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HeMlKl Kreisblatt.

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Sr. 109.

Donnnftot iltii 15. StDltnilitr

1901

AdttNkMkitls KitladAg

auf das Ijersfdder Kreisblatt

Mit dem v Oktober ^90^ beginnt ein neues Abonnement auf das wöchentlich 3 mal, und zwar Dienstag, Donnerstag und Sonnabend erscheinendetzers- felder Areisblatt".

Dasselbe bringt außer den amtlichen Bekanntmach­ungen zuverlässige Mitteilungen über Ereignisse in der Politik, Berichte aus dem Kreise, der Provinz und Nachbargebieten. Reichhaltige Nachrichten vermischten Inhalts bringen alle sonstigen mitteilenswerten Ereignisse zur Kenntnis der Leser. Ferner bilden sorgfältig aus­gewählte

spannende Romane,

Erzählungen etc., die in jeder Nummer in Fortsetzungen erscheinen, einen weiteren Theil des Lesestoffs.

Die wichtigsten Ereignisse gehen uns durch Tele­gramme zu und werden nötigenfalls durch Extra­blätter verbreitet.

Die Abonnenten erhalten unentgeltlich jede Woche ein Jllusttirtes Sonntagsblatt

und alle tu Tage eine von besten Fachmännern bediente

Jllustrirte Landwirtschaftliche Beilage.

Ferner am j. Oktober einen Auszug aus dem Eisenbahnfaheplan.

Am Beginn des neuen Jahres wird ein öandkalender und märkteverzeichnis unentgeltlich ausgegeben.

Zu zahlreichem Abonnement ladet ergebenst ein

Expedition des Kersfelder Kreisblattes.

Amtlicher Teil.

Hersfeld, den 9. September 1904.

Von den Bürgermeistern verschiedener Schulorte des Regierungsbezirks Gaffel ist der Wunsch geäußert worden, daß sie zu den Schulrevisionen der Kreisschulinspektoren Hinzugezogen würden. Da sich hierdurch manche bei der Visttation vorgefundenen Mängel in Bezug auf den baulichen Zustand des SchulhauseS oder die Neuanschaffung von Bänken, Lehrmitteln u. s. w, die jetzt in den Visi- tationrbericht ausgenommen werden, und zu weitläufigen Schreibereien führen, durch mündliche Verständigung zwischen dem Kreisschulinspektor und dem Bürgermeister erledigen lassen, so hat die Königliche Regierung daraus Anlaß genommen, den Herren Kreisschulinspektoren zu empfehlen, daß sie von jeder Schulrevision spätestens bei ihrem Eintreffen am Schulort dem Bürgermeister Nachricht geben.

Indem ich den Herren Bürgermeistern der Land­gemeinden hiervon Kenntnis gebe, veranlasse ich dieselben, den fraglichen Schulrevisionen, soweit solches irgend tunlich M, beizuwohnen. Stellen sich bei denselben hinsichtlich der Be. schaffung von Lehrmitteln rc. Mängel ein, so werden sich die­selben am einfachsten wohl dadurch beseitigen lassen, daßdie Herren Kreisschulinspektoren, soweit sich dieselben dazu bereit stnden lassen, von den Herren Bürgermeistern zur Be­

schaffung dieser Lehrmittel rc. aus Kosten der Schulge- meinden ermächtigt werden.

I. 6426. Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

Hersfeld, den 13. September 1904.

Die Herrn Ortsvorstände des Kreises, welche meine Verfügung vom 5. August b. Js. J. I. Nr. 5478 (Kreis- blatt 95) betreffend Einreichung einer tabel - larisch en Uebersicht über die ausgeübte Nahrungsmittel-Controlle noch nicht erledigt haben, werden hiermit aufgefordert, diese Verfügung innerhalb 5 Tagen bei Meldung einer Ordnungsstrafe von 5 Mark zu erledigen.

I. I. Nr. 5478. Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

Hersfeld, den 10. September 1904.

Die unter dem Schweinebestande des Johann Valentin Kemmler in Rothenkirchen ausgebrochene Rotlaufseuche ist erloschen.

I. I. 6471. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

Hersfeld, den 12. September 1904.

Die unter der Schafherde des Schäfers Johann Hein­rich Ruhl zu Schrecksbach ausgebrochene Räude ist er­loschen.

I 6489. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs Rat.

Hersfeld, den 12. September 1904. Unter der Schafherde des Schäfers Steube zu Saafen (Kreis Homberg) ist die Räude ausgebrochen. I. 6496. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rat.

Aonigliches Landratsamt.

Sprechstunde: Täglich von 912 Uhr an den Wochentagen vormittags.

Nichtamtlicher Teil.

9er Krieg zwischen Japan und Rußland.

