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Mast junger Guten und Gänse.
Da die Entenzucht unstreitbar die leichteste und rentabelste für den Landwirt ist, wenn sie richtig betrieben wird, so begrüßen es vielleicht viele mit Freuden, wenn ich etwas ausführlicher auf die Aufzucht eingehe. Ich will zugleich bemerken, daß ich nur Peking aufziehe. Ich mache zu Anfang keinen Unterschied zwischen Mast- und Zuchtenten. Nachdem die Enten ausgeschlüpft sind, müssen sie 36 Stunden hungern. Als erstes Futter reiche ich dann Spratts-Patent und alle Morgen 8 Tage hindurch süße Milch. Vom 3. Tage ab gebe ich Grünfutter zum Futter hinzu (Neffel, Gras, Salat u. s. w. ). Vom 8. Tage Gerstenschrot und späser Wei- zenschale und Maisschrot hinzu und laffe Spratts-Patent allmählich fort, dafür tue ich aber Garneelen hinzu. Wasser stets soviel, wie sie trinken wollen. Auf Wasier dürfen die Enten nicht gelassen werden, nur die zur Zucht bestimmten kommen erst von der 5. Woche aufs Wasser, was aber auch durchaus nicht notwendig ist. Die zur Mast bestimmten Enten werden mit dem angegebenen Futter ruhig weiter «efüttert, nur ist es gut, wenn mehr Gerst- und Mais- hrot genommen wird. In der 8. bis 10. Woche find die Enten dann fett und zugewachsen. Ehe die erste Feder fällt müssen sie geschlachtet werden, weil sie sonst magerer werden und stet» in der Mauser bleiben und nie mehr mit solcher Gier das Futter nehmen, wie vorher. Das Futter reiche man anfangs 5, dann 4 und später 3 mal am Tage. Gewicht beträgt dann ungefähr 4 bis 8 Pfd. Mit 4 7« Wochen haben meine Enten augenblicklich eine Schwere von 27« Pfd. Diese Fütterung mit Spratts-Patent mag vielen vielleicht teuer vorkommen, die» ist aber nicht der Fall, da die Enten anfang» doch nicht viel fressen; dazu ist die Fütterung bequem und ich habe noch nie Verluste gehabt. Ueber das schnelle Wachsen meiner Enten wundert sich jeder. Als erste» Futter kann man ja auch Semmel, dann Brot und dazu Käsequark geben, so schnell geht da» Wachsen dann aber nicht vor sich, auch werden die Knochen der Tiere nicht so stark. Wie bei der Aufzucht aller Tiere, so ist es auch bei der Aufzucht der Enten nötig, daß dieselben besonder» in den ersten Wochen gut gepflegt werden. — Sollte jemand noch über die» oder jenes nähere Auskunft wünschen, gebe ich bei Anfragen mit Rückporto gern Antwort.
Jll Ldw. Ztg. Beyersdorff-Wangeriu.
(Kitt Hahn
der erfolgreich seine» Amte» bei Hennen walten soll, darf einerseits nicht zu alt, andernteils dürfen ihm nicht zu viele Gattinnen beige)eilt sein. Mit andern Worten: Wenn die Eier der Hennen nicht hinreichend befruchtet find, so ist der Hahn entweder bereits zu alt oder aber es sind ihm zu viel Hennen beigegeben. Einen zwei Jahre alten Hahn kann man immer noch zur Zucht verwenden. Erst recht eine einjährige Henne. Was das Verhältnis des Hahnes zu einer größeren Zahl von Hennen betrifft, so soll man keinen Hahn auf mehr als acht bis zehn Hühner rechnen. Wenn er älter als höchsten» dreijährig ist, wird er nicht immer imstande fein, die Befruchtung mit Erfolg vorzunehmen. Da man jedoch auf dem Hühnerhofe bei der Streitigkeit der Hähne unter einander nicht gut mehr als einen einzigen halten kann, der Bestand an Hennen aber die oben angenommene Zahl oft übersteigt, wird man gut tun, einen jeden Hahn feines Amte» als Befruchter nur immer ein Jahr hindurch walten zu lassen und ihm dann wieder einen jugendfrifchen, zeugungsfreudigen Nachfolger zu geben, der mit sorgsamer Erwägung dieser Eigenschaften aus der letzten Brut genommen ist.
