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gesagt:Ludwig komm herab." Es blieb ihm nur noch Zeit, mit seiner Frau zu beten, auch für seine Mürber; dann stieg er vom Wagen und wurde vor den Augen seiner Frau er« schössen.

General von Trotha meldet unter dem 21. d. M. aus Windhuk: Mühlenfel« hat von bisheriger Abteilung Estorff die 5. und 7. Kompagnie mit 4. Batterie unter Major Heyde losgelöst und diesem die Besetzung von Eware, Oparakane und Okatjekuri über­tragen. Zahlreiche in dieser Gegend austretende Banden machten die Absperrung durch zwei hintereinanderliegende Linien wünschenswert.

Aus Swakopmund wird gemeldet: Dampfer Gertrud Woermann ist vollständig ver­loren. Das Expeditionskorps ist von S. M. S. Vineta an Bord genommen und nach Swakop­mund gebracht. Wenn das Wetter gut bleibt, kann voraussichtlich der größte Teil der Ladung geborgen werden'

Der gestrandete Dampfer ist von Hamburg am 26. Oktober abgefahren.

In einem P a t r o u i l l e n g e f e ch t mit aufständi­schen Bethaniern in S ü d w e st a f r i k a ist ein Unter« oifuiet gefallen; drei Mann werden als wahrscheinlich getötet bezeichnet.

Hamburg, 22 Nov. Mit dem Wörmanndampser .Professor Wörmann" ging heute nachmittag 3V2 Uhr ein neuer Truppentransport nach Südwestafrika ob, be­stehend aus 23 Offizieren, 858 Mann und Kriegsmate­rial. Die Verabschiedung der Truppen am Kai erfolgte in der üblichen feierlichen Weise. Der Kommandierende General von Bock und Polach richtete herzliche AbschiedS- worte an die Truppen, schloß mit einem Hoch auf Seine Majestät den Kaiser und verlos sodann ein Telegramm Ihrer Majestät der Kaiserin au« Plön. Eine zahlreiche Zuschauermenge wohnte unter lebhaften AbschiedSkund- gebungen für die Truppen der Abfahrt bei.

Der Krieg zwischen Japan und Rußland.

Die OperationSfähigkeit der Armeen in der Mand­schurei wird immer mehr durch die strenge Winterkälte beeinträchtigt. Nach einer Depesche aus Mukden ist das Wetter kälter als je seit Beginn des Krieges: 25 Grad wurden festgestellt. Auch Staubstürme fanden statt. Die russische Besatzung des Putilowhügels, so fügt die Mel­dung hinzu, wird unter beständigem Artillerie- und Jn- fanteriefeuer gehalten.

Die ruf sischenTorpedobootszerstörer welche, drei an der Zahl, ungefähr gleichzeitig mit dem .Rostoropny" aus dem Hafen von Port Arthur aus- brachen, sollen nach heute eingegangener Meldung sämt­lich noch hartem Kampfe mit denJapanern ver­nichtet worden sein.

Au« Nagasaki wird hierüber depeschiert, zwei der Zerstörer, die aus Port Arthur ausliefen, hätten schwer verwundete Osfiziere an Bord gehabt. Sie trugen Duplikate von einer Meldung Generals StösselS und fuhren bei heftigem Sturm aus. Der KreuzerKasuga" hielt den ersten Zerstörer an, der nach einstündigem Kampfe sank. Der zweite Zerstörer wurde von der .Motsuschima" 25 Meilen von Port Arthur in d e n Grund gebohrt, nachdem er sich geweigert hatte zu halten. Die .Matsuschima" wurde von einem Torpedo getroffen, konnte aber in Dienst bleiben. Der dritte Zerstörer wurde von zwei Torpedo - Kanonenbooten ver­folgt und durch zwei Torpedos gleichzeitig getroffen. Er erlitt einen Maschinenschaden, gab den Kampf aus und sank mit der ganzen Mannschaft. Die japanischen Offi­ziere sind einstimmig im Lobe der Tapferkeit der russischen Seeleute.

hinausschicken. Der Strauß Ebbar für den Jubilar | fiel ihm ein. Wie baS Leben doch spielt!

Auf eine Hochzeitsreise hat man verzichtet. Das ist ihm recht man macht eine Reise durch München. Mit Anna wird er alle Kunststätten, alte und moderne, besuchen und da« HosbräuhauS! Man schwärmt in der Natur und ist vergnügt daheim. Einen Kopshänger will seine Anna nicht!

Ein Schatten flog über seine Stirn. Seine Erzäh­lung von vorhin fiel ihm ein und sein Versprechen. Sein Reisebericht war leider nicht genau und wenn ihn Anna beim Wort nimmt fatal 1

Fatal? Eine Tragödie!

