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^rsselder Kreisblatt.

Gratisbeilasen:Jvvsttirtes Sonntagsblatt" undJllustrirte Landwirtschaftliche Beilage."

ST Fernsprecher Nr. 8. ^3

Sr. IIH.

Sonntrflüg hn 6. Atober

1964.

Bestellungen

auf das ,Umfelder Kreisblatt für das 4. Quartal 1904 werden noch fortwährend von allen Kaiser­lichen Postanstalten, Landbriefträger» und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Teil.

Cassel, den 20. September 1904.

In neuerer Zeit haben sich die Klagen über Schwarz. Wildschäden vermehrt und in manchen Fällen sich als berechtigt erwiesen. Ich ersuche daher die Ortspolizei­behörden darauf sufmerksam zu machen, daß überall dort, wo berechtigte Klagen vorgebracht werden, der Abschuß des Schwarzwildes auf Requisition der Ortspolizeibe­hörden durch den zunächst wohnenden Königlichen Ober, förster alsbald zu geschehen hat, und daß es hier zu einer vorgängigen Aufforderung an den Jagdberechtigten, selbst den Abschuß vorzunehmen, weder Seitens der Orts- Polizeibehörde noch Seitens des Königlichen Oberförsters bedarf. Die Königlichen Oberförster sind angewiesen, den Requisitionen der Ortspolizeibehörden alsbald statt- zugeben und den Abschuß durch die ihnen unterstellten Beamten bewirken zu laffen.

Der Regierungs-Präsident. Trott zu Solz. An die Herren Landräle des Bezirks. A III 8989.

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Hersfeld, den 4. Oktober 1904.

Wird den Ort-polizeibehörden des hiesigen Kreises zur Kenntnisnahme rc. mitgeteilt.

J. I. 7097. Der Königliche Landrat.

J. B.:

Thamer.

Hersfeld, den 28. September 1904.

An Stelle des aus dem Gemeindeamt geschiedenen

Dunkle Stunden.

Erzählung von Gräfin Marie Luise von Wcngersky.

(Fortsetzung )

Ja, mein Liebling, sie kommen bald I" gab die Tante mit vor Tränen erstickter Stimme zurück. Das Kind schloß die Augen wieder und bewegte die Lippen; als Rita sich über sie beugte, hörte sie nur das erste Wort von Lutschen täglichem Abendgebet.Breit aus" Breit au» die Flügel beide,

O Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein" so betete Rita aber weiter kam sie nicht, schluchzend sank sie am Belt des sterbenden Lieblings nieder.

Luischcns Atem stockte der kleine Körper streckte sich, dann kamen die Engel und führten die befreite Seele in den Himmel.

* * *

Heinrich erholte sich nur langsam; zu seinem Kummer mußte er zwei Tage das Bett hüten, aber am Begräbnis- tage der Kleinen ließ er sich nicht halten, seinen Dienst mit aller Treue zu versehen. Miene pflegte den Vater getreulich, trotzdem sie doppelte Arbeit im Haus hatte. Das gute Kind sühlte sich dabei garnicht recht wohl, alle Glieder schmerzten sie, und im Kopf war solch dumpfe» Klopfen, wie Miene es noch nie empfunden botte; es mochte wohl von den vielen durchwachten Nachten herrühren.

Bürgermeisters Heinrich Opfer in Obergeis, ist der seit­herige Standesbeamten-Stellvertreter, jetzige Bürgermeister Heinrich Walper daselbst zum Standesbeamten für den Standesamtsbezirk Obergeis ernannt worden.

A. 3641. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 16. b. M., A. II. 12831, bringe ich hierdurch zur öffent­lichen Kenntnis, daß die Herren Minister des Innern und der öffentlichen Arbeiten durch die Erlaffe vom 31. August d. J./7. September d. I. III. 8098 Aug. II. M. b. ö. A., II. a 6834. 2. Aug. M. b. I., 111. 8202 M. b. ö. A., II. a. 7040 M. d. I. bezw. III. 8601 M. b. ö. A., II. a.'7175 M- b. I, zur Kennzeichnung von Kraftfahrzeugen für den Regierungsbezirk Breslau die wettern Nummern K. 24012900, für den Re­gierungsbezirk Cöln die weiteren Nummern Z 6001 bis 7000, für den Regierungsbezirk Düsseldorf die weiteren Nummern Z 70018000 und für den Regierungsbezirk Minden die weiteren Nummern X 20012300 über- wiesen haben. (A. II. 13097.)

Cassel, am 19. September 1904.

Der Regierungs-Präsident. I. V.: Mejer. *

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Hersfeld, den 26. September 1904. Wird veröffentlicht.

I. 6883. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

Hersfeld, den 4. Oktober 1904.

Den Herren Bürgermeistern zu Eitra, Friedlos, Frieltngen, Heddersdorf, Herfa, Heringen, Hilperhaufen, Holzheim, Kleba, Kleinensee, Landershausen, Malkomes, Petersberg, Röhrigshof, Schenkfolz, Sieglos, Unterhaun, Widdershausen und Wölsershausen bringe ich unter Hinweis auf die Bestimmungen pos. 4 Absatz 1 und 6 der Anweisung vom 22. März 1898, betreffend die Revision der Gemcindekasse, (Seite 56) die Einsendung der Kaffen-Piüfung» Verhandlung vom 30. September er. in Erinnerung und sehe derselben binnen 3 Tagen entgegen.

Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

Am Abend des Begräbnistages konnte sie sich nicht mehr aufrecht halten, sondern mußte sich legen; es dauerte auch nicht lange, so brach die tückische Krankheit bei Miene, wie bei allen gesunden, kräftigen Menschen, mit besonderer Kraft aus.

Rita, die allzeit Hülsbereite, nahm wieder ihr Pflege­amt aus; abermals sich von ihrer Mutter und der kleinen Milla absperrend. Sie hatte außer der Kranken noch Heinrich zu trösten; Miene war das Einzigste, was ihm geblieben war auf der Welt von einer glücklichen Ehe und einem trauten Familienkreis; Frau und zwei Söhne waren gestorben; kein Wunder, daß der arme Mann trostlos war.

Und noch ein anderer kam in hellem Jammer zum Schloß gelaufen, um nach Miene zu fragen, mit rußge- schwärztem Gesicht und schwieligen Händen: Franz Kuckenbuch, der Schmied, war'-, dem'» Miene angetan hatte, und von der er nicht lassen wollte.

Als Mienchen hörte, wie treu Franz sich um sie sorgte, da sagte sie mit ihrer von der Krankheit heisern, belegten Stimme: .Wenn mich der liebe Gott gesund macht, will ich den Franz auch nehmen. Unser Herrgott wollt mich gewiß strafen, daß ich jetzt hier so krank lieg, weil ich immer über seinen Namen gelacht habe. Und er ist doch so eine treue Seele."

Und der liebe Gott machte sie gesund; zwar dauerte es noch sehr, sehr lange, bis sie wieder die alte Miene mit den roten Backen und der frischen Stimme wurde;

Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 28. v. MtS., A. II. 11730, bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß die Herren Minister des Innern und der öffentlichen Arbeiten durch Erlaß vom 27. August b. Js., III. 8259 M. b. ö. A., II. a. 6986 M. b. I., zur Kennzeichnung von Kraftfahrzeugen für den Regierungsbezirk Aurich die weiteren Nummern S. 1901 2000 überwiesen haben. (A. II. 12831.) Cassel, den 16. September 1904.

Der Regierungs-Präsident. gez.: I. V.: Mejer. *

Hersfeld, den 26. September 1904.

Wird veröffentlicht.

I. 6888. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz,

Geheimer Regierungs-Rat.

Hersfeld, den 1. Oktober 1904.

Seitens der 38. Division ist für das weitgehende Entgegenkommen bei den Arbeiten für die diesjährigen Herbstübungen allen in Betracht kommenden Beamten besonderer Dank ausgesprochen worden.

Indem ich solches hiermit zur öffentlichen Kenntnis bringe, soll den beteiligten Ortschaften auch dafür Dank zum Ausdruck gebracht werden, daß die Einwohnerschaft trotz der sehr hohen Anforderungen in bereitwilligster Weise über das Masß des Erwarteten hinaus gegangen ist, sodaß die Aufnahme der Truppen überall vorzüglich gewesen ist.

II. 4571. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

In Folge der durch den Bau der staatlichen Neben­bahn GerstungenVachaHünfeld bedingten Verlegung der Straße VachaHersfeld, am sogenannten alten Wäldchen, Gemarkung Philipp-thal, wird der Teil der Straße, welcher zwischen den Kilometersteinen 25,5 und 26,5 liegt, vom 15. Oktober er. ab auf die Dauer von drei Monaten für den gesamten Verkehr gesperrt.

Während der Sperrung gedachter Wegeverbindung hat sich der Verkehr auf der Straße Philippsthal WeidenheimVacha zu bewegen.

Hersfeld, den 4. Oktober 1904.

I- I. 7157. Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

der Schnee begann zu schmelzen und die Schneeglöckchen steckten vorsichtig ihre Köpfchen aus der Erde, da durste Mienchen erst wieder in- Freie; aber draußen stand einer mit strahlendem Gesicht, von dem aller Ruß sorg, fällig entfernt war. Und dieser eine nahm unser Mienchen an seine Brust und wunderbar! sie fand, daß e» sich ganz wohl und sicher an dieser breiten Brust ruhte, wenn auch der Besitzer derselben den drolligen Namen Franz Kuckenbuch trug.

Leutnant Erich von Linz saß mißmutig in seinem kleinen Zimmer. Er kam selten vor, daß er schlechter Laune war, aber heute morgen mußte er seinem Unmut freien Lauf lassen. Um es kurz zu sagen, er hatte allen Mahnungen und Versprechungen zum Trotz gestern abend in einer schwachen Stunde gespielt und 4000 Mark verloren. Woher sollte er sie nehmen? Die ganze Last seines Unrechts lag schwer auf ihm.

Nachdem der Unglückliche einigermaßen sein Bewußt­sein wieder gewonnen hatte, war sein einziger klarer Gedanke: Rita! Rita muß helfen! Rita wird helfen I Ich kann nicht zu Grunde gehen wie Ae-kow!

Acht Tage Zeit hatte er acht Tage welche kurze Spanne Zeit, um das Geld zu beschaffen! 4000 Mark! O, es war so schrecklich, der geliebten Schwester, der er gelobt hatte, alle Liebe zu vergelten, solchen Kummer zu bereiten! Stöhnend warf Erich sich mit dem Gesicht auf seine Arme und blieb so lange, unbe-