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die Kommandanten des deutschen und des französischen Kadettenschulschiffe«, die sich jetzt in PortSmouth be- finden, empfangen.

In türkischen Kreisen wird behauptet, er lagen An­zeichen dafür vor, daß die armenische Be­wegung in den Wilajet« Bitlis und Erzerum von amerikanischer Seite unterstützt würde.

Der deutsche Gesandte in Kopenhagen, von Schön, hat dem König von Dänemark ein Gemälde der Maler Noster und Bohrdt als Geschenk be« deutschen Kaisers überreicht. Das Bild stellt Kaiser Wilhelm in dänischer Admirals-Uniform auf dem Deck einer Linienschiffes dar. Im Hintergründe ist die Kopenhagener Rhede mit derHohenzollern" und mehreren Kriegsschiffen sichtbar.

Die englische Tibet-Expedition hat ohne weitere Kämpfe wohlbehalten Lhaffa erreicht.

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* Die gegenwärtige Wetterlage ist nach der energischen Abkühlung des Sonntag wieder als durch­aus beständig zu bezeichnen. Der Umschlag war auf die Weise zustande gekommen: den von Westen her an- dringenden barometrischen Depressionen gelang es, den über dem Norden des Erdteil» lagernden hohen Luftdruck zurückzudrängen; an ihrer Südseite traten daher ziemlich ergiebige Regenfälle und stark auffrischende, kühle west­liche bis nordwestliche Winde auf, welche endlich die seit Wochen anhaltende Hitze vertrieben und der unheilvollen Dürre «in Ende bereiteten. Doch scheint es leider als ob diese Rückkehr zu normalen sommerlichen Witterungs- verhältniffen eine nur vorübergehende gewesen sein soll; denn im Rücken der nach Osten abziehenden Depression hat das Gebiet hohen Lustdrucks schon wieder Posto ge« faßt und ist offenbar im Begriff, sein Herrschaftsgebiet über ganz Mitteleuropa aufs neue auszudehnen. Die Folge davon würde aber wieder heiteres und trockenes Wetter von längerer Dauer fein, bei abflauenden Winden und langsam steigenden Temperaturen. Von einer end­gültigen Ueberwindung der großen Dürre und Hitze kann jedenfalls vorderhand noch nicht die Rede fein.

* (Die Tuberkulofesterblichkeit i n Eu­ropa.) Die einzelnen Staaten des europäischen Kon- tinents zeichen ein recht verschiedenes Verhalten der Tuberkulose gegenüber. Wie Dr. Prinzing in der Zeit­schrift für Hygiene ausführt, gibt es zwei große Gebiete, in denen die Seuche nur wenig Opfer fordert. Das eine Gebiet umfaßt den Norden Deutschland», Dänemark und die Niederlande, dazu kommt noch England. Das andere bildet die Apenninische Halbinsel. Nördlich von dem erstgenannten Gebiete nimmt die Zahl der Todes­fälle in Irland, Schottland, Norwegen und Schweden zu. ^Sehr häufig ist die Tuberkulose in Frankreich und in Spanien, von mittlerer Höhe sind die Ziffern in West­deutschland. in der Schweiz sowie in den österreichischen Alpenländern. Die Hauptherde der Krankheit sind das Großherzogtum Hessen, Bayern, ganz besonders aber Nieder- und Oberösterreich, Böhmen, Mähren und Schlesien, wo die Tuberkuloseziffern die größte Höhe in Europa erreichen. Im gesamten Osten Europas, in Galizien, Ungarn, Rumänien und Rußland sordert die Tuberkulose soweit aus den darüber vorliegenden Nachrichten geschlossen werden kann weitaus mehr Opfer als in Deutschland. Man sieht hieraus, daß sie nicht nur dort häufig auftritt, wo die Kultur fortgeschritten und die Industrie weit entwickelt ist, ober wo die Menschen in großen Städten zusammengepreßt leben, sondern auch in Gegenden, die noch auf einer verhältnismäßig niedrigen Kulturstufe stehen, in denen größere Städte selten sind und fast nur Landwirtschaft getrieben wird. In welcher Reihenfolge die Staaten in bezug auf die Erkrankungü- sälle rangieren, entzieht sich vorderhand der Kenntnis.

* Der Vereinsausschuß der Landwirtschafts­kammer hat in seiner neulichen Sitzung beschlossen, daß infolge ergangener Einladung die nächste W a n d e r - Versammlung in Frankenberg stattfindet soll.