Sein Fernando liegt, ein fiecher, gebrochener Mann, nicht bei einem Kameraden, sondern bei der Mutter. Der Kommerzienrot hat seine musikalische Freundin wie­dergesehen gealtert, verhaßlicht, verarmt I Eine trau­rige, unsagbar traurige Begegnung! Sein Fernando!

Der Mensch hat sich gut ändern seine Vergangen­heit schleppt er mit sich.

Wieder betrachtete Schäfer die Sänfte. Anna kennt die Geschichte. Sie hat was eigentlich nicht schmeichel. haft für ihn ist trotz ihrer Brautlchaft die Prüfung zur Lehrerin mit Auszeichnung bestanden. Wenn er ihr sagt: »Da« ist die Sänfte der Pompadour", erwidert sie möglicherweise: .Wo» soll dir bei ua»?' Besser'«, er sagt nur: »Eine Rokokosänfte".

Schäfer stampfte auf den Boden: »Sapperment, ich liebe Anna von ganzem Herzen, doch Herr ie Hanse bin ich, unb da« ist dir Sänfte der Pompadour*---

kurz vor dem Sufbrut zum Stoode»amt nahm Schäfer feine Braut beiseite. .Ich versprach, dir mein Stuttgarter Abenteuer, meine Begegnung mit mit

Politische Nachrichten.

Berlin, 22. November.

Se. Majestät der Kaiser ist um Mitternacht von Kiel nach Schlesien abgereist. Zur Verabschiedung auf dem Bahnhof war Se. Königliche Hoheit Prinz Heinrich erschienen. Am Abend waren an Bord des Kaiser Wilhelm II. die Admiralität und die Komman­danten der Kriegsschiffe befohlen. S e. Majestät der Kaiser ist um 6 Uhr abends in Groß Strehlitz eingetroffen und am Bahnhof vom Grafen Tschirschky. Renard empfangen worden. Seine Majestät fuhr in Be­gleitung des Grafen durch die festlich geschmückten und durch Magnesiumsackeln beleuchteten Straßen, überall jubelnd begrüßt nach dem Schlöffe.

Ee. Königliche Hoheit Prinz Heinrich von Preußen hat sich heute morgen von Kiel nach Darm­stadt begeben, wo er bis Mitte Dezember zu bleiben gedenkt.

Ein Extrablatt der Darmstädter Zeitung veröffentlicht nachstehendes:

Darmstadt, am 21. November 1904. Das nach­stehende Telegramm Seiner Königlichen Hoheit des Groß- Herzogs bringe ich hiermit freudigen Herzens zur Kenntnis des HessenlandeS.

Rothe, Staatsminister.

Telegramm I Lich, den 20. November 1904.

Habe mich heute mit Prinzessin Eleonore zu SolmS-Lich verlobt und bitte Sie, die» zur Kenntnis meines vielgeliebten Landes zu bringen.

Ernst Ludwig.

Der Vorstand des Preußischen LehrervereinS hat in schriftlicher Abstimmung beschloffen, daß nach dem Be­kanntwerden der Entwurfes zu einem Schulunterhaltung»- gesetz in Berlin ein 3. Preußischer L e h r e r t a g abgehalten werden soll zur Beratung der hinsichtlich des genannten Gesetzentwurfes zu unternehmenden Schritte.

Die Staatsregierung hat dem Abgeordnetenhause die H i b e r n i a V 0 r l a g e zugehen lassen. In der Be- gründung erklärte sie, daß sie an ihrer Absicht, den Hibernia-Besitz zu erwerben, festhält, aber eine darüber hinausgehende Verstaatlichung des rheinisch westfälischen Bergbaues aus wirtschaftlichen und politischen Gründen für durchaus widerrätlich hält.

