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Gratisbeilagen:Jlluprirtes Sonntagsblatt" undJllustrirte Landwirtschaftliche Beilage".

Fernsprecher Nr. 8. *sx

«r. 99. Iikiistag den 3. AM 1904.

Amtlicher Teil.

Hersfeld, den 17. August 1904.

Die Herren Bürgermeister der Schulorte des hiesigen Kreises haben mir bestimmt bis zum I. Sep« t e m b e r d. I s. berichtlich anzuzeigen, wie viel die gesamten laufenden Schulunterhaltungskosten vom Rechnungsjahr 1903/4 betragen haben. Es sind dieses alle Ausgaben, welche für die Schule ausgewendet worden sind, ohne Abzug der vom Staate geleisteten gesetzlichen Beiträge und widerruflichen Beihülfen.

Kosten für Neu - und Erweiterungsbauten kommen dagegen nicht in Betracht.

J. I. Nr. 5818. Der Königliche Landrat.

J. B.:

Braun, Krcisdeputirter.

HerSfeld, den 17. August 1904.

Von dem Handbuch für die Provinzial-Verwaltung der Provinz Hessen Nassau ist noch eine Anzahl vor- Handen, insbesondere von dem Teil II. (Unfallversicherung für Land- und Forstwirtschaft) sowie von dem Teil III. (Invalidenversicherung.)

Um das Handbuch weiteren Kreisen zugänglich zu machen, wird beabsichtigt, auch einzelne Teile des­selben gegen einen entsprechenden Preis abzugeben.

Da soviel bekannt von vielen Seiten die An­schaffung des einen oder des anderen Teiles des Hand, buche« beabsichtigt wird, und andererseits die Abgabe einzelner Teile des Buches unbekannt sein dürste, mache ich hierdurch darauf aufmerksam, daß die Bücher durch die Buchhandlungen von Ernst Hühn in Cassel, J. Brauer Hub in Frankfurt a./M., Heinrich Roemer in Wiesbaden sowie auch von dem Herrn Landeshaupt­mann der Provinz Hessen Nassau in Cassel bezogen werden können.

Der Preis des einzelnen Buches beträgt für den Teil I. (Provinzial-Verwaltung im engeren Sinne) 4 Mark,

den Teil II. (Unfallversicherung für Land- und Forstwirtschaft) 1 Mark 50 Ps.,

den Teil III. (Invalidenversicherung) 1 Mk. 75 Pf.

I. A. 3164. Der Königliche Landrot.

J. 93.:

Braun, Kreisdeputirter.

Wer weife es?

Historischer Roman von Fr. Ferd. Camborini. (Fortsetzung.)

Die Gräfin hatte sich umgekleidet; sie trug jetzt eine lange Frisurschürze, ein weißes Jäckchen mit orange­farbenen Bändern besetzt und ein Spitzenhäubchen.

Sämtliche Flügeltüren ihrer Zimmer öffnend, meinte sie im Selbstgespräch:

Gartenpromenaden, Spazierfahren, Schlafen, Essen, Trinken und Drehorgelspielen, diese Genüsse habe ich in den letzten vierundzwanzig Stunden alle gekostet. Nun zu meinen vierbeinigen Unterhaltern!"

Sie öffnete die Türe des kleinen Verbindung». corridors und rief:Apathe, Zenira, Jette, Lilli .. . .1"

Und sie kamen alle, die weißen Kätzchen, sieben Stück die Gräfin mit behaglichem Schnurren um­schmeichelnd. Aus einer gegenüber liegenden Türe sprangen zwei weiße, kleine Pudel, und nun ging e6 in wilder Jagd durch alle Räume.

Nachdem eine gelinde Ermattung eingetreten war, hielt man mit dem wüsten Treiben inne. Es wurden die Pudel angeschirrt und vor eine kleine Chaise ge­spannt, die LieblingskatzeApathe" hineingesetzt, und in gravitätischem Schritt pilgerte der Zug durch die Zimmerreihe.

