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Die Verhandlungen über das einzuschlagende Verfahren würden in einer neuen Sitzung, die morgen abgehalten werden soll, abgeschlossen werden.

Echo de Parts" meldet aus Petersburg: An amtlicher Stelle wurde bestätigt, dahder Minister des Innern F ü r st M t r s k y d e m i s s i o n i e r t e. Zu seinem Nach­folger sei der frühere Finanzminister und jetzige Präsident des Ministerkomitees Witte ausersehen.

In C a d i x kam es bei Kundgebungen gegen die Oktroi, abgaben zu einem Handgemenge. Die Gendarmerie machte von der Schußwaffe Gebrauch, wodurch eine Person getötet, drei schwer verletzt wurden.

Im Oelgebiet von Baku herrscht ein großer Arbeiter- ausstand, in dessen Verlaufe bereits ernste Ausschreitungen stattgefunden haben.

Der Frankfurter Zeitung wird aus Konstantinopel gemeldet: Der Flügeladjutant des Sultans General Niza Pascha wurde gestern, als er ein Restaurant in Pera ver­ließ, von vier Personen Überfällen und schwer verletzt.

Aus Manila wird unterm 10. Januar gemeldet: Die Moro-Festung auf der Insel Jolo ist zerstört worden. In einem Gefecht am 8. Januar, in dem die amerikanischen Truppen durch ein Kanonenboot unterstützt wurden, ist einer der Führer der Moros gefallen. Zwei Amerikaner, darunter ein Offizier, sind getötet.

Der interimistische Vizegouverneur der Karolinen, Berg, hat derNordd. Allg. Ztg." zufolge, gemeldet, daß er mit Unterstützung des KriegsschiffesKondor" die Ein­geborenen der Truck Inseln entwaffnet und ihnen 436 Ge­wehre und 2531 Patronen abgenommen hat.

Aus W a s h i n g t o n wird vom 10. Januar gemeldet: Durch eine oder mehrere Personen wurde heute der erfolg­lose Versuch unternommen, das vor kurzem von dem Deutschen Kaiser zum Geschenk gemachte Standbild Friedrichs des Großen in die Lust zu sprengen. Die Sprengmine war mit einer brennenden Lunte an der Umfriedigung des Denkmals be­festigt, wurde aber von einem Beamten vor der Explosion entfernt. Ein Schaden irgendwelcher Art ist nicht ange- richtet worden. Es sind unverzüglich Maßregeln zur Er­greifung der Uebeltäter getroffen worden, die Nachforschungen der Polizei nach den Schuldigen sind aber bisher ohne Er­folg geblieben.

Aus Provinz u. Nachbargebiet.

* Der Landesausschuß tritt am Montag den 16. d. MlS zu einer mehrtägigen Sitzung im Stände­haus zu Caflel zusammen.

*(VereinfachtesAbsertigungsversahren i m E i s e n b a h n g ü t e r v e r k e h r.) Die große Verein, fachung im Abfertigungswesen des Eisenbahngüterverkehrs, welche am 1. Februar 1904 aus den Preußisch Hessischen Staatsbahnen zur Einführung gelangte, hat sich gut bewährt und ist infolgedessen am 1 Januar 1905 mit geringen Aenderungen von sämtlichen Eisenbahnverwaltungen über­nommen und zur Einführung gebracht worden. Die Ver­einfachung besteht bekanntlich im wesentlichen in der Besei tigung der Güterfrachtkarten und in der Verwendung von Frachtmarken und bedeutet für die Eisenbahnverwaltungen eine große Arbeitsersparnis, die wieder einer beschleunigten Abfertigung, Verladung, Entladung und Aushändigung der Güter zu gute kommt. Die Geschäftswelt wird durch das Verfahren nach wie vor nicht berührt. Nur werden ab­weichend vom seitherigen Verfahren die Frachtmarken nicht mehr an die Geschäftswelt verkauft, sondern nur noch von den Eisenbahn Absertigungsstellen selbst als VerrechnungS- mittel benutzt. Veranlassung zu dieser Maßnahme war der Umstand, daß seitens der Geschäftswelt von den Marken fast gar kein Gebrauch gemacht und kein Wert auf die Einrichtung gelegt wurde.

