Illustrierte LandwirischaMche'ZLeilage MM „Hersfeidrr Kreisdiatt."
sä. 19. - Hersfeld 19051
3».'“ - .......u.d; iibi.iomutor (mit Ävououng.) oeei, Tluijung oer äöoöenteu^nafftt Lurch den Änvuu ueriOf.tun.ci ,^trvu»Mrr. ^ au muitivim en ee wci. >, priamiten RopseiNcdadluitjS. tooU n>W Soto He:d«imiuane ausjeiubrt werden Verwertung von Gamenrübenbau. Behandlung des Getreides nach dem Drachen. IIeuer die Ui».stdu»grrgade» auf Moorboden. Zum Kampf« gegen bU KlirG« in i-Aüllen. Hafeiersatz bei der Pserdefüiterunq. Zur Abwehr der Fliegen von den Pferden. Rindermast. Anpetteude Lungenentzündungen. A-ie weit soll Lchweinefulter gekocht werden? Schutz» mittet gegen die Verbreitung des Biäschenuus'chlngs bei Rindern. Das Bienengift. Die Fütterung fleißig lesender Hühner. Die Wyandotres. Ist der Jael ein Geflügelfeind? Gegen das 4w sreff n der Hühner. Absammeln und Verwertung von Fallobst im ländlichen Betrieb«. Ebereschen. Aus der Rinde von älteren Bäumen. Winterspmat. Zur Aufzucht «dler Rosen. Einig« Arbeit«» des Obstgärtners für Oktober. Herstbarbeiten am Bienenstände. Nutzen der Bienen. Honigräume. Schleudern d«s Honigs. Um die Kleiderbürsten zu schonen. Ata»». Rehblatt pikant. Ka^mm» fuppe Braunes Rübenmus. Zitronencreme. Briefkasten.
Wikdwmor.
D. R. G.-M.
Um die Kraft des Windes in erhöhtem Maße aus- «utzen zu können, ist von Herrn O. Neumeister ein Wind- taotor konstruiert, dessen zweckdienliche Einrichtung fich mit Hilfe untenstehender Abbildung aus folgendem ergibt.
Der Windmotor kennzeichnet sich vor allem dadurch, daß er zwei Windräder aufweist, und zwar ist da» eine auf der vorderen Seite, da« zweite vor dem Steuer angeordnet. Beide Windräder sind auf Zahnradhülsen auf- I gesetzt, deren Zahnräder in den Antriebzahnkranz der
h'enkrechten Hauptwelle eingreifen. Zur Veränderung der Umlaufsgeschwindigkeit können die Flügelzahnräder auf ihren Hülsen verschoben und mit einem kleineren Zahnkranz der Hauptachse in Eingriff gebracht werden. Um gleichmäßig gerichtete Dreh Wirkung zu erzielen ist die Steigung der Schaufeln beider Windräder verschieden | gerichtet. Um zu vermeiden, daß das Steuer zu leicht vom Wind beeinflußt wird, ist dasselbe mit einer Brems- -feber versehen, welche sich in wellenförmig gestaltete Einschnitte am Umfang der Plattform einlegt und somit ein ruhiges Arbeiten des ganzen Motores gesichert wird. Durch den neuen Windmotor dürfte tatsächlich eine erhöhte Ausnutzung der Windkraft zustande kommen.
Der Ersinder wünscht sein Schutzrecht am liebsten ganz zu verkaufen oder eventl. auch Lizenzen auf dasselbe zu vergeben. Nüheres ist durch die VerwertungSabteilung des Patentanwaltsbureau Sack, Leipzig zu erfahren.
Beeinflussung der Bodenfeuchtigkeit durch den Anbau verschiedener Feldfrüchte.
Ueber die Frage, in welcher Weise der Anbau der verschiedenen Kulturgewächse die Bodenfeuchtigkeit beeinflußt, sind bereits von Wollny Versuche angestellt worden. Derselbe fand, daß die perennierenden, dicht stehenden Futtergewächse (Kleearten, Wiesengräser usw.) die größten Wasser- mengen in Anspruch nehmen, alsdann folgen die blattreichen, aufrecht wachsenden, langlebigen Arten aus der Familie der Leguminose» (Sojabohne, Ackerbohne usw.) und einige Oelfrüchte wie Raps und Rübsen, während die sich lagernden Erbsen und Wicken und ebenso die Getreidearten den Boden im Verhältnis weniger austrocknen und die in weiteren Ab- ständen angebauten Wurzel- und Knollengewächse (Rüben, Kartoffeln) denselben im geringsten Maße in Anspruch nehmen. Prof. Dr. von Seelhurst hat nun, wie in „Biederm. Centralbl. f. Agr.-Chemie nach dem Journal f. Landwirtschaft" berichtet wird, die Resultate Wollny's, die auf einem flachgründigen humosen Kacksandboden mit Kalksteingeröll- Untergrund gewonnen waren, auf einem tiefgründigen, das Wasser mehr festhalteaden Lehmboden nachgeprüft und hierbei auch die FeuchtigkeitSverhaUnisse der tieferen Bodenschichten berücksichtigt. Die Versuche wurden auf 8 Haupt- schlägen des Versuchsfeldes ausgeführt, und zwar mit
guten Nährboden, und die an die Oberfläche gebrachte tote Erde läßt Das Unkraut nicht so leicht auskomme». Ds» Rajolen (für größere Anlagen Rajolpflüge) wird im HerW vorgenommen, damit sich der Boden während des Winter* setzen und ordentlich durchfrieren kann. Im Frühjahr wird da» Land gehörig geegt und abgelesen. Zugleich hat man für gutes unb paffende« Pflanzenmaterial von guten Züchtern aus reinen Kulturen zu sorgen. Die Länge der Stecklinge soll 30 bis 35 cm betragen; einjährige» Holz ist besser als zweijähriges.
