, deshalb hatte er aus Eifersucht und Rache das Mädchen im Felde während der Arbeit umgebracht, indem er e» in einen Roggenhaufen lockte und ihm mit seinem vorher scharf geschliffenen Taschen­messer den Hals abschnilt, sodaß der Tod aus der Stelle eingetreten war. Schürmann flüchtete nach der Bluttat, hatte aber verschiedene Sachen, wie Mütze, Jakett ic. am Tatorte zurückgelassen, sodaß er sofort mit aller Bestimmt­heit in Verdacht kam, verfolgt und später verhaftet wurde. In der Untersuchungshaft hat er denn auch ein Geständnis abgelegt.

Gießen, 18. Febr. Heute nacht nach 1 Uhr ent­gleisten von einem Güterzuge der Strecke Fulda-Gießen fünfzehn Wagen, von denen mehrere zertrümmert wurden. Der Materialschaden ist erheblich. Die Strecke wird bis zum Nachmittage gesperrt sein und der Verkehr durch Um» steigen aufrecht erhalten. Menschen sind bei dem Unfall, welcher nahe bei Gießen stattsand, nicht verletzt worden. Der Unfall soll dadurch entstanden sein, daß der Zug sich in zwei Teile teilte und der vordere Teil, als der Führer dies bemerkte, anhielt, wodurch der hintere Teil auf der abschüssigen Streke auf den vorderen Teil auffuhr. Die Wagen stehen haushoch auseinandergetürmt, es sind zirka 30 Wagen, die mehr oder weniger demoliert sind. Einer der Bremser wurde in hohem Bogen auf das Feld hinaus- .geschleudert. Ein anderer Wagen, an dem sich ein Bremser­

häuschen befand, wurde in Atome zersplittert, während der Bremser in seinem Häuschen in dem Chaos der Trümmer unbeschädigt hängen blieb. Tausende vom Menschen um­stehen die Unfallstelle.

Biebrich. 17. Februar.. Auf den Personenzug, der um 11 Uhr 41 Minuten voim. hier abgeht, wurde kurz nach dem Verlassen der Station ein scharfer Schuß abge­feuert. Eine Frau, die am geöffneten Fenster eines Wagen­abteils 3. Klaffe saß, wurde von dem Geschoß am Kopf getroffen und nicht unerheblich verletzt.

UermiscNes.

(Seblstmord aus verratener Liebe.) Ein junges, blühendes Mädchen hat sich in Stettin ver­giftet. Seit IV2 Jahren unterhielt das 25 Jahre alte Fräulein G. aus Breslau, die Gesellschafterin einer Kauf- mannswilwe, ein geheimes Liebesverhältnis mit. »inem Offizier, der sich jetzt mit einer sehr vermögenden Dame verheiratet hat. Dies nahm sich das getäuschte Mädchen so zu Herzen, daß es mittels Schweinsurtergrüns seinem Leben ein Ende machte.

(AnWurstgiftschwererkrankt.) In dem böhmischen Orte Aicha erkrankten in den letzten Tagen über 100 Personen nach dem Genuß von Wurst, an einem Tage allein über 40. Bei allen stellte sich heftiges Erbrechen und Durchsall ein.

Durch den Sonderzug, in dem der König von Sachsen von Leipzig zum Besuche nach Altenburg fuhr, ließ sich in der Nähe von Connewitz ein Mann überfahren, dessen Namen bisher nicht festgestellt werden konnte.