* Die am 1. Dezember d. I. fällige Volkszählung soll mit Rücksicht auf die für das Jahr 1907 in Aussicht genommene Berufs- und Betriebszählung nach ihrem Um­fang erheblich eingeschränkt werden. Aller Voraussicht nach wird weder die Frage nach dem Geburtsort, die in zwei Jahren bei der Berufszählung gestellt werden soll, noch die Frage nach dem Wohn- und Arbeitsort, nach der Mutter­sprache und nach den Gebrechen gestellt werden. Dagegen besteht die Absicht, die bereits im Jahre 1885 in das Er- Hebungssormular aufgenommene Frage nach der militärischen Ausbildung der landsturmpflichtigen Männer im Alter von 39 bis 45 Jahren in diesem Jahre zu wiederholen. Aber nicht nur nach dem Umfang der Erhebung, sondern auch nach der Art der Bearbeitung des Materials wird die diesjährige Volkszählung eine sogenannte kleine Zählung sein. Wie dieKöln. Ztg." erfährt, ist in Aussicht ge­nommen, die Fragen nach dem GeburStag und Geburtsjahr, nach dem Beruf und der Berufsstellung sowie nach dem Familienstand, Fragen, die bei der bevorstehenden Zahlung der Kontrolle wegen gestellt werden nicht zu verarbeiten.

* DerStaalsanz." meldet: So. Majestät der König haben Allergnädigst zu genehmigen geruht, daß der Kommunallandtag für den Regierungsbe. zirk Cassel zum 20. Februar 1905 nach der Stadt Caffel berufen werde.

* Nach der Nachweisung der Geschäfts- und Rechnungs- ergebniffe der auf Grund des JnvalidenversicherungsgesetzeS errichteten Versicherungsanstalten und zugelaffenen Kasseneinlichtungen für das Jahr 1903 betrug in der Provinz Hessen Nassau der gesamte Vermögensbestand dieser Anstalten und Kosten 36 945 269 Mk. Die Verwaltung«, kosten bezifferten sich auf 298 210 Mk.

* Die Durchschnittspreise der wichtigsten Lebensmittel betrugen im Monat Dezember für 1000 Kilogr. Weizen 170 Mk., Roggen 138 Mk., Gerste 147 Mk., Hafer 141 Mk., Erbsen zum Kochen 240 Mk., Speisebohnen 331 Mk , Linsen 383 Mk., Ebkartoffeln 64,2 Mk. Richtstroh 45,6 Mk., Heu 80,2 Mk., Rindfleisch im Großhandel 1116 Mk., für 1 Kilogr. Rindfleisch von der Keule 1,42 Mk., vom Bauch 1,21 Mk., Schweinefleisch 1,34 Mk., Kalbfleisch 143 Mk., Hammelfleisch 1,36 Mk., geräucherter Speck 1,51 Mk., Eßbutter 2,52 Mk., Schweineschmalz 1,59 Mk ; Weizenmehl 0,3 Mk, Roggenmehl 0,25 Mk., für 1 Schock Eier 5,01 Mk. Die Preise der vier Getreidearten zeigen gegen den Vormonat geringe Aufbefferungen, welche aber den Durchschnitt aus den 22 Marktorten nur beim Weizen, Roggen und bei der Gerste zu erhöhen vermochten. Die Ehkartoffelpreise haben sich gleichfalls etwas gehoben, ebenso die Preise für Richtstroh und Heu, welche sich bereits seit Juni v. Js. in der Aufwärlsbewegung befinden. Die Preise für Fleisch im Kleinhandel zeigen beim Rind- und Schweinefleisch nur wenig Veränderungen, während beim Kalb- und Hammelfleisch vielfach nennenswerte Preiser­mäßigungen zu verzeichnen find.

