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St. 115.

Iomerstgg Den 29. StDMtr

1901

DestrUungen auf das Hersfelder Kreisblatt für das 4. Quartal 1904 werden von allen Kaiser­lichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Teil.

Berlin, den 23. August 1904.

Nach der im ReichsGesetzblatt S. 309 abgedruckten Bekanntmachung des Herrn Reichskanzlers vom 15. Juli b. Js. hat der Bundesrat auf Grund des § 6 Abs. 2 des Gesetzes, betreffend die Prüfung der Läufe und Ver- schlüsss der Handfeuerwaffen, vom 19. Mai 1891 (R. G. Bl. S. 109) beschlossen, die PrüfungSzeichen der Probier- danken für Handfeuerwaffen zu St. Etienne und zu Paris als den deutschen PrüfungSzeichen gleichwertig anzuer- kennen, insoweit die in der Bekanntmachung aufgeführten Handfeuerwaffen die angegebenen Prüfungszeichen der betreffenden Probierbanken tragen.

Ich ersuche Sie, die Ihnen unterstellten Behörden mit entsprechender Anweisung zu versehen.

Der Minister für Handel und Gewerbe.

J. A.: gez. N e u h a u S.

An die Herren Regierungspräsidenten und den Herrn Polizeipräsidenten in Berlin. I. Nr. 111a. 6143 V. Ang.

*

Cafsel, den 16. September 1904.

Abschrift zur Kenntnisnahme und weiteren Veranlaffung. Der Regierungs-Präsident. J. V.: Mejer.

An den Herrn Polizei-Präsidenten hier, die Herren Polizei-Direktoren zu Hanau und Fulda und die Herren Landräte des Bezirks.

* *

Hersfeld, den 26. September 1904. Wird veröffentlicht.

I. I. Nr. 6886. Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

Dunkle Stunden.

Erzählung von Gräfin Marie Luise von Wengersky.

(Fortsetzung.)

k Luischens kleines Gesicht verzog sich zum Weinen. Ich ich" sie brach in Schluchzen aus, ihr kleine« Herz war sehr weich, sie konnte es nicht ertragen, ihre über alles geliebte Tante böse zu sehen.

Wir haben sie aus Papas altem Schreibtisch ge­holt," sagte Milla nun, froh, daß sie aushelfen konnte. Du mußt nicht böse sein, Tanlchen, wir haben so schrecklich schön gespielt," und der kleine Lockenkops schmiegte sich an der Tante Hand. Der ganze Vorgang war so leise und schnell vor sich gegangen, daß die Baronin nichts davon gemerkt hatte, was auch Ritas Bestreben war: ihrer armen Mutter, die schon so viel gelitten, nur kein Erinnern an den schwersten Kummer ihres Leben« zu bringen."

Ihr könnt jetzt gehen, lieben Kinder, grüßt Vater und Mutter schön," zwang Rita sich, freundlich zu den Jnspektorklndern zu sagen, die ausstanden und sich mit einem Knix verabschiedeten.Erich und Ihr Kleinen kommt herüber in mein Zimmer."

^'be®aren 1° gewohnt, der so viel ältern , $"^" unb ^Ee ru gehorchen, daß sie auch jetzt lautlos taten, wie ihnen geheißen war. Mit zitternden

Die Zimmerlehrlinge der Kreise Hersfeld und Hün- feld, welche ihre Gesellenprüfung machen müssen, werden aufgefordert, bis zum 10. Oktober d. I. bei dem Unterzeich­neten in Hersfeld sich zu melden und nachstehende Sachen einzusenden:

1. Gesuch um Zulassung zur Gesellenprüfung.

2. Einen eigenhändig geschriebenen Lebenslauf.

3. Ein Zeugnis des Lehrmeister».

4. Ein Zeugnis aus der Volksschule.

5. Ein Zeugnis der Fortbildungsschule, wenn bie« selben eine solche besucht haben.

6. Den Lehrvertrag oder den Nachweis der Ein­tragung in die Lehrlingsrolle.

Der Prüfungstermin wird nach Eingang der Gesuche mitgeteilt.

Hersfeld, den 15. September 1904.

Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses für Zimmer- lehrlinge in den Kreisen Hersfeld und Hünseld.

Georg Lämmerzahl, Zimmermeister.

* *

*

Hersfeld, den 19. September 1904. Wird veröffentlicht.

J. I. 6676. Der Königliche Lanbrat

Freiherr von Schleinitz,

Geheimer Regierungs-Rat.

Nichtamtlicher Teil.

Der Krieg zwischen Japan und Rußland.

Für die bevorstehende Ueberwinterung der gewaltigen Truppenmassen in der Mandschurei werden von beiden Seiten die umfassendsten Vorbereitungen getroffen. Ob es zu einem regelrechten Winterfeldzug kommt oder ob die großen Operationen während der rauhesten Jahres­zeit ruhen werden in jedem Falle wird es unge­wöhnliche Anstrengungen kosten, die Truppen zu ver­pflegen und gegen die Einwirkungen der Kälte zu schützen.

Zur Versorgung der russischen Truppen in Ostasien mit warmer Kleidung ist seitens der Intendantur bereits seitBe- ginn des Sommers emsig gearbeitet worden. Bis jetzt sind 478,000 komplette warme Bekleidungen, Halbpelze, Pelzmützen und Handschuhe, sowie 160,000 Filzstiefel fertig. Der Transport nach dem Kriegsschauplatz ist

Händen hatte Rita die Karten zusammengeraffl und eilte den Kindern nach.

