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JCT Kernsprecher Nr. 8. -53
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St. 97. Iemerftag ben 18. Sonnst
1904.
Amtlicher Teil.
Hersfeld, den 17. August 1904.
Die Kreiöeingesessenen setze ich davon in Kenntnis, daß der hiestge Obst- und Gartenbauverein zur Hebung des Obstbaue» im hiesigen Kreise für die Tage vom 24.-26. September er. eine Obstausstellung — verbunden mit einer Obstverkaufs-Vermittelungüstelle — im Bolenderfchen Etablissement dahier veranstalten wird.
Die Herren OrtSvorstände ersuche ich, auch auf ortsübliche Weise obige Mitteilung zur Kenntnis der Orts- bürget zu bringen und die Besitzer von Obst-Anlagen speziell anhalten zu wollen, die Ausstellung mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Obstsorten beschicken zu wollen.
Einer Mitteilung, welche Personen der Gemeinden sich an der Ausstellung zu beteiligen beabsichtigen, sehe ich bis zum 24. b. Mt». entgegen.
Der Königliche Landrat.
I. V.:
T h a m e r.
Nichtamtlicher Teil.
Zu den Vorgängen in Deulsch-Tüdwest-Astika.
Nach umfassenden Vorbereitungen hat General von Trotha die Offensive gegen die bei Waterberg stehenden Herero ergriffen und erfolgreich durchgeführt. Die verschanzte Station Waterberg ist in deutschem Besitz. Die Herero versuchen nach Osten abzuziehen, wo starke Abteilungen ihnen den Weg verlegen sollen. Die deutschen Verluste betragen insgesamt: gefallen 5 Offiziere, 19 Mann, verwundet 5 Offiziere, 52 Mann, 2 Mann vermißt. Die Einzelheiten meldet General von Trotha aus Hamakari vom 12. ds. Mls. wie folgt:
Der Angriff wurde am 11. August früh mit vollem Erfolge begonnen. Major von Mühlenfels, welcher für den mit feinem Pferd schwer gestürzten Oberstleutnant Müller dessen Abteilung übernommen hatte, warf nach sehr heftigem Kampfe den Feind bis Hamakari zurück und nahm diesen Ort. Die Abteilung v. d. Hryde ver
Wer weife es?
Historischer Roman von Fr. Ferd. Camborini. (Fortsetzung.)
Der Gegenstand, mit dem sich ihre Gedanken be» schästigten, war zu dieser Zeit in einer nicht beneidenswerten Lage. Der Polizeirat hatte bei der Dunkelheit und der weniger sicheren Kenntnis der Oertlichkeit den Weg verfehlt. Er war in jene Gegend des „Robanen- köpfe«" geraten, — so nahm er jetzt an — die ihrer Unzugänglichkeit halber selten, fast gar nicht betreten wurde. Durch die kurzen Beleuchtungspausen, die ihm die aufzuckenden Blitze gestatteten, half er sich mühsam vorwärts; er hatte so ziemlich die Höhe de« Bergkegels erreicht, als der strömende Regen ihn zwang, unter einem überhängenden Felsstück Schutz zu suchen, — „wenigstens so lange, bis der ärgste Guß vorüber ist", sagte er sich.
Einige Minuten verrannen, und man vernahm nichts weiter, als baS Klatschen der Wassermassen auf dem steinigen Boden, unterbrochen vom Rollen beS Donner«. — Da — sprach nicht eben jemand? — E» war ihm, ala vernähme er deutlich baS Sprechen einer-- nein, mehrerer Personen.
