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um 436 oder 7,6 v. H. gewachsen. Im Jahre 1892 hatte die Zahl der Referendare in Preußen 2973 be- ■ tragen, sie hat sich in den letzten 12 Jahren mehr als vcrboppelL
Aus Schanghai wird vom 19. Oktober gemeldet: Nach Mitteilungen eines gut unterrichteten Chinesen schließen sich die Weife genannten Räuberbanden in West-Kwantung zusammen in der Absicht, in der Provinz Kanton einen Ausstand zu erregen. Man glaubt, daß sie sich mit den Piraten vom Westfluffe verbunden haben.
Das Hauptquartier und die rechte Kolonne der englischen Tibet-Expedition sind jetzt in Phary eingetroffen. Der Marsch über die Pässe war mit furchtbaren Anstrengungen verbunden. 72 Leute fielen unterwegs vor Ermattung um und baten, man möge sie sterben lassen; der Nachhut gelang es jedoch, alle Erschlafften nach Phary zu bringen. In der Nacht zum 17. d, M. fiel so viel Schnee, daß die Zelte unter seiner Last zusammenbrachen ; zwei Mann starken während bet Nacht. Der weitere Rückmarsch muß, da alle Wege verschneit sind, unterbrochen werden.
W $ronin$ uitü WkrBtt.
* Der Saatenstand in Preußen für Mitte Oktober stellt sich, amtlichen Ermittelungen zur Folge, wenn 2 gut, 3 Mittel und 4 gering bedeuten, wie folgt: Winter-Weizen 2,6, Winter-Spelz 2,1, Winterroggen 2,7, । * junger Klee 3.6, Luzerne 3,1. Die entsprechenden , Ziffern des Vorjahres waren 2,6, 2,1 2,5 2,3 und 2,5. i In den Bemerkungen der Statistischen Korrespondenz । i heißt es: Für Wintersaaten ist der sehnlichst gewünschte i Regen im verflossenen Berichtsmonate Mitte September । bis dahin Oktober — überall eingetroffen.
i * (Personal-Chronik.) Ernannt: der Re- - ferendar Rosenstock zum Gerichtsassessor, der Rechlskan- i didat Zickendrath zum Referendar, die Regierungs-Zivil« supernumerare Wörner und Kohlhepp zu Regierungs- i sekcetären. Bestellt: der Pfarrer extr. Münch zum t Hilfspfarrer an der Freiheiter-Gemeinde zu Cassel.
i * (WeihnachtS-Pakete für Südwest - a f r i k a.) Wer den wackern Kämpfern in Südwestafrika . zum Weihnachtsfeste eine Freude bereiten will, wird vielleicht über das Wie? nicht ganz sicher sein. In Frage kommen Feldpostpakete (brutto 2V2 kg) und Postpakete (brutto 5 kg) und als Inhalt, Kaffee, Kakao, Schokolade, Tee, Zigarren, Zigaretten, Weine, Punsch, - Kognak, auch ein wärmendes Wollenhemd. Die erstge- i nannten Artikel in bester Beschaffenheit zu liefern und nebst andern gewünschten Geschenken sachgemäß zu ver- - packen, hat sich das Deutsche Kolonialhaus Bruno 1 Antelmann, Berlin ^., 89/90, bereit erklärt. Die . Weihnachtspäckchen müssen Aufang November abgeschickt j werden.
-9- Hersfeld, 21. Oktober. Das Fallen der । Blätter ist im Herbst ein alltäglicher Vorgang, und t doch wissen die wenigsten, wie es zustande kommt. Die Blätter sind die VerdauungsOrgane des Baumes; , sie scheiden bei Tage unter dem Einfluß des Lichtes den ; Sauerstoff aus und atmen dafür den Kohlenstoff ein, sie ; bringen in der Nacht den umgekehrten Stoffwechsel hervor.
1 Das erste Nahrungsmittel der Pflanze ist das Wasser;
1 es wird von den Wurzeln aufgesogen und von diesen den Blättern zugeführt, die es verdunsten. In den warmen Tagen des Sommers entwickeln die Wurzeln eine rege Tätigkeit, im Herbst, wenn die Bodentemperatur kühler wird, geht sie zurück, die Wurzeln können den Blättern nicht mehr genügendes Wasser zuführen, und die Wasserzufuhr vermindert sich immer mehr, je kälter der । Boden wird. Ist sie bis auf ein bestimmtes Maß zurückgegangen, so bildet sich am Blattstiel, da, wo er dem Zweige entspringt, eine Wulst, die sogenannte TrennungS- : schicht, die immer dicker wird, je mehr die Wasserzufuhr sinkt und die Gefäße, welche Blatt und Baum verbinden, , zerstört. Dadurch werden die Blätter lose, der geringste , Lusthauch nimmt sie mit fort. Uebrigens verlieren nicht i alle Bäume ihre Blätter in gleicher Weise. Die Linde । schüttelt zuerst die untern ab, die Eiche die Spitzenblätter. . Kastanien und Linde entblättern früh, die Eiche behält . ihr welkes Laub bis in das nächste Frühjahr. Leder-
artige Blätter fallen erst spät oder überhaupt nicht ab, da sie weniger Wasser ausdünsten, als die weichen und zarten, und daher auch weniger Wasserzufuhr gebrauchen.
