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Gratisbeilageu:Jllustrirtes Sonntagsblatt" und ^Jllustrirte Landwirtschastliche Beilage." SS* Fernsprecher Nr. 8. *sx

Sr. W

Sienlm Seil 18. Mber

1964.

Amtlicher Teil.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises haben mir über die Beschanergebnisse bei Hausschlachtungen in der Zeit vom 1. April 1903 bis 31. März 1904 gemäß dem nachstehenden Formular bis spätestens zum 2 3. O k t o b e r d. Js. zu berichten. Die veterinärpolizeilich wichtigen Beanstan­dungsfälle sind in Spalte 23 besonders hervorzuheben.

Beschanergebnisse

31. März 1904.

Lsd.

Nr.

Beschaubezirk in der Zusammen­stellung für die Regierungs­bezirke ; Kreis

Anzahl der

Haus­schlach­tungen

Von den Tieren in Spalte 3 und 4 wurden beanstandet

Von den Tieren in Spalte 3 und 4 waren ohnehin beschaupflichtig gewesen

Bemerkungen.

Wegen Tuberkulose

Wegen Seuchen, die der Anzeigepflicht unterstehen, und zwar wegen

Wegen anderer Mängel

Bei den Fällen in Spalte 9 bis 12 war Anzeige vorher nicht erstattet worden wegen

ganz

teilweise

(§ 2 R. G., wegen Ab­gabe von

Z 2 Nr. 2 B. B. A) wegen Zweifels a. d.

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23.

Ziffer II der Anweisung, betreffend das Verfahren bei der Ausstellung und dem Umtausche sowie bei der Erneuerung (Ersetzung) und der Berichtigung von Quit- lungskarten, vom 17. November 1899 (M. Bl. f. d. i. V. 1900 S. 1900 E. 16) erhält folgenden Zusatz:

Zur Ausstellung usw. der Quiltungskarten für solche Personen, welche sich dauernd im Auslande aushalten und dort gemäß § 145 Abs. 1 der Gesetze« die Versicherung freiwillig fortsetzen, sind alle Ort«- Polizeibehörden innerhalb des Bezirks derjenigen Ver­sicherungsanstalt verpflichtet, deren Namen auf der ersten Quittungskarte angegeben ist. Hat der Ver­sicherte eine im Inland« lebende Person mit der Beitragsentrichtung und dem Umtausche der Quittung«, karten beauftragt, so ist auch die für den Wohnsitz diese« Beauftragten zuständige Ortspolizeibehörde zur Ausstellung usw. der Quittungskarte« verpflichtet. Berlin W. 66, am 15. September 1904.

Der Minister für Handel und Gewerbe. J. A.: N e u h a u S.

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Hersfeld, den 6. Oktober 1904. Wird veröffentlicht.

V. 793. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regterungs-Rat.

Aönigliches Landratsamt.

Sprechstunde: Täglich von 912 Uhr an den Wochentagen vormittags.

Nichtamtlicher Teil.

Big Storg ton Luchsen f.

Eine trauervolle Kunde durchhallt die deutschen Lande. König Georg von Sachsen ist dem schweren Leiden, da« ihn bereit« seit längerer Zeit an da« Krankenlager feffelte, erlegen und in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend auf seinem Schlosse Pillnitz sanft entschlafen. Dem Tode war am Freitag die Bestellung de« Krön- Prinzen Friedrich August zum Stellvertreter bezüglich' aller RegierungSgeschäfte unmittelbar voraufgegangen

war dieser Akt ein Ausfluß der «immer rastenden üürsorge des greifen Monarchen für sein Land. König

Als Hausschlachtungen sind hierbei zur Erleichterung der Feststellung nicht nur diejenigen Fälle anzusehen, in denen das Fleisch lediglich im eigenen Haushalte des Be­sitzers verwandt werden sollte, sondern alle nicht gewerblichen Schlachtungen. In den Spalten 19 bis 22 des Formu­lars werden dann die Nachrichten darüber Aufnahme finden, in welchen Fällen ohnehin eine Beschau hätte stattfinden müssen; das in den Spalten 19 und 20 enthaltene Ma­terial, das bei dem Fehlen von Ausschreibungen hierüber bei Hausschlachtungen in der Zeit vom 1. April 1903 bis

Georg fühlte, daß er in seinem kranken Zustande der Bürde der RegierungSgeschäfte nicht mehr gewachsen war, und so faßte er den Entschluß, die Zügel der Re- gierung in die jünger» und kräftigern Hände des Kron­prinzen Friedrich August zu legen. Das außerordent­liche Pflicht- und Verantwortungsgefühl des hohen Toten duldete es nicht, ein Amt formell weiter zu führen, zu dessen tatsächlicher Verwaltung ihm die Kräfte fehlten.