Der Londoner Daily Telegraph schreibt in einer Be­sprechung der Rede des Reichskanzlers beim Stapellauf des Linienschiffes Deutschland: Graf Bülow hat in Kiel eine wahrhaft partriolische und staatsmännische Rede gehalten. Er hat sorgfältig eine weite Grenze gezogen zwischen Defensive und Offen­sive. Von der Haltung eines starken Mannes in Waffen, der seine Güter wahrt, konnte keine bessere Definition gegeben werden. Auf einem Gebiete, wo die Interessen aufeinander stoßen, wie es unvermeidlich ist zwischen denen, die sich bemühen, ihre Reiche zu festigen, gibt eS andere Mittel, widerstreitende Ziele mit einander in Ein­klang zu bringen, als unaufhörliche leidenschaftliche Eifer­süchteleien und feindselige Verdächtigungen. Wenn die Nationen sich die Lehre des schiedsgerichtlichen Verfahrens zu eigen machen, dann ist es gut für sie, sich ebenbürtig gegenüberzustellen mit entsprechenden Machtmitteln zur Verteidigung, weil Schwäche zur Gewalt herausfordert, während Stärke die beste Sicherheit für die Ruhe gibt. Auch wir erhalten unsere Waffen scharf und können da­her nichts dagegen haben, wenn andere dasselbe tun. Es ist eine Freude, eine Rede aufzuzeichnen, so erfüllt von friedfertigem Geiste und praktischer Weisheit wie die, in der Graf Bülow die Ideale des deutschen Vater­landes erläuterte.

Das Militärpenfionsgefetzist deshalb vom Bundesrat bereits erledigt worden, weil es gleichzeitig mit dem Mtlitäretal an den Reichstag gebracht werden

dem armen Tosi gelegentlich ausführlich zu erzählen. Doch seit heute morgen läßt mir die Geschichte keine Ruhe. Eben weil unser Hochzeitstag ist, möchte ich sie vom Herzen haben. Du hast heraus gefühlt, daß in meinem Bericht nicht alles stimmte. Aber Mißtrauen ist furchtbar wie Unkraut. Besser, du erfährst meine alten Sünden heute von mir als morgen von andern . . . . Tosi« Mutter ist keine Primadonna, sondern eine arme StubenmalerSwitwe, und ihr Ferando ist kein Kind ihrer Ehe, sondern, wie ich leider jetzt erst ersuhr unb kaum bezweifeln darf, mein eigenes Kind."

Anna sah ihm voll ins Gesicht. .Und du hast ihn, den Sterbenden, verlassen können?!"

.Ich verließ einen Toten," erwiderte er dumpf. .Ich blieb ihm zur Seite, bis bis ich drückte ihm die Augen zu."

Sie fühlte Mitleid mit dem armen Reichen.

Du hast an den Deinen wenig Freude erlebt. Wenn du nur mit mir glücklich wirst. Denn--nach deinen Reden hätt' ich dich für keinen Don Juan gehalten!"

«Zum richtigen Don Juan Hatt' ich vor allem keine Zeit."

Du Host da» arme Mädel verlassen l"

«Als Mädel war sie so arm nicht, und verlassen habe ich nicht sie, sondern sie wich. Geh nicht zu hart mit mir ins Gericht! Bau allen Frauen, die ich kennen lernte, bist tu allein ein Charakter. Aber auch ich bin einer. Ein ganzer Mann Mir fehlt noch kein Zahn, und was ich will setz' ich auch heute noch durch."---

Anna blieb verstört. Aus dem Standesamt sah sie oOee wie im Draum. Ihre Hand zitterte, als sie den Trauschein unterschrieb.

lFortsetzong folgt.)

soll. Die durch das neue Gesetz verursachten K»^. werden für baS Etatsjahr 1905 auf 6V2 Million» Mark veranschlagt. Wenn der Etat dem Reichs,^, nicht gleich bei dessen Zusammentritt zugeht, so wird « ihm doch an einem der ersten Sitzungstage und beßimmt noch vor Weihnachten unterbreitet werden, so daß erste Etatslesung noch vor dem Feste erfolgen kann.

Der Bundesrat hat die Reichstag-resolution btiik lich der Selbstbeköstigung Untersuchung,, Gefangener und solcher Strafgefangenen, de > Handlung keine ehrlose Gesinnung bekundete, abgeles dagegen diejenige Resolution, welche einheitliche r(l stimmungen über die Zuchthaus- und Gefängnisar it im ganzen Reiche fordert, dem Reichskanzler Überrest ,

Die außerordentliche GefährlichkeitdesG^ wirtSberufe», über die Geh. Medizinalrat P»i Dr. med. A. Guttstadt unlängst für Preußen eingehend! Untersuchungen veröffentlichte, wird auch durch das 93 r, halten der Lebensversicherung« - Gesellschaften zum Aui- druck gebracht. So befanden sich unter den an di, LebenSversicherungSbank zu Gotha in den Jahren 1895 bis 1898 gestellten 25 582 Versicherungsanträge 3237, welche abgewiesen wurden, darunter 157 von Gastwirts Weinhändlern, Brauern und Brennern. Bet 71 Männ«« gab die Berufsbeschäftigung den Anlaß zur Abkehming, darunter waren 26 Gastwirte.

