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K. 107.

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1904.

WM" Die heutige Nummer um­faßt 8 Seiten.

Erstes Blatt.

Amtlicher Teil.

Caffel, den 16. August 1904.

Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 30. v. Mts., A. II. 10169, bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß die Herren Minister des Innern und der öffentlichen Arbeiten durch Erlaß vom 24. Juli d. Js. III. 7079 M. d. ö. A./ll. a. 6202 M. d. I. zur Kennzeichnung der Kraftfahrzeuge für den Regierungsbezirk Potsdam die weiteren Nummern E. 2500 bis 3499 überwiesen haben. (A. II. 11409.) Der RcgicrungS-Prästdent. J. V.: M e j e r.

* *

Hersfeld, den 29. August 1904.

Wird veröffentlicht.

I. 5894. Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

Caffel, den 28. August 1904.

Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 16. b. MtS., A II. 11490, bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß die Herren Minister des Innern und der öffentlichen Arbeiten durch Erlaß vom 27. Juli b. Js., III. 7246. M. b. ö. A./II. a. 6355 M. d. I., zur Kennzeichnung der Kraftfahrzeuge für den Regierungs­bezirk Arnsberg die weiteren Nummern X 15012000 überwiesen haben. (All. 11730.)

Der Regierungs-Präsident I. V.: M e j e r. * * *

Hersfeld, den 3. September 1904.

Wird veröffentlicht.

I. 6217. Der Königliche Landrat.

I. V.:

T h a m e r.

Bertrag der Landwirtschaftskammer mit der Stuttgarter Levensversicherungsbank a. G. (Alte

Stuttgarter.)

Die Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Cassel hält es im Interesse der Landwirte für geboten, daraus hinzuweisen, daß die Benutzung der Lebensversicher­ung von großer Wichtigkeit für die Befestigung des land­wirtschaftlichen Wohlstandes ist, und daß es deshalb im Interesse der Einzelnen sowohl wie der Gesamtheit liegt, daß von dieser Einrichtung ein ausgiebigerer Gebrauch ge­macht wird als bisher. Zur Erhaltung des Familien- besitzes bei Erbübergängen und zur Sicherstellnug der Tilgung von neu auszunehmenden Hypotheken, deren Ab­lösung dadurch vom Leben und Sterben des Schuldners unabhängig gemacht wird, sollte jeder Landwirt, der die Prämie anfzubringen imstande ist, eine seinen Verhältnissen entsprechende Summe versichern, wie dies schon in den sieben Thesen des deutschen Landwirtschaftsrats von 1897 geraten wird.

t ^? Würdigung der Bedeutung der Lebensversicherung st>r die Landwirte hat die Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Cassel mit der Stuttgarter Lebensver- sicherungvbank a. G. (Alte Stuttgarter) einen Vertrag ab­geschlossen zur Förderung der Lebensversicherung.

. *c Stuttgarter" ist eine Gegenseitigkeitsanstalt.

l* 0^0 em genossenschaftliches Institut, welches feinen Lidern die Versicherung zum Selbstkostenpreise bietet: Aktionäre hat sie nicht zu befriedigen. Sie ist eine von £A fasteten Anstalten Deutschlands, (ihre ^envaltungskosten betrugen in 1902 nur 5% der Ein- Jmeu Segen 9,2% im Durchschnitt der deutschen Gesell­

schaften), ihre Ueberschüsse, welche ausschließlich den Ver­sicherten gehören, zählen seit jeher zu den höchsten, welche von deutschen Gesellschaften erreicht wurden; im Jahre 1902 übertraf ihr Ueberschuß mit 34,7 % der gewinn- berechtigten Prämien alle übrigen.

Für die Empfehlung derAlten Stuttgarter" durch die Landwirtschaftskammer war es mitbestimmend, daß die Alte Stuttgarter" sich die Verbreitung der Lebensver­sicherung speziell unter den Landwirten schon seit langem hat besonders angelegen sein lassen und bereits mit einer größeren Anzahl landwirtschaftlicher Verbände und Vereine im Ver­tragsverhältnis steht. Die Gesellschaft hat ferner der Land- wirtschaftskammer das Recht eingeräumt, die für die Land­wirte besonders getroffenen Buchungen und Buchungsein­richtungen jederzeit zu kontrollieren.

Die Landwirtschaftskammer fordert daher die Landwirte des Regierungsbezirks Cassel auf, vou der durch den Ver­trag gebotenen Gelegenheit ausgiebig Gebrauch zu machen, jedenfalls aber nirgends anders zu versichern, als bei der Stuttgarter Lebensversicherungsbank a. G.

* *

*

Hersseld, den 7. September 1904.

Wird veröffentlicht.

I. I. 6320. Der Königliche Landrat

Freiherr von Schlei nitz, Geheimer Regierungs-Rat.

Mitte Mai und Oktober findet alljährlich in dem mit dem Hessischen Diakonissenhanse verbundenen Seminar zur Ausbildung von Kleinkinderlehrerinnen (Kindergärtnerinnen) die Aufnahme neuer Zöglinge statt. Der Kursus des Seminars ist einjährig.

Die Pension für den Kursus, Unterricht eingeschossen, beträgt 330 Mk. Anfragen sind zu richten:

An den Vorstand des Diakonissenhanses bei Cassel, Poststation Wehlheiden.

* *

*

Hersseld, den 3. September 1904.

Wird veröffentlicht.

I. 6272. Der Königliche Landrat

Freiherr von S ch l e i n i tz, Geheimer Regiernngs-Rat.

Königliches Landratsamt.

Sprechstunde r Täglich von 913 Uhr an den Wochentagen vormittags.