Er lauschte. — Der Regen ließ etwa« nach; die Tropfen nahmen an Größe ab; — allmählich, nach und noch riefelte es dicht und anhaltend hernieder. Eber» hardt trat aus seinem Versteck hervor. Da« düstere Gewölk hatte sich an einzelnen Stellen geteilt und so wurde eine wenn auch nur recht unzureichende
blieb, mit starken feindlichen Kräften sich gegenüber, während der Nacht vom 11. bis 12. August 15 Kilometer nordöstlich Hamakari. Die Abteilung Estorff warf den bei Otjosongombe befindlichen Feind in westlicher Richtung zurück. Die Abteilung Deimling vertrieb morgens die Herero unter Michael aus Omuweroume, erzwäng sich, durch Omuweroume vordringend, den Paß, und nahm abends die verschanzte Station Waterberg. Diese wird zur starken Militärstation für Etappenzwecke eingerichtet. Alle Abteilungen verblieben dem wiederholt noch bei Dunkelheit angreifenden Feinde gegenüber noch in vollster Gefechtsbereitschaft. Deimling setzte am frühen Morgen des zwölften seinen Marsch auf Hamakari fort und traf soeben 9 Uhr vormittags ein. Der Feind, der mit außerordentlicher Zähigkeit tämpfte, erlitt trotz sehr gewandter Aufstellung im dichtesten Dornbusch schwere Verluste. Tausende von Vieh wurden erbeutet. Zersprengt und im Rückmarsch nach allen Seiten begriffen, bewegt sich die Hauptmasse des Feindes nach Osten, wohin ich ihm den Abzug mit den vereinigten Abteilungen Deimling, Mühlenfels und Heyde verlegen werde, wobei Estorff von Norden her mitwirkt. Die Abteilungen Fiedler und Volkmann verhinderten ein Ausweichen des Feindes in nördlicher und nordwestlicher Richtung. Die Truppen haben unter den größten Anstrengungen und Entbehrungen mit höchster Bravour g e k ä m p f t. Diesseitige Verluste: Von Abteilung Müller: Hauptmann Ganfler, Leutnant Graf Arnim und Leutnant Leplow sowie 10 Mann tot, schwer verwundet Oberleutnant StrecciuS, Schuß Schulter, Leutnant Frhr. v. Walter. Schuß linke Schulter, sowie 12 Mann, leichtverwundet Major v Mühlenfels, Streifschuß am Halse (bleibt bei der Truppe) und 18 Mann. Von Abteilung Heyde: Oberleutnant v. Lekow und 7 Mann tot, Major Osterhaus und 11 Mann verwundet, 2 Mann vermißt. Von Abteilung Estorff: Leutnant Seebeck tot, Leutnant Runkel und 10 Mann verwundet. Von Abteilung Deimling: 2 Mann tot, mehrere verwundet. Das Hauptquartier war bei Abteilung Mühlenfels und begleitet diese zunächst auch weiter.
Zu der Meldung des Generals v. Trotha über diesen Erfolg der deutschen Waffen in Südwestafrika schreibt die „Nordd. Allg. Ztg.":
Das deutsche Volk wird mit hoher Befriedigung die Kunde von dieser mit reichem Erfolg gekrönten militärischen
Orientierung möglich. An dieser Seite, das hatte er sich gemerkt, mußte er wieder herab; den Ausgangspunkt mußte er wieder zu erreichen suchen; — von hier oben wußte er keinen anderen Weg nach Coburg. Im Begriffe stehend, langsam den Abstieg vorzunehmen, vernahm er wieder die Stimmen zweier sich anscheinend unter» haltender Personen. — Vorsichtig schritt er, jeden Fuß- tritt sorglich prüfend, vorwärts. Er mußte sich meist nach rechts halten, da linker Hand ein Abgrund gähnte. Je weiter er vorwärts schritt, desto deutlicher wurden die Laute der Sprechenden. Es war eine tiefe, jedenfalls einem bejahrteren Manne angehörende, und eine metallreichere, jugendlichere Stimme. Der Polizeirat lauschte einen Augenblick stehen bleibend. Es schien, als hielten sich die Personen in dem linkseitigen Abgrunde auf, die Laute drangen von dort herauf.
Der Weg senkte sich an dieser Stelle, einen Bogen machend und jäher abfallend, hinab in'« Tal. Eber- Hardt hatte die Biegung soeben überschritten, da hörte er deutlicher, jetzt vernehmlich einzelne Worte herauftönen. Er hatte sich also nicht geirrt. Vorsichtig schritt er noch eine Strecke auf dem Wege vorwärts, da schien es, als seien die Sprechenden unmittelbar unter ihm. Der aufgeweichle Boden dämpfte seine Schritte, zudem war er gezwungen, nur mit einer gewissen Sorg- samkeit auszutreten.
