der Keimung sogenannte Schwärmer entlaffen, welche in die jungen Kohlwurzeln eindringen. Diese Pilzkeime ver- größern sich auf Kosten des Zellinhabers der Kohlwurzel, während das Zellgewebe infolge des ausgeübten Reizes die Anschwellungen hervorbringt. Schließlich zerfällt das Gebilde in eine Unmenge von Sporen, welche die Zellen des Wurzelgewebes ausfüllen und beim Verfaulen der kranken Wurzeln frei werden. Das Verbrennen der kranken Kohl- strünke im Herbst und sorgfältige Auswahl der Pflanzen im Verein mit streng durchgeführter Wechselwirtschaft beim Anbau der Pflanzen sind die sichersten Mittel zur Verhütung der Krankheit. Aehnliche und hiermit leicht zu verwechselnde Anschwellungen werden durch die Larven des Kohlgallenrüßlers an der Stengelbasis von Kohlgewächsen erzeugt. Der schwarze, mit grauen Schuppen bedeckte kleine Käser legt die Eier einzeln in die Rinde gebohrte Löcher. Durch den Reiz der nach wenigen Wochen ausschlüpfenden Larven schwillt die Rinde stark an; es entsteht eine sogenannte Galle, deren Inneres von der Larve verzehrt wird, diese kriecht schließlich hervor, um sich zu verpuppen. Um die Weiterverbreitung dieses Schädlings zu verhüten, verbrenne man die befallenen Pflanzen.
5. Zur Düngung des Grundes benutze man die üblichen künstlichen Düngemittel, sowie besonders Stalldung.
6. Bei der Auswahl der Dungstoffe richte man sich nach den auf den anliegenden Aeckern benutzten und bewährten Düngemitteln.
7. Man verhindere durch öfteres Abmähen eine allzu- starke Ausbreitung der Wasserpflanzen. In geringer Menge wirken sie als Futterstellen und sind zur Beruhigung des Wassers bei Wind günstig, da der Karpfen ruhiges Wasser liebt.
8. Die künstliche Fütterung geschehe regelmäßig. Als Futterstoffs.kommen grob geschrotete Lupinen, Kleie und Fleischmehl in Anwendung.
9. Als Futterplätze wähle man flache Stellen, für kleine Tiere 20 bis 30 cm tief, für größere Fische 30 bis 40 cm tief.
10. Bei Ankauf von Setzfischen sehe man auf kompakte Form, da diese Tiere schnellwüchsig und leicht mäst- bar sind.
Die Himborre
trägt nur am vorjährigen Holze, welches sie selbst in jedem Jahre durch Produktion neuer Triebe erzeugt. Das zweijährige Holz, d h. jenes, welches schon Früchte trug, ist am besten sofort nach der Ernte zu entfernen. Da aber nach der Ernte fast regelmäßig die Zeit zu dieser Arbeit mangelt, so wird sie gewöhnlich bis zum Winter verschoben. Mit der Hinwegnahme dies r vorjährigen Triebe entfernt man gleichzeitig die schwächeren letztjährigen Triebe und läßt nur die 5—6 kräftigsten an jedem Strauche flehen. Da die Himbeere stets an bcn Triebspitzen die meisten und besten Früchte entwickelt, ist das von manchen Seiten empfohlene Entsxitzen der Himbeeren unzweckmäßig und darum zu unterlassen. Dagegen ist es sehr zweckmäßig. die Ruten der Himbeeren aufzubinden, denn die -ruchtbeladenen Spitzen senken sich selbst zum Boden nieder, wodurch die Ernte der Früchte beträchtlich erschwert wird, ja ein großer Teil derselben gewöhnlich beim Pflücken verloren geht. Recht zweckmäßig ist es darum, schon im Herbst den Himbeerreihen entlang Pfähle zu schlagen und drei Kraftlinien zu ziehen, an welchen die Ruten im Frühjahre ufgebunden werden. So behandelt, und nebenbei bemerkt, och regelmäßig und stark gedüngt, ist die Himbeere eine -er rentabelsten Beerensträucher und vergilt reichlich die auf sie verwendete Arbeit.