Die Turteltaube kommt in verschiedenen Arten vor, die eine einheitliche Gattung bilden. Charakteristisch an dieser Taube ist der ©irrton, welchem sie auch ihren Namen verdankt. Ju diesem „Turtur" liegt der Liebesgesang des Vogels, welchen er darum zumeist zur Paarungszeit ausstößt. Männchen und Weibchen lieben einander inniglich. Das Nest wird auf Laub- oder Nadelgehölz erbaut, die Nahrung besteht aus allerhand Sämereien. Die Turteltaube kommt in unsere Gegenden zu Anfang des April und scheidet wieder im September. In der Obhut des Menschen wird sie sehr leicht zahm; unter unseren Augen schreitet sie dann zur Paarung und Fortpflanzung. Oberkopf und Nacken sind verwaschen bläulichaschgrau, der Rücken schmutziggrau mit etwa» hellerer Schattierung der Federränder, an den Halsseiten befindet sich ein schwarzer, weiß und blaugrau gesäumtes Schild, Kinn und Kopfseiten schmutzigweiß mit bläulichem Schimmer. Kehle und Kröpf bis zur Oberbrust i aschgrau mit stark lilafarbenem Anflug; die Schwingen ; sind braungrau, stellenweise aschfarben, die kurzen, dach- . ziegelartig über einander liegenden Flügeldecken und Schulterfedern sind in der Mitte schwarzgrau, an den Rändern , zuerst mit einem verblichenen grauen, dann einem rost« » bräunlichen Saum umgeben. Seiten und Bürzel sind blau- grau, letzterer mit graubraunen Flecken, we che in den ebenso gefärbten Oberschwanzdeckfedern ihren Abschluß finden.
Die äußeren Schwanzfedern sind bläulichaschgrau mit * schmutzigbraunem Kolorit und breitem weißen Endflaum; die jederseitige Außenfeder hat außerdem eine weiße Außm-
fahne, die beiden Mittelfedern sind schmutziggraubraun ohne Endsaum, Bauchund untere Schwanzdeckfedern weiß, ersterer mit blaßlilafarbenem Schimmer. Das Auge ist orangefarben, Kreis, Stern und Ader dunkel, der Schnabel chwärz- lich, die Füße sind bläulichrot. Wenn die Turtettaube in der Gefangenschaft wirklich zahm werden soll, so muß sie schon frühzeitig in die Nähe der Menschen, in einen Käfig oder in die Vogelstube kommen. In einem Taubenschlag läßt sie sich nicht gut gewöhnen; meist oerwiloert sie dann und fliegt davon. Am besten ist es, wenn man Turteltauben in einen großen Käfig sperrt und dort paarweise hält. Jung aufgezogene Tiere paaren sich sowohl unter einander, als auch mit der Lachtaube; die dadurch entstehende Spielart nimmt sich sehr schmuck aus.
Für den Taubenschlag gelten folgende, sehr beherzigenswerte Regeln: 1. Der Schlag soll geräumig sein, er darf niemals überfüllt sein.
2. Er soll gut zu lüften und mit Luken und Fenstern versehen sein, um dem Schlage beständig frische Luft zuführen zu können. 3. Er muß an einer trockenen, gesunden Stelle angelegt sein, wo die Luft nicht durch altes Gerümpel verdorben ist, dem man häufig seinen Platz in der Nähe des Schlages anweist. 4. Er soll jeden Tag gereinigt und häufig mit Gipsmörtel, dann auch mit Kalk ausgeputzt werden. 5. Das Trinkgefäß muß reinlich gehalten sein und bas Wasser in ihm jeden Morgen erneuert werden. 6. Man bat dafür zu sorgen, daß jedesmal beim Füttern der Tauben der Futterplatz gereinigt wird. 7. Man vermeide jeden Luftzug bei regnerischem Wetter. Das find die hauptsächlichsten Punkte, auf deren Befolgung der Liebhaber achten muß, das ist nicht schwer, daher begreifen wir es nicht, wie man es vernachlässigen kann. Die Luft in unseren Schlägen wird schnell durch den Kot verdorben, dieser dünstet um so stärker aus, weil er viel Ammoniak enthält, und Personen, die an diesen Geruch nicht gewöhnt sind, finden den Aufenthalt in einem schlecht gehaltenen Schlage uner- träglich. Die Tauben, die sich Tag für Tag in ihm aufhalten müssen, verbrauchen wohl atmosphärische Luft in ge nügender Menge, aber diese Luft ist verdorben, der absorbierte Sauerstoff hat nicht mehr in hinreichendem Maße die Fähigkeit, die Kohlensäure zu zerstreuen. Die Tauben können zwar in dieser Atmosphäre leben, allein sie büßen ihre Gesundheit dabei ein, die Munterkeit der in gesunden Schlägen sich aufhaltenden Tiere. In der Folge werden sie unfähig sein, den Kampf mit den letzeren auszunehmen; das bedeutet dann den Ruin des Schlages.
und Gartenbau.
Gartenarbeit im Juli.