* (P e r f o n a l - C h r o n i k.) Ernannt: Der Land­messer Tetzner I in Caffel zum Oberlandmesser. Versetzt: Die Landmesser Dunker, seither in Weisungen, und Kamienskt, seither in Caffel, in den Geschäftsbezirk der Generalkommission zu Düsseldorf; der Landmesser Schnaase von Eschwege nach Wiesbaden; der Zeichner Bock aus dem geodätisch-technischen Bureau der Generalkommission zu Cassel an die Spezialkommission II daselbst. Von der Versetzung des Landmessers Herberger in Rinteln in den Geschäftsbezirk der Generalkommission zu Düsseldorf ist Abstand genommen. Gestorben: Der Landmesser Müller I zu Rinteln.

) :( Hersfeld, 11. Januar. Wie tief noch oft der Aberglaube im Volke wurzelt, konnte kürzlich ein Briefträger erfahren. Derselbe kam mit einer Postnachnahme zu einer Frau auf einem benachbarten Dorfe, aus deren Gehöft eine Kuh gerade gekalbt hatte. Die Frau weigerte sich hartnäckig, das Geld zu bezahlen, da sie in den ersten drei Tagen nach der Geburt des Kalbes kein Geld ausgeben dürfe, wenn dasselbe gedeihen sollel Trotzdem der Briefträger die Frau zu überzeugen versuchte, mußte er unverrichteter Sache wieder abziehen.

Gaffel, 10 Januar. Die Eingemeindung von Wahlers- Hausen wurde in der gestern Abend abgehaltenen gemein­schaftlichen Sitzung in Wahlershausen in namentlicher Ab­stimmung mit 11 gegen 6 Stimmen beschlossen.

Frankenberg, 9. Januar. Aus Anlaß der für heute angesetzten Einweihung des neuerbauten Seminargebäudes trug unsere Stadt reichen Fest­schmuck. Die Feier begann um VaN Uhr in dem Turn- saale beim Seminargebäude. Unter den Anwesenden be­merkte man auch den Oberpräsident von Windheim, den Regierungspräsidenten von Trott zu Solz und^den Geh. Oberschulrat Otto aus Cassel, sowie sämtliche Vertreter der hiesigen staatlichen und städtischen Behörden.

Hanau, 8. Januar. Vor dem Kriegsgericht der 21. Division stand gestern der Unteroffizier Lohmann von der 3. Kompagnie des Infanterieregiments Nr. 166. Er hatte zu einer Zeit, als er noch Schießunteroffizier war, alte Patronenhülsen verkauft und den Erlös teilweife für sich verwandt. Das Urteil lautete auf 14 Tage Mittelarrest.

Marburg, 9. Januar. Aus die Nachricht hin, daß die Stadt dem Professor der Medizin Opitz ein städtisches Gebäude zur probeweisen Behandlung unheilbarer Krebs­kranker unentgeltlich überlassen habe, sind dem Genannten ganze Stöße von Anfragen Krebsleidender nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus dem Auslande, sogar aus überseeischen Gebieten zugegangen. Es mag deshalb bemerkt werden, wie ja auch in den betreffenden Zeitungsnotizen mitgeteilt war, daß es sich vorläufig erst um Erprobung des betreffenden Heilverfahrens handelt.

Berleburg, 9. Januar. Die Kodischen Fabrikgebäude nebst allen Lager- und Kontorräumen sind durch eine ge­waltige Feuersbrunst total eingeäschert worden. Der Schaden ist ganz bedeutend.

Hann. Münden, 9. Januar. Im Dorfe Ellershausen des diesseitigen Kreises hat der Altenteiler Heinrich Krum- siek, der im 81. Lebensjahre stand, sich schwere Schnitt­wunden am Halse mittels Rasiermessers beigebracht. Der Alte, der in letzter Zeit Zeichen von Tiessinn zeigte, ist an den Verletzungen zwei Tage nachher gestorben.

Vom Eichsfelve, 8. Januar. Die schreckliche Tat in BreitenworbiS, wobei der 60jährige Alois Rogge seinem 26jährigen Sohne, der einen Streit zwischen Vater und Mutter schlichten wollte, mit einem Messer den Leib aufschlitzte, hat jetzt den Tod des Schwerverletzten?;»! Folge gehabt. Der Getötete war verheiratet und Vater eines Kindes. Der alte Vater, der im Jähzorn die Tat beging, befindet sich in WorbiS in Haft.