Der in Zürich tagende Parteitag schweiz. e r i s ch e n S 0 z i a l d e m 0 k r a t e n hat sich in feintI letzten Sitzung hauptsächlich mit militärischen Landeesrag» beschäftigt. Die Reden, die dabei gehalten, und bit Beschlüsse, die gefaßt wurden, zielen darauf hinaus, is Zukunft Offiziere und Unteroffiziere durch die Soldat» selbst, statt durch die Regierung, wählen zu lassen unb die Militärgerichtsbarkeit abzuschaffen. Jede Verlänz«, ung der Militärdienstzeit soll verworfen werden; aej wird da« Verbot von Truppenaufgeboten aus Anlaf eines Streiks ausgesprochen.

Wie aus Belgrad gemeldet wird, will die s e r b i s$i Regierung der Skupschtina eine Vorlage über tint Anleihe von 50 Millionen Frank zur Anschaffung 001 Schnellfeuergeschützen und zum Eisenbahnbau unterbreiten.

Aus Washington wird unter dem 22. Novrmb« gemeldet: Der deutsch-amerikanische Schiedsvertrag li heute vormittag von dem Staatssekretär Hay und betn deutschen Botschafter Freiherr« Speck von Sternbuig unterzeichnet worden.

Aus Kalkutta wird unter dem 22. Novembergi- meldet: Der Leichnam bes ermordeten Deutschen Fleisch« wurde am 10. b. Mt«. in Peschawar feierlich beiges Der Mörder wurde am 14. d. MtS. auf Befehl bti Emirs hingerichtet. Die Auslieferung des Nachlaßk« und eventuelle Ueberführung der Leiche ist gesichert.

As Prosiliz und Rachdirgetiel.

* Die Wethnachtspaketpost für uns«! Truppen in Südwestafrika ist von erheblichem Umfang gewesen. Während sonst mit jedem deutsche» Dampfer nach dem Schutzgebiet einige hundert FeldpA Pakete abzugehen pflegen, beförderte der Dampfer ©bmti Woermann deren nicht weniger als 3563, zu deren Packung 211 Säcke notwendig waren. Der Dampf« verließ am 12. d. Hamburg. Am 14. beförderte d« Dampfer Theodor Wille 742 Nachzügler in 73 Säftn Auch die 92 Feldpostpakete, welche Adelheid am 15. b. mit sich nahm, sind wohl noch als Weihnachtspakete an> zurechnen. Der gesamte Feldpostverkehr zu Weihnächte» betrug also 4397 Stück in 292 Säcken. E« ist aller» bings die Frage, ob diese Sendungen sämtlich noch teil' zeitig die Empfänger erreichen werden. Soweit W Truppen in der Nähe der Küste ober der Eisenbch ihren Standort haben, ist dies ohne weiteres zu erteil

Einen folgenschweren Kampf mit Wilder» hatte der Jagdhüter Ulm in Geispoldheim (K»i Erstein) zu bestehen. Eine aus sechs Mann bestehet Wilderergruppe griff ihn an. Infolge dessen gab« mehrere Schüsse ab, die zwei der Angreifer töteten. M vier anderen haben mehr oder weniger schwere letzungen davongetragen.

In Weimar wurden der Bäckermeister S"^ und sein Gehilfe wegen des Verdachte« der Fallt' münzerei verhaftet.

(Aus entsetzliche Weise uml ß' ^1 gekommen.) Der Landwirt Karl Sänger in Silo!' heim bei Erfurt war im Begriff, sich mit dem W aufs Feld zu begeben, und hatte seiner Gewohnheit mäß baS den Pflug ziehende Pferd bis zur Ankunfl Acker reiten wollen. Er passierte eben durch die Laub» gaffe seines Ortes, als das Pferd vor einem dahelk^ menden Malergehilfen, der eine lange Leiter trug, s^'^ unb den Reiter abwarf. Dieser kam zwischen Pf"b Pflug zu liegen und erhielt zunächst einen heftigen M schlag gegen den Kopf, darauf wurde der Unglü^l3 von der scharfen Metallspitze der Pfluge», mit wel«^ boS Pferd in wildem Galopp davonraste, am Un^ll« erfaßt und vor den Augen der entsetzten Pana»^ buchstäblich zerfetzt. Der Verunglückte stand in Mannesalter und war die einzige Stütze seiner gebrechlichen Eltern.

Der verheiratete Arbeiter Daberkow in Lei P)'1 * Vater von drei Kindern, hat seine 20jährige 8el" 1« der Wohnung ihrer Eltern erschossen und bann Es" mord verübt.

In St. L 0 ni » ist der Pavillon bei kl-»>" Missouri ein Rand der Flammen geworden.