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Gratisbeilagen:Jllustrirtes Sonntagsblatt" undJllnstrirte Landwirtschaftliche Beilage".

St. 101.

Z-mW den 27. August

1904.

Amtlicher Teil.

Hersfeld, den 24. August 1904.

Die Schulstelle in Allendorf wird vom 1. Oktober d. Js. ab vakant. Das Einkommen derselben besteht neben freier Wohnung in 1000 Mk. Grundgehalt und 150 Mk. Kirchendienstvergütung, bet einem Dienstalters- zulagen-EinheitSsatze von 150 Mk.

Bewerber wollen ihre MeldungSgesuche nebst Zeug­nissen bis zum 15. September b. Js. bei dem Orts- fchulinfpektor Herrn Pfarrer Kühn in Frielingen oder dem Unterzeichneten einreichen.

I. 5941. Der Königliche Schulvorstan-:

J. V.:

Braun, Kreisdeputirter.

Hersfeld, den 23. August 1904.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises werden hierdurch veranlaßt, umgehend spätestens innerhalb 3 Tagen die Gemeindesteuerliste für das laufende Steuerjahr 1904 hier vorzulegen.

Der Vorsitzende der Beranlagungs-Kommiffion.

S- III. 1265. J. V.:

Braun, Kreisdepulierter.

Hersfeld, den 19. August 1904.

Unter den Schweinebeständen des Landwirts Georg

Saatenstand um die Mitte des Monates August 1904 im Kreise Hersfeld.

Begutachtungsziffern (Noten): 1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = mittet, 4 = gering, 5 = sehr gering. (Vergleiche den Runderlaß der Herren Minister für Landwirtschaft rc. sowie des Innern vom 16. November 1901. I B c 9476 M. f. L. I b 3646 M. d. I.)

F r u ch t a r t e n

Durchschnittsnoten für den

Anzahl der von den Verttauensmännern abgegebenen Noten

Staat

Regierungs­bezirk Cassel

1

2

3

4

5

12

23

34

45

Winlerweizen ....

2,7

2,7

3

2

l

1

Sommerweizen . . .

2,9

3,0

1

Winterspelz ....

2,2

Winterroggen....

2,6

2,5

3

4

Sommerroggen . . .

3,3

3,1

1

Sommergerste....

3,0

2,8

4

1

Hafer......

3.2

2,6

1

4

1

1

Kartoffeln.....

3,5

3,0

3

2

1

1

Klee.......

4,1

3,9

1

1

3

1

1

Luzerne......

4,0

3,8

wi-!-» 1 «E?,"U°S-. t Andere . .

3,3

4,2

3.0

4,4

2

1

1

4

1

1

1

Königliches statistisches Bureau.

Blenk.

Wird veröffentlicht.

Hersseld, den 25. August 1904.

Der Königliche Landrat. J. V.

: T h a m er.

Nichtamtlicher Teil.

Politischer Wochenbericht.

In O st a s i c u rollen die ehernen Kriegswürsel weiter. Die Japaner scheuen die schwersten Verluste nicht, um den Einschließungskreis um Port Arthur immer enger uud enger zu ziehen. Aus russischer Seite wird die Verteidigung mit äußerster Tapferkeit geführt, und General Stösse! scheint entschlossen, den ihm anvertrauteu Platz bis auf den letzten Mann zu halten. Den Verlusten der russischen Flotte hat sich ei» neuer zugesellt, indem der tapfere KreuzerNovik" vom Port Arthur-Geschwader, bem es gelungen war, nach Norden zu entkommen, von zwei japanischen Schiffen ein­geholt und nach heftiger Gegenwehr bei dem Hafen Korsakow

Deiferoth und Arbeiters Heinrich Wenk in Lautenhaufen ist die Echweine>Rotlauffeuche ausgebrochen.

I. 5824. Der Königliche Landrat.

J. V.:

Braun, Kreisdeputierter.

Hersfeld, den 19. August 1904.

Unter dem Schweinebestande des Landwirt« Valentin Vaupel in Beiershaufen und des Schmiedes Johannes Malkme» in Lautenhaufen ist Schweineseuche bzw. Rot­lauf ausgebrochen.

I. 5865. Der Königliche Landrat.

J. V.:

Braun, Kreisdeputierter.

Hersfeld, den 26. August 1904.

Die unter dem Schweinebestande

1. des Georg Rüger in Erdmannrode und

2. des Heinrich Döll II. in Neukirchen ausgebrochen gewesene Rotlausseuche ist erloschen.

Der Königliche Landrat.

J. V.:

T h a m e r.

Zugelaufen: Ein schwarzer Schäferhund. Meldung des Eigentümers bei dem Ortsvorstand zu Kerspen- Hausen.

aus der Insel Sachalin zum Stranden gebracht worden ist. Selbst gegnerische Stimmen zollen dem Mute und der Staudhastigkeit der Besatzung desNovik" vollste An­erkennung.

Düstere Schatten lagern sonach über den ersten Lebens­tagen des kleinen russischen Thronfolgers, dessen Taufe soeben in der Peterhofer Kirche vollzogen worden ist. Am gleichen Tage wurde vom Zaren ein umfangreiches Gnaden-Manifest erlassen, das eine lange Reihe,von Straf- Erlassen und Vergünstigungen erhält. Insbesondere sind auch für die Finnländer Strafmilderungen und Gnadener- weise mannigfacher Art vorgesehen.