Auf dem Kriegsschauplatze im Norden haben die Kämpfe bet Liaujang offenbar nicht das von den Ja­panern erwartete Ergebnis gezeitigt. Aus allen den Einzelheiten von heldenmütiger Bravour, von kolossalen Opfern an Menschen und Material, von grausigem Ge­schützkampf und blutigem Bajonettgefechte ist die Tatsache mit Sicherheit herauszuschälen, daß auf dem Teile deS Kampfschauplatzes, den die Japaner als Sieger behaup­teten, der Sieg viel schwerer erkauft und weniger ent­scheidend war, als man bisher annahm. Ebenso wenig läßt sich leugnen, daß von einem entscheidenden Erfolge Kuroki» gegen die Position des linken russischen Flügels noch nicht die Rede sein kann. Die Kämpfe bei Liau­jang sind also wohl eine getreue Kopie deutscher Schlachtpläne Moltkescher Provenienz, soweit die Ja­paner in Frage kommen, aber sie lassen bisher die ent­scheidenden Erfolge, den großen niederschmetternden Schlag vermissen, den das Genie Moltkes niedersausen ließ. Auch bei der Belagerung Port Arthurs scheint der Wunsch für Japans Sieg vorschnell die Welt mit Nachrichten versehen zu haben, die hinterdrein bedenklich

zusammenschrumpsten. Ohne Zweifel leisten auch hier die Japaner Heldenmütiges, aber trotz aller Kapitulations- depeschen hält sich General Stössel noch immer in der bekannten Feste und erwehrt sich in erfolgreichen Minen- kriegen und Schanzenkampf seiner Bedränger. Ihm ist der Lorbeerkranz des tapferen Mannes auf jeden Fall gesichert, mag Port Arthur fallen oder nicht er hat die russische Tapferkeit und Unerschrockenheit zu Ehren gebracht.

General K u r o p a t k i n hat nun vor seiner ganzen Front, besonders aber nach Südosten, Kavallerie vor­geschoben, die überall Fühlung mit den Japanern ge­nommen hat.

London, 13. September. Morning Post meldet aus Tschifu, General Sassulitsch soll verwundet und 3000 Mann in japanische Hände gefallen sein. Kurokis Vormarsch soll von den Russen zum Stocken ge­bracht sein.

Der Daily Mail wird aus Tientsin gemeldet: Es verlautet, daß General Lenewitsch mit 50 000 Mann in Nordost-Korea einmarschiert ist und Kurokis Verbin­dung mit Fengwangtschöng abgeschnitten hat.

Zur Lage in Port Arthur sind demL. Ä." mehrere Meldungen zugegangen, die den Zustand d Eingeschlossenen als höchst traurig darstellen.

Nach Petersburger Meldungen geht dem Zaren das Schicksal der in Port Arthur furchtbaren Entbehrungen, besonders Wassermangel ausgesetzten Garnison und der Zivilbevölkerung außerordentlich nahe. Man ahnt im großen Publikum nicht, wieviel Wahnsinnsfälle in der Festung zu beklagen sind. In eingeweihten Kreisen nennt man unter den von Tobsucht Befallenen Mitglieder der ersten Adelsfamilien. Der Zustand in manchen Keller­gewölben, durch deren schmale Luken Leichengeruch dringt, ist so unerträglich, daß die Leute vorziehen, sich im Freien den Granaten auszusetzen. Man muß sie zu­weilen mit Gewehrkolben in die Keller zurücktreiben.

In Port Arthur verursacht der Mangel an reinem Wasser viele Krankheiten. General Noki» Instruktionen lauten, den Feind durch fortwährende Angriffe zu er­müden. Es sollen allerlei Kriegslisten angewandt wer­den, um die Russen zur Verschwendung von Munition zu bewegen.

Zu den Vorgängen in Deutsch-Südwest-Asrila.

Zur Lage in Deutsch-Südwestafrika schreibt der 23. L.-A." : Die neuesten Ereignisse haben sich in einem Gebiet abgespielt, das General von Trotha bereits in seinen vorletzten Meldungen als den Rückzugs- und Zu- fluchtsort der Hauplkräfte der Herero bezeichnete. Es hieß damals, der Gegner habe sich in nordöstlicher, öst­licher und südöstlicher Richtung geflüchtet, stark besetzt seien anscheinend die Wasserstellen Okahandja, Oko- windombo, Otjumaso und Otjimbinde. Da sich in der Tat die letzten Gefechte, in denen Deimling, Estorff und Volkmann die Herero anfaßten und ihnen schwere Verluste an Menschen und Vieh beibrachten, an diesen Orten abgespielt haben, so muß der AusklärungSdienst des Generals als ein vortrefflicher bezeichnet werden.

Die weitere Verfolgung nach Osten, berichtet das Oberkommando, würde der Wassermangels und des gänz­lich unerforschten Geländes wegen mit großen Schwierig­keiten verknüpft sein. Das ist durchaus erklärlich, aber trotz dieser etwas entmutigend klingenden Meldung ist die Lage der Herero außerordentlich kritisch.

Die Herero standen vor wenigen Tagen »och so im Eisebfeld", daß ein Weiteifliehen nur in südöstlicher Richtung möglich erscheint, da der Süden durch die deutschen Truppen versperrt ist. Im Nordwesten, Norden und Nordosten liegt unbegrenztes .Durstfeld" vor den fliehenden Rebellen, und sie müßten schonmit dem Teufel im Bunde" sein, wenn es ihnen gelänge, hier durchzubrechen. Die Route EpukiroOsten daher und die heute wohl sicher noch gangbare Straße Epukiro GobabisOasOsten bilden die Wege, auf denen die