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Hersjcker Kreislillltt.
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©laiisittlagtn: „Jlluprirtts EmmagMoU" und ^llustrirlc LandvirlschaMHe Beilage."
XL- Fernsprecher Nr. 8. ^e«
A. 150. AeHaz den 20. ItWter 1904.
fJJO“ Die heutige Nummer Umsatz» 8 Seite«.
Erstes Statt.
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auf das
Ijtrsfelder Kreisblatt.
Dom f. Januar |gO5 ab wird das wöchentlich
3 mal, Montag, Mittwoch und Freitag, zur Ausgabe gelangende Hersfelder Areisblatt in HeM vergrößertem Formst erscheinen.
Dasselbe bringt außer den amtlichen Bekanntmachungen zuverlässige Mitteilungen über Ereignisse in der Politik, Berichte aus dem Kreise, der Provinz und Nachbargebieten. Reichhaltige Nachrichten vermischten Inhalts bringen alle sonstigen mitteilenswerten Ereignisse für Kenntnis der Leser. Ferner bilden sorgfältig ausgewählte
spannende Romane,
Erzählungen etc., die in jeder Nummer in Fortsetzungen erscheinen, einen weiteren Theil des Lesestoffs.
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Amtlicher Teil.
Hersfeld, den 6. Dezember 1904.
Unterm heutigen Tage sind:
1. der Landwirt Adam Baupel aus Reckerode für den Gemeindebezirk Reckerode,
2. der Gastwirt Heinrich Knies aus Kleinensee für den Gemeindebezirk Kleinensee,
3. der Landwirt George Lipphardt aus Tann für den Gemeindebezirk Tann,
4. der Ziegeleibesitzer Heinrich Rüger aus Schenklengs- feld für die Gemeinden Schenklengsfeld und Ober- leugsfeld als Schlachtvieh- und Trichinenbeschauer (letztgenannter als 2ter Beschauer widerruflich bestellt und eidlich verpflichtet worden. Die beteiligten Herren Ortsvorstände haben Vorstehendes sofort in den Gemeinden ortsüblich bekannt machen zu lassen.
I. 9037. Der Königliche Landrat.
J. V.:
T h a m e r.
Nichtamtlicher Teil.
Das Politische Testament -es Präsidenten Krüger und die Zukunft der Buren in Südafrika.
In Pretoria tat am vergangenen Freitag die feier« liche Bestattung des im Exil gestorbenen letzten Präsidenten der südafrikanischen Republik, Paul Krüger, unter großer Beteiligung des Burenvolkes stattgefunden. Das Ereignis regt erneut die Frage nach der Zukunft des Burenstammes in Südafrika an, nachdem die Buren in den neuen englischen Kolonien Transvaal und Oranje-River durch den unglücklichen Krieg mit England ihre mühsam genug erworbene politische und nationale Selbständigkeit wieder eingebüßt haben. Die Aufwerfung dieser Frage scheint umsomehr berechtigt, als sie gerade am Tage des Begräbnisses Krügers wieder ihre Rolle gespielt hat, indem General Botha bei der Trauerfeier einen im Mai des gegenwärtigen Jahres geschriebenen Brief des verstorbenen Ex-Präfidenten zur Verlesung brächte, welcher gewissermaßen das politische Testament des so fern von seiner südafrikanischen Heimat Heimgegangenen greisen Flüchtlings enthält. In dem bemerkenswerten Testament hebt Krüger unter anderm hervor, daß es den Buren möglich sein werde, mit der Einigkeit des Entschlusses und mit der Einigkeit der Kraft wieder aufzubauen, was ihnen vernichtet worden fei, dann werde ihre Nationalität und Sprache weiter blühen. Im weiteren heißt es in der Kundgebung: „Ich habe mich mit dem bitteren Gedanken vertraut zu machen gelernt, daß ich meine Augen in einem fremden Lande schließen muß, ein Verbannter, fast ganz allein, weit von Verwandten und Freunden, die ich wahrscheinlich nie wieder sehen werde, weit von afrikanischer Erde, die ich wahrscheinlich nie wieder betreten werde, weit von dem Lande, dem ich mein Leben geweiht habe, um es der Zivilisation zu eröffnen und in dem ich die Entwicklung einer Nation sah. Doch diese Bitterkeit wird versüßt werden, so lange ich die Ueberzeugung weiter hegen darf, daß das einmal begonnene Werk weiter fortgesetzt werden wird, denn dann wird die Hoffnung mich stützen, daß das Ende dieses Werkes gut fein wird. So soll es sein! Aus der Tiefe meines Herzens grüße ich Euch und das ganze Volk."