Obstbau. Der Juli ist der Hauptmonat für die Kirschenernte; auch im allgemeinen rückt die Zeit der Ernte allmählich im Obstgarten heran. Bei zu reichem Fruchtansatz sind die kleineren Früchte auszubrechen. Junge Bäume mit Früchten müssen öfter bewässert werden; frisch gepflanzten Bäumen belasse man nur einige Früchte, damit sich vor allen Dingen die Krone entwickele. Die Triebe des Spalier- und Formobstes, welche Fruchtansatz bilden sollen, werden entspitzt, über dem vierten Blatte gedreht oder gebrochen. Obstwildlinge werden Ende bes Monats okuliert. Die ersten Birnen und Aepfel werden Ende des Monats ebenfalls reif. Man pflückt sie am besten allmählich, nicht alle auf einmal, und zwar einige Tage vor der Vollreife. Obst, was infolge von Madenstichen unreif von den Bäumen fällt, sollte womöglich alltäglich gesammelt und vernichtet werden. Bei im Frühjahr gemachten Veredelungen muß jetzt der Verband gelöst werden. In der zweiten Hälfte des Monats kann man auch mit dem Okulieren anfangen, soforn man reife Augen hat, und die Unterlagen lösen.
Gemüsegarten. Leerwerdend« Beete find mitBlätter- kohl (Winterkohl), Rosenkohl, Winter-Endivien, Kohlrabi, Kopfsalat und event. Porre zu beflanzen. Aurzusäeu find: Winterkohl, Herbstrüben, frühe Buschbohnen, Splnat, Teltower Rüben, (nur in Sandboden gedeihend), Radieschen (Feldsalat), Rettig, Reife, b. h. eingezogene Zwiebelarten: Speisezwiebeln (aus Steckzwiebeln gezogen), Perlzwiebeln, Schalotten, Knoblauch, sind zu ernten und gut zu trocknen. Kardy, Endivien, Bleichsellerie sind nach dem Bleichen genußfertig. Frühkartoffeln werden geerntet, Gewürzkräuter mit eintretender Blüte geschnitten und getrocknet; zu dicht stehende Wurzelgemüse find zu verziehen, Kohlarten, Gurken usw. zu behäufeln, beim Blumenkohl, sobald er Blüten ansetzt, die Käse durch nach innen eingeknickte Blätter zart und weiß zu erhallen, reife Kerbelrüben zu ernten und vor allen Dingen allem Ungeziefer eifrigst nachzustellen, vor allem die Raupen des Kohlweißlings in ihrer ersten Generation, in welcher sie vereinzelter auftreten, abzulefen, sollen sie nicht im August ganze Kohlfelder vernichten.
Blumengarten. Zum Absenken von Nelken ist jetzt die geeignetste Zeit; die noch im Lande befindlichen Blumenzwiebeln müssen in den ersten Tagen dieses Monats hecaus- genommen und trocken aufbewahrt werden; Herbstkrokus und Herbstzeitlose sind Ende diese» Monate in die für sie bestimmten Beete zu legen; Rosenwildlinge können während des ganzen Monats veredelt werden. Von Rosen, Geranien, Fuchsien, Heliotrop, Verbenen usw. sind gegen Ende diese« Monat« Eteckinge zu machen; Calla aethiopica, welche
im Winter blühen sollen, müssen jetzt in nahrhafte frische Erde gepflanzt werden; zum Treiben bestimmte Kaiserkronen, Ranunkeln, Anemonen, Scilla und Schneeglöckchen find gegen Ende dieses Monat» in Töpfe zu pflanzen und an einen kühlen, schattigen Ort zu stellen oder noch besser in die Erde einzugraben. Um recht kräftige Sommergewächse für bas nächste Jahr zu erzielen, säe man Ende dieses Monats dieselben in Kästchen aus und überwintere die jungen Pflanzen im Gewächrhaufe oder Ueberwinterung»- kasten, um sie im nächsten Frühjahr auszupflanzen.
Zimmergarten. Von einer eigentlichen Zimmergärtnerei kann man im Juli nicht gut mehr sprechen, denn die Blumentische sind nun leer und die Topfgewächse befinden sich fast durchweg im Freien. Im wesentlichen beschränkt sich die Tätigkeit des Zimmergewächses auf die Fortführung der für Juni angegebenen Arbeiten. Man halte die Töpfe rein von Moos und Unkraut, sorge durch zweckmäßige Behandlung dafür, daß die Pflanzen unge- zieferfrei bleiben und spare namentlich jetzt bei gesunden Pflanzen nicht an Wasser. Sehr raschwüchsige, kraut- artige Gewächse werden nun zum dritten und letzen Male verpflanzt. Die nicht mehr zu verpflanzenden, aber gut durchgewurzelten Topfpflanzen werden wöchentlich ein- bis dreimal gejaucht, am besten mit Jauche oder Kuhdung. Feine Topfnelken vermehrt man jetzt durch Absenker; ferner können vermehrt werden, und zwar durch Stecklinge: Rosen Pelargonien, Efeu, Hortensien, Penstemon und dann immergrüne Topflanzen aller Art. Chinesische Schlüssel- blumen, Cinerarien und Calceolarien (Pantoffelblumen) werden noch gesäet, die früher gemachten Saaten vereinzelt und später die jungen Pflanzen in kleine Töpschen gesetzt. ____________
Pflege der Topfpflanze« im Sommer.