(!) Hersfeld, 21. Oktober. (Unfallmelde- gespräche.) Mit der Entwickelung des Fersprechwesens auf dem flachen Lande ist das Bedürfnis hervorgetreten, die bisher gebräuchlichen Unfallmeldetelegramme in gewissen Fällen durch Gespräche zu ersetzen. Die Telegraphenverwaltung hat deshalb auch Unfallmelde- g e spräche zugelassen, und zwar unter folgenden Bedingungen: Unfallmeldegespräche können zwischen öffent- lichen Sprechstellen, zwischen Fernsprechanschlüssen sowie zwischen Fernsprechanschlüssen und öffentlichen Sprechstellen gewechselt werden, sofern die Betriebs- und örtlichen Verhältnisse die Herstellung der erforderlichen Sprechver- bindungen ermöglichen. Die Abwickelung der Gespräche unter Benutzung der Apparate der öffentlichen Sprechstellen ist während der Nacht nur Personen gestattet, die dem Verwalter der Stelle bekannt sind: sie kann ausgeschlossen werden, wenn der Apparat im Schlafzimmer untergebracht oder die Verwaltung der öffentlichen Sprechstelle weiblichen Personen übertragen ist. Haben die Empfänger der Unfallmeldungen keinen Fernsprech- anschluß, so sind sie, sofern es die örtlichen Verhältnisse gestatten, an den Apparat heranzurufen. Die Gebühr für ein in der Nacht abzuhaltendes Unfallmeldegespräch bis zur Dauer von drei Minuten beträgt a) im Ortsverkehr 20 Pfg., b) im übrigen Verkehr das Doppelte der im § 7 der Fernsprechgebühren-Ordnung festgesetzten Sätze, mindestens jedoch SO.Psg. Für Unfallmeldegespräche in den Dienstpausen während des Tages sind außer den gewöhnlichen Gesprächsgebühren besondere Zuschläge nicht zu erheben. Für das Herbeirufen an den Apparat, soweit es sich nach den örtlichen Verhältnissen überhaupt ermöglichen läßt, ist eine Gebühr von 25 Pfg. zu erheben.
):( Hersfeld, 21. Oktober. Der Bau der Bahnhofsgebäude in Asbach und Kirchheim ist bereits in Angriff genommen. Die Ausführung derselben wurde Herrn Maurermeister H. Bolender hier übertragen.
):( Hersfeld, 21. Oktober. Herr Maurermeister H. B 0 l e n d e r erwarb das vor dem Frauentor gelegene Besitztum des Herrn Rentners M. H. Rössing zum Preise von 90 000 Mk. Der Verkauf erfolgte durch Vermittlung des Herrn S ch a n d u a. — Die in der Fuldastraße belegenen Ländereien des Herrn Bürgermeisters a. D. B r a u n in Größe von ungefähr zwei Casseler Ackern gingen zum Preise von 28 500 Mk. in den Besitz des Herrn Holzhändlers Wilhelm Heil über.
Homberg, 19. Oktober. Zu der in den Tagen vom 18. bis 22. Oktober dahier stattfindenden 2. Prüfung haben sich 43 Lehrer eingesunden. Das Thema zu dem Aufsatz lautete: „Es ist darzulegen, wie der Rechenunter- richt von Stufe zu Stufe lückenlos fortschreitet. (Kr)
Caffel, 19. Oktober. (Getreide-, Futter- und Dünger markt.) Der Markt verlief heule bei mäßigem Besuche ziemlich ruhig. Wir notieren: Weizen 17.00 bis 17.20 Mk., Roggen 14.00 bis 14.20 Mk., Hafer 13.50 bis 14 25 Mk. Alles per 100 Kilo ab oder Parität hier, bei Ladungen von 10 000 Kilo.