Der Tod König Georgs von Sachsen bedeutet einen überaus schweren Verlust für sein Volk und Land wie für da« gesamte deutsche Reich. Von frühester Jugend bi« in sein späte« Alter zeichneten den verstorbenen Monarchen ein reger Arbeitseifer und ein unermüdlicher Tätigkeitsdrang aus. Kein Detail der RegierungSgeschäfte entging seinem Weitblicke und seiner Umsicht. König Georg ist im 73. Lebensjahr dahingeschieden, hat also die Grenze des biblischen Alters überschritten, und wenn von irgend einem Sterblichen das schöne tiefsinnige Bibelwort mit Recht galt, daß unser Leben, wenn e« köstlich gewesen ist, Mühe und Arbeit gewesen ist, so von ihm. In tiefster Trauer und Ergriffenheit verharrt die gesamte monarchisch gesinnte Bevölkerung Sachsens an der Bahre ihres toten Landesfürsten, dessen treu« sorgendes Auge sich nun für immer geschlossen hat, und über die Wange manches ergrauten Untertanen rollt die Zähre dankbarer wehmutsvoller Erinnerung.

Mit der nimmer rastenden Sorge für fein sächsisches Land und Volk aber vereinte sich in König Georg der Eifer für das große Ganze, für da« geeinte Deutschland, für Kaiser und Reich. Kein geringerer als unser un­vergeßlicher Altreichskanzler hat es wieder und wieder ausgesprochen, daß die treueren und begeisterten Banner­träger des nationalen Gedankens in Deutschland unsere Bundessürsten seien. Unter diesen Vorkämpfern und Bannerträgern der nationalen Idee stand König Albert von Sachsen in erster Reihe, und wie kaum ein zweiter hat er die Wahrheit des Bismarckschen Ausspruches durch fein Walten und Wirken bestätigt. Gleich feinem großen Vater, König Albert, hat auch er an den deutschen Einheitskämpfen des Jahres 1870/71 hervorragenden Anteil genommen und an dem köstlichen Gute der blutig erstrittenen Einheit dann mit unerschütterlicher Treue festgehalten. Innigste Freundschaft verband König Georg mit unserm Kaiser, der den weisen Rat wie die floate« männische Erfahrung und die Bundestreue des toten Eachsenfürsten aufs höchste zu schätzen wußte.

Mancherlei Kummer und Herzensleid ist König Georg auf seiner irdischen Lebensbahn widerfahren. Insbe­sondere hat auch da« ihm tiefen Schmerz verursacht, daß in seinem angestammten Königreiche so weite Volk«.

voraussichtlich lückenhaft sein wird, ist im Begleitbericht schätzungsweise nach Möglichkeit zu ergänzen.

Ferner ist mir über die Zahl der gewerblichen Schlach­tungen einschließlich derjenigen in Schlachthäusern in dem­selben Zeitraum zu berichten.

Hersfeld, den 6. Oktober 1904.

I. 7107. Der Königliche Landrat.

I. V.:

Thamer.

kreise sich dem Dämon des Umstürze« verschrieben haben und in schnöder Pflichtvergessenheit von Gott und Vater­land abgefallen sind. Der Kummer hierüber hat schwer auf seiner Seele gelastet und neben anderem sein Lebens­abend getrübt. Auch für König Georg gilt in vollstem Umfange das Gosthefche Wort, daß Mensch sein Kämpfer sein bedeutet. Nun ist auch dieser edle Kämpfer ein­gegangen in die Hallen lichter Himmelsfreude, da alle Erdsnschwere gelöst und alles Herzeleid auige- löscht ist.

Durch den Tod König Georgs geht die sächsische Krone auf den Sohn des Verstorbenen, den bisherigen Kronprinz Friedrich August über. Der nunmehrige König steht im 40. Lebensjahre, befindet sich also in der Vollkraft der Jahre. Möge ihm eine recht lange und gesegnete Regierung beschieden fein.

* * *

Dar Dresdner Journal veröffentlicht folgenden De« peschenwechsel zwischen Sr. Majestät dem Kaiser Wilhelm und Sr. Majestät dem König Friedrich August:

Sr. Majestät König Friedrich August, Pillnitz.

Mit aufrichtiger Trauer empfange ich die Nachricht von dem Ableben Deine« von mir hochverehrten Herrn Vater«, der mir, meinem Vater und Großvater so nahe stand. Einer der letzten au« der großen Zeit, in der er treu an der Wiedervereinigung unseres Vaterlande« mitwirkte! Die Kaiserin und ich senden Dir und Deinen Geschwistern den Ausdruck inniger, herzlicher Teilnahme. Gleichzeitig spreche ich Dir zu Deiner Thronbesteigung meine besten Glück- und Segenswünsche aus in der Ue­berzeugung, daß die guten trationeden Beziehungen zwischen uns, unseren Häusern und Ländern unverändert fortbestehen werden. Wilhelm.

König Friedrich August von Sachsen antwortete in folgendem Telegramm:

Seiner Majestät dem Kaiser. Hubertusstock.

Meinen herzlichsten Dank für Dein herzliches Tele- gramm, das mir in meinem tiefen Schmerz sehr wohl­getan hat. Dank Dir auch für den Ausdruck persönli­cher und bundesfreundlicher Gesinnung, die ich au« ganzem Herzen erwidere. Friedrich August.

Der Avieg zwischen Japan und Rutzland.

Unaufhaltsam bringen die japanischen Heersäulen hinter den weichenden Russen in fortdauerndem erbitter­tem Kampf nach Norden vor. Nur um gesicherten Rück­zug schlägt sich noch die russische Armee; der Gegner