Hersseld, 10. August. Dem heutigen Vieh­markt waren 120 Stück Rindvieh und 497 Schweine zugetrieben. Der Handel mit Rindvieh war flott, Schweine wurden bei zurückgegangenen Preisen nur schwach ge­handelt. Der nächste Viehmarkt findet am 7. Scp. tember statt,

* Die nächste Feldpost nach Afrika geht am 13. b. Mt». ab. Diese Feldpost befördert sowohl Briefe und Karten, al» auch Pakete. Die Beförderung der Briefe bis zu 50 Gramm und der Feldpostkarten erfolgt portofrei. Feldpostpakete sind bis zum Gewicht von 5 Pfund zulässig.

e- Hersfeld, 10. August. (Tod denFliegen.) Es ist zweifellos eine der größten Aufgaben der Gesund­heitspflege, gewisse Jnfektenarten von der Erde au»zu- rotten. Nirgends innerhalb des ganzen Tierreich« zeigt sich die Uebelflüssigkeit mancher Geschöpfe für den Menschen so deutlich wie unter den Sechsbeinern. Wie man erst in den letzten Jahren die erstaunliche Tatsache enthüllt hat, daß die Ansteckung des Menschen mit Malaria nur durch den Stich der Sumpfmücken vermittelt werden kann, so hat sich in allerneuester Zeit ein ähnlicher Verdacht auf dieselben Insekten mit Hinblick auf bae gelbe Fieber gelenkt. Daß die Pest und viele andere Krankheiten durch Flöhe und Ratten auf Menschen übertragen werden können, ist mit völliger Sicherheit "wiesen. Aber auch gegen ein anderer sechsbeinige« ^schlecht muß der Krieg mit aller Heftigkeit erklärt werden. Wir meinen die Fliegen, denen wir, wenn sie

nicht in unerträglichen Massen auftreten, noch immer zu große Duldung zu schenken geneigt sind. In Indien sind örtliche Cholera-Epidemien durch Vermittlung der Fliegen entstanden, und in Amerika hat die Behörde für landwirtschaftliche Insektenkunde ermittelt,daß die Fliegen eine große Gefahr für die Verbreitung von Typhus darstellen. Die Fliegen setzen sich auf alle» und jede», was ihnen in den Weg kommt, auch aus die allerwider- lichsten Dinge, die gerade an Bazillen reich zu sein pflegen. Sie nehmen die Bazillen von diesen auf und setzen sich dann wieder auf die Geräte in der Küche oder im Speisezimmer, auch auf die Speisen selbst und lassen dort die vorher ausgenommenen und noch an ihren Beinen und an ihrem Rüffel haftenden Bakterien zurück. Daher kann garnicht genug geraten werden, die Entwicklung dieser Insekten in unsern Zimmern mit allen Mitteln zu bekämpfen, sobald sie sich zu zeigen beginnen. Die Fliege sucht namentlich solche Leute gern auf, die nicht ganz gesund sind, somit eine geschwächte Widerstandskraft gegen Ansteckung durch Krankheiten haben. Dies ist natürlich eine weitere Mahnung zur Bekämpfung dieses Ungeziefers!

Fulda, 8. August. Heute vormittag wurde der neue Direktor der hiesigen Oberrealschule, Herr Prosessor Dr. Machen« vom Gymnasium in Bonn, durch den Herrn Provinztalschulrat Dr. Pähler-Caffel feierlich in sein Amt eingeführt. Der neue Direktor hielt sogleich eine einstündige P-ogrammrede über Schulorganismus und neuere Sprachen. Weil noch viele Lose unver- kaust sind, ist die Ziehung der Gewinne in der Ge- werbeausstellungSlotterie auf den 31. August verlegt.

Fulda, 9. August. Hiesige Gewerbetreibende beabsichtigen die Errichtung eines Elektrizitätswerkes in der Stadt Fulda. Die Anlage soll vorzugsweise Energie abgeben zum Betriebe von Elektromotoren.

Cassel, 9. August. Auf Wilhelmshöhe traf heute morgen kurz nach 6 Uhr Seine Kaiserliche und König­liche Hoheit der Kronprinz, welcher Zivilkleidung trug, in Begleitung seines Adjutanten Majors von Oppen ein. Ihre Majestät die Kaiserin erschien trotz der frühen Morgenstunde vor dem Portal des Schlosses, um den Kronprinzen zu begrüßen. Im Laufe des Vormittags unternahm die Kaiserin in Begleitung bes Kronprinzen einen Spaziergang nach der Teufel»brücke. Prinz Eitel Friedrich und Prinz Oskar fuhren heute morgen wieder zur Jagd in den Habichtswald. Testern waren Seine Exzellenz der Herr Oberpräsident von Windheim nebst Gemahlin und Seine Exzellenz der kommandierende Herr General Linde nebst Gemahlin von Ihrer Majestät der Kaiserin zur Tafel geladen.