Niemals dürft Ihr solche Blätter anrühren," sprach sie dann zu den kleinen Mädchen,niemals dürft Ihr damit spielen, und damit Ihr sehet, was für ein Unrecht Ihr getan habt, will ich euch zeigen, was man mit solchen Blättern macht."

Rita warf die Karten in ihren Ofen, in dem ein Holzfeuer lustig flackerte. Die Kinder, die das alles nicht recht begriffen, starrten den aufflammenden Blättern, mit denen sie so »schrecklich schön' gespielt hatten, nach, und entfernten sich dann auf der Tante Geheiß.

Rita, die noch blaß und mit zuckenden Lippen da- stand, sank jetzt auf einen Stuhl. Erich umschlang sie. Aber Rita, was ist dir nur? Warum bist du nur so außer dir?" rief er, die Schwester küssend,ich wollte doch nichts Böses tun!"

Ich weiß es, mein lieber Junge, du handeltest in kindlicher Unwissenheit, aber du bist jetzt alt genug, um ein ernstes Wort zu vertragen; laß dir gesagt sein, daß diese unseligen Karten schwere« Unglück über uns alle gebracht haben, denke dein ganzes Leben daran, mein Erich: die Karten haben unserer armen Mutter das Haar gebleicht, die Karten haben deinen unglücklichen Bruder ins Verderben gestürzt, haben uns alle unglück­lich gemacht."

Der Knabe blickte die Sprecherin verwundert an.

im Gange; nach Verlauf von drei Wochen dürfte alles an Ort und Stelle sein. Inzwischen besorgt die In­tendantur wieder neuen Vorrat. Bei dieser Gelegenheit wird bekannt, daß der Krieg Rußland täglich zweiein­halb Millionen Rubel kostet.

Prinz Karl Anton von Hohenzollern wurde am Montag vom Kaiser und der K a i s e r i n von Japan empfangen. Der Prinz nahm sodann mit dem Kaiser in Gegenwart der Prinzen von Geblüt, der ältesten Staatsmänner und der Minister da« Früh­stück ein. Der Kaiser wird den Besuch des Prinzen erwidern.

Dem Reuterschen Bureau wird au» dem Haupt­quartier des Generals Oku gemeldet, die Japaner hätten keine Lokomotiven erbeutet und müßten die Eisenbahnwagen ziehen. Die Umwandlung der Gleise für japanische Wagen gehe schnell vor sich; die Eisenbahn zwischen Dalny und Kaiping sei bereits fahrbar.

Admiral Roschdjestwensky übernimmt in K r onstadt außer dem Orel und Oleg noch die Kreuzer Chemchuch und Jsumruth. Das hierdurch er- gänzte baltische Geschwader wird nunmehr sicher nach dem Kriegsschauplatze abgehen.

Die bei den Russen befindlichen deutschen Militär- attachees find wie folgt verteilt: Oberstleutnant Lauen- stein zum Stäbe General Kuropatkins, Major von Tettau zum zehnten Korps und von Runckcl zum ersten Armeekorps.

(Die Schrecken der Verbandplätze.) Eine russische barmherzige Schwester O. Engelhardt be- richtet folgendes aus Anping, südöstlich von Liaujang. In Anping verlebten wir zwei Wochen und machten zwei Kämpfe mit, am 18., 19. und schließlich am 31. Juli bei Sichian. Alle Kämpfe finden in den Bergen statt Ebenen gibt es hier nicht. Es ist unmöglich, alles das wiederzugeben, was wir hier durchlebten, beim Anblick der Verwundeten, die man hundertweise auf Tragbahren in unsere Station brächte. Man legte sie einfach reihenweise auf die Erde. Viele kamen gar nicht mehr zur Besinnung und starken so, andere mußten der Reihefolge nach darauf warten, verbunden zu werden. Das Aechzen und Stöhnen war so herz­ergreifend, daß darüber unmöglich berichtet werden könnte. Das war die Hölle! Ich lief mehr als ein­mal in mein Zimmer, um mich ordentlich auszuweinen. Löffelweise stillte ich den Durst der Unglücklichen durch

Ja, wie ist denn das möglich? Diese harmlosen Karten uns unglücklich gemacht?"

Wenn du älter sein wirst, werde ich dir alles sagen, Erich, denke nur immer an meine Bitte, nie eine Karte anzurühren!"

In diesem Augenblick trat Heinrich ein und meldete Frau von Hörte! an; Ritas kummervolles Gesicht er­hellte sich,wie schön!" rief sie, ihre Tränen trocknend.

Ja, und das kleine Fräulein ist mitgekommen, sie ist gleich ins Kinderzimmer gerannt," berichtete Heinrich zu Erich gewandt, denn Lizzi von Hörte! und er liebten sich sehr, das wußte der Alte wohl Erich schnellte fort, und gleich darauf trat eine mittelgroße Gestalt mit ausgebreiteten Armen auf das junge Mädchen zu.

Mein Herzens-Ritchen, wie geht'« dir? Verweinte Augen? Was drückt dich wieder, mein armes Kind?"

Sie nahm den Kopf der Freundin zwischen ihre Hände und blickte ihr tief in die Augen, und vor diesen seelenvollen, schönen, braunen Sternen, vor dieser milden, weichen Stimme schwand Rita» Selbstbeherrschung vollends. Sie legte ihren Kopf an Helene Hörtels Schulter und vertraute ihr allen Kummer an.

Helene wußte für alles Rat, hatte für jeden Kummer einen Trost. Es gibt Menschen, die Gott einem als Engel auf unfern Lebensweg sendet, damit wir einen greifbaren Halt, eine Stütze an ihnen finden, wenn unser Fuß straucheln will, oder das Leben gar zu rauh uns anpackt.