Unter de« ZierstrL«cher«
werden die Strauchrosen derart vernachlässigt, daß manche kaum noch bekannt sind, obgleich sie durchaus von den modernen Rosen nicht übertroffen werden. So findet man die Zentifolien und Moosrosen den Remontanten gegenüber zu selten angepflanzt. Die schöne gelbe Rose (Rosa lutea), deren bekannte Abart, Persian Yellow, eine aller dings nur einmal blühende, dafür aber durch das schöne glänzende Laub zierende Rose für mittelhohe Spaliere ist, hat eine neue Abart, Gold- jonne, erzeugt mit stark gefüllten duftenden Blumen.
Die Pimpinellrosen geben dichte Büsche mit -veißen, gelblichen oder rosa Blumen. Dann ist tadame Plantier, die vollblühende weiße Rose als Hochstamm, als Busch wie an Spalieren durchaus empfehlenswert. Unter Rosa rugosa ist die Kaiserin des Nordens die beliebteste, dann folgen die einfachen: Regelliana nnd Regelliana alba. Rosa rubrifolia ist durch ihr violettrötliches Holz als Boskettrose interessant. Endlich ist noch die schottische Zaunrose, Rosa rubiginosa, zu nennen, die wegen "-es dichten Geästes sich zu Hecken eignet und wohlriechendes Laub besitzt.
Gebüschrosen müssen an die Vorderreihen der Gruppen kommen, weil man doch den Duft der Blumen genießen will. Als Kletterrosen lassen sich, wenn man den Schnitt danach ausführt, viele uvserer besten Rosen benutzen. Ein zweistöckiges mit Souvenir de la Malmaison beranktes Haus bietet den ganzen Sommer hindurch einen herrlichen Anblick.
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Reget« für die Anlage eines Karpfenteiches.
Im „Praktischen Landwirt" gibt Landwirtschaftslehrer A. Schäfer folgende Regeln, die bei Anlage eines Karpfenteiches zu beachten sind:
1. Ein guter Karvfenteich darf keinen ständigen Durchlauf haben, oder derselbe sei so kurz als möglich, denn ein Durchlauf entzieht dem T-iche eine große Menge Klein- tiere und behindert, falls er kaltes Wasser hat, den Zuwachs bedeutend.
2. Man sorge für möglichst viele Flachstellen und vermeide Tiefsiellen.
3. Der Teich sei zwecks periodischer Trockenlegung leicht und gut zu entwäffern.
4. Von Zeit zu Zeit ist eine Kalkung vorzunehmen. Bei gepflügtem Grunde ist der Kalk nach dem Ausstreuen sogleich einzueggen, bei ungepflügtem Grunde streue man ihn mit guter Erde vermischt glüchmäßig aus.
Tekchanlagrit.
Das Wasser ist das Auge der Natur! So still der Spiegel eines Teiches daliegt, es bringt doch ein eigenartiges Leben in das Bild des Gartens. Natürlich muß dieser, um einen Teich zu beherbergen eine gewisse Ausdehnung haben. Es werden neuerdings teichartige Fontänen angelegt. Diese dürfen aber nicht in Spielereien ausarten, am schönsten immer ist ein rundes oder symmetrisches Fontänenbassin. Wer es aber ermöglichen kann, sollte das Wasser in irgendwelcher Form in seinen Garten bringen.
Selbstverständlich ist dabei, daß dem Wasser eine entsprechende Umgebung von Pflanzen gegeben wird, welche bei Fontänen am besten aus Stauden und zwar Funkien, Hemerocalli«, Tritoma Uvaria utid ähnlichen besteht, bei
Teichen können einige Ufergehölze hinzukommen, bei ;eren auch Trauerbäumchen.
Wer die Anlage eines Teiches beabsichtigt, hat sie günstigste Zeit, die Arbeiten auszuführen, da die ken Nachtfröste vorüber sind, die bei den in Beton
grö-
jetzt star- aus-
zuführenden Dichtungen der Teichsohle leicht Risse verur- ächen.
Allerlei.
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Ackerfchlichte.