Homberg, 8. August. Heute abend um V28 Uhr entstand plötzlich auf bis jetzt unaufgeklärte Weise in der zu dem Wohnhaus des Fuhrmann» Becker am Kirch- platz gehörigen Scheune Feuer, welche» durch die aufgespeicherten Getreidevorräte reichlich Nahrung fand und bei der großen Trockenheit mit rasender Schnellig- teil um sich griff. Den angestrengten und meinten Bemühungen der schnell herbeigeeilten Feuerwehr gelang es, obwohl die Löscharbeiten anfangs durch Wassermangel sehr erschwert wurden, baS Feuer auf seinen Herd zu beschränken und die stark bedrohten Nachbarhäuser zu schützen. (C T.)

Frankfurt a. M«, 9. August. In Bockenheim wurde heute Nacht in der Adalbertstraße ein Einbruchs­versuch gemacht. Der Wächter schoß mit einem Revolver nach den Dieben, traf aber einen Schutzmann, der sich auf der Spur der Einbrecher befand. Dieser wurde schwerverletzt in da« Krankenhaus gebracht.

BaV NauheiM, 6. August. Im hiesigen Sprudel- Hotel weilt seit kurzem der Präsident v. A. zur Kur. Heute morgen gegen 8Va Uhr war der Diener des Präsi­denten verschwunden. Derselbe hatte in der vergangenen Nacht den Koffer seine« Herrn erbrochen und 3000 Mk. in bar gestohlen. Sein Fahrrad hatte der Bursche schon mit dem ersten Zuge nach Frankfurt auf» gegeben. E« wurde ein Zettel vorgefunden, auf dem er sich tags zuvor die Reiseroute FrankfurtBasel ver- zeichnet hatte.

Duderstadt, 8. August. (Drei Menschen vom Blitz erschlagen.) Am Freitag nachmittag entluden sich über dem Untereichsfelde und ganz Südhannover mehrere schwere Gewitter. In der Nähe von Bodensee (Kreis Duderstadt) tötete der Blitz ein löjähriges Mädchen, da« vom Felde nach Hause eilte und neben der Mutter herging. Da das Mädchen eine Sense trug, so ist an» zunehmen, daß dadurch da« Unglück entstanden ist. Die Mutter kam mit dem Schrecken davon. Durch sehr lang anhaltenden Hagelschlag hat die Feldmark Bodensee schwer gelitten. Auch über dir Flur Gieboldehausen ging zur selbigen Zeit ein heftiges Gewitter mit starkem Hagel­schlag. Der Blitz schlug in einen Kornhaufen, in den sich eine Frau mit ihrer Tochter vor dem Unwetter geflüchtet hatte. Sie wurden beide erschlagen, der Haufen trennte hell auf. Auch in der Gegend von Northeim und Haltorf hat das Unwetter durch Hagel und Ueber- schwemmung großen Schaden angerichtet.

Mainz. Der Metzgermeister Karl Nußhag, der durch Inserat prima Ochsenfleisch, das Pfund zu 60 Pfg. offeriert hatte, in Wirklichkeit aber gar keine Ochsen schlachtete, sondern nur Kühe und Rinder, wurde von der Strafkammer wegen unlauteren Wettbewerb» zu 50 Mk Geldstrafe verurteilt.

Gießen Der Glosermeister und Eargsabrikant Schmidt hatte, um sich auf Kosten eines Konkurrenten lustig zu machen, an diesen per Postkarte eine fingierte Sargbestellung aufgegeben und dazu den Namen eines

hiesigen Einwohner« mißbraucht. Die Strafkammer verurteilte ihn wegen Urkundenfälschung zu 3 Wochen Gefängnis.

Harleshausen- 8. August. Der Schmiedemeister George Hold fand beim Abmähen eines Haferfeldes ein etwa 150 Pfund schwere» Stück Rindfleisch. Ob bas« selbe gestohlen und dort vorläufig verborgen war, kann wohl kaum noch festgestellt werden.

Hanau, 8. August. In Kleinostheim erstach nach vorausgegangenem Wirtshauszank der Metzger Eifert den Landwirt Fächer. Hierzu wird ergänzend berichtet: Die Ursache dieses ländlichen Dramas bildete ein Streit, der in der Wirtschaft zum Roß in Klein-Ostheim seinen Anfang nahm, indem die Gäste politische Kannegießereien trieben und sich die Köpfe nach und nach erhitzten und die meisten auch etwas über den Durst tranken. Der Metzger Anton Eifert und der Arbeiter Griesfelder kamen am schärfsten aneinander und Eifert entfernte sich unter Drohungen. Der gleichfalls in der Wirtschaft anwesende Landwirt Anton Fächer ging in der Absicht, Frieden zu stiften, hinaus, um mit Eifert zu sprechen. Draußen angekommen, erhielt er von Eifert sofort einen Messerstich inS Herz. Nach einigen Minuten war der Gestochene eine Leiche. Er hinterläßt eine Frau und ein Kind. Der Täter ist noch unverheiratet, er wurde bald nach der Tat verhaftet.