Wolfenbüttel, 10. Januar. Aus der Braunschweigisch- Schoeninger Eisenbahn entgleiste bei Wittmar ein Personen- zug infolge eines Dammrutsches. Die Lokomotive und der Packwagen stürzten die Böschung hinab. Der Lokomotiv­führer und der Heizer sind schwer verletzt.

Vermischtes.

Berlin, 10. Januar. In einem Anfall von Schwermut hat heute vormittag um 10 Uhr der Hos- Zahnarzt Hofrat Dr. Alonzo Sylvester seinem Leben da­durch ein Ziel gesetzt, daß er sich mit einem Revolver einen tödlichen Schuß in die Schläfe beibrachte. Der Tod trat sofort ein, so daß ärztliche Hilfe, die unmittelbar nach der Katastrophe herbeigeholt wurde, nutzlos war. Einer entsetzlichen Familientragödie sind heute (Dienstag) vormittag im benachbarten Rixdorf drei unschuldige kleine Kinder zum Opfer gefallen. Dort hat der 28jährige Drechsler und Händler Arthur Medersky seine drei im Alter von 3, 1V2 und 3A Jahren stehenden Kinder mittels Zucker­schnur erhängt und sich dann selbst zu erhängen versucht. Die Kinder sind tot, der entmenschte Vater blieb am Leben.

In München ging heute früh ein starkes Gewitter mit Schneesturm nieder. Der Blitz schlug in das städtische Elektrizitätswerk ein und verursachte dort eine teilweise Störung. Die Eisenbahnstrecke Rückers Reinerz ist durch Schneeverwehungen seit heute nacht 12 Uhr unfahrbar; die Störung wird voraussichtlich 48 Stunden dauern.

Helmstedt, 10. Januar. In der Kohlengrube Treue" der Braunschweigischen Kohlenwerke wurden zwei Bergleute verschüttet und gelötet.

Hof, 9. Januar. Wie derHafer Anzeiger" meldet, brachen beim Schlittschuhlaufen gestern nachmittag vier Kinder ein, von denen drei ertranken.

Posen, 9. Januar. Der Leutnant Alexander Anders vom Niederschl. Infanterie Regiment Nr. 47 und dessen Geliebte Klara Niemeyer wurden beide im Badezimmer des Leutnants in dessen Wohnung, Friedrichstraße 16, tot aufgefunden. Der Tod war durch Gasvergiftung herbei- geführt worden. Ob ein Unglücksfall oder Selbstmord vorliegt, ist noch nicht ermittelt.

Aachen, 10. Januar. Der Mörder des Pfarrers T h 0 e b e s in Heldenkirchen, Metzgergeselle Hudde aus Schalke, ist hier in einer Herberge verhaftet.

Im Kirchdorfe Engelstein liebten bei dem Besitzer Gehlhar beide Knechte das Dienstmädchen. Sie er. hörte keinen der beiden Liebhaber. Als sich das Mädchen gestern im Kuhstall befand, feuerte einer der Knechte zwei Schüsse auf sie ab. Seinen Nebenbuhler verletzte er durch einen Schuß an die Nase. Als man zur Festnahme des Revolverhelden schritt, tötete er sich selbst durch einen Schuß. Das Mädchen, welches einen Schuß durch die Lunge erhallen hat, liegt im Krankenhause Hoffnungs- los danieder.

(Kälte und Schnee in Italien.) Aus allen

Teilen Italiens laufen Nachrichten von ganz ungewohnten Witterungsverhältnissen ein. In Alessandria zeigt das Thermometer8 Grad, der Tanaro ist mit einer 12 cm dicken Eisdecke bedeckt, und die Eislaufvereine, die sich vor mehreren Jahren wegen Mangels anGefrorenem" auf­gelöst hatten, traten wieder zusammen. In Florenz schneite eS so heftig, daß an einigen Stellen der Omnibus- und Straßenbahnverkehr eingestellt werden mußte. Die südliche Sonne wirkte aber mittags so kräftig, daß der Schnee schnell wieder verschwand. In Lucca gibt es 7 Grad, in Treviso erfror ein Handelsmann auf der Treppe feines Hauses. In Calabrien ein nie erlebter Anblick schneite es. In Brescia, wo sich im Kloster von Maguzzano 80 französische Trappisten einquarttert hatten, erfroren zwei von ihnen aus Mangel an passender Kleidung und Bedeckung während der Nacht. Der Bahnverkehr zwischen Fossato und Gubbio in den umbrischen Abruzzen mußte auch mehrere Tage wegen des Schneetreibens eingestellt werden. Der Trasimenische See und der See von Varese ist zu- gefroren. Nach Sondrio gelangt die Nachricht, daß auf dem Splügen und dem Maloja24° bezw.39° ver. zeichnet worden sind. In Rom ist die Kälte durch einen warmen Schirrokko abgelöst, und heute strahlt uns wieder die warm« römische Sonne.