Diese seltsame Art von Beschäftigung schien der Gräfin besondere Freude zu bereiten, denn sie klatschte wiederholt in die zarten Hände.

Hersfeld, den 17. August 1904.

Die unter den Schweinebeständen des Johannes Bommer in Hillartshaufen und Peter Steinbach in Friedewald ausgebrochene Rotlauffeuche ist erloschen.

I. I. Nr. 5786. Der Königliche Landrat.

I. V.:

Braun, Kreisdeputierter.

Aönigliches Landratsamt.

Sprechstunde: Täglich von 912 Uhr an den Wochentagen vormittags.

Nichtamtlicher Teil.

Der Krieg zwischen Japan und Nutzland.

Ueber die Lage von Port Arthur lauten die russischen Meldungen zurzeit ziemlich zuversichtlich. Man scheint doch noch auf ein lange« Aushalten der Festung zu rechnen. Allerdings sind nach Berichten, die aus Mukden über Petersburg übermittelt werden, einzelne Gebäude beschädigt, und, da die Zahl der Verwundeten gegen 2000 beträgt, sind viele öffentliche Gebäude zu Lazaretten eingerichtet. An Medikamenten und Verband­zeug aber ist nach derselben Quelle kein Mangel; Krank­heiten kämen fast gar nicht vor, viele Verwundete ver­lassen so bald wie irgend möglich die Hospitäler und kehren zur Front zurück. Wie großer Wert von den leitenden russischen Stellen auf die Behauptung der Festung gelegt wird, erhellt neuerdings aus einem Erlaß des Zaren an General Stössel.

Petersburg, 20. August. Der Kaiser richtete an den General Stössel folgende Depesche:Ich be- austrage Sie, in meinem und ganz Rußlands Nalnen die Truppen der Garnison, Seeleute und Einwohner von Port Arthur zu den Erfolgen in den Kämpfen vom 26., 27. und 28. Juli zu beglückwünschen. Ich bin fest überzeugt von ihrer vollen Bereitschaft, den Kriegüruhm unserer Waffen durch ihre unbegrenzte Tapferkeit auf- rechtzuerhalten. Ich spreche allen heißen Dank aus.

Da ertönte das Zeichen des Grafen. Die Dame hielt mitten im Spiel inne, legte beide Hände an die Schläfen, als verspüre sie dort einen Druck, und öffnete dann die Türe.

So ernst, mein Beschützer I" sagte sie mit aller­liebsten Lächeln.Sehen Sie, ich habe mir durch die alltägliche Ceremonie gute Laune gemacht. Hier ist ein Sessel, nehmen Sie Platz."

Gute Laune", sagte er mit bitterem Lächeln,woher soll die kommen?"

Sie müssen noch mehr Gutes tun, Freude spenden," meinte sie.Zum Beispiel: Die Hedwig Schmidt wieder zurück kommen lassen, den Konrad Häuser wieder dadurch an sich zu fesseln suchen . . ."

Statt einer Antwort reichte ihr der Graf den Moniteur." Sie las und erbleichte.

Ich werde", sagte er beruhigend,hoffentlich einen Ausweg aus dieser neuesten Calamität finden, jedoch bitte ich, nicht weiter in mich zu dringen, die Hedwig Schmidt zurückzurufen."

Die Gräfin schmollte und wandle sich ab. Kannte sie doch nicht das Vorhaben des Grafen, der seltsamer­weise eine Aufklärung nicht gab.

Sehen Sie hier!" Sie öffnete mehrere Kommoden und Kleiderschränke.Alles überfüllt, seit die Hedwig fort ist! Ihr paßten die abgelegten Sachen."

Vavel de Versay antwortete nicht. Seine Ge­danken beschäftigten sich jetzt mit einer anderen Sache, und zwar mit der Verlobung Christianen-. Er hielt e«

Der Allerhöchste segne ihren aufopfernden Heldenmut und behüte die Feste Port Arthur vor den Anschlägen des Feindes- Nikolaus."