Verwertung von Samenrübeubau.
Wo in größerem Maßstabe Samenrüben gezüchtet mettwu, spielt die Frage nach der Verwertung des Samenrüb««- strohs, das ungefähr 25 dz pro ha ausmacht, eine gewisse Rolle. Die einzige frühere Verwendung desselben als Streu war auch nur eine beschränkte, da da« Hartstengelize Material unter die Melkkühe nicht gestreut werden hart um einer Verletzung der Euter vorzubeugen. Auf der Domäne Tachlovic in Böhmen trat man, nach einem Referate in Biedermanns Zentralblatt für Agrikulturchemie, dem Gedanken näher, das Stroh mit Melasse zu einem Dauerfutter zu verarbeiten. Der Ausführung stellten sich anfänglich große Schwierigkeiten in den Weg, da die Zerkleinerung des Strohes erst nach manchen vergeblichen Versuchen mit der Universalmühle der Fadrik Elbrol (Drerden-Cotta) in jedem gewünschten Grade der Feint e>r erreicht werden konnte. Die durch Erwärmung dünnflüssig gemachte Melasse wurde nun mit dem gemahlenen Strotz im Verhältnis von 1:1 gemischt. Das fertige Prodr kr ist von lichtgelber Farbe, ähnelt im Aussehen der Treb-r- melaffe, riecht angenehm, ist sehr dauerhaft und wird vom Vieh, wie alle Melassegemischr, gern ausgenommen. Im Samenrübenstroh war die Pepfinverdaulichkeit der sticksirss- Halligen Substanz nach Stutzer 70,53 und im Melassefutter 71,70 Proz. Die Futtermischung erwies sich 0’4 sehr haltbar, der Zuckergehalt derselben ging auch noth mehrmonatlichem Lagern nicht zurück. Fütlerungsveriurv-: bei einer großen Reihe Milchkühe zeigten, daß da« Melasie- futter gleichwertig war der Weizenkleie. Eine genaue Kostenberechnung ergiebt dann, daß 1 dz fertigen Melasse fulter« aus Samenrübenstroh auf 5,69 Kr. (ä 0,85 M.) zu stehen kommt, wogegen 1 dz Weizenkleie mit 10 Är. bezahlt werden muß.
Behandlung des Getreides nach dem Dreschen.
Der höchste Wert des Getreides ist in erster Biete abhängig von der Griffigkeit desselben; zähes und feuchr s Getreide wird immer erheblich billiaer verkauft werd^: müssen, als trockenes. Selbst solche Frucht, welche burr anhaltenden Regen vor ober währcnb ter Ernte Schaden gelitten hat, kann durch sorgfältige und fleißige Behandlung bei und nach dem Drusche binnen wenigen Wochen um 5—10 Proz. im Werte gehoben werden. Man schütte zu diesem Zwecke die Körner möglichst flach ui.ö wende sie an jedem kühlen, trockenen Tage, niemals aber bei Regen weiter, derart, daß jedes einzelne Korn auf mögliche langem Wege die Luft durchschneidet, wie die« ähnlich beim Werfen in der Scheune geschieht. Wenn infolge des häufigen Umstechens die Frucht zweifellos griffig geworden ist, so genügt er, wenn von da ab alle vier Woche": gewendet wird. Jederzeit ist aber darauf zu achten, daß diese Arbeit nur bei kühler, trockener Luft vorgenommen wird. Wendel man dagegen, wie es törichterweise oft geschieht, bei Regenwetter, so bringt man feuchte Lust zwischen die Körner, wodurch die Gährung und Verwesuna befördert wird. Die sorgfältigste Behandlung des GetreidtL ist, besonders bei feuchter Jahreszeit, von so großer Trc: weite, daß jeder Landmann an seine Tür schreiben sollt.: „Vergiß Das Wenden nicht!"
