stehenden Tagen Eingetragenen zur enbgiltigen Jmmatri- kulation am Sonnabend den 20. Mai vormittags 11 Uhr, in der Universitätsaula einzufinden.
Hanau, 8. Febr. Der dem Trunke ergebene Maurer B. sollte vom Bürgermeister aus die Trinkerliste gesetzt werden. Diese Absicht glaubte er dadurch verhindern zu können, daß er dem Bürgermeister einen von Beleidigungen strotzenden Brief schrieb und vor dessen Hause ausspuckte, sowie Schimpfworts ausstieß. Die vom Schöffengericht ausgesprochene Strafe von 3 Wochen Gefängnis wurde von der Strafkammer Hanau als zu gering befunden und auf 2 Monate erhöht. — Der Wagenputzer Joses Kraus aus Kleinostheim bei Hanau wurde aus dem Frankfurter Güterbahnhose von einer Maschine gegen ein eisernes Tor gedrückt, wodurch er mehrere innere Verletzungen erlitt. An seinem Auskommen wird gezweifelt.
Bensheim, 8. Febr. Der Gastwirt Eduard Ols von hier hatte in Begleitung eines Reisenden mit seinem Fuhrwerk die Heimfahrt angetreten. Zwischen Gronau und Zell stürzte das Gefährt eine Böschung hinab in den Bach. Ols wurde hierbei getötet. Der Reisende wurde schwer verletzt hierher gebracht.
Fechenheim, 8. Febr. Der am Sonnabend in der chemischen Fabrik Caffella u. Co. in einem Siedekeffel als Leiche ausgefundene Arbeiter Uebel scheint in einer An Wandlung von Schwermut seinem Leben selbst ein Ende bereitet zu haben, da nach Lage der Dinge, bei der Höhe des Keffels und der kleinen Deckelöffnung ein Unfall kaum denkbar ist.
Darmstadt, 8. Februar. Gestern abend nach 11 Uhr fand, dem N. Hess. Volksbl. zufolge, an der Ecke der Saalbau- und Sandstraße zwischen einem Motorwagen der elek- irischen Straßenbahn und einem Offizierssuhrweik ein Zusammenstoß statt. Aus dem Fuhrwerke befanden sich die Herren Hauptmann Bürger vom Feldartillerieregiment Nr. 61 und Rittmeister Schörke vom Dragoner-Regiment Nr. 23. Der erstgenannte Herr wurde schwer verletzt, Herr Rittmeister Schörke trug nur leichte Verletzungen davon. — Einer späteren Meldung zufolge erlitt Hauptmann Bürger einen Schädelbruch und eine Gehirnerschütterung.
Mainz, 8. Februar. Die Untersuchung der Leiche des Lastträgers Joh. Nagel, die am 2. Februar im hiesigen Wilhelmshafen gefunden wurde, ergab, daß Nagel in der Nacht vom 1. aus den 2. Februar erschlagen worden ist.
Mainz, 9. Febr. Aus der Jngelheimer Au schaffen gestern nachmittag drei Schuljungen mit scharfgeladenen Pistolen. Der 11 Jahre alte Sohn des WeißbindermeisterS Kerz untersuchte den Lauf der Waffe, weil sie nicht los- ging. In diesem Augenblick entlud sich dieselbe, der Schuß drang dem Kinde in den Unterleib und durchbohrte sechsmal die Därme, wie bei der Operation festgestellt wurde. Sein Zustand ist hoffnungslos.
Uermi$cbte$.
— Berlin, 8. Februar. Sein Kind und sich erschossen hat heule vormittag in dem Bureau eines hiesigen bekannten Rechtsanwalts der mit seiner Ehefrau in Scheidung lebende Kaufmann Acker aus Wiesbaden. Die Befürchtung, daß das Kind nach erfolgtet Scheidung der in Danzig lebenden Mutter zugesprochen würde, war der Anlaß zu der verhängnisvollen Tat. — Der Kaufmann Karl Acker stammt aus einer der ersten Familien Wiesbadens, die dort seit mehr als hundert Jahren ansässig sind; er besaß eine Weingroßhandlung und befand sich in guten Vermögensverhältniffen. Eheliche Verfehlungen des Mannes veranlaßten Frau Acker, den Scheidungsprozeß bei dem Wiesbadener Landgericht anzustrengen. Durch einstweilige Verfügung war ihr das Recht zugesprochen worden, das jüngste zweijährige Kind zu ihren Eltern nach Danzig miU zunebmsn, während der vierjährige Knabe bei einer befreun-
beten Familie in Berlin verbleiben sollte. Nachdem Karl Acker die Genehmigung zum Besuch seines Kindes erhalten hatte, muß in ihm sofort der Plan gereift sein, dem Leben des Sohnes und seinem eigenen ein Ende zu bereiten; denn die Waffe, mit der er die unheilvolle Tat aussührte, besaß er bereit» in Wiesbaden ; er hatte sie in geladenem Zustande mit nach Berlin gebracht. Die beiden Leichen, die sich zur Zeit im Schauhause befinden, sind vorläufig noch polizeilich beschlagnahmt. Nach ihrer Freigabe wird die Leiche des Vaters nach Wiesbaden übergesührt werden, während der kleine Knabe in Danzig, der Heimatstadt seiner Mutter, zur letzten Ruhe bestattet werden wird.