ES ist nicht ganz klar, ob Krüger bei seiner Mahn- ung an die Buren zur Einigkeit und seinem Hinweis auf die Möglichkeit für sie, hierdurch wieder zu erringen, war sie verloren hätten, eine gewaltsame Erhebung der Buren gegen die englische Herrschaft im Auge gehabt hat, oder ob es ihm nur darum zu tun war, dieselben zur Erhaltung ihrer nationalen Eigenart inmitten des Zusammenleben» mit ihren englischen Besiegeln anzu-
feuern. Manche Windung in dem politischen Testament Krügers deutet nun allerdings darauf hin, daß ihm wirk- lich der Gedanke der dereinstigen Wiederherstellung der staatlichen und politischen Selbständigkeit des Burentumes vorschwebts, der ja zweifellos auch von so manchem der heute noch lebenden geistigen Führer des Burenvolkes geteilt wirb. Aber nach Lage der Dinge muß eine Wiedererrichtung der im englischen Kolonialbesitz unter- gegangenen ehemaligen Burenrepubliken als ziemlich aussichtslos gelten, hierzu fehlt es den Buren an fast allen Voraussetzungen, namentlich an der politischen Schulung und Organisation und an der militärischen Widerstandsfähigkeit. Ein Ausstand der Buren gegen England würde jetzt, wo die Engländer die eroberten Burenstaaten fest besetzt halten, mindestens noch weit schwieriger ins Werk zu setzen sein, als es damals der Krieg der beiden Republiken gegen das von letzterem überraschte England war, dasselbe würde jedenfalls nicht vor den größten Opfern zurückschrecken, um den Ausstand wieder niederzuschlagen. Die Buren werden gut daran tun, die Phantastereien einer Wiedererringung ihrer staatlichen Selbständigkeit entgiltig aufzugeben und sich darauf zu beschränken, ihre Sprache und ihre nationalen Eigentümlichkeiten auch unter englischer Herrschaft zu wahren.
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Die Beisetzung Krügers in Pretoria hat sich dank der würdigen Haltung der Leidtragenden und des weitgehenden Entgegenkommens der englischen Behörden zu einer sehr stimmungsvollen, von keinem Mißton gestörten Feier gestaltet. Auf Befehl des König« Eduard wurde während der Beerdigung ein Geschützsalut von 21 Schüssen abgegeben. An der Feier nahmen Delegierte aus allen Teilen Südafrikas, der englischen Regierung und der- Kolonien teil. Die Zahl der Personen, die beim Leichen i zuge Spalier bildeten, wird auf 30 000 geschätzt. Dren holländische Geistliche hielten Gedächtnisreden, wori sie die Vaterlandsliebe und das musterhafte religiös Leben des Dahingeschiedenen feierten. Der Hauptredner Pastor Bosmann, führte aus, daß die Buren der neuen Flagge, dem Symbole der Gleichheit und Freiheit, treu ergeben seien, sie dürften aber niemals KrügerSGrundsätzs vergessen. Das Volk müsse den vorgezeichneten Linien der Entwickelung folgen. Nach den Geistlichen sprachen Schalk Bürger, Dewet und Botha. Bürger pries den versönlichen Charakter des Toten, Dewet erklärte, die Ideale Krügers feien die der Wahrung der beiden Republiken gewesen, und Botha verglich den Krüger der Buren mit dem Moses der Jsraeliten.
Der Krieg zwischen Japan und Ruhland.
Daily Telegraph meldet aus Tschifu vom 17. ds., General Stoffel sei durch einen Gewehrschuß verwundet worden; doch sei die Verwundung nicht schwer. Die frühere Kopfwunde heile aus. Die japanischen Schiffe beteiligten sich an dem Bombardement. Ein Blockade- brecher brächte 1000 Tonnen Mehl nach Port Arthur. Dort träfen viele Dschunken ein, an deren Besitzer die Russen für jede Fahrt etwa 300 Pfund bezahlten.
Die aus Port Arthur in Tschifu eingetroffenen Russen bestätigen die Versenkung der russischen Kriegsschiffe. Sie erklären, die Japaner hätten dies schon vor zwei Monaten fertig bringen können, offenbar die Beschießung der Forts vorgezogen. Die Zerstörung der Schiffe durch die Japaner lasse nach Ansicht der Russen erkennen, daß die Japaner die Hoffnung ausgegeben haben, die Festung zu erobern. In den letzten 30 Tagen hätten die Japaner drei Torpedoboote verloren; das dritte sei bet dem Nachtangriff am 14. Dezember gesunken. Am Hohen Hügel hätten die Japaner einen Verlust von 12 000 Mann gehabt, sie könnten den Hügel nur als Beobachtungsposten benutzen. Von den Haupt- fort« sei kein« gefallen. In den letzten 14 Tagen seien drei Dampfer mit Munition und Lebensmitteln in