Ueber die Knustdüugergaben auf Moorbodr« und die Notwendigkeit der jährlich zu wiederholenden Düngung berichtete der Königl. Domänen-Rentmeister W. Arendt, früher in Widminnen, Ostpr., auf dem internationalen land- und forstwirtschaftlichen Kongreß zu Wien wie folgt: Entsprechend der chemischen Zusammensetzvv.: der Moorsubstanz wird die in der Praxis zu verwende,^
Roggen, Weizen, Kartoffeln, Klee, Viktoriaerbjeu, Heine» grünen Erbsen, Hafer mit Klee und Rüben.
Es ließen sich aus denselben bie folgenden für die Praxis wichtigen Schlüsse ableiten.
1. Der Roggen erschöpft das Land in Bezug auf die Feuchtigkeit in ungleich geringem Grade als der Weizen, was von der größten Bedeutung für bie nachfolgende Grün- düngungspflanze ist. Dieselbe wird nach dem später das Feld räumenden Weizen nicht nur später in den Boden kommen, sondern auch einen viel trockneren und daher ungünstigeren Standort vorfinden.
2. Der Klee erschöpft dar Land aufs äußerste an Wasser, sodaß in trockenen Jahren die ihm folgende Winterung, abgesehen davon, daß durch die Kleekoppel der Boden leicht etwas sperrig wird, einen recht ungünstigen Stand haben und sich schlecht und langsam entwickeln wird.
3. Die Kartoffel, mittelspäte, ließ da» Land relativ, feucht zurück. Sie wird mithin eine gute Vorftucht für die nachfolgende Winterung bilden, vorausgesetzt, daß dieser genügend Nährstoffe auf dem durch die Kartoffel meist stark in Anspruch genommenen Lande zur Verfügung stehen.
4. Erbsen sind infolge der geringen Waffererschöpfung des Bodens eine gute Vorfrucht für die Winterung.
5. Hafer gilt als besonders schlechte Vorftucht für die Winterung, nicht so sehr wegen der starken Nährstofferschöpfung, als vielmehr der starken Wasserentziehuug wegen, welche der Boden durch denselben erfährt.
6. Vom Gesichtspunkte des Wasserhaushaltes aus wird es geratener erscheinen, Weizen nach Roggen, als umgekehrt Roggen nach Weizen zu bauen, wobei natürlich für entsprechende Düngung des anspruchsvolleren Weizens Sorge getragen werden muß.
Das Auftreten eines wenig bekannten Roggensschädlings
bringt das Organ der Brandenburgischen Landwirtschaftskammer zur Kenntnis. Aus Gumtow bei Kyritz wurden mehrere Roggenpflänzchen, die von einer Made befallen waren, eingeliefert, mit der Angabe, daß die Made sehr schädlich in dieser Gegend auftrete, vorzugsweise in Brach- roggen auf trockenem Boden, so daß man geradezu an ein Aufgeben des RoggenbaueS denken müsse. Den Stovpel- roggen beeinträchtigte der Schädling merkwürdigerweise nicht. Die Roggenpflänzchen wurden der „Biologischen Abteilung für Land- und Forstwirtschaft" des Kaiserlichen Gesundheitsamtes in Dahlem zur Untersuchung übersandt, welche folgende Auskunft erteilt: Die eingesandten Roggenpflänzchen waren von den Larven der Blumen fliege — Hylemia coarctata ■— befallen, die in den letzten Jahren an Roggen- und Weizensaaten bedeutende Schäden verursacht hat. Die Fliegen legen im Herbst ihre Eier an die junge Wintersaat, aus denen noch in demselben Jahre die kleinen Maden ausschlüpfen. Ein Schaden macht sich meist erst im folgenden Frühjahr bemerklich, wenn Die Ang risse der bald ausgewachsenen Larven gefährlicher werden. Ende April etwa, oder Anfang Mai verlassen die Maden die Wirtspflanze und verpuppen sich in der Erde, um sich gegen Ende Mai in die Fliegen zu verwandeln. Die Sommergeneration lebt wahrscheinlich auf den Gräsern der Brache, ist als solche aber nur gefährlich weil sie den Grundstein legt für die der Winterung schädliche Winter- generation; direkter Schaden an der Winterung ist bisher nicht beobachtet. Maßregeln zur Bekämpfung der Blumenfliege sind keine anzugeben. Da sich die Pflanzen, wenn sie nicht zu frühzeitig von der Stube angegriffen und ob- getötet werden, leicht bestocken, so ist vielfach eine rechtzeitige Kopfdüngung insofern erfolgreich gewesen, als sie den Schaden des Larvenfraßes wieder ausgeglichen hat.
Es ist demnach nur zu empfehlen, die infizierten Felder mit Chilesalpeter zu düngen, um damit zu versuchen, die Pflanzen so zu kräftigen, daß sie die Angriffe der Stäbe überwinden.
Soll ritte Korbweideuaulage ansgeführt werden,
so hat man zuerst den Boden 50 cm tief zu rajolen, daß der oberste Spatenstich zu unterst kommt. Auf diese Weise findet der später zu pflanzende Weidensteckling in der Tiefe