Für einen demnächst nach Südwestafrika abzusenden- ben FeldvermeffungStrupp werden Photographen, Mecha­niker, Steindrucker und Zinkdrucker des Bcurlaubtsn- standes benötigt. Reservisten und Landwehrleute ge­nannten Berufs, welche zum freiwilligen Eintritt bereit sind, haben sich sofort unter Mitnahme der Militär­papiere beim Bezirksfeldwebel zu melden. Eisenbahn­fahrgeld für die persönliche Gestellung wird nicht gewährt.

Königliches Bezirkskommando Hersfeld.

Nichtamtlicher Teil.

Politischer Wochenbericht.

Freudenschimmer und lichter Glanz ruhen auf der ver­flossenen Woche. Wie Heller Jubelton drang die Kunde von der Verlobung unsers Kronprinzen in alle Gaue des deutschen Vaterlandes. Kronprinz Wilhelm, der einstige Erbe der deutschen Kaiserkrone und der preußischen Königskrone, hat sich mit der Herzogin Cccilie zu Mccklen- burg-Schwcriu verlobt. Die Wahl einer deutschen Fürsten- tochter entspricht den alten Traditionen des Hohenzollern- Hauses. Die jugendliche Braut entstammt jener Fürsten­familie, der auch die unvergeßliche Königin Lonise ent­

sprossen ist. Von der deutschen Nation wird das freud­volle Ereignis mit den ehrerbietigsten Glückwünschen aus­genommen und begrüßt. Aus Millionen von Herzen steigen die innigsten Wünsche für das Wohlergehen des jungen Brautpaares zum Himmel empor. Möge ihm die Sonne des Glücks immerdar lächeln, zum Heil und Segen der Nation, die sich unzertrennlich verknüpft fühlt mit den Geschicken ihres Kaiserhauses.

Auch die Chronik unsers parlamentarischen Lebens hat ein freudiges Ereignis zu verzeichnen. Der Präsident des Reichstages Graf Franz von Balle stre m vollendete in voller Kraft und Frische sein 70. Lebensjahr. Die überaus zahlreichen Glückwünsche und sympathischen Kundgebungen, die dem Grafen aus diesem Anlässe zuteil wurden, zeugen von der hohen Wertschätzung, deren er sich allenthalben erfreut. In der Tat wird es auch wenige Parlamentarier geben, die sich für die Führung der Präsidialgeschäfte in gleichem Maße eignen wie Graf Ballestrem. Schlagsertigkeit, Humor, Unparteilichkeit und umfassende Geschäftskunde zeichnen die Tätigkeit des gegen­wärtigen Reichstagspräsidenten aus, der sich in dieser Stellung große und bleibende Verdienste erworben hat. Möge es ihm vergönnt sein, seines bedeutungsvollen Amtes noch recht lange Jahre zu malten.

In dem gewaltigen Völkerringen in O st a s i e n brächte die verflossene Woche den Sieg der Japaner bei Lianjang. Die russische Armee Kuropatkins wurde ge­nötigt, sich nordwärts über Mulden zurückzuziehen. Wie weit dieser Rückzug glücken wird, steht noch dahin. Die Japaner haben neuesten Nachrichten zufolge die Verfolgung mit aller Energie ausgenommen und befinden sich in steter Fühlung mit der russischen Nachhut. Auch auf die Lage der heldenmütigen Verteidiger von Port Arthur, die dem Ansturm der Gegner noch immer Stand zu halten wissen, ist die Schlacht bei Lianjang insofern von Einfluß, als damit jegliche Hoffnung auf Ersatz von Norden her ver­nichtet ist. Der Feldzug des Jahres 1904 ist demnach für Rußland verloren; denn ehe Verstärkungen herangezogen sein können, die eine russische Offensive ermöglichen, tritt der Winter ein, der allen Operationen von selbst Halt ge­bietet. Wenn aber aus der Tatsache der endgültigen Nieder­lage der russischen Mandschurei-Armee von antirussischer Seite sowie von den Friedensfreunden die Hoffnung aus ein baldiges Ende des Krieges geschöpft wird, so dürfte diese Hoffnung sich als trügerisch erweisen. Es steht viel­mehr zu erwarten, daß Rußland alle Kräfte daran setzen wird, seine bisherigen Niederlagen mett zu machen, und sollten Jahre darüber vergehen. So erscheint das Ende des blutigen Ringens leider noch weit entfernt.

In Frankreich hat Ministerpräsident Combes zu Auxerre eine Rede zur Verherrlichung seiner Politik ge- halten, in der er aussührte, die Regierung wolle die Unter­ordnung aller Einrichtungen unter die Oberhoheit deS republikanischen Staates und beabsichtige, Frankreich von jeder Abhängigkeit inbezug aus die religiöse Macht zu befreien. Da der Vatikan sich seit 30 Jahren weigere, die aus dem Konkordat sich ergebenden Verpflichtungen zu achten, so habe die Regierung die diplomatischen Be­ziehungen abgebrochen. Er halte ein neues Konkordat nicht für möglich. Die einzige Lösung sei eine völlige Trennung von Staat und Kirche. Diese Lösung bürste freilich doch nicht so leicht sein, mie die gegenwärtigen Machthaber Frankreichs sich das vorstellen. Vielmehr stehen dabei Kämpfe und Erschütterungen in Aussicht, deren Trag­weite für die politischen Geschicke Frankreichs sich gar nicht absehen läßt.

Der Krieg zwischen Japan und Rußland.

Nach Petersburger Meldungen ist General KuropaKu mit dein Gros seiner Armee im Marsch von Mukdeu nach Ticling, der nördlich gelegenen Ausnahmestellung, gekommen. Dort werden unter Heranziehung von Tausender chinesischer Arbeiter VerteidigungSwerke errichtet. Die Deckung des Rückzuges ist den europäischen Truppen vom 1. und 17.