— Eine unternehmungslustige Provinzler i n hat in Paris böse Erfahrungen gemacht. Die Dame, ein Fräulein Bianca Larue, ist erst 18 Jahre alt und stammt aus einer geachteten bürgerlichen Familie. Sie war erst vor kurzem aus der Pension gekommen, und da sie etwas exzentrisch veranlagt ist, verließ sie, ausgestattet mit einigen Banknoten, heimlich das Elternhaus und pilgerte gen Paris, um sich einmal gründlich auszutoben. Sie besuchte die Lokale, in welchen sich junge Mädchen nicht zu langweilen pflegen, und geriet eines Abends in ein Ballhaus, wo sie die Bekanntschaft zweier Herren machte, die der Zunft der Kuppler angehörten und sich Milo und Cri- Cri nannten. Milos männliche Schönheit hatte es der zarten Bianca angetan, und als er gegen Mitternacht den Ballsaal verließ, folgte sie ihm und raunte ihm ins Ohr: „Schöner Mann, ich liebe Dich 1" Milo brächte das Mädchen noch in selbiger Nacht in ein Hotel niedersten Ranges. Dort fiel es der „Dame" aber plötzlich ein, daß sie eigentlich eine Tochter aus gutem Hause sei, und im Bewußtsein ihres gesellschaftlichen Wertes weigerte sie sich, mit dem erkorenen Geliebten ein Schäferstündchen zu feiern. Das Resultat der nächtlichen Unterredung war etwas eigenartiger Natur. Bianca Larue saß plötzlich nackt in einem Kleiderschrank, und dieser wurde von außen verschloffen. Endlich gelang es der Gefangenen, die Schranktür zu sprengen, aber — 0 Schreck I — ihre Kleider mit den Banknoten waren weg, und auf dem dreibeinigen Stuhl, der das Zimmer zierte, lagen nur eine Männerhose und ein Filzhut. Bianca zog die Männerhose an und setzte den Filzhut auf und ging in dieser sonderbaren Vermummung auf die Straße. Sie wurde natürlich sofort von der Polizei auf. gegriffen und zur Wache gebracht. Nachdem sich hier ihr „Fall" aufgeklärt hatte, schickte man sie unter sicherem Geleit nach Rouen zu den Eltern zurück.
— (40,000 Mark für einen Steinbock.) Dr. I. Raduai schoß auf Kokusser Jagd-Terrain einen Steinbock, der ihm teuer zu stehen kommen kann. Es war nämlich einer von den sechs Böcken, die Fürst Hohenlohe importiert und aus der Hohen Tatra ausgesetzt hatte. Der Fürst hat nun eine Klage auf Schadenersatz von 40,000 Mk. erhoben.
Das echte Köstritzer Schwarzbier ist seit dem 17. Jahrhundert als ein vorzügliches Stärkungsmittel für Blutarme und Geschwächte bekannt. Es wird gebraut nach einer uralten englischen Portervorschrift. Es verdankt feine weite Verbreitung hauptsächlich seiner besonders zweckmäßigen Zusammensetzung — bei mäßigem Alkoholgehalt enthält es sehr viel Malz — und sog. Extraktstoffe, die den Stoffumsatz in hohem Grade fördern. In neuerer Zeit wird es auch vielfach in Lungen-Heilanstalten angewandt, wo man die Schädlichkeit der früher beliebten Verabreichung großer Mengen von schweren Weinen und Spirituosen erkannt hat und das echte Köstritzer Schwarzbier als einen sehr zweckmäßigen Ersatz derselben verwertet. Unter Verabreichung von echtem Köstritzer Schwarzbier sind hohe Gewichtszunahmen bei Schwindsüchtigen, wie bei anderen schwächenden
nehmen Geschmacks selbst von empfindlichen Kranken gern genommen wird. Man wolle da« Köstritzer Schwarzbier nicht verwechseln mit andern Nachahmungen, sondern verlange stets das echte Köstritzer Schwarzbier.
Letzte Nachrichten.
Zum Bergarbeiterstreik.