Caffel, 20. Oktober. Vorgestern fand auf dem Forste ein vom Kurhessischen Trainbataillon No. 11 verunstalteter öffentlicher Verkauf von zirka 40 aus» gemusterten Dienstpferden statt. Unter diesen 40 befand sich auch ein brauner Wallach, der schon eine Reihe von Dienstjahren absolviert hatte, der aber nun, da er für des Königs Dienst zu alt und steif geworden war und da die Gewährung von Gnadenbrot oder Gnaden- haser in der königlich preußischen Armee noch nicht ein- geführt ist, einem biedern waldeckischen Landmann überantwortet worden war. Schon als der neue Eigentümer des Pferdes, nachdem er dasselbe erworben hatte, sich auf dem Forst auf den Rücken des Tieres schwang, machte das Rößlein Miene, seinen Reiter abzuwerfen und nach der gewohnten Stelle zurückzutrollen, doch hatte es sich schließlich der zwingenden Ueberredung der Peitsche fügen müssen und seinen neuen Herrn nach der etwa 10 Stunden von Cassel entfernten waldeckischen Heimat getragen. Nicht wenig überrascht war aber in der zweitsolgenden Nacht die Stallwache des in der Waldau gelegenen Stalles, in welchem das Pferd bis zu feinem
Verkaufe gestanden hatte, als sich plötzlich mehrere donnernde Schläge gegen die Stalltüre vernehmen ließen und der Soldat, die Tür öffnend und hinausschauend, die so schnöde dahingegebene Rosinante vor dem Eingang erblickte, die den alten Bekannten in der Drillichjacke mit freudigem Gewieher begrüßte und dann, den Ueber« laschten sanft zur Seite drängend, in den Stall hinein- trabte und in dem gewohnten Stand seinen Platz wieder einnahm. Daß die Stallwache sich beeilte, dem alten treuen Tiere sofort ein Bündel Heu auf die Raufe zu werfen und es mit frischem Waffer zu versorgen, wird jeder begreiflich finden, dem selbst einmal während seiner Militärzeit solche alte treue Kreatur zur Pflege anvertraut gewesen ist. Aber was halss? Dableiben durfte Rosinante doch nicht, so gerne das Pferd auch mochte. „Verkauft ist verkauft" entschied der Wachtmeister, dem am anderen Morgen der Fall gemeldet wurde und der den rechtmäßigen Eigentümer des Pferdes sofort über den Aufenthalt seines entflohenen Rößleins telegraphisch verständigte. Was halss? Nach weitern 5 oder 6 Stunden traf der waldeckische Landmann ebenfalls ein und Rosinante mußte, an das Gefährt desselben angebunden, wieder nach der neuen Heimat traben. (T.)
Rauschenberg, 18. Oktober. Ein Arbeiter in Schwabendorf hat bei einem Streit seine erwachsene Tochter mit einem Messer schwer verletzt, so daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Der Vater hat sich darauf aus der Wohnung heimlich entfernt.
Frankfurt a. M., 18. Oktober. Bei der ModesFirma N. Kaufmann war ein Fräulein I. aus Offenbach fünf Jahre als erste Arbeiterin mit einem Gehalte von ca. 130 Mark tätig. Frl. J. erkrankte am 13. März b. J. und ihr Arzt meldete sie sofort bei der Ortskranken- kasse an. Aber die Firma hatte während 5 Jahre Fräulein I. nicht in der Krankenkasse gehabt und sie mußte, dem „Frkf. Volksbl." zufolge, 180 Mk. für Krankheitskostenpflegs in der Wohnung der I., ferner ca. 450 Mk. für den Aufenthalt der I. in Lindenfels während dreier Monate, sowie die 5 Jahre Krankengeld und eine hohe Strafe zahlen. Bekanntlich müssen alle Angestellten in kaufmännischem oder Fabrikationsbetriebe unter 3000 Mk. Gehalt in einer Krankenkasse sein!
Wiesbaden, 20. Oktober. In heutiger Nacht ist das Lagergebäude der Wiesbadener Farbwerks aus- gebrannt. Der Schaden ist bedeutend, die Ursache des Brandes unbekannt.
Biedenkopf, 19. Oktober. Gestern Abend überfiel im nahen Wallau ein Mann namens Weil nach einem geringfügigen Streit im Wirtshause nachher auf der Straße den Einwohner Schneider und riß ihm mit dem Messer den Leib aus. Der Verletzte, ein Vater von 5 Kindern, wurde sofort in die Marburger Klinik gebracht, während Weil ins Gefängnis wanderte.
Mainz, 18. Oktober. Das 3V2jährige Söhnchen des Bäckermeisters Beisigel spielte heute morgen, im Bett liegend, mit Streichhölzern. Dabei entzündeten sich die Hölzer und setzten das Bett in Flammen. Das Kind erlitt so schwere Brandwunden, daß es nach zwei Stunden im Hospital starb.__________________________
— (Verhängnisvolle Feuersbrunst.) Ein schweres Brandunglück wird aus London gemeldet. In dem Hause eines Friseurs in der Puddstreet, Brunswick Square brach nachts Feuer aus. Von den schlafenden Bewohnern des Hauses verbrannten sechs Personen, drei wurden schwer verletzt. Eine Familie ist besonders hart geprüft, da der Großvater, die Großmutter, der Sohn und eine Enkelin um das Leben kamen.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelischer Hottesdienst.
Sonntag, den 23. Oktober.
Vormittags V2IO Uhr: Herr Pfarrer Schröder.
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst (Sonntagschule).
Nachmittags 2 Uhr: Herr Pfarrer Feyerabend.
Mittwoch, den 26. Oktober, Abends 8 Uhr: _____________Gottesdienst in der Stadtkirche.____________
Hierzu eine Beilage und Nr. 43 des „Jllu- strirten Sonutagsblattes".
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