Die Zeit des Hauptwachstums der Pflanzen ist der Sommer und ist es zu dieser Z«t leicht, zurückgebliebenen Topfgewächsen durch geeignete Pflege, wie Düngen, Gießen, Spritzen, Anbinden und Schneiden aufzuhelfen und solche wieder zu gut entwickelten Exemplaren heranzuziehen.
„Der Lehrmeister im Garten und Kleintierhof", Leipzig, giebt hierfür nun folgende Ratschläge: Nachdem die Pflanzen umgesetzt find, hat fich ein kräftiger Trieb entwickelt, der insofern geregelt werden muß, als zu stark wachsende Spitzen leicht zurückgeschnitten werden, damit sich die Form nicht verliert. Zeigt fich der Trieb nur schwach, dann muß mit leichten Düngergüssen nachgeholfen werden. Gegen das Auftreten von Ungeziefer hilft häufiges Abwäschen und Abspritzen am besten. Oefteres "Nachsehen läßt solches überhaupt nicht auskommen und leicht unterdrücken, ehe es fich zu sehr ausgedehnt hat. Das Gießen geschieht bei starkwüchsigen Pflanzen an heißen Tagen oft zweimal und immer mit abgestandenem Waper. Wird an heißen Tagen einmal so lange mit dem Gießen gezögert, daß der Ballen und damit auch die Wurzeln allzu stark austrocknen, so liegt die Gefahr nahe, daß die Pflanze sehr großen Schaden nimmt, im Triebe flockt, ihre Blätter vergilben und Blüten und Knospen zum Abfallen kommen. Wo man durch Schneiden nicht viel zu erreichen glaubt oder nicht schneiden will, da kann durch geschicktes Aa- binben der Pflanzen sehr viel zur Verbesserung ihrer Form beigetraqen werden. Abgestorbene Blüten und Blätter müssen immer baldigst entfernt werden, well sie das gute Aussehen der Pflanze sonst beeinträchtigen. Die Erde muß zuweilen unter Schonung der Wurzeln gelockert und die Töpfe müssen von dem sich bildenden schmierigen Uebnizug gesäubert werden. Nie sollte man sich aber am einfachen Gießen der Pflanzen genug sein lassen, da dieses allein nicht hinreicht, sie zu stattlichen Exemplaren zu erziehen, die im Sommer, der eigentlichen Wachsrumsperiode, gesunden und erstarken, sodaß sie ohne Schwierigkeiten durch den Winter gebracht werden können.
Man« solle« die Ziergehölze abgefchnitte« werden?
Leider geschieht diese Arbeit oft zur unrechten Zeit d. h. der Schnitt der verschiedenen Ziergehölze wird ohne Berücksichtigung ihrer Eigenart gleichzeitig vorgenommen. Und doch ist die Beobachtung der individuellen Unterschiede und da» Einhalten der richtigen Zeit von größter Wichtigkeit. So sollen z. B. alle Gesträuche, welche nur an den Endzweigen ihre Blüten entfalten, gleich nach der Blüte zurückgeschnitten werden. Auf diese Art kann man sie in der gewünschten Form erhalten und wird man jedes Jahr eine reiche Blüte haben. Von den hierher gehörenden Arten find hauptsächlich zu nennen: Die gefüllt blühenden Kirschen, die Cytisius, Deutzia, Forsythia, Lonicera tatarica, alle Malus, Prunus und Pyrusarten, Ribes sanguinea, alle Syringen, Viburnum opulus und Weigelien. Gehölze, die ihre Blüten vom Juni bis etwa November auf den jungen Jahrestrieben entwickeln, sollen Ende Winter geschnitten werden. Zu dieser Gruppe gehören zahlreiche Arten, wie beispielsweise Lonicera, Caprifolium, Evonymus, Hydrangea, Hibiscus syriacus, Leicesteria, Lycium europaeum und sinense. Die meisten Rosen, Spiräen mit rosafarbigen Blumen (Spiraea bella, Douglasii, Fortuuei, tomentosa 2c.) Rhus cotinus, Sambucus nigra und Abarten, Symphoricarpus racemosa, Viburnum. Von diesen läßt man eine hinreichende Zahl der kräftigsten Zweige stehen, kürzt sie auf eine Länge von etwa 20 cm ein und sieht dabei darauf, daß ein gerundeter Busch erzielt wird. Den gleichen