Daß die Beschlüffe der Revierkonferenz schon die Beendigung des Streikes bedeuten, erscheint Naben letzten Meldungen über die Haltung der Bergarbeiter zweifelhaft. Danach hat es fast den Anschein, als ob unter den Bergarbeitern eine starke Strömung für die Aufrechterhaltung desGeneralstreikS vorhanden sei. Es wird sich nun zu zeigen haben, ob die Revierkommission Autorität genug besitzt, ihren Beschluß durchzuführen. Nachstehende Meldungen scheinen das Gegenteil anzudeuten.
E s se n (Ruh r), 9. Februar. In der für heule nach, mittag in Essen und Umgegend anberaumten öffentlichen Bergarbeiterversammlung wurde mit überwiegender Majorität beschloffen, dem Beschlüffe der Dele^rtenkonserenz der Bergarbeiter, die Arbeit wiedeiuuszuneh- men, nicht beizustimmen, sondern im Ausstande zu verharren.
Essen, 9. Februar. In den heute nachmittag statt« gehabten Versammlungen der Bergarbeiter, welche die Fortsetzung des AuSstandeS beschloffen, kam es fast überall zu tumultuarischen Szenen. Gegen die Siebeuerkommission wurden heftige Vorwürfe erhoben, und Die Mitglieder als Verräter, die bestochen seien, bezeichnet. Aus Gelsenkirchen, Herne und Dortmund liegen ähnliche Meldungen vor. Auch dort haben sich die Bergarbeiter mit großer Mehrheit für die Fortsetzung des Ausstander ausgesprochen.
K a t t o w i tz , 9. Februar. Im Sosnowice-Bezirk ist es heute um 7 Uhr abends zu einem mörderischen Rencontre zwischen Militär und Streikenden gekommen, bei dem, soweit die bisherigen Feststellungen reichen, 1 5 Ausständige getötet und etwa 3 5 verwundet wurden.
Acht Wagen eines Schnellzuges stürzten infolge Schienen- bruchs bei Milwaukee von einer Hängebrücke. Hierbei wurden 4 P e r s o n e n g e t ö t e t, 24 verwundet.
Kirchliche Nachrichten.
Kvaugelischer Hottesdienst.
Scnntag den 12. Februar.
Vormittags V2IO Uhr: Herr Pfarrer Schröder.
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst (Sonntagschule).
Nachmittags 2 Uhr: Herr Pfarrer Feyerabend.
Mittags 12 Uhr: Gottesdienst in Petersberg.
Mittwoch den 15. Februar Abends 8 Uhr: Gottesdienst in der Stadtkirche.
Donnerstag den 16. Februar Abends 8 Uhr: Gottesdienst in der Hospitalkapelle.
Die der Gemeinde Soisdorf und der Gesellschaft Motzbach zustehende Feld- und Waldjagd
Gründlichen
Soisdorf, den 7. Februar 1905.
Witzei.
Bahnhofsrestauratenr, Bebra.
Eine gutgehende
cirka 700 Hektar, soll anderweit aus a 12 Jahre verpachtet werden.
Termin hierzu ist aus den
Hierzu eine Beilage sowie Nr. 7 des „Jllu- strikten Sonntagsblattes" und Nr. 3 der „Mustrirten Landwirtschaft!. Beilage".
gegründet ^ßQß
Krankheiten erzielt worden. Der Verwendung von echtem Köstritzer Schwarzbier bei Kranken ist auch deshalb ein hober Wert beizulegen. weil dasselbe wegen seines ange
Oor$cbu$$=UmiinO^
eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.
Reichsbank-Giro-Conto. Fernsprecher Nr. 34.
Dieses altberühmte Bier, welches infolge seines großen Malz- und Würze-Extraktes und geringen Alkoholes besonders Kindern, Blutarmes Wöchnerinnen, nährenden Müttern und Rekonvales- zenten jeder Art von hohen medizinischen Autoritäten empfohlen wird, ist zu haben in Hersfeld bei
Friedrich Weber, Colonial- und Delikatess-Waren.
(I Flasche 15 Pfg., 21 Flaschen 3 Mark).
Man verlange ausdrücklich nur das echte I^E gMr „Köstritzer Schwarzbier“. ~MME
2. März 1905,
mittags 1 Uhr
i» der Wirtschaft des Josef Walk hier anberaumt.
Die Bedingungen werden in dem Termin bekannt gemacht. Pachtliebhaber ladet freundlichst ein
Der Bürgermeister
2 jungt Wich» gesucht zum sofortigen Antritt zur Erlernung der feineren
Küche, sowie
2 Mischlinge
zu Ostern.
C. Seliwerdtfeger.
Gesang- und Klavierunterricht erteilt wöchentlich zwei mal in Hersfeld.
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