„Ein wahres Genie, dieser Gras!" sagte jetzt die tiefere Stimme. „Wann hat er dir denn den Vorschlag gemacht?"
„Er selbst hat'« nicht getan", lautete die Antwort
Aktion aufnehmen, die in Aussicht stellt, daß der zähe Widerstand der Aufständischen demnächst völlig gebrochen sein wird. Da« hohe Lob, das Generalleutnant von Trotha dem Mut und der Tüchtigkeit seiner Truppe spendet, wird überall freudigen Widerhall finden. Von der Schwierigkeit und Erbitterung des Kampfes zeugt die Höhe unserer Verluste: 24 Tote, mehr als 66 Verwundete und 2 Vermißte; von den Offizieren sind je 5 gefallen und verwundet.
* * *
Berlin, 16. August. Der „Lokalanzeiger" meldet aus Erindiongoahere: Zwischen Osondjachi- berg und Waterberg wurde am 6. d«. eine P a t r o u i l l e unter dem Befehl bes Leutnant« von Boden- Haufen von Herero« überfallen, v. Bodenhausen und acht Mann find tot. Zwei Mann werden vermißt.
Ombualjipiro, 16. August. Nachdem da« Hauptquartier am 9. August hier eingetroffen, wurde am 10. August ein Erkundigung-ritt auf Homalari unternommen. Hierbei wurde Leutnant Salzmann am rechten Unterschenkel ungefährlich verwundet.
Der Krieg zwischen Japan und Rußland.
Au- Liaujang wird gemeldet, die japanische Süd- armee entsandte nach Port Arthur die dritte und sechste Division nebst Reserven. Die Ge- samtzahl der Japaner vor der Festung wird auf 80,000 Mann mit 450 Geschützen, darunter 50 Mörsern angegeben. Der Mikado soll Befehl erteilt haben, daß dasSchicksalPortArthur« in den nächsten zehn Tagen ents chieden werde. Durch Krank- Heil sind die japanischen Divisionen sehr gelichtet; statt 12,000 Mann sind durchschnittlich nur 9000 bei jeder Division unter den Waffen. Rechnet man die nach Port Arthur entsandten Truppen ab, so operieren auf dem mandschurischen Kriegsschauplatz gegen Rußland nur 170,000 Mann. Alle« Interesse konzentriert sich auf Port Arthur.
Vor Port Arthur gewinnen die Japaner in unablässigen Kämpfen langsam zwar, aber doch ununterbrochen weiter Terrain; der artilleristische Angriff auf
des anderen. „Squarre war derjenige, der die Andeutung fallen ließ."
„Der Schleicher! — Na, mir hat er erst 'mal zu Gelde verholfen. Aber nach Amerika kriegen sie mich nicht! Das steht fest. Prosit —"
Der Lauscher vernahm deutlich das Knarren eines Korken« im Halse einer Flasche; einen Moment war es still, dann sagte die höhere Stimme:
„Mich auch nicht! — Werde dem verfluchten Kerl den Gefallen tun und «' Feld räumen I Bin ihm jetzt im Wege, wie da» arme Mädel, die Hedwig auch. Aber wart', da« soll er büßen!"
„Recht so", lautete die Antwort. „Wir nehmen sein Geld, tun aber noch lang' nit, was er wünscht I"
„Wenn ich nur wüßte, wo ich bleiben sollte?' sagte jetzt der jüngere wieder, nachdem das Knarren des Stopfens abermals hörbar geworden war.
„Doch sehr einfach. — Bleibst bei mit I" „I.....? St! — Hörst du nicht» ?"
Unter den Füßen des Lauscher«, der sich etwas nach vorne bewegt hatte, war loses Gestein in'« Rollen geraten und stürzte polternd in die Tiefe.
„Donnerwetter", sagte jetzt die Stimme des Aelteren, „sollte da jemand sein?"
„Unsinn", lautete die Antwort, „wer soll sich um diese Zeit und bei dem Wetter hierher wagen?-- Also du meinst, ich sollte bei dir bleiben?"
„Gewiß, geht ganz gut. Kein Teufel weiß, wo du steckst. Den Spürhund von Eberhardt wird er wohl nicht auf die Beine kriegen.