(Elend an der Riviera.) Wie der Petit Marseillais aus sicherer Quelle meldet und wie der Berner Bund ausdrücklich bestätigt, sind die Nizzaer Asyle gegen­wärtig durch ein ganzes Heer ausländischer Arbeitsloser überfüllt, und der große WohltätigkeitSverein Bouche de pain muß täglich durchschnittlich 700 Rationen verteilen. Die Italiener und Schweizer bilden bU Mehrzahl, dann kommen die Deutschen und Oesterreicher. Die Polizei stellte aus den Papieren fest, daß sich unter den Obdachlosen Professoren, 4 Lehrer, 6 Studenten, 3 Apotheker, 33 Geistliche, 1 Sängerin, 2 Gouvernanten, 5 Klosterschwestern, 4 Krankenwärterinnen befanden und außerdem mehrere Frauen, die dicht vor der Niederkunft standen. Selbst ein russischer Fürst, bet sich als solcher auswies und der in der Spielhölle von Monte Carlo buchstäblich bis aufs Hemd ausgeplündert worden war, nahm das Asyl in Anspruch. Ueberhaupt bildet Monaco weitaus in den meisten Fällen den Schlüssel zu solchen Existenzkatastrophen.

(Drei Kriegsschiffe verschwunden.) Auf geheimnisvolle Weise sind die DampferPadilla", Casma" undMorro", welche die Kriegsflotte der Republik Columbia bildeten, verschwunden, und man vermutet, daß die Mannschaft gemeutert und die Schiffe nach den Südsee­inseln geschafft hat. Die Dampfer wurden im Oktober an einen Amerikaner namens McAnliffe verkauft, der sie zum Küstenhandel benutzen wollte und in Panama die Mann­schaft anwarb. Am 16. November segelten die Dampfer von Panama ab, und am 21. November wurden sie auf der Höhe von Kap San Lorenzo an der Küste von Ecuador gesehen. Einige Tage später wurde dort die Leiche Mc- Anliffes an die Küste gespült. Seither sind die drei Dampfer verschollen.

(Betrügereien in Amerika.) In Amerika ist eine der größten Betrügereien ans Tageslicht gekommen, denen die amerikanische Regierung je zum Opfer fiel. Es handelt sich um Landankäufe in dem Staate Orego«, bei denen die Regierung 3 Millionen Pfund eingebüßt haben soll. Vor ungefähr einem Jahre wurde die Aufmerksamkeit der Behörden in Washington auf verdächtige Transaktionen in Oregon gelenkt. Kongreßmitglied Hermann, der damals Kommissar der öffentlichen Ländereien war, wurde auf« gefordert, die Sache zu untersuchen, aber seine Untersuchung soll, wie das Daily Chronicle meldet, so mangelhaft ge« wesen sein, daß er ausgefordert wurde, sein Amt nieber« zulegen. Dann wurde die Angelegenheit mit Hülfe der Geheimpolizei von Washington untersucht. Er stellte sich heraus, daß Bauholzhändler im fernen Westen es'fertig­gebracht hatten, Hunderttaufende von Morgen jungfräulichen Waldbestandes ohne einen Pfennig Geld an sich zu bringen. Das Land gehörte der Regierung und war entweder reserviert worden, um als öffentlicher Park oder als Wassersammelort für andere Distrikte zu dienen. Verschiedene RegierungS- beamten, die von dieser Räuberei wußten, sind der Mitschuld an dem Betrüge angeklagt. In anderen Fällen teilten eingeweihte Helfershelfer den Holzhändlern mit, wo die Regierung einen Distrikt zum Volkseigentum ju machen gedenke. Die so benachrichtigten Holzhändler schickten dann umgehend ein Heer von Holzfällern in den Distrikt, und die Regierung mußte in diesem Falle gewaltig für das Terrain bezahlen. Es sollen verschiedene Senatoren des Westens mit der Geschichte zu tun haben. ' '

Stanvesamtsberirk Hersfeld. Monat Dezember 1904. Eheschließungen.