Vom Kriegsschauplatz in der innern Mandschurei meldet ein Petersburger Telegramm, daß die japanischen Streitkräfte im Nordosten, bei Tschiantschau, nicht über 2000 Mann betragen. Ueber die Lage an der übrigen Front fehlen Nachrichten. Seit vier Tagen fällt Regen, was zweifellos entscheidende Operationen auf beiden Seiten verhindert.

Petersburg, 20. August. Nach hierher gelangten Nachrichten wird in Japan ein neues Expeditionskorps zusammengestellt, das zum Angriff auf Wladiwostok be. stimmt ist.

Endlich haben sich die chinesischen Behörden in Schanghai, offenbar auf den Druck von japanischer Seite hin, entschlossen, den in den dortigen Hafen ein- gelaufenen russischen Schiffen eine kurz bemessene Frist zum Auslaufen oder zur Desarmierung zu stellen. Es ist aber noch fraglich, ob die Russen sich diesem Ver. langen fügen werden.

Wie gemeldet wird, soll ein von Kapitän Togo (nicht dem Admiral gleichen Namen») kommandierte» japanische« Kriegsschiff bei Port Arthur g e. funken sein, angeblich während eines nächtlichen Bom­bardements der Festungswerke, welche diesmal das Feuer kräftig erwiderten.

Wiederum haben zwei der russischen Kreuzer, denen in der Seeschlacht von Port Arthur am 10. b. M. der Durchbruch durch die japanische Flotte gelang, schützende Häfen erreicht. DerNovik" ist in dem Hafen Korfa- kowe auf Sachalin angekommen, dieDiana" in Saigon. Der erstgenannte Kreuzer hat also russisches, der andere französisches Gebiet erreicht.

Wie das Reutersche Bureau aus Tokio meldet, haben dieIapaner am Freitag Anschantschang, eine Bahnstation halbwegs zwischen Haitschöng und Liaujang besetzt; die Russen sind im Begriff, sich nach Mulden zurückzuziehen.

Petersburg, 20. August. Ein kaiserlicher Er- laß befiehlt die Einberufung der Reservisten aus 47 Kreisen, außerdem werden bestimmte Kategorien von Reservisten einberufen. Ferner wird die Einberufung der Reserveoffiziere im ganzen Reich befohlen.

Petersburg, 21. August. Das rufsiche Tele- graphenbureau meldet aus Tschifu vom 21. August:

| für angemessen, den Polizeirat angesichts der gefahr­drohenden Zeitungsnotizen entgegen zu kommen aber in möglichst unauffälliger Weise. Diesem Gedanken gab er jetzt Ausdruck, fügte ober mit diplomatischem Lächeln hinzu:......Natürlich darf ernstlich aus der Sache nie etwas werden!"

So wollen Sie wieder Ihre Künste spielen lassen, die doch nur einen höchst fragwürdigen Wert haben?" sagte sie ein wenig gereizt mit dem Zusätze:Was soll das bedeuten?"

»Es bedeutet, daß ich nie zu der Heirat meine Ein­willigung geben werde", antwortete er kalt,ja nicht geben kann, soll unser Geheimnis nicht tangiert werden." Obgleich dieses der Gräfin einleuchten mußte, schien ihre gereizte Stimmung nicht zu schwinden. Sie ver­urteilte das Verhalten gegen Hedwig Schmidt, gegen Christiane, gegen Squarre, bezeichnete es alsüber­triebene, überflüssige Sorgfalt", und redete sich nach und nach in eine Erregung hinein, die da« Auge des Grafen allmählich verdüsterte. Sollte wieder eine jener Scenen kommen, die er so fürchtete, die ihn ungerecht und hart werden ließ! Nein, das mußte vermieden werden! Hatte doch da» arme Wesen schon eine Reihe von Jahren mit ihm allein verbringen müssen! Hatte sich ihr Gesundheitszustand in der letzten Zeit nicht verschlechtert? Hatte sie nicht mehrfach da» Bett hüten müssen? Er muße vorsichtig fein I

Gnädigste", hub er an,mein Verhalten würde ein weniger schroffe« Beurteilen erfahren, wenn alle Detail«