In S ü d w e st a f r i k a hat leider der Sieg bei Waterberg, wie ja vorauszusehen war, den erwünschten durchschlagenden Erfolg einer gänzlichen Niederwerfung der Aufständischen nicht gehabt. Die Herero haben es aufge­geben, ihre Rettung in östlicher Richtung zu suchen und sind vielmehr in diejenige Gegend entwichen, aus der sie vor ihrer Kouzentrierung bei Waterberg gekommen waren, nämlich in die an Buschwald reichen, koupierten Landstriche nordöstlich von Owikokorero. Ihre Verfolgung ist von unsern Truppen unverzüglich ausgenommen worden, doch

wird dieselbe voraussichtlich in dem dichten Dorngestrüpp, in dem die Hauptmasse des Feindes nun wieder sitzt, er­neute große Schwierigkeiten bieten.

Zur makedonischen Reformaktion liegt nunmehr die Antwort der Botschafter der Ententemächte auf die Einwendungen der Pforte in der Angelegenheit der Vermehrung der fremden Gendarmerie-Offiziere vor. Die Antwort besagt, daß die Botschafter der Pforte das Recht, die Zahl der fremden Offiziere festzustellen, nicht überlassen können, da dies im Widerspruch mit dem Mürzsteger Programm stehen würde. Mit dieser Affäre hängt wohl auch das Gerücht zusammen, daß der Oberkommandant der mazedonischen Gendarmerie, General Dechiorgis dem Sultan seine Demission übersandt habe. Im übrigen werden Meldungen über neue Anschläge der Komitatfchis gegen die Eisenbahnen verbreitet. Der Sicherheitsdienst längs der Bahnen ist deshalb verstärkt worden.

Seutfdilanö uni her Krieg in Men.

Beim Ausbruch des Krieges zwischen Rußland und Japan hatte in Deutschland jeder unbefangene Beobachter der Verhältnisse das beruhigende Bewußtsein, daß keine Großmacht von der Gefahr, in die blutigen Auseinander­setzungen verwickelt zu iverden, weniger bedroht sei als das deutsche Reich. Man war damals zweifelhaft über die Haltung anderer Staaten. Das deutsche Volk aber hatte das Gefühl, daß die Lage des Reiches keine andere als eine zuversichtliche Auffassung zulasse und eine Störung des Friedens nicht in Sicht sei.

Die Ansichten über die Ausdehnung des ostasiatischen Krieges haben sich inzwischen vielleicht geändert. Man hält eine Einmischung dritter Mächte nicht mehr für wahrschein­lich. Jenseits des Kanals macht man, ungeachtet der offenen Sympathien der Mehrheit für Japan, keine Blühe, ihm Unterstützung zu leihen, wozu freilich nach den bisherigen Ergebnissen der Kriegführung auch kein Bedürfnis vor= liegt. In Frankreich ist zwar jedermann von den russischen Niederlagen schmerzlich bewegt; aber niemand denkt mehr im Ernste daran, um Rußlands willen an dem Kriege teilzunehmen und unabsehbare Folgen über die Re­publik herauszubeschwören. Zumal nach dem jüngsten Abkommen mit England wird das französische Kabinett schwerlich Schritte tun, die bewirken müßten, daß die junge, Freundschaft in erbitterte Feindschaft Umschläge. Wie sich aber die Urteile über die ostasiatischen Verwick­lungen gewandelt haben mögen: die Anschauung ist un­verändert, daß Deutschland von diesen Vorgängen unbe­rührt bleibe. Man hat deshalb keinen Anlaß zu der Ver­mutung, daß unsere auswärtige Politik in falschen Bahnen sei. Sie folgt in Wirklichkeit den Ueberlieferungen der Bismarckischeii Zeit.

Der erste Reichskanzler hatte die schwierige'!Nufgabe zu lösen, das Bündnis mit Oesterreich-Ungarn und Italien zu erhalten und zu festigen, was der leichtere Teil war, und sodann immer den richtigen Abstand zwischen Eng­land und Rußland zu halten, was mitunter aus ernste Hindernisse stieß. Es fam wiederholt zu gereizten Aus­einandersetzungen, bald mit London, bald mit Petersburg. Aber schließlich siegte die Ueberzeugung, daß Deutschland weder gegen den einen »och gegen den anderen Staat etwas im Schilde führe, aber auch nicht das Einvernehmen mit dem einen dem mit dem andern opfern »volle. In dieser Erhaltung des Gleichgewichts und in der Pflege der innigen Beziehungen zu den Verbündeten gipfelte die Politik des Fürsten Bismarck.

Graf Bülow bewegt sich in denselben Geleisen. Die große Mehrheit des deutschen Volkes wird ihm die An­erkennung nicht versagen, daß er in der Führung der aus­wärtigen Angelegenheiten den richtigen Weg gefunden hat, sowohl Rußland und England gegenüber wie in der Er­haltung des Dreibundes. Daß Graf Bülow dabei nüt= unter gegen vermeintlich volkstümliche Strömungen zu kämpfen hatte, gereicht ihm nicht zum Schaden. Auch von ihrer streng neutralen Haltung gegenüber dein oft asiatischen Kriege ist die Regierung nicht darum abgewichen.