Am 3. Heinrich Willhardt, Arbeiter mit Dorothea Elise Bust Johannes Käberich, Stadtsteuersekretär und Standesbeamter mit Marie Elisabeth Baumgardt. Eugen Wilhelm Hendrich, tech- nischer Lehrer am Königlichen Realgymnasium zu Perleberg mit Luise Anna Subaru 10. Karl Friedrich August genannt Wil­helm Köhler, Fabrikant mit Lina Friederike Viktoria Weiß, ge­borene Bischoff. Karl Valentin Mäder, Bezirksfeldwebel zu Mühlhausen i. Th. mit Charlotte Wolfs. 24. Adam Jäger, Arbeiter zu Kalkobes mit Anna Margreta Stang.

Geburten.

Am 2. Adam, S. des Arbeiters Heinrich Göbel. Anna Maria, T. des Fabrikarbeiters JustuH, Hallendach. Jobanna Paula, T. des Maurermeisters Heinrich Bolender. 3. Albert, S. des Schneiders Karl Johann Fritz Adolf Lhde. 5. Kourad, S. des Schneiders Konrad Wilhelm Witzel. 8. Emilie, T. des Schuhmachers Georg Hermann Schmelz. 10. Eine Tochter des Fabrikdirektors Friedrich Martin Ludwig Stuckhardt. 21b am Valentin, S. des Fabrikarbeiters Daoid Morgenstern. Johanna Helene Konradine, T. des Polizeikommissars und Königlichen Amtsanmalts Friedrich Karl Pathe. 14. Erna, T. des Fabrik- arbeiters «Hain Wille. 16. Karolina, T. des Bierbrauerei- göhülfen Johann Roll. 19. Ein Mädchen unehelich. 21. Marie Lotte, T. des Buchhändlers Georg Max Westphal. 22.. Anna Martha, T. des Tagelöhners Johannes Eduard Sauer. 23. Jette, T. des Arbeiters Gottlieb Erdmann. Johannes Konrad Gustav Emil, S. des Pfarrers und Inspektors deS Schü- lerheims HerSfeld Johannes Rudolf Otto liffelmann. - 24. Anna Berta, T. deS Schreiners Heinrich Zerr zu Kalkobes.

Sterbefälle.

Am 1. Georg Heinzerling, Schreiner zu Allmershousen, 32 Jahre alt. Margareta Strack, 4 Jahre alt. 3. Jakob Schmidt, Arbeiter, 42 Jahre alt. 5. Anna Katharina Elisabeth Schmidt, 8 Jahre alt. 6. Wilhelm Eisxnbcrg, Tagelöhner, 66 Jahre alt. 8. Barbara Elisabeth Wettlaufer, ledig,' 20 Jahre alt. Anna Christina Schmidt, 3 Jahre alt. 11. Ferdinand Haus Erich Schutt, 1 Jahr 11 Monate alt. 13. Wilhelmine Elisabeth Mohr, 8 Jahre alt 14. Johann Friedrich Franke. 6 Jahre alt, 16. Karl Heinrich Franke, 4 Jahre alt. Jakob Hugo Schmidt, 1 Jahr 10 Monate alt. 18. Elfriede Dietzel 3 Jahre alt Ehefrau Maria Schüßler, geb. Bersch. 47 Jabre alt. Chri stine Frida Sander, 1 Monat alt. 23. Gerta Siöplcr, 2 Jahre alt. 24. Ehefrau Laura Unruh, geb. Cohn, 41 Jahre alt. 30. Emilie Schmelz, 22 Tage alt.