D. R. G.-M.
Bei Ackerschlichten mit mehreren zu einander beweg- ichen Schlichtbalken hat sich herausgestellt, daß die Verbindung der letzteren untereinander nicht zweckmäßig genug
ist und bei schwerer Arbeit leicht ein Verbiegen der
ein
zelnen Verbindungsteile eintritt, wodurch die Haltbarkeit der ganzen Ackerschlichte ungünstig beeinflußt wird.
Durch die neue Schlichtbalkenverbindung, wie solche von Herrn C. Stock erfunden und in der untenstehenden Abbildung veranschaulicht ist, wird die bisherige Unvoll- kommenhett beseitigt und ein sicherer, zuverlässig dauerhafter Zusammenhang der einzelnen Schlichtbalken erzielt.
Das Vorteilhafte der neuen Einrichtung besteht darin, daß die Verbindung der Schlichtbalken durch Haken und Einhängeringe erfolgt, welch letztere an Oesenteilen befestigt sind, die in solcher Weise mit Gewinde verstehen sind, daß sie auf die, durch die Schlichtbalken hindurch geführten Gewindezapfen der vorhergehenden Verdindungs- Haken aufgeschraubt werden können.
Es wird auf diese Weise je ein Haken der vorhergehenden Schlichtbalkenverbindung und ein Einhängering der darauffolgenden Verbindung am Schlichtbalken mit einander in Zusammenhang gebracht und hierdurch ein ununterbrochenes solides Zugstück durch alle Balken hindurch hergestellt, ohne daß die freie Beweglichkett des einzelnen Balken darunter leidet.
Um ein zweckmäßigeres Arbeiten der ganzen Acker- schlichte zu erzielen, ist der vordere Balken mit Zähnen bezw. Zinken besetzt, wodurch ein vorteilhaftes Zerkrümeln der Ackerschollen herbeigeführt wird.
Die Ackerschlichten mit der neuen Balkenverbindung haben sich vortrefflich bewährt und giebt die Verwertungs- abteilung der Patentanwaltsbureau Sack, Leipzig, gern Auskunft über den Bezug oder auch Lizenzabgabe.
vorn Radfahrsport.
Wieder ist die Zeit gekommen, in welcher bet fahrsport aus dem Winterschlafe erwacht. Aufmerksam r. trachtet der Radier sein Stahlroß. Er sieht nach, wie ee den Winter überstanden, ob Laufdecken und LustsÄäuLt noch widerstandsfähig sind oder ob sie des Ersatzes bedürfen. Da wird gereinigt und geputzt, um den alten Glanz, der in den Wintermonaten geschwunden ist, wieder hervorzurufen. Wenn alles nicht mehr hilft, entschließt man sich zum Kauf einer neuen Maschine. Die Räder werden jetzt erheblich billiger und dabei vollkommener an: geboten, als vor einigen Jahren. Bemerkenswert ist dix auffällige Zunahme der Freilaufräder; man sieht verhält nismäßig nur noch wenige, meist ganz alte Rä^er, die ohne Freilauf sind. Auch die alten Herren, die anfänglich dem Freilauf zweifelnd gegenübersiander, haben sich aus fallend schnell von seiner großen Annehmlichkeit und erhöhten Sicherheit überzeugt und ihre Räder in Freilaus- räder umwandeln lassen. Gerade für die Stadtbewohner ist das Fahrrad von der größten gesundheitlichen Bedeutung. Es reizt, ja es zwingt uns geradezu hinaus m's Freie. Jede freie Stunde, die den Fußgänger kaum die Grenze der Stadt erreichen läßt, führt den Radfahrer in die freie gesunde Luft, und eine Stunde frischen fröhlichen Radfahrens steht gesundheitlich in der Wirkung höher, wie ein stundenlanges Spazierengehen, für das Überdies den meisten die Zeit fehlt. ' ch V
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Lederriemen «»eich rn erhalten.