Aus Südhannover, 5. August. Fußbodenöl z u m Salat. Eine Frau in einem Orte beS Garte- tale» hatte ihr Kind zu einem Händler geschickt, um Mohnöl zu holen, bas sie zum Kartoffelsalat verwenden wollte. Nachdem der Salat gegessen war, stellten stch bei der ganzen Familie Vergiftungserschein­ungen ein. Der Händler halte dem Kinde anstatt Mohnöl ein Oel zum Fußbodenanstreichen verabfolgt. Trotzdem soll der Salat allen vortrefflich gemundet haben.

$ t r m i f 611 §.

Ein jugendlicher Verbrecher ist in das Gerichtsgefängnis zu M a r i e n b u r g am 3. d. Mts. ein» geliefert worden. Es ist dies der zwölfjährige Franz Laschinski, bet am 10. Juli Feuer auf dem Gehöft des Gutsbesitzers Herrn Zimmermann in Gr. Lesewitz angelegt hat. Bei dem Brande wurden mehrere Gebäude in Asche gelegt, und in den Flammen kamen u. a. 15 wertvolle Pferde um. Der jugendliche Brandstifter ist geständig; er will da» Feuer angelegt haben, weil er beim Betteln nicht» erhalten hatte.

(Das Opfer eine» Irrtum») Der Trinkhallenbesitzer Rothermel in Rombach in Lothringen lauerte gestern nacht Dieben auf, als der 15 jährige AlfonS Schmitt am Rolladen der Trinkhalle erschien, in der er ein Stelldichein mit der Kellnerin Rothermel« verabredet hatte. Rothermel glaubte einen Einbrecher vor sich zu haben und gab einen Revolverschuß ab. Der junge Schmitt wurde in« Herz getroffen, und war sofort tot.

Stettin, 8. August. Bei einem Familien­zwist schoß der hiesige Arbeiter Kapella seinen 18jährigen Sohn in den Rücken und der Sohn darauf den Vater in die Brust und den Oberschenkel. Beide sind lebens­gefährlich verletzt.

Graz, 9. August. In Hermager brannten durch angelegtes Feuer hundert Gebäude samt Kirche nieder.

Bremerhaven, 9. August. Der norwegische Dampfer Georgia stieß auf der Unterweser mit dem Schleppdampfer Unterweser 6 zusammen. Der Schlepp­dampfer sank. Der Kapitän und ein Heizer find er» trunken.

E t n größerer E r d r u t s ch hat in der Nähe des bekannten französischen Badeorte« Dieppe eine Reihe von Menschenleben vernichtet. Gestern abend löste sich bei dem bei Dieppe liegenden Dorfe FemmeGrosse ein Block von ungewöhnlicher Größe lo«, als dort zahl­reiche Erwachsene und Kinder mit Suchen von Muscheln zwischen den Felsen beschäftigt waren. Bisher wurde festgestellt, daß zwei Personen verschüttet sind, doch herrscht die Besorgnis, daß die Zahl der Verunglückten noch größer ist. Eine Kompagnie des 128. Infanterie- Regiment« ist damit beschäftigt, die Trümmer fortzu- räumen.

Ein schweresEisenbahnunglück, dem mehr als hundert Personen zum Opser fielen, hat sich bei Pueblo im Staate Colorado ereignet. Bei dem großen Wassermangel, der in Zentraleuropa selbst auf größeren Flußläufen die Schiffahrt beeinträchtigt, ist er interessant, daß die amerikanische Bahnkatastrophe durch Hochwasser verursacht wurde. Ueber das tragische Er­eign!« wird solgende« gemeldet: Pueblo, (Colorado), 8. August. Als der von Denver kommende Schnellzug der Missouri-Eisenbahn über eine Brücke bei Eden, acht Meilen von hier, fuhr, brach sie zusammen. Die Loko­motive und drei Wagen stürzten in den Fluß hinunter. Ein sehr schwerer Regensturm hatte den unter dieser Brücke für gewöhnlich trockenen Wasserlauf in einen reißenden Strom verwandelt und sie so geschwächt. Der Personenwagen wurde eine .Meile stromabwärts, der Gepäck- und der Rauchwagen überhaupt noch nicht ge­funden, nur die Schlaf- und Speisewagen blieben auf den Schienen. Der Post- und Kaffenwagen wurde nahe der Brücke mit offenen Geldschränken ohne Inhalt auf­gefunden. Die Leichen aus dem Personenwagen, bet jetzt halb voll Sand ist, sind geborgen. Man nimmt an, daß sich die Z ^ hl der Toten auf 125 belauft.