(Aus der Kinderstube) In der deutschen Pariser Zeitung" wird geschrieben: Die kleine Marie ver­richtet allabendlich ihr Gebet. Einmal ist sie sehr müde und fragt ihre Mama:Mutti, das Gebet ist so lang, kann ich nicht das von Anna sagen, war sie morgens betet?" (Anna, das Kindermädchen schläft mit Marie in einem Zimmer.)Betet Anna denn morgens?", fragte die Mutter überrascht.Ja! Sie sagt immer: Großer Gott, muß ich schon wieder aufstehen?" Der kleine Paul hat in der biblischen Geschichte gelernt, daß der Herr die Eva bildete, indem er dem Adam eine Rippe aus der Seite nahm. Eines Abends kommt Paul nach Hause, klagt über Schmerzen in der Seite und meint voll Besorgnis zum Mütterchen: Ich werde wohl auch ein Weib kriegen!" Von etwas größeren Kindern, die eben in die Schule eingetreten sind, erzählt dieselbe Zeitung die folgenden Anekdoten:Was gehört zur Taufe?" fragte ein Schulinspektor.Wasser", erwiderte ein Mädchen.Schön, und was noch?" Große Pause. Schließlich erhebt sich ein kleines Mädchen und sagt:Ein Kind." Die Lehrerin erzählte:Man sagt, daß König Heinrich, als er den Tod seines Sohnes erfuhr, niemals mehr lächelte." Da fragt ein Junge, der aufmerksam gelauscht hat:Aber was machte er denn, wenn man ihn kitzelte?" Lehrer:Fritzchen, sag mir einmal, was du vom Kamel weißt! Wo ist es zu Hause?" Fritzchen:Das Kamel ist nie zu Hause das läuft immer in der Wüste umher.

(Alles verkehrt.) Von einer Leserin wird der Voff. Ztg." geschrieben: In einem MietSbureau im vor­nehmsten Westen beobachtete ich dieser Tage eine klassische Szene. Eine 'mir bekannte, den besten Gesellschaftskreisen angehörende Dame unterhandelt mit einem stellungsuchenden Dienstmädchen. Die Unterhaltung hat schon eine geraume Weile gewährt; die selbstbewußte Art, wie das Mädchen die Dame verhört, fällt dieser sichtlich mehr und mehr auf die Nerven. Schließlich nimmt das Frage- und Antwort- spiel folgende Wendung: Das Mädchen: Und wer besorgt das Fensterputzer»? Die Dame (ironisch): Oh. das besorge selbstverständlich ich. Mädchen: Und wie ist es mit dem Stubenbohnern? Dame: Wird natürlich von mir besorgt. Mädchen: Und wer hilft beim Großreinemachen? Dame: Mein Mann und ich. Mädchen (das jetzt endlich stutzig wird): Und wer plättet die feine Wäsche ? Dame: Aber natürlich ich! Aber nun, bitte sagen Sie mit: Können Sie Französisch? Mädchen (verdutzt): Französisch? Nein, dar kann ich nicht. Dame: Können Sie Klavier spielen? Mädchen: Nein, natürlich nicht. Dame: Können Sie meinen Kindern bei den Schularbeiten helfen? Mädchen: N . . n . . nein! Dame: Ja, meine Liebe, dann muß ich leider auf Sie verzichten. Denn wenn ich Ihre Haus­arbeit übernehmen soll, dann müßten doch Sie in der Lage sein, inzwischen meine zu besorgen! Adieu.

Letzte Nachrichten.

Eine Volksversammlung in Warschau faßte eine Re­solution, wonach die Schüler in Russisch-Polen noch ferner dem Unterricht fern bleiben sollen.

Frau Stösse l ist während der Seereise erkrankt, sie wird in Konstantinopel einige Tage als Gast des russischen Botschafters verbleiben.

Paris, 19. Februar. Wie aus Petersburg berichtet wird, haben sich die am vorigen Donnerstag unter Vorsitz des Zaren versammelten Minister jeder einzeln für Friedens­schluß ausgesprochen, doch herrschten starke Differenzen über die zu befolgende diplomatische Taktik.

Paris, 19. Februar. Der Minister des Aeußern Delcassee hat von dem französischen Konsular-Agenten in Tschifu einen Bericht erhalten, welcher bestätigt, daß der Führer und ein Matrose der Dschunke, auf der die Attachee« von Gilgenheimb und de Cuverville Port Arthur verlassen hatten, gestanden haben, die beiden Marineattachee» und einen sie begleitenden russischen Bedienten über Bord geworfen zu haben. Der Dschunken- führer und der Matrose, die von den chinesischen Behörden verhaftet wurden, sollen drei Mitschuldige haben.

Cassel, 20. Februar. (Fernsprechmeldung.) In der heutigen Strafkammersitzung wurde der 17jährige Knecht K. von G u t Hählgans, welcher am 27. Dezember v. I. auf derlangen Haide" eine 70jährige Frau Über­fällen hatte, wegen Straßenraub und versuchter Notzucht zu neun Monaten Gefängnis verurteilt.