Um Lederzeug und Riemen zum gewöhnlichen Gebrauch dauerhaft, biegsam und undurchdringlich gegen Nässe zu machen, verfährt man wie folgt: Zu 20 T. geschmolzenem Talg werden 3 T. Kolophonium zugesetzt und gut umge- rührt. In einem anderen Gefäße werden 70 Teile reines Regenwasser mit 7 Teilen guter Waschseife zum Sieben gebracht und der ersten Masse zugefügt. Das Ganze läßt man nochmals aufkochen und tränkt damit auf allen Seiten wiederholt und gründlich das Leder und Riemenzeug.
Gegen Kopfschmerz.
Kopfschmerz ist eines der verbreitesten Uebel. Die Behandlung ist nach der Grundursache sehr verschieden. Wird der Kopfschmerz durch Blutandrang nach dem Kopfe Hervoc- gerufen, was man in der Röte des Gesichts und der Augen, owie am heftigen Klopfen der Halsschlagadern erkenn!, so wende man kalte Umschläge, Eisbeutel (Senfteig in )en Nacken) oder auch warme Fußbäder an und lagere den Kops hoch. Die entgegengesetzte Behandlung muß angewendet werden, wenn sich aus der Blässe des G-- sichts, der Lippen rc. ergibt, das Blutleere des Gehirns Ursache des Kopfschmerzes ist; dann vermeide man es, den Kopf tief zu lagern, lange zu stehen, kräftige Getränke (Wein, Bier, Tee rc) zu nehmen. Frische Luft ist Hauptbedingung.
Küche und Keller.
Kaldskopf a 1« Re«arssa«re. Der Kalbskopf wird nach gewohnter Manier weichgekocht, dann schneidet man ihn nebst einigen ebenfalls gekochten Nalbsmilken in centimetergroße Würfel, fügt in Scheiben geschnittene Champignons und Trüffeln, sowie ausgekernte Oliven bei und legiert mit einer feinen, mit „Maggi-Würze" gehobenen Sauce Madsre. Dieses Ragout richtet ma nin nach der Mitte zu etwas erhöhten Form in eine Platte aus feuerfestem Porzellan (sog. pic-dish) an, überlegt seine Oberfläche mit Scheiben gekochten Kalbshirns und bedeckt sie dann mit einer Lage Blätterteig, deren Ränder man auf den Rand der Platte festdrückt und mit der Teigzange hübsch verziert. Man schiebt die Platte in den Ofen, wo man sie gerade genug stehen läßt, um den Teig zu backen. Sind entspechende kleine Schälchen vorhanden, so wird einer großen Platte für jeden Gast ein besonderes Pläit- chen hergerichtet.
Pikanter Ponlardenkrate«. 6 Personen. 3 Stunden. Die gereinigte und schön dressierte Poulard wird außen mit feinem Salz eingerieben, innen mit Sardellenbutter und feingehackter Petersilie bestrichen, dann in heiße Butter gelegt und im Bratofen unter fleißigem Be- gießen und Nachfüllen von zerlassener Butter gar gebraten. Die Sauce wird mit etwas saurer Sahne und 1 Teelöffel Sardellenbutter verkocht und mit 10—12 Tropfen Maggis Würze vollendet.
Chesterschnitte«. 6 Personen. 1 Stunde. K Pfund Chesterkäse wird fein gerieben, mit ^ Pfund zur Sahne gerührter feiner Butter, einer Prise Zucker, 1 Ä löffel gutem französischen Wein und 3 Tropfen Maggie Würze zu einem Teige gemischt, den man auf ungerösteies oder geröstetes Weißbrot oder auf Albert-Cakes streicht (Sehr geeignet für kaltes Büffet und für Herrenfrühsti^)
Mayonnaise. Schlage V- Ltr dicke saure Sah"' mit fünf Eigelb, */E Teelöffel voll Mehl, etwas Salz und dem Saft einer halben Citrone auf gelindem-Feuer bis vors Kochen, nimm die Masse ab, gieb vier Löffel doü Salatöl, einen Löffel voll Kapern, eine Messerspitze Wein mostrich, etwas Salz, Pfeffer und feinen Zucker daran und gieße nach dem Erkalten die Sauce über die fein- blätterig